﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>20023581</id><updated>2024-04-10T12:53:17Z</updated><additionalIndexing>04;34;Software;angewandte Informatik;Bundesverwaltung;Datenverarbeitung in der Verwaltung</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Po.</abbreviation><id>6</id><name>Postulat</name></affairType><author><councillor><code>2333</code><gender>m</gender><id>241</id><name>Zisyadis Josef</name><officialDenomination>Zisyadis</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktionslos</abbreviation><code>FRAKTIONSLOS</code><id>99</id><name>Fraktionslos</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2002-10-03T00:00:00Z</date><legislativePeriod>46</legislativePeriod><session>4615</session></deposit><descriptors><descriptor><key>L04K12030202</key><name>Software</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L05K1203010105</key><name>Datenverarbeitung in der Verwaltung</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K12030101</key><name>angewandte Informatik</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K08060103</key><name>Bundesverwaltung</name><type>1</type></descriptor></descriptors><drafts><draft><consultation><resolutions><resolution><category><id>5</id><name>Adm</name></category><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2004-10-08T00:00:00Z</date><text>Abgeschrieben, weil nicht innert zwei Jahren abschliessend im Rat behandelt</text><type>32</type></resolution></resolutions></consultation><federalCouncilProposal><date>2003-02-26T00:00:00Z</date><text>Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschreiben.</text></federalCouncilProposal><index>0</index><links /><preConsultations /><references /><relatedDepartments><relatedDepartment><abbreviation>EFD</abbreviation><id>7</id><name>Finanzdepartement</name><leading>true</leading></relatedDepartment></relatedDepartments><states><state><date>2002-10-03T00:00:00</date><id>24</id><name>Im Rat noch nicht behandelt</name></state><state><date>2004-10-08T00:00:00</date><id>229</id><name>Erledigt</name></state></states><texts><text><type i:nil="true" /><value>Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschreiben.</value></text></texts></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>2171</code><gender>m</gender><id>210</id><name>Spielmann Jean</name><officialDenomination>Spielmann</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2282</code><gender>m</gender><id>56</id><name>de Dardel Jean-Nils</name><officialDenomination>de Dardel Jean-Nils</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2300</code><gender>f</gender><id>113</id><name>Hollenstein Pia</name><officialDenomination>Hollenstein</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2370</code><gender>m</gender><id>305</id><name>Berberat Didier</name><officialDenomination>Berberat</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2481</code><gender>m</gender><id>457</id><name>Cuche Fernand</name><officialDenomination>Cuche</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2413</code><gender>m</gender><id>349</id><name>Rennwald Jean-Claude</name><officialDenomination>Rennwald</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2491</code><gender>f</gender><id>524</id><name>Garbani Valérie</name><officialDenomination>Garbani Valérie</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2517</code><gender>f</gender><id>495</id><name>Menétrey-Savary Anne-Catherine</name><officialDenomination>Menétrey-Savary</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2446</code><gender>m</gender><id>390</id><name>Widmer Hans</name><officialDenomination>Widmer Hans</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2333</code><gender>m</gender><id>241</id><name>Zisyadis Josef</name><officialDenomination>Zisyadis</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktionslos</abbreviation><code>FRAKTIONSLOS</code><id>99</id><name>Fraktionslos</name></faction><type>author</type></role></roles><shortId>02.3581</shortId><state><id>229</id><name>Erledigt</name><doneKey>0</doneKey><newKey>0</newKey></state><texts><text><type><id>6</id><name>Begründung</name></type><value>&lt;p&gt;Im Bereich der Software ist die Tendenz hin zum Monopol offensichtlich. Die besten Beispiele dafür bilden sicher Oracle und Microsoft. Im Wesentlichen gibt es dafür zwei Gründe: Die Produktionsgrenzkosten sind sozusagen gleich Null und die externen Wirkungen spielen die Hauptrolle. Im Informatikbereich treiben die Kleinunternehmen die Entwicklung voran. Demgegenüber leisten die grossen Konzerne nur einen geringen Innovationsaufwand.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die unabhängige Software bildet eine Alternative zu den von den multinationalen Unternehmen angebotenen Produkten. Sie beruhen auf gegenseitiger Hilfe und Austausch von Angestellten oder Freiwilligen und auf einer kooperativen Organisationsstruktur, die sich breit des Internets bedient.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vorteile unabhängiger Software:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die am häufigsten festgestellten Vorteile sind:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- die Verwendung offener Standards (dadurch sind die Produkte untereinander kompatibel);&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- grössere Sicherheit;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- die Fähigkeit, sich an die verschiedensten Plattformen anzupassen (Unix, Windows, Mac OS, Linux usw.).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Für eine Verwaltung sind zudem weitere Faktoren von Bedeutung:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- keine Abhängigkeit von einer einzigen Firma (beispielsweise bei einem Konkurs dieses  Unternehmens);&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- die Sicherheit und die Garantie, dass die Daten geheim bleiben;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- die Tatsache, dass es keine komplexen Lizenzen mehr zu verwalten gibt (Planung der Sachzwänge);&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- die Dauerhaftigkeit der Daten und der Protokolle (das Lesen der Dateien ist auf lange Frist häufig problematisch, weil sich die Versionen Schlag auf Schlag folgen);&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- die Möglichkeit, unabhängige Software so oft, wie man nur will, zu kopieren und zu verbreiten, ohne dass auch nur ein Rappen dafür bezahlt werden muss.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Modellfunktion der öffentlichen Hand im Bereich der nachhaltigen Entwicklung:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bekanntlich sind 90 Prozent der Informatikmittel, die ersetzt werden, noch vollkommen funktionstüchtig. Diese Mittel werden aus dem Verkehr gezogen, weil sie die neuen Programme nicht unterstützen können (manchmal ist es aber lediglich eine Frage der Mode oder des Standards). Demgegenüber ändern sich die Aufgaben, die mit Informatikmitteln bewältigt werden müssen, bei weitem weniger rasch als die Software und die Hardware. Die Anwendungen zur Textverarbeitung dienen weiterhin nur zum Schreiben von Briefen, und die Tippgeschwindigkeit ist nicht mehr beeinträchtigt durch die Langsamkeit der Maschine.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Softwareentwicklung gründet zu grossen Teilen auf der immer rasanteren Entwicklung der Hardware. Diese Tendenz lässt sich prima korrigieren: Wenn man die Informatikmittel doppelt oder dreimal so lange nutzt, halbiert oder drittelt man die Verschwendung von Ressourcen und die Belastung der Umwelt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ohne die Frage der Software mit einzubeziehen, lässt sich bei der Beschaffung von Informatikausrüstung keine umweltgerechte Haltung einnehmen. Die Lebensdauer der Hardware hängt nämlich stark vom Veralten der Software ab. Eine künftige Beschaffungspolitik im Informatikbereich sollte sinnvollerweise eine doppelt oder dreimal so lange Nutzung des Materials in Erwägung ziehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die unabhängige Software gewährleistet die gewünschte Dauerhaftigkeit. Sie setzt die Standardisierung der Sprachen, der Formate und der Protokolle  voraus und erleichtert damit den Austausch und die Aufbewahrung der Daten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Einsatz unabhängiger Software und deren kontinuierliche Anpassung schafft lokale Arbeitsplätze mit sehr hoher Wertschöpfung. Damit leistet diese Software einen Beitrag zur Entwicklung eines weltweiten Wissenskorpus und begünstigt den Technologietransfer in die Entwicklungsländer. Sie löst das Problem der Entwicklungsländer, die notwendigen Programme für die ausgemusterte Hardware zu finden, die ihnen "grosszügig" zur Verfügung gestellt wird (rund 50 Prozent des Materials, das wir aus dem Verkehr ziehen).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die unabhängige Software ist oft gratis und die Verbreitung von Kopien ebenfalls. Das Sparpotenzial ist also beträchtlich.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>14</id><name>Antwort BR / Büro</name></type><value>&lt;p&gt;Die Bundesverwaltung setzt freie Software ein, sofern das Verhältnis Kosten-Nutzen-Risiken über die ganze Nutzungsdauer eines Systems günstiger ist als bei kommerzieller Software, was im Moment nur in einzelnen Bereichen der Fall ist. Spezifisch für die Schweiz stellt sich zudem das Problem, dass eine Software in der Bundesverwaltung, die breit eingesetzt wird, in allen Landessprachen verfügbar sein muss. Einig ist der Bundesrat mit der Forderung des Postulates, dass so weit möglich einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden sind.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Er ist allerdings nicht der Ansicht, dass kommerzielle Software grundsätzlich negativ zu bewerten sei. Auch in der Schweiz gibt es viele kleine und mittlere Softwarehersteller, die optimale Produkte gerade für Anwendungen herstellen, wo gesetzliche und andere Rahmenbedingungen besonders länderspezifisch sind. Auch wirtschaftspolitisch ist deshalb die ausschliessliche Nutzung freier Software nicht sinnvoll. Zudem muss die Festlegung von Standards und Architekturen, wozu der Einsatz von Software gehört, generell mit den Partnern, insbesondere den Kantonen, abgestimmt werden. Die Initiative eCH soll dies sicherstellen. Die massgebenden Stellen, innerhalb der Bundesverwaltung der Informatikrat des Bundes, prüfen den Einsatz freier Software laufend und legen die entsprechenden Standards und Architekturen fest.&lt;/p&gt; Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschreiben.</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat wird ersucht, umgehend unabhängige Softwareprodukte in der Bundesverwaltung einzusetzen, um deren Unabhängigkeit zu wahren und für alle öffentlichen Körperschaften des Landes ein Vorbild zu sein.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Unabhängige Software für die Bundesverwaltung</value></text></texts><title>Unabhängige Software für die Bundesverwaltung</title></affair>