﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>19983581</id><updated>2024-04-10T10:27:53Z</updated><additionalIndexing>Nachwuchsförderung;Sondererziehung;Unterrichtsprogramm;schulisches Leben;Schulgesetzgebung</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Ip.</abbreviation><id>8</id><name>Interpellation</name></affairType><author><councillor><code>2287</code><gender>m</gender><id>74</id><name>Eymann Christoph</name><officialDenomination>Eymann</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion L</abbreviation><code>L</code><id>7</id><name>Liberale Fraktion</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>1998-12-15T00:00:00Z</date><legislativePeriod>45</legislativePeriod><session>4516</session></deposit><descriptors><descriptor><key>L04K13020107</key><name>Sondererziehung</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L03K130102</key><name>schulisches Leben</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K13010310</key><name>Unterrichtsprogramm</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K13030114</key><name>Nachwuchsförderung</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L04K13030115</key><name>Schulgesetzgebung</name><type>2</type></descriptor></descriptors><drafts><draft><consultation><resolutions><resolution><category><id>3</id><name>Normal</name></category><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>1999-03-19T00:00:00Z</date><text>Erledigt</text><type>30</type></resolution><resolution><category><id>3</id><name>Normal</name></category><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>1999-11-09T00:00:00Z</date><text>NR AB 1999 I, 516</text><type>0</type></resolution></resolutions></consultation><federalCouncilProposal><date>1999-02-24T00:00:00Z</date></federalCouncilProposal><index>0</index><links /><preConsultations /><references /><relatedDepartments><relatedDepartment><abbreviation>EDI</abbreviation><id>4</id><name>Departement des Innern</name><leading>true</leading></relatedDepartment></relatedDepartments><states><state><date>1998-12-15T00:00:00</date><id>24</id><name>Im Rat noch nicht behandelt</name></state><state><date>1999-03-19T00:00:00</date><id>229</id><name>Erledigt</name></state></states><texts /></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>2074</code><gender>m</gender><id>250</id><name>Gros Jean-Michel</name><officialDenomination>Gros Jean-Michel</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2051</code><gender>m</gender><id>70</id><name>Eggly Jacques-Simon</name><officialDenomination>Eggly</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2354</code><gender>f</gender><id>273</id><name>Gadient Brigitta M.</name><officialDenomination>Gadient</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2461</code><gender>m</gender><id>419</id><name>Beck Serge</name><officialDenomination>Beck Serge</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2320</code><gender>m</gender><id>193</id><name>Scheurer Rémy</name><officialDenomination>Scheurer Rémy</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2068</code><gender>m</gender><id>249</id><name>Friderici Charles</name><officialDenomination>Friderici</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2287</code><gender>m</gender><id>74</id><name>Eymann Christoph</name><officialDenomination>Eymann</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion L</abbreviation><code>L</code><id>7</id><name>Liberale Fraktion</name></faction><type>author</type></role></roles><shortId>98.3581</shortId><state><id>229</id><name>Erledigt</name><doneKey>0</doneKey><newKey>0</newKey></state><texts><text><type><id>6</id><name>Begründung</name></type><value>&lt;p&gt;Zu Unrecht werden gemeinhin sogenannte "hochbegabte Kinder" als elitär qualifiziert, und infolgedessen wird diesem Themenbereich in der Erziehungs- und Bildungspolitik nicht der gebührende Stellenwert eingeräumt. Es wird verkannt, dass eine Hochbegabung für die Kinder und Jugendlichen und auch für die Eltern und die Lehrerschaft in sehr vielen Fällen zu grossen Schwierigkeiten führt. Nicht adäquate Behandlung und gerechte Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher schadet der Psyche der Betroffenen. Die Eltern werden psychisch und auch materiell sehr stark gefordert; dabei kommt es oft auch zur Überforderung. Institutionalisierte Hilfe gibt es kaum; einzelne Kantone haben in letzter Zeit begonnen, der Thematik "Hochbegabung" Beachtung zu schenken.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der heutigen Zeit sind die Lehrer sehr stark damit beschäftigt, den leistungsschwächeren Kindern und Jugendlichen den Pflichtstoff zu vermitteln. Zeit und Mittel zur ebenso wichtigen Förderung und Individualbetreuung Hochbegabter bleiben kaum übrig. Es wird beobachtet, dass es in vielen Kantonen der Einsicht und den Möglichkeiten der Lehrkräfte anheimgestellt ist, ob und wie hochbegabte Kinder und Jugendliche gefördert werden. Es hängt heute also oft und vielerorts von Zufällen ab, ob ein hochbegabter junger Mensch in den Genuss der gebührenden Förderungsmassnahmen kommt oder nicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine Koordination adäquater Förderungsmassnahmen und auch von Begleitprojekten zur Entlastung von Schule und Elternhaus auf Bundesebene fehlt ebenso wie Konzepte der Kantone bzw. der Erziehungsdirektorenkonferenz. Es wäre eine wichtige Aufgabe des Bundes, Voraussetzungen und konkrete Vorgaben für die Kantone zu schaffen, diese wichtige Thematik offensiv anzugehen. Es müsste in diesem Zusammenhang auch geprüft werden, ob für Querschnittsmassnahmen, von denen alle Kantone profitieren können, nicht auch Bundesmittel eingesetzt werden müssten, zumindest um wirkungsvolle Aktivitäten in den Kantonen zu initiieren.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>14</id><name>Antwort BR / Büro</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat stimmt dem vom Interpellanten geschilderten Sachverhalt weitgehend zu. Mit ihm ist er der Meinung, dass in der Schweiz der Thematik der Hochbegabung bisher relativ wenig Beachtung geschenkt worden ist. Bei den zu ergreifenden Massnahmen bzw. bei der Frage, was und durch wen inskünftig hier vermehrt etwas zu unternehmen ist, gehen die Meinungen allerdings auseinander. In jedem Fall ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass das Bildungswesen primär eine Aufgabe der Kantone ist. Im übrigen sind auch in diesem Bereich die Initiativen Privater gebührend zur Kenntnis zu nehmen. Hier ist insbesondere an die verschiedenen Beratungsbüros für Betroffene, an die in letzter Zeit entstandenen privaten Ausbildungsstätten und nicht zuletzt an die "Schweizerische Studienstiftung - Fonds für begabte junge Menschen" zu denken, die alle im vorliegenden Umfeld bemerkenswerte Arbeit leisten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Lichte dieser Hinweise können die einzelnen Fragen wie folgt beantwortet werden:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. Der Bundesrat teilt die Meinung, dass hochbegabte Kinder und Jugendliche besondere Anforderungen an Eltern und Lehrkräfte stellen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2. Die Praxis zeigt deutlich, dass Eltern hochbegabter Kinder und Jugendlicher in aller Regel Unterstützung und Hilfestellungen benötigen und auch suchen. Entsprechende Massnahmen können von Fall zu Fall finanzieller oder auch anderer Art sein. Entscheidend wird zuerst und vor allem die individuelle Beratung sein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Bundesrat ist der Meinung, dass staatliche Stellen hier durchaus auch eine Verantwortung wahrzunehmen haben, und sei es auch nur durch die Schaffung eines positiven Umfeldes und günstiger Rahmenbedingungen. Andererseits hält er es zumindest nicht für zwingend, dass hier der Staat in jedem Fall finanzielle Unterstützungen zu leisten hat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;3. Die Gesellschaft hat sich bisher zu Recht sehr stark der leistungsschwächeren Kinder und Jugendlichen angenommen, um ihre Chancen im späteren Leben zu verbessern. Dies soll auch in Zukunft so sein. Andererseits trifft es zu, dass die Förderung Hochbegabter in der Vergangenheit bei weitem nicht einen vergleichbaren Stellenwert erhalten hat. Hier sollten weitere Verbesserungen erzielt werden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;4. Die Ausbildung und Förderung der Kinder im Vorschul- und Schulalter ist, wie oben erwähnt, Sache der Kantone. Der Bund hat hier von Verfassung wegen keine direkten Einwirkungs- und Förderungsmöglichkeiten. In den Bildungsbereichen der Bundeszuständigkeit - etwa in der Berufsbildung - manifestieren sich in der Praxis die Probleme rund um die Hochbegabung erfahrungsgemäss etwas weniger stark als in der Vorschulerziehung und in der obligatorischen Ausbildung. Der Bundesrat ist bereit, in seinem Zuständigkeitsbereich inskünftig den Problemen Hochbegabter noch vermehrt Beachtung zu schenken.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;5. Forschungsprojekte werden grundsätzlich von den Forschern und Forscherinnen bzw. von den Institutionen, in denen sie wirken, angeregt und durchgeführt. Der Nationalfonds kann derartige Projekte auf Gesuch hin finanziell unterstützen. Dementsprechend ist es nicht Sache des Bundesrates, hier eine Nationalfondsstudie zu initiieren. Die Frage ist allenfalls, ob diese Thematik im Rahmen der sogenannten Nationalen Forschungsprogramme angegangen werden könnte. In diesem Sinne nimmt der Bundesrat die Anregung des Interpellanten entgegen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;6. Es kann nicht Aufgabe des Bundesrates sein, die Kantone anzuhalten, Förderungsprogramme für hochbegabte Kinder und Jugendliche innerhalb und ausserhalb der staatlichen Schulen einzurichten. Was eine allfällige Unterstützung der Kantone und privater Organisationen bei der Durchführung solcher Förderungsprogramme betrifft, so fehlen dem Bund die entsprechenden rechtlichen Grundlagen und demzufolge selbstverständlich auch die entsprechenden finanziellen Mittel.&lt;/p&gt;  Antwort des Bundesrates.</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat wird gebeten, die folgenden Fragen zu beantworten:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. Teilt er die Meinung, dass hochbegabte Kinder und Jugendliche besondere Anforderungen an Eltern und Lehrkräfte stellen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2. Erachtet er staatliche Unterstützung für Eltern mit hochbegabten Kindern in Form von finanzieller Unterstützung für besondere Förderungsmassnahmen oder in Form von Veranstaltungen, welche hochbegabte Kinder und Jugendliche ansprechen - und damit die Eltern entlasten können -, für angezeigt?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;3. Teilt er die Meinung, dass in einer Zeit, in welcher sich die Schule schwergewichtig um Kinder kümmern muss, die Mühe haben, dem Lehrprogramm folgen zu können, die Förderung hochbegabter Kinder vernachlässigt wird?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;4. Ist er bereit, dem Thema "Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher" in seiner Bildungspolitik einen adäquaten Stellenwert einzuräumen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;5. Ist er bereit, eine Nationalfondsstudie zur Situation der hochbegabten Kinder und Jugendlichen in der Schweiz zu initiieren?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;6. Ist er bereit, die Kantone anzuhalten, Förderungsprogramme für hochbegabte Kinder und Jugendliche innerhalb und ausserhalb der staatlichen Schulen einzurichten bzw. die Kantone und/oder private Organisationen dabei zu unterstützten?&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Fördermassnahmen zugunsten hochbegabter Kinder</value></text></texts><title>Fördermassnahmen zugunsten hochbegabter Kinder</title></affair>