﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>19993612</id><updated>2024-04-10T10:58:56Z</updated><additionalIndexing>freie Schlagwörter: englische Sprache;kulturelles Erbe;Sprache;Muttersprache;Akkulturation;Heimat</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Mo.</abbreviation><id>5</id><name>Motion</name></affairType><author><councillor><code>2498</code><gender>m</gender><id>474</id><name>Hess Bernhard</name><officialDenomination>Hess Bernhard</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktionslos</abbreviation><code>FRAKTIONSLOS</code><id>99</id><name>Fraktionslos</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>1999-12-21T00:00:00Z</date><legislativePeriod>46</legislativePeriod><session>4601</session></deposit><descriptors><descriptor><key>L05K1302010202</key><name>Muttersprache</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K01060103</key><name>Sprache</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K01060301</key><name>kulturelles Erbe</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K01060101</key><name>Akkulturation</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K01060104</key><name>Heimat</name><type>2</type></descriptor></descriptors><drafts><draft><consultation><resolutions><resolution><category><id>3</id><name>Normal</name></category><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2000-06-14T00:00:00Z</date><text>Ablehnung</text><type>22</type></resolution></resolutions></consultation><federalCouncilProposal><code>-</code><date>2000-03-01T00:00:00Z</date><text>Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.</text></federalCouncilProposal><index>0</index><links /><preConsultations /><references /><relatedDepartments><relatedDepartment><abbreviation>EDI</abbreviation><id>4</id><name>Departement des Innern</name><leading>true</leading></relatedDepartment></relatedDepartments><states><state><date>1999-12-21T00:00:00</date><id>24</id><name>Im Rat noch nicht behandelt</name></state><state><date>2000-06-13T00:00:00</date><id>229</id><name>Erledigt</name></state></states><texts /></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>2171</code><gender>m</gender><id>210</id><name>Spielmann Jean</name><officialDenomination>Spielmann</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2520</code><gender>m</gender><id>497</id><name>Mugny Patrice</name><officialDenomination>Mugny Patrice</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2481</code><gender>m</gender><id>457</id><name>Cuche Fernand</name><officialDenomination>Cuche</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2387</code><gender>m</gender><id>323</id><name>Grobet Christian</name><officialDenomination>Grobet Christian</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2309</code><gender>m</gender><id>142</id><name>Maspoli Flavio</name><officialDenomination>Maspoli Flavio</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2333</code><gender>m</gender><id>241</id><name>Zisyadis Josef</name><officialDenomination>Zisyadis</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2517</code><gender>f</gender><id>495</id><name>Menétrey-Savary Anne-Catherine</name><officialDenomination>Menétrey-Savary</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2360</code><gender>m</gender><id>279</id><name>Bignasca Giuliano</name><officialDenomination>Bignasca Giuliano</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2190</code><gender>m</gender><id>234</id><name>Wiederkehr Roland</name><officialDenomination>Wiederkehr</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2498</code><gender>m</gender><id>474</id><name>Hess Bernhard</name><officialDenomination>Hess Bernhard</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktionslos</abbreviation><code>FRAKTIONSLOS</code><id>99</id><name>Fraktionslos</name></faction><type>author</type></role></roles><shortId>99.3612</shortId><state><id>229</id><name>Erledigt</name><doneKey>0</doneKey><newKey>0</newKey></state><texts><text><type><id>6</id><name>Begründung</name></type><value>&lt;p&gt;Die Sprachen und Kulturen Europas werden in zunehmendem Masse von angloamerikanischem Sprach- und Kulturgut beeinflusst. Das hat letztlich einen Identitätsverlust der betroffenen Völker und Volksgruppen zur Folge. Am weitesten fortgeschritten ist dieser Prozess in den vorwiegend deutschsprachigen Ländern. Die übergrosse Zahl von Amerikanismen und Anglizismen führt, vor allem bei älteren Menschen und bei Menschen ohne entsprechende Kenntnisse der englischen Sprache, zu Verstehens- und Verständigungshindernissen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unsere Landessprachen erleben und erfahren durch die Übernahme treffender Ausdrücke aus anderen Sprachen eine Bereicherung. Diese Erkenntnis hat heute in ihrer Anwendung auf Begriffe der Wirtschaft, der Technik und der Wissenschaft, deren Übernahme im Zuge der Globalisierung unvermeidbar erscheint, eine besondere Aktualität. Ich rede darum keinem Purismus und schon gar keinem Sprachchauvinismus das Wort. Unsere Landessprachen erleiden aber durch den unverhältnismässig stark zunehmenden Gebrauch von Wörtern und Wendungen aus dem angloamerikanischen Sprachraum zugleich Schaden mit unerfreulichen Konsequenzen für den Prozess der Identitätsfindung der Einzelnen. Durch das ungehinderte Eindringen angloamerikanischer Wörter und Wendungen droht sich die Sprache, insbesondere die deutsche, in einem Masse zu verändern, das weit über das hinausgeht, was sie in ihrer Geschichte durch Übernahmen, beispielsweise aus dem Lateinischen und Französischen, erfahren hat. Die eingeschleusten angloamerikanischen Wörter und Wendungen werden dabei meist unangepasst an die Struktur der (deutschen) Sprache verwendet, so dass deren Regelsystem und ihr Tiefencode beschädigt werden. Die Eindämmung dieses Prozesses betrachte ich deshalb als unsere vorrangige Aufgabe.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Fachsprachen und damit verbunden die jeweilige Terminologie verschiedener Wissenschaften nehmen insoweit eine Sonderstellung ein, als es mehr als in der Alltagssprache sinnvoll sein kann, Anglizismen, insbesondere solche mit international gebräuchlichen Wortstämmen, nicht durch deutsche, französische, italienische oder rätoromanische Begriffe zu ersetzen. Entsprechendes gilt auch für eine Reihe von Internationalismen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Bundesrat soll mit der Beauftragung von gesetzlichen Bestimmungen insbesondere dafür eintreten, dass die Landessprachen als Lehr- und Wissenschaftssprachen erhalten bleiben, weil sie sonst ihre Fähigkeit verlieren, sich der Moderne anzupassen, und auch ihre Assimilationskraft einbüssen, was der Tod jeder Sprache ist. Auch soll er bei Verbraucherverbänden vorstellig werden, die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher in dieser Hinsicht zu vertreten. Firmen und Institutionen, die ganz oder teilweise mit englischsprachigen Texten werben und Waren in englischer Sprache bezeichnen, sollen angehalten werden, ihrer Informationspflicht in den Landessprachen nachzukommen.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>14</id><name>Antwort BR / Büro</name></type><value>&lt;p&gt;Das Sprachverhalten grosser Teile unserer Bevölkerung wird in der Tat durch die kontinuierliche Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien sowie durch die weltweite wirtschaftliche und kulturelle Vernetzung der Gesellschaft zunehmend beeinflusst. Es ist unverkennbar, dass dabei - wie in der Motion festgehalten - die englische Sprache auf den Sprachgebrauch und damit auf Zustand und Entwicklung der Landessprachen einen wachsenden Einfluss hat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Motion verlangt vom Bundesrat, in Anlehnung an das vom französischen Parlament erlassene Gesetz vom 4. August 1994 (Loi Toubon) über den Gebrauch der französischen Sprache, gesetzgeberisch tätig zu werden, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und auf das Sprachverhalten im Sinne der Erhaltung der vier Landessprachen Einfluss zu nehmen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Bundesrat erachtet es als nicht opportun, nach dem französischen Modell sprachrechtliche Normen zu erlassen, die ein aus sprachpolitischer Sicht unerwünschtes Sprachverhalten in den verschiedensten Bereichen des öffentlichen Lebens einschränken oder gar verbieten. Die bundesstaatlichen Kompetenzregelungen sowie die territorial spezifische Sprachsituation in der Schweiz sind mit der zentralistischen Regelung eines Staates, welcher nur eine Amtssprache kennt, nicht zu vereinbaren. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass das Sprachengesetz in Frankreich bezüglich seiner Anwendbarkeit und Wirksamkeit für die Sensibilisierung der Bevölkerung in ihrem Sprachverhalten und somit für die Lösung des Problems umstritten ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Grundsätze der Sprachenpolitik des Bundes sind in Artikel 70 der Bundesverfassung umschrieben. Sie beinhalten den Auftrag zur Erhaltung und Förderung der Viersprachigkeit sowie der Verständigung und des Austausches zwischen den Sprachgemeinschaften. Der Bundesrat hat bereits für die Legislaturperiode 1995-1999 einen Gesetzgebungsauftrag zur Umsetzung der sprachpolitischen Verfassungsbestimmungen erteilt. Der Geltungsbereich dieser Gesetzgebung, Fragen der verfassungsmässigen Zuständigkeit sowie Koordinationsbestrebungen mit kantonalen Gremien haben bei der Bearbeitung dieses Legislaturziels jedoch zu Verzögerungen geführt. Da verschiedene der vorgesehenen Förderungstätigkeiten des Bundes im Bildungsbereich sowie im schulischen Austausch liegen, ist eine enge Zusammenarbeit mit den kantonalen Instanzen bereits bei der Vorbereitung der Gesetzgebung unabdingbar.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Konkret geregelt werden sollen im erwähnten Gesetz der Gebrauch der Amtssprachen durch den Bund, Massnahmen zur Förderung von Verständigung und Austausch sowie die Unterstützung der mehrsprachigen Kantone bei der Erfüllung ihrer besonderen Aufgaben. Bei der Regelung des Amtssprachengebrauches durch den Bund handelt es sich ausschliesslich um die Verwendung der Amtssprachen durch Behörden und Verwaltungseinheiten des Bundes unter sich, im Verkehr mit der Bevölkerung und den kantonalen und kommunalen Behörden. Der Bundesrat setzt dabei voraus, dass die Kommunikation des Bundes in einer Sprache erfolgt, die sachgemäss und klar ist und den Adressatinnen und Adressaten gerecht wird. Bei der Vorbereitung des genannten Gesetzes wird auch der jüngsten Entwicklung des Sprachgebrauches in der Schweiz Rechnung getragen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Verschiedene Erlasse des Bundes regeln bereits die Beschriftung von Lebensmitteln, Gebrauchsgegenständen, Heilmitteln sowie gesundheitsgefährdenden Substanzen in den Landessprachen. Soweit neue Deklarations- oder Kennzeichnungspflichten eingeführt werden, erlässt oder beantragt der Bundesrat die notwendigen Bestimmungen. Es liegt jedoch nicht in der Kompetenz des Bundes, in den Bereichen der Bildung, der Wissenschaft und der Wirtschaft, namentlich in der Werbung, wie die Motion es verlangt, mit restriktiven gesetzlichen Bestimmungen zu intervenieren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aufgrund der bestehenden Rechtslage ist auszuschliessen, dass der Bundesrat mit neuen gesetzlichen Bestimmungen, einschliesslich des in Vorbereitung befindlichen Bundesgesetzes über Sprachen und Verständigung, Abwehrmassnahmen zur Lenkung der in der Motion angesprochenen Sprachentwicklung ergreifen kann.&lt;/p&gt;  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat wird beauftragt, in Anlehnung an die französische Sprachgesetzgebung, ein Gesetz zum Schutz der Landessprachen (Muttersprachen-Schutzgesetz) auszuarbeiten, das gesetzliche Bestimmungen, insbesondere gegen die Flut englischer Begriffe, enthält.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Schutz der Landessprachen vor englischen Fremdwörtern</value></text></texts><title>Schutz der Landessprachen vor englischen Fremdwörtern</title></affair>