{"id":20020463,"updated":"2024-04-10T18:56:40Z","additionalIndexing":"12;Nichtigkeitsbeschwerde;Bundesstrafrechtspflege;Verfahrensrecht;Opferhilfe;Gesetz","affairType":{"abbreviation":"Pa. 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Gemäss Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe c OHG kann das Opfer den Gerichtsentscheid mit den gleichen Rechtsmitteln anfechten wie der Beschuldigte, soweit der Entscheid seine Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann. Gemäss Artikel 270 Buchstabe e Ziffer 1 BStP ist das Opfer zur eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nur legitimiert, wenn es sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat und soweit der Entscheid seine Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann.<\/p><p>Keine Zivilansprüche sind nach der Interpretation des Bundesgerichtes betroffen, wenn es um Taten von Behörden oder Beamten in Ausübung ihrer amtlichen Verrichtungen geht und ein Kanton für solche Fälle gegenüber Dritten eine Staatshaftung vorgesehen hat. Bei solchen Ansprüchen aus Staatshaftung wurde Opfern bzw. ihren Angehörigen in verschiedenen Fällen nach einem Freispruch oder einer Verfahrenseinstellung durch die örtliche Justiz die Legitimation zur Nichtigkeitsbeschwerde abgesprochen, so im Fall des Schusswaffengebrauchs eines Polizisten (BGE 125 IV 161ff.) sowie im Fall von zwei Walliser Polizisten, die im Rahmen einer Ausschaffung einen Asylbewerber zu Boden drückten, bis er erstickte (Urteil des Kassationshofes des Bundesgerichtes vom 23. Mai 2002; vgl. \"NZZ\" vom 27.\/28. Juli 2002, Nr. 172, S. 12) <\/p><p>Diese Interpretation des Bundesgerichtes ist sehr diskutabel. Sie schränkt die verfahrensrechtliche Stellung des Opfers bzw. seiner Angehörigen erheblich ein, wenn es um öffentlich-rechtliche Ansprüche geht. Dazu sei auch auf den Beitrag von F. Riklin, Zum gezielten polizeilichen Todesschuss, Kapitel IV Ziffer 5 in der Festgabe Nay, die demnächst veröffentlicht wird, verwiesen. Diese Beschränkung der verfahrensrechtlichen Stellung von Opfern war auch nicht die Absicht des Gesetzgebers, wie ein Blick in die Materialien zeigt.<\/p><p>Mit einer Revision des OHG und des BStP ist eine verfahrensrechtliche Gleichstellung der Opfer sicherzustellen. Den Opfern sind bei öffentlich-rechtlichen Ansprüchen die gleichen Rechte einzuräumen wie bei zivilrechtlichen Forderungen.<\/p>"},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes reiche ich folgende Parlamentarische Initiative in der Form der allgemeinen Anregung ein:<\/p><p>Die Verfahrensrechte des Opfers sind auszubauen. Mit einer Revision von Artikel 8 Absatz 1 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 über die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG) ist sicherzustellen, dass das Opfer einen Gerichtsentscheid  auch dann mit den gleichen Rechtsmitteln anfechten kann wie der Beschuldigte, wenn der Entscheid öffentlich-rechtliche Ansprüche betrifft. Entsprechend ist auch die Legitimation zur Nichtigkeitsbeschwerde in Artikel 270 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (BStP) auszuweiten.<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Revision OHG und BStP. Mehr Verfahrensrechte für die Opfer"}],"title":"Revision OHG und BStP. Mehr Verfahrensrechte für die Opfer"}