{"id":20023136,"updated":"2024-04-10T09:09:15Z","additionalIndexing":"2841;Psychologie;Katastrophenhilfe;Gesundheitswesen;Notfallmedizin;Soforthilfe;Psychiatrie","affairType":{"abbreviation":"Mo.","id":5,"name":"Motion"},"author":{"councillor":{"code":2495,"gender":"m","id":471,"name":"Gutzwiller Felix","officialDenomination":"Gutzwiller"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion R","code":"RL","id":1,"name":"Freisinnig-demokratische Fraktion"},"type":"author"},"deposit":{"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2002-03-21T00:00:00Z","legislativePeriod":46,"session":"4612"},"descriptors":[{"key":"L04K16030202","name":"Psychiatrie","type":1},{"key":"L04K10010704","name":"Soforthilfe","type":1},{"key":"L04K10010702","name":"Katastrophenhilfe","type":1},{"key":"L04K01050514","name":"Notfallmedizin","type":1},{"key":"L04K16030203","name":"Psychologie","type":1},{"key":"L04K01050511","name":"Gesundheitswesen","type":2}],"drafts":[{"consultation":{"resolutions":[{"category":{"id":5,"name":"Adm"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2004-03-19T00:00:00Z","text":"Abgeschrieben, weil nicht innert zwei Jahren abschliessend im Rat behandelt","type":32}]},"federalCouncilProposal":{"date":"2002-05-22T00:00:00Z","text":"Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln."},"index":0,"links":[],"preConsultations":[],"references":[],"relatedDepartments":[{"abbreviation":"VBS","id":6,"name":"Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport","leading":true}],"states":[{"date":"\/Date(1016665200000+0100)\/","id":24,"name":"Im Rat noch nicht behandelt"},{"date":"\/Date(1079650800000+0100)\/","id":229,"name":"Erledigt"}],"texts":[]}],"language":"de","priorityCouncils":[{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N","priority":1}],"relatedAffairs":[],"roles":[{"councillor":{"code":2373,"gender":"m","id":309,"name":"Cavalli Franco","officialDenomination":"Cavalli"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2398,"gender":"m","id":335,"name":"Kofmel Peter","officialDenomination":"Kofmel"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2388,"gender":"m","id":324,"name":"Gross Jost","officialDenomination":"Gross Jost"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2570,"gender":"f","id":809,"name":"Wirz-von Planta Christine","officialDenomination":"Wirz-von Planta"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2502,"gender":"m","id":478,"name":"Joder Rudolf","officialDenomination":"Joder"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2536,"gender":"m","id":514,"name":"Stahl Jürg","officialDenomination":"Stahl"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2545,"gender":"m","id":523,"name":"Zäch Guido","officialDenomination":"Zäch"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2507,"gender":"f","id":483,"name":"Lalive d'Epinay Maya","officialDenomination":"Lalive d'Epinay"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2473,"gender":"m","id":449,"name":"Aeschbacher Ruedi","officialDenomination":"Aeschbacher Ruedi"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2380,"gender":"f","id":316,"name":"Egerszegi-Obrist Christine","officialDenomination":"Egerszegi-Obrist"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2457,"gender":"f","id":407,"name":"Genner Ruth","officialDenomination":"Genner"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2475,"gender":"f","id":451,"name":"Bernasconi Madeleine","officialDenomination":"Bernasconi Madeleine"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2525,"gender":"f","id":502,"name":"Riklin Kathy","officialDenomination":"Riklin Kathy"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2176,"gender":"m","id":217,"name":"Steinegger Franz","officialDenomination":"Steinegger Franz"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2484,"gender":"m","id":460,"name":"Dunant Jean Henri","officialDenomination":"Dunant"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2426,"gender":"f","id":363,"name":"Vermot-Mangold Ruth-Gaby","officialDenomination":"Vermot-Mangold"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2470,"gender":"f","id":435,"name":"Meyer-Kaelin Thérèse","officialDenomination":"Meyer Thérèse"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2543,"gender":"m","id":521,"name":"Wasserfallen Kurt","officialDenomination":"Wasserfallen"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2487,"gender":"m","id":463,"name":"Favre Charles","officialDenomination":"Favre Charles"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2046,"gender":"f","id":63,"name":"Dormann Rosmarie","officialDenomination":"Dormann Rosmarie"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2190,"gender":"m","id":234,"name":"Wiederkehr Roland","officialDenomination":"Wiederkehr"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2510,"gender":"f","id":488,"name":"Leuthard Doris","officialDenomination":"Leuthard"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2495,"gender":"m","id":471,"name":"Gutzwiller Felix","officialDenomination":"Gutzwiller"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion R","code":"RL","id":1,"name":"Freisinnig-demokratische Fraktion"},"type":"author"}],"shortId":"02.3136","state":{"id":229,"name":"Erledigt","doneKey":"0","newKey":0},"texts":[{"type":{"id":6,"name":"Begründung"},"value":"<p>1. Unfälle, Verbrechen (Terrorakte) und Katastrophen können bei den direkt Betroffenen, Angehörigen, Einsatzkräften und Helfern zu schwerwiegenden traumatischen Belastungsstörungen führen. Eine rechtzeitige und adäquate psychologische Nothilfe kann dies in vielen Fällen verhindern. In diesem Bereich fehlen in der Schweiz aber einheitliche und wissenschaftlich fundierte Richtlinien und Standards für Ausbildung und Einsatz.<\/p><p>2. Die ersten Erfahrungen aus dem Amoklauf von Zug (27. September 2001) zeigen auf, dass die fehlenden Richtlinien und unterschiedlichen Standards in der psychischen Nothilfe zu Verwirrungen und Unklarheiten, selbst unter den spezialisierten Fachleuten und Helfern, geführt haben. Direktbetroffene, Angehörige und Rettungskräfte wurden dadurch nicht optimal betreut; negative gesundheitliche Folgen können nicht ausgeschlossen werden.<\/p><p>3. Zurzeit werden vielerorts in der Schweiz diverse Einsatzteams \"Notfallpsychologie\" aufgebaut, zumeist mit privatem Charakter. Auch diverse Alarmzentralen sind geplant oder werden aufgebaut, ohne dass eine nationale, interkantonale oder regionale Koordination auszumachen ist. Die Folgen für die Qualität und den Umfang der notfallpsychologischen Betreuung, besonders bei Grossereignissen, sind völlig unklar; ebenso die finanziellen Auswirkungen für die öffentliche Hand (Stichwort: Opferhilfegesetz). Es muss von einem eigentlichen \"Wildwuchs\" gesprochen werden.<\/p><p>4. Zugunsten eines effektiven, effizienten und modernen Bevölkerungsschutzes besteht ein vitales nationales Interesse an der Erarbeitung systematischer Richtlinien für die psychische Nothilfe, auf welche sich die zuständigen Einsatzkräfte und -dispositive des Bundes, der Kantone und der Gemeinden sowie der Risikobetriebe bei Bedarf oder Notwendigkeit stützen können. Von grösster Bedeutung ist auch die Koordination der entsprechenden Alarmsysteme. Dafür sprechen sich unisono führende Fachleute und Wissenschafter des Bevölkerungsschutzes, der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen, der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, des Koordinierten Sanitätsdienstes, der Organisationen der Unfallprävention und -bewältigung sowie der ausserparlamentarischen Kommission für Kriegs- und Katastrophenpsychiatrie aus.<\/p>"},{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>Der Bundesrat teilt die Besorgnis des Motionärs über den \"Wildwuchs\" im Bereich der psychologischen Nothilfe. Der Oberfeldarzt hat deshalb in seiner Funktion als Beauftragter des Bundesrates für die Vorbereitung des Koordinierten Sanitätsdienstes die notwendigen Schritte zur Behebung unternommen und bietet mit einer Podiumsveranstaltung am 28. Mai 2002 zu diesem Thema eine Plattform für eine gemeinsame Lösungsfindung an. Der Kongress \"Psychologische Nothilfe bei Unfällen, Verbrechen oder Katastrophen\" vom November 2001 und die Auswertung vergangener grösserer Ereignisse haben die Wichtigkeit der Koordination dieser Massnahmen gezeigt. Dies gilt im Übrigen auch bei relativ kleineren Ereignissen wie Autounfällen. <\/p><p>Ziel ist nun, in diesem Bereich die gleiche Sprache zu sprechen, Erfahrungen auszutauschen und in den nachstehenden Punkten Einheitlichkeit zu erreichen:<\/p><p>- Aus- und Weiterbildung (Laien und Fachpersonal); <\/p><p>- Einsatztechnik (Interventionsverfahren) für Betroffene (Opfer, Angehörige) und Einsatzkräfte sowie Einsatz-\/Interventionsmethoden;<\/p><p>- Interkantonale Zusammenarbeit in der Ereignisbewältigung;<\/p><p>- Laienhilfe in der psychischen Nothilfe;<\/p><p>- Zertifizierung\/Akkreditierung.<\/p><p>Der Chef Psychiatrie im Armeestabsteil des Oberfeldarztes und das Bundesamt für Zivilschutz (BZS) haben ab Juli 2001 mit dem Aufbau eines \"Nationalen Netzwerkes Psychische Nothilfe\" (NNPN) begonnen. Momentan werden in Arbeitsgruppen die Ausbildungscurricula überprüft und angeglichen. Zur Mitarbeit vorgesehene Organisationen sind gemäss heutigem Stand: Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen, Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Schweizer Psychotherapieverband, Betreuungsorganisation des Flughafens Zürich-Kloten (AET Special Care), Koordinierter Sanitätsdienst (KSD, Untergruppe Sanität, Generalstab), KSD-Team Schweiz, Bundesamt für Zivilschutz (BZS), Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Polizei, Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte, Seelsorgebereich und Armeeseelsorge (Untergruppe Personelles der Armee) sowie Fachverantwortliche von Einsatzorganisationen und Laienverbänden (Debriefing). Die Kantone mit ihren Einsatzkonzepten sind für diese Mitarbeit ebenfalls zu berücksichtigen. Deshalb sind auch die Verantwortlichen für die kantonale Sicherheitskooperation entsprechend vorzusehen.<\/p><p>Die Koordination zwischen den anerkannten und erfahrenen Gremien und Fachleuten ist von entscheidender Bedeutung. Deshalb und in Anbetracht der mit der erwähnten Podiumsveranstaltung und der vom NNPN bereits eingeleiteten Schritte, wird das VBS das NNPN für die Erarbeitung der geforderten Massnahmen und Standards über den Beauftragten des Bundesrates für die Vorbereitung des Koordinierten Sanitätsdienstes mandatieren. Nach der Schaffung des Departementsbereiches Bevölkerungsschutz wäre die Leitung des NNPN allenfalls durch diesen zu übernehmen.<\/p><p>Das NNPN wird sich auch mit der Frage des Kosten-Nutzen-Aspektes der verschiedenen Interventionen im Lichte der so genannten \"Evidence Based Medicine\" beschäftigen.<\/p><p>Offen bleibt im jetzigen Zeitpunkt, ob und inwieweit die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe in Form von Weisungen, Richtlinien oder Empfehlungen zuhanden des Bundes, der Kantone, der Gemeinden und der Risikobetriebe formuliert werden sollen.<\/p><p>Ergänzend ist zu erwähnen, dass mit dem heute in Vorbereitung stehenden Bundesgesetz über die Aus-, Weiter- und Fortbildung der psychologischen Berufe bezüglich der Qualifikation der psychologischen Fachleute ab dem Jahre 2006 voraussichtlich nationale Standards zur Verfügung stehen werden.<\/p><p>Den Anliegen des Motionärs wird in den jetzigen und zukünftigen Arbeiten bereits weitgehend Rechnung getragen.<\/p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln."},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>Der Bundesrat wird eingeladen, zum Schutz der Bevölkerung die notwendigen Massnahmen zu treffen, damit bei Schadenereignissen und Katastrophen eine effiziente psychische Nothilfe gewährleistet werden kann. Insbesondere geht es darum, verlässliche Richtlinien und Standards auszuarbeiten, die wissenschaftlichen Kriterien genügen und auf die sich der Bund, die Kantone, die Gemeinden und Risikobetriebe bei Bedarf stützen können.<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Nationale Richtlinien für psychische Nothilfe"}],"title":"Nationale Richtlinien für psychische Nothilfe"}