﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>20000468</id><updated>2024-04-10T07:47:54Z</updated><additionalIndexing>04;Misstrauensantrag;Rücktritt;Staatsform;sprachliche Gruppe;Regierungspräsident/in;Regierungsprogramm;Regierungsreform;institutionelle Reform</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Pa. Iv.</abbreviation><id>4</id><name>Parlamentarische Initiative</name></affairType><author><councillor><code>2333</code><gender>m</gender><id>241</id><name>Zisyadis Josef</name><officialDenomination>Zisyadis</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktionslos</abbreviation><code>FRAKTIONSLOS</code><id>99</id><name>Fraktionslos</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2000-12-15T00:00:00Z</date><legislativePeriod>46</legislativePeriod><session>4605</session></deposit><descriptors><descriptor><key>L04K08070102</key><name>Staatsform</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L06K080602010102</key><name>Regierungsprogramm</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K08060204</key><name>Regierungsreform</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L05K0806020304</key><name>Regierungspräsident/in</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L05K0803020101</key><name>Misstrauensantrag</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L04K08010310</key><name>Rücktritt</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L04K01090204</key><name>sprachliche Gruppe</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L05K0802031001</key><name>institutionelle Reform</name><type>2</type></descriptor></descriptors><drafts><draft><consultation><resolutions><resolution><category><id>3</id><name>Normal</name></category><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2002-03-14T00:00:00Z</date><text>Keine Folge gegeben</text><type>51</type></resolution></resolutions></consultation><federalCouncilProposal /><index>0</index><links /><preConsultations><preConsultation><committee><abbreviation>SPK-NR</abbreviation><id>11</id><name>Staatspolitische Kommission NR</name><abbreviation1>SPK-N</abbreviation1><abbreviation2>SPK</abbreviation2><committeeNumber>11</committeeNumber><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><typeCode>1</typeCode></committee><date>2000-12-15T00:00:00Z</date><registrations /></preConsultation></preConsultations><references /><relatedDepartments /><states><state><date>2000-12-15T00:00:00</date><id>24</id><name>Im Rat noch nicht behandelt</name></state><state><date>2002-03-14T00:00:00</date><id>229</id><name>Erledigt</name></state></states><texts /></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>2333</code><gender>m</gender><id>241</id><name>Zisyadis Josef</name><officialDenomination>Zisyadis</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktionslos</abbreviation><code>FRAKTIONSLOS</code><id>99</id><name>Fraktionslos</name></faction><type>author</type></role></roles><sequentialNumber>237</sequentialNumber><shortId>00.468</shortId><state><id>229</id><name>Erledigt</name><doneKey>0</doneKey><newKey>0</newKey></state><texts><text><type><id>6</id><name>Begründung</name></type><value>&lt;p&gt;Unser Regierungssystem auf Bundesebene ist praktisch unveränderbar und stark veraltet. Die politischen Abläufe in vielen Bereichen unseres Landes müssen hinterfragt werden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In allen Auseinandersetzungen um institutionelle Probleme gehören die Form der Exekutive und deren Organisation zu den Fragen, die nicht mehr umgangen werden dürfen. Einerseits deshalb, weil jedes Regierungssystem sich stark auf das Funktionieren des ganzen Staatswesens auswirkt. Es ist die zentrale Säule, die das Gebäude der Staatsgewalt trägt und für deren Ausübung ausschlaggebend ist. Es prägt die ganze Politik, definiert die Rolle der politischen Parteien, verknüpft die verschiedenen Funktionselemente der Demokratie und legt die Mitwirkungsrechte der Bürgerinnen und Bürger fest.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Anderseits stösst das heterogene Regierungskollegium, wie wir es auf Bundesebene kennen, regelmässig an seine Grenzen. Dieses Regierungssystem, in dem die Exekutive aus einem Nebeneinander von Personen besteht, die an kein Legislaturprogramm gebunden sind, ist ein Sonderfall, der das politische Leben in der Schweiz zutiefst prägt. Nicht umsonst wird der Mangel an visionärem Denken und an Führungsstärke immer schmerzlicher empfunden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die vorliegende Parlamentarische Initiative will den Primat der Politik wiederherstellen und für Kohärenz in der Staatsleitung sorgen. Sie geht von einer Diagnose der gegenwärtigen Funktionsfehler und Blockierungen aus:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Führungsschwäche &lt;/p&gt;&lt;p&gt;In einem Regierungskollegium, dessen Mitglieder einzeln gewählt werden, ist die Führung naturgemäss schwach. Niemand ist dazu legitimiert, Initiativen zu ergreifen oder allgemeine Leitlinien festzulegen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unbeweglichkeit &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Fehlen eines gemeinsamen Legislaturprogramms führt zur Unbeweglichkeit im Handeln. Abwarten ist oft die einzig mögliche Strategie.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sektorialisierung &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mangels eines Programms und einer Gesamtsicht ist jedes Bundesratsmitglied versucht, sich auf sein Departement zurückzuziehen und in seinem Bereich isoliert zu handeln.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vorrang der Quantität &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein politisches Handeln ohne Programm und damit ohne grundlegende Weichenstellungen führt letztlich dazu, dass die Qualität der Quantität geopfert wird.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schwäche gegenüber der Verwaltung &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine Regierung ohne politisches Gesamtkonzept ist schwach gegenüber einer Verwaltung, der sie das langfristige Handeln überlassen muss.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dissens zwischen Regierung und Parlament &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da Legislative und Exekutive nicht an ein gemeinsames Programm gebunden sind, kommt es zum politischen Dauerdissens.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ohnmacht der Parteien &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im heutigen Regierungssystem haben die Parteien den einen Fuss in der Regierung und den andern in der Opposition. Deshalb fällt es ihnen schwer, klare und kohärente Strategien zu entwickeln.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diskreditierung der "Classe politique" &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Politikerinnen und Politiker scheinen Teil der Staatsgewalt zu sein, üben diese jedoch nicht wirklich aus. Weil die "Classe politique" daher schwach erscheint, diskreditiert sie sich umso mehr.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Verlust der Werte &lt;/p&gt;&lt;p&gt;In einem System, wo die Quantität die Oberhand hat und alle an der der Staatsgewalt teilhaben, setzt sich niemand mehr für die Werte als solche ein; diese gehen mehr und mehr verloren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Primat von Individualismus und Lobbyismus &lt;/p&gt;&lt;p&gt;In einer Welt, in der die Werte verloren gehen, dominiert der Individualismus. Die Politik verkommt zur "klientelistischen" Verteidigung der Interessen sektorieller Lobbys.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Statt Konsens Resignation &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Weil es an Klarheit und an Auseinandersetzung fehlt und weil die Unbeweglichkeit dominiert, tendiert man zu einer Resignation, die sich als Konsens ausgibt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das vorgeschlagene neue Regierungssystem soll:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. ein Programm im Sinne eines Legislaturvertrags einführen;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2. der Regierung Kohärenz und Zusammenhalt verleihen;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;3. die Regierung führungsstark machen;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;4. die Verbindungen zum Parlament verstärken;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;5. die Kompetenzen des Parlaments stärken;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;6. die Volksrechte stärken.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und auf Artikel 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes reiche ich die folgende Parlamentarische Initiative in der Form der allgemeinen Anregung ein:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mit einer Verfassungsrevision soll auf Bundesebene ein neues Regierungssystem eingeführt werden, nämlich mit einer alternierenden Regierung mit Legislaturprogramm. Dieses neue Regierungssystem soll folgende Elemente beinhalten:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- eine Premierministerin oder ein Premierminister wird von der Bundesversammlung für die Dauer einer Legislaturperiode gewählt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- die Premierministerin oder der Premierminister bildet die Regierung;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- die Regierung stellt die Vertrauensfrage, und die Bundesversammlung stimmt auf der Grundlage eines Legislaturprogramms darüber ab;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- die Bundesversammlung kann einen Misstrauensantrag einbringen;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- das Volk kann die Abberufung der Regierung verlangen, wenn innert zwei Monaten 300 000 Stimmberechtigte einen entsprechenden Antrag unterschreiben;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- in der Regierung gibt es einen festen Anteil von Ministerinnen oder Ministern aus den lateinischsprachigen Minderheiten.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Alternierende Regierung auf Bundesebene</value></text></texts><title>Alternierende Regierung auf Bundesebene</title></affair>