﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>19973291</id><updated>2025-06-25T02:16:22Z</updated><additionalIndexing>Grundlagenforschung;Informationsgesellschaft;Telecom;Telekommunikation;Informationsaustausch;technologischer Wandel</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Po.</abbreviation><id>6</id><name>Postulat</name></affairType><author><councillor><code>2031</code><gender>m</gender><id>38</id><name>Caccia Fulvio</name><officialDenomination>Caccia</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion C</abbreviation><code>M-E</code><id>3</id><name>Christlichdemokratische Fraktion</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>1997-06-12T00:00:00Z</date><legislativePeriod>45</legislativePeriod><session>4508</session></deposit><descriptors><descriptor><key>L04K12010104</key><name>Informationsgesellschaft</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K12020201</key><name>Telekommunikation</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L06K120202010701</key><name>Telecom</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L05K0706010512</key><name>technologischer Wandel</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L04K12010103</key><name>Informationsaustausch</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L04K16020104</key><name>Grundlagenforschung</name><type>2</type></descriptor></descriptors><drafts><draft><consultation><resolutions><resolution><category><id>3</id><name>Normal</name></category><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>1997-10-10T00:00:00Z</date><text>Annahme</text><type>20</type></resolution></resolutions></consultation><federalCouncilProposal><code>+</code><date>1997-08-27T00:00:00Z</date><text>Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.</text></federalCouncilProposal><index>0</index><links /><preConsultations /><references /><relatedDepartments><relatedDepartment><abbreviation>UVEK</abbreviation><id>9</id><name>Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation</name><leading>true</leading></relatedDepartment></relatedDepartments><states><state><date>1997-06-12T00:00:00</date><id>24</id><name>Im Rat noch nicht behandelt</name></state><state><date>1997-10-10T00:00:00</date><id>209</id><name>Überwiesen an den Bundesrat</name></state><state><date>1998-06-16T00:00:00</date><id>229</id><name>Erledigt</name></state></states><texts /></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>2411</code><gender>m</gender><id>347</id><name>Ratti Remigio</name><officialDenomination>Ratti</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2031</code><gender>m</gender><id>38</id><name>Caccia Fulvio</name><officialDenomination>Caccia</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion C</abbreviation><code>M-E</code><id>3</id><name>Christlichdemokratische Fraktion</name></faction><type>author</type></role></roles><shortId>97.3291</shortId><state><id>229</id><name>Erledigt</name><doneKey>0</doneKey><newKey>0</newKey></state><texts><text><type><id>6</id><name>Begründung</name></type><value>&lt;p&gt;Die Entwicklung im weiten und komplexen Bereich der Telekommunikation bietet für unser Land wichtige Entwicklungsmöglichkeiten; es besteht aber auch die Gefahr, dass es entscheidende Weichenstellungen verpasst.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn man diese Gefahr vermeiden und die sich bietenden Chancen ergreifen will, muss man auf mehreren Ebenen aktiv werden, um zumindest die im folgenden ausgeführten drei Ziele zu erreichen:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. Der Übergang zu einer fortschrittlichen und demokratischen Informationsgesellschaft erfordert eine gesamtschweizerische Strategie mit dem Ziel der Beherrschung der neuen Kommunikationsinstrumente. Ich habe zu diesem Thema bereits im Juni 1996 eine Interpellation eingereicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In bezug auf die Ausstattung im Bereich der Informatik und Telekommunikation weist unser Land einen hohen Entwicklungsstand auf; aber der Gebrauch, der davon gemacht wird, schöpft die Möglichkeiten bei weitem nicht aus, vor allem wegen der mangelhaften Integration der verschiedenen technischen Mittel.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist also wichtig, dass man die positiven Möglichkeiten voll ausschöpft, gleichzeitig aber die Gefahren und negativen Auswirkungen, die jeder technologische Wandel mit sich bringt, soweit wie möglich ausschaltet. Vor allem muss vermieden werden, dass einzelne soziale Gruppen marginalisiert werden. Ferner muss der Einfluss der modernen Kommunikationsinstrumente auf die demokratischen Prozesse aufmerksam verfolgt werden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vor drei Jahren lancierte Bayern die Initiative "Bayern Online" mit rund fünfzehn Pilotprojekten in den verschiedensten Anwendungsbereichen der Telekommunikation, wobei insgesamt 100 Millionen Mark investiert wurden. Auch Dänemark entwickelte vergleichbare Strategien. Andere Länder haben solche Aktivitäten in die Wege geleitet oder sind im Begriff, solche vorzubereiten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2. Eine Wirtschaft, die in der Telekommunikation an der Spitze der Entwicklung steht, kann nur über eine technologische und industrielle Offensive geschaffen werden: Wir müssen die technologische Entwicklung an den Technischen Hochschulen und den Fachhochschulen sowie in der Industrie unterstützen; vor allem aber müssen wir die Verbreitung der Forschungsergebnisse und die Gründung von neuen Unternehmen fördern, die solche Ergebnisse verwerten können; unsere Schwächen sind besonders in diesen beiden Bereichen offensichtlich. Wir müssen Nutzen ziehen aus der Nähe unseres Landes zur Forschung und Entwicklung in der Industrie Süddeutschlands und Norditaliens sowie aus den Beziehungen der ETH Lausanne zu Sophia Antipolis.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;3. Die Grundlagenforschung muss zumindest in europäischen Dimensionen durchgeführt werden, wie das Beispiel des CERN in Genf und seine Erfolge im Bereich der Nuklearforschung zeigen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Gefolge der Liberalisierung des amerikanischen Marktes aufgrund der Aufspaltung der AT&amp;amp;T sind auch die berühmten "Bell Laboratories" aufgeteilt worden, die mit ihren Entdeckungen und Erfindungen soviel zum Fortschritt der modernen Elektronik beigetragen haben. Die Vereinigten Staaten haben beschlossen, für diesen Verlust mindestens teilweise für Ersatz zu sorgen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Liberalisierung wird unvermeidlich dazu führen, dass die Telekommunikationsfirmen auch in Europa ihre Aufwendungen in der Forschung reduzieren werden, vor allem in gewissen Bereichen der Grundlagenforschung. Die Antwort darauf kann nicht mehr nur auf nationaler Ebene liegen, sie muss auf europäischer Ebene erfolgen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Vorbild des CERN verdient in diesem Zusammenhang besondere Beachtung. Der Bereich der Telekommunikation bietet eine Gelegenheit, dessen Nachteile nicht zu wiederholen und sich für die Schaffung eines weniger zentralisierten Instituts einzusetzen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da das CERN sich in Genf befindet, hätte die Schweiz einen besonderen Grund, diese Idee zu propagieren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ohne Zweifel würde es sich lohnen, zur Erreichung der zwei erstgenannten Ziele - und, wenn möglich, auch zur Erreichung des dritten - Investitionen zu wagen, denn es handelt sich um strategische Investitionen für unsere Zukunft. Die Privatisierung der Telecom bietet eine besonders günstige Gelegenheit dazu.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>14</id><name>Antwort BR / Büro</name></type><value>Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Auf die Entwicklungen im Bereich der Telekommunikation (im weitesten Sinn) müssen wir auf mehreren Ebenen reagieren; nur so können wir drei eng verknüpfte Ziele erreichen, nämlich eine demokratische Informationsgesellschaft mit gleichen Chancen für alle, eine Wirtschaft der Telekommunikation, die an der Spitze der Entwicklung steht, und eine Grundlagenforschung für die Zukunft Europas.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob und wie ein substantieller Anteil des Erlöses aus der Privatisierung der Telecom verwendet werden könnte für:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. die Umsetzung einer Strategie zur Förderung des Überganges zur Informationsgesellschaft, die deren positive Auswirkungen nutzbar macht und die Risiken möglichst gering hält;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2. eine technologische und industrielle Offensive zur Förderung der technologischen Entwicklung im Bereich der Universitäten und Fachhochschulen sowie bei der Industrie, vor allem aber zugunsten der Verbreitung der Forschungsresultate aus diesem Bereich sowie der Gründung von Unternehmen, die solche Resultate kommerziell verwerten können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Bundesrat wird ausserdem eingeladen, die Möglichkeit zu prüfen, die Schaffung eines gesamteuropäischen Zentrums für die Grundlagenforschung nach dem Vorbild des CERN voranzutreiben.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Informationsgesellschaft</value></text></texts><title>Informationsgesellschaft</title></affair>