{"id":20023060,"updated":"2024-04-10T12:13:48Z","additionalIndexing":"36;Hochschulförderung;Sozialwissenschaften;Forschungsförderung;Geisteswissenschaften","affairType":{"abbreviation":"Ip.","id":8,"name":"Interpellation"},"author":{"councillor":{"code":2524,"gender":"f","id":501,"name":"Polla Barbara","officialDenomination":"Polla"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion L","code":"L","id":7,"name":"Liberale 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Ihre Verantwortung liegt mehr denn je darin, ein argumentativ begründetes Wissen zu erarbeiten, um über die Welt und die menschliche Existenz nachzudenken. Sie müssen uns immer wieder daran erinnern, dass eine Gesellschaft auf die Länge nicht lebensfähig ist, wenn sie nur der instrumentalen und funktionalen Dimension des Lebens Rechnung trägt. Denn eine zukunftsfähige Gesellschaft kann sich nur dann bilden, wenn sie fortwährend auf der Suche nach einem Gleichgewicht ist .... Mit anderen Worten, in ethischen und politischen Diskussionen muss immer auch das so genannte weibliche Wissen seinen Platz haben: Was ist 'richtiges Handeln', was bedeutet respektvolles Zusammenleben? Die Beantwortung solcher Fragen ist die Kernaufgabe der  Geistes- und Sozialwissenschaften, die sie aber nur erfüllen können, wenn die Entscheidungsträger ihnen die notwendigen Mittel gewähren.\"<\/p><p>Die notwendigen Mittel - ihnen gilt unsere Sorge. In der Schweiz kommen den Geistes- und Sozialwissenschaften gegenwärtig nicht die Anerkennung und die Unterstützung zu, die ihnen gebühren. Die Forderung nach Anerkennung und Unterstützung ist jedoch umso berechtigter, wenn man einen Blick auf die Zahl der Studentinnen und Studenten wirft, die in den verschiedenen Bereichen ausgebildet werden, und die entsprechenden  Zahlenverhältnisse zwischen Lehrpersonen und Studierenden miteinander vergleicht: In den Naturwissenschaften kommen auf eine Lehrperson 20 Studierende, in den Geistes- und Sozialwissenschaften sind es hingegen 57, ja sogar 180 Studierende. Übrigens werden vermehrt Stimmen laut, auch Stimmen aus den Natur- und Technikwissenschaften, die betonen, wie wichtig die Geisteswissenschaften nicht nur als solche sind, sondern auch als Begleitung der Natur- und Technikwissenschaften. Wer die Geistes- und Sozialwissenschaften fördert, unterstützt folglich die wissenschaftliche Forschung in ihrer Gesamtheit. Das Gegenteil trifft natürlich ebenfalls zu. Wenn Universitätsgelder gekürzt werden, sind es meistens die Geisteswissenschaften, die solche Massnahmen als erste zu spüren bekommen. Bei der unverzichtbaren Erhöhung der Universitätsgelder sollte deshalb dieser Bereich, der für die Zukunft der Universitäten und der ganzen Gesellschaft entscheidend ist, besonders berücksichtigt werden.<\/p>"},{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>1. Die Geistes- und Sozialwissenschaften spielen in der Schweiz mit ihrer langen Geschichte und ihren komplexen sprachlichen, kulturellen, sozialen und politischen Verhältnissen eine ganz besondere Rolle. Sie bestehen aus einer grossen Zahl spezialisierter Disziplinen und sind deshalb in der Lage, das kulturelle Gedächtnis zu sichern, über die Institutionen der Gesellschaft und des Staates zu reflektieren und durch Lehre und Forschung dafür zu sorgen, dass die vielfältigen Traditionen auf persönlicher und institutioneller Ebene weiterentwickelt werden. Sie analysieren Individuum und Gesellschaft in ihrem Wechselverhältnis und durchleuchten dazu die bestehenden Sozial-, Wirtschafts- und Rechtsordnungen und ihre politischen Institutionen. Sie würdigen den sprachlichen und künstlerischen Ausdruck des Individuums als Beitrag zur gesellschaftlichen Kommunikation, und sie stellen diese kulturellen Ausdrucksformen des Individuums in ihren gesellschaftlichen und historischen Kontext. Angesichts der speziellen Komplexität dieser Fragen in der Schweiz ist die Erhaltung des breiten Spektrums an geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen unabdingbar.<\/p><p>Der Bundesrat teilt die Ansicht der Interpellation, dass die Zukunft dieser Wissenschaften in der Schweiz gefährdet ist. Schon in der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2000-2003 hat er auf die strukturellen Probleme der Geistes- und Sozialwissenschaften hingewiesen. Er ist sich auch bewusst, dass nebst den genannten strukturellen Problemen heute vor allem die seit längerem schwierige finanzielle Lage der entsprechenden Fakultäten an unseren Universitäten die Qualität der Ausbildung in verschiedenen Disziplinen bedroht und die Forschung bzw. ihre Entfaltung behindert.<\/p><p>2. Angesichts der oben genannten prekären Situation wurde im Hinblick auf die Ausarbeitung der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007 vom Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung eine Arbeitsgruppe \"Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften\" eingesetzt.<\/p><p>Die Aufgabe der Arbeitsgruppe bestand darin, Leitlinien zur Entwicklung der Geistes- und Sozialwissenschaften in der Schweiz zu erarbeiten und, darauf abgestützt, Massnahmen auf Bundesebene zu einer verstärkten Förderung dieser Fachbereiche im Rahmen einer umfassenden Wissenschaftspolitik vorzuschlagen.<\/p><p>Die Arbeitsgruppe schlägt in ihrem Bericht verschiedene Massnahmen vor, wobei das Schwergewicht vor allem bei der Verbesserung der prekären Betreuungsverhältnisse und der Nachwuchs- und Forschungsförderung liegt. <\/p><p>Ob und gegebenenfalls welche der von der Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Massnahmen und Instrumente zur Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften in die Botschaft aufgenommen werden können, wird der Bundesrat zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden. Dabei ist seitens des Bundes auf seine subsidiäre Rolle in der Universitätsförderung hinzuweisen. Unbestritten ist, dass es einer gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten, von Bund, Kantonen, Universitäten und Forschungsförderungsinstitutionen, bedarf, um diesen Disziplinen eine ihrer Bedeutung für unsere Gesellschaft entsprechende Zukunft zu sichern.<\/p><p>3. Die vom Bund über den Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Programmforschung ist für die Geistes- und Sozialwissenschaften von erheblicher Bedeutung. Über allfällige weitere Massnahmen und zusätzliche Instrumente in der Kompetenz des Bundes wird sich der Bundesrat im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007 äussern.<\/p><p>4. Der Bundesrat ist sich der Tatsache bewusst, dass die Universitäten zusätzliche Mittel benötigen, um die hohe Qualität in Lehre und Forschung an den Schweizer Universitäten weiterhin garantieren zu können. Der Bundesrat hat denn auch entschieden, dass der Bereich Bildung, Forschung und Technologie als prioritär einzustufen ist. Die entsprechenden Entscheide werden im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007 zu fällen sein.<\/p>  Antwort des Bundesrates."},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>1. Wie beurteilt der Bundesrat den gegenwärtigen Stellenwert der Geistes- und Sozialwissenschaften in der Schweiz? Teilt er die Besorgnis der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Interpellation über den chronischen und fortwährenden Mangel an finanziellen Mitteln in den Geistes- und Sozialwissenschaften?<\/p><p>2. Wie gedenkt der Bundesrat, dieser Situation abzuhelfen? Wird er in der nächsten Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie konkrete Massnahmen vorschlagen? Wird er in seinen Entscheiden zur Finanzierung das Zahlenverhältnis zwischen Studierenden und  Lehrpersonen in den verschiedenen Bereichen berücksichtigen?<\/p><p>3. Anders als vorgesehen, werden die Nationalen Forschungsschwerpunkte den Bedürfnissen der Geistes- und Sozialwissenschaften nicht gerecht. Welche anderen Instrumente gedenkt der Bundesrat einzusetzen, um die Geistes- und Sozialwissenschaften zu fördern?<\/p><p>4. Ist der Bundesrat bereit, die Bundesbeiträge an die kantonalen Universitäten deutlich zu erhöhen und somit der Stellungnahme beider Räte zu den Motionen Eymann (01.3140) und Plattner (01.3159) Rechnung zu tragen? Ist er bereit, das Forschungsbudget für die Jahre 2004-2007 um mindestens 6,5 Prozent zu erhöhen, um eine angemessene Entwicklung der wissenschaftlichen Forschung, insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften, zu ermöglichen?<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften"}],"title":"Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften"}