{"id":20043800,"updated":"2023-07-28T11:26:08Z","additionalIndexing":"10;Europakompatibilität;Vertrag mit der EU;Harmonisierung der Sozialversicherung;bilaterales Abkommen;EU-Beitrittsverhandlung;Beitritt zur Gemeinschaft;Gemeinschaftsrecht-nationales Recht;Angleichung der Rechtsvorschriften","affairType":{"abbreviation":"Ip.","id":8,"name":"Interpellation"},"author":{"councillor":{"code":2413,"gender":"m","id":349,"name":"Rennwald Jean-Claude","officialDenomination":"Rennwald"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion S","code":"S","id":2,"name":"Sozialdemokratische Fraktion"},"type":"author"},"deposit":{"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2004-12-17T00:00:00Z","legislativePeriod":47,"session":"4706"},"descriptors":[{"key":"L05K0902030101","name":"EU-Beitrittsverhandlung","type":1},{"key":"L04K09020301","name":"Beitritt zur Gemeinschaft","type":1},{"key":"L04K09010103","name":"Angleichung der Rechtsvorschriften","type":1},{"key":"L04K09010404","name":"Gemeinschaftsrecht-nationales Recht","type":1},{"key":"L04K01040110","name":"Harmonisierung der Sozialversicherung","type":2},{"key":"L04K09020206","name":"Europakompatibilität","type":2},{"key":"L05K1002020103","name":"bilaterales Abkommen","type":2},{"key":"L04K09020101","name":"Vertrag mit der EU","type":2}],"drafts":[{"consultation":{"resolutions":[{"category":{"id":2,"name":"Diskussion"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2005-03-18T00:00:00Z","text":"Diskussion verschoben","type":29},{"category":{"id":5,"name":"Adm"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2006-12-20T00:00:00Z","text":"Abgeschrieben, weil nicht innert zwei Jahren abschliessend im Rat behandelt","type":32}]},"federalCouncilProposal":{"date":"2005-02-23T00:00:00Z"},"index":0,"links":[],"preConsultations":[],"references":[],"relatedDepartments":[{"abbreviation":"EDA","id":3,"name":"Departement für auswärtige Angelegenheiten","leading":true}],"states":[{"date":"\/Date(1103238000000+0100)\/","id":24,"name":"Im Rat noch nicht behandelt"},{"date":"\/Date(1166569200000+0100)\/","id":229,"name":"Erledigt"}],"texts":[]}],"language":"de","priorityCouncils":[{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N","priority":1}],"relatedAffairs":[],"roles":[{"councillor":{"code":2527,"gender":"m","id":504,"name":"Rossini Stéphane","officialDenomination":"Rossini"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2370,"gender":"m","id":305,"name":"Berberat Didier","officialDenomination":"Berberat"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2413,"gender":"m","id":349,"name":"Rennwald Jean-Claude","officialDenomination":"Rennwald"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion S","code":"S","id":2,"name":"Sozialdemokratische Fraktion"},"type":"author"}],"shortId":"04.3800","state":{"id":229,"name":"Erledigt","doneKey":"0","newKey":0},"texts":[{"type":{"id":6,"name":"Begründung"},"value":"<p>- Es ist keineswegs sicher, dass der Bilateralismus unserem Beitritt zur EU förderlich ist. Mit dem ersten Vertragspaket haben die führenden Wirtschaftsvertreter ihre Ziele erreicht, und viele von ihnen wollen nun zwanzig Jahre warten, bevor die Frage des Beitrittes wieder zur Diskussion stehen soll. Diese Tendenz wird mit den \"Bilateralen II\" noch zunehmen, wie der folgende Ausspruch von Pierre Mirabaud, dem Vorsitzenden der Schweizerischen Bankiervereinigung, zeigt: \"Mit der Unterzeichnung der bilateralen Abkommen II haben wir das Bankgeheimnis für mindestens 15 Jahre zementiert.\"<\/p><p>- Mit den \"Bilateralen II\" hat man es geschafft, einem grossen Teil der Öffentlichkeit einzureden, dass das Bankgeheimnis der unüberschreitbare Horizont unserer Epoche sei. Joseph Deiss hat kürzlich erklärt, der Industriestandort Schweiz werde von diesen Verträgen profitieren, da das Bankgeheimnis dauerhaft gesichert sei (\"Le Temps\", 19. November 2004). Nun trägt aber das Bankgeheimnis - neben anderen Faktoren - langfristig hauptsächlich zur Überbewertung des Schweizerfrankens bei, und dies schadet dem Industriestandort Schweiz.<\/p><p>- Zwischen 1995 und 2004 war das Pro-Kopf-Wachstum innerhalb der EU dreimal höher (+21 Prozent) als in der Schweiz (+8 Prozent). Da die \"Bilateralen II\" nicht ausreichen werden, um diesen Rückstand aufzuholen, und da sich der durchschnittliche Lebensstandard in der Schweiz und derjenige in der EU stark angenähert haben, hat die Schweiz ein Interesse, rasch der EU beizutreten, um von der Dynamik eines grossen Binnenmarktes voll profitieren zu können. Seit vierzig Jahren wächst die Wirtschaft in den EU-Mitgliedstaaten etwa doppelt so schnell wie in der Schweiz. Am Ende der Fünfziger- und zu Beginn der Sechzigerjahre war der durchschnittliche Lebensstandard in der Schweiz etwa doppelt so hoch wie in den anderen Ländern, d. h. bezogen auf den Durchschnitt der EU-Mitgliedstaaten. Heute beträgt der Unterschied nur noch 20 Prozent.<\/p><p>- Dasselbe gilt für die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten: Sie bezahlen immer noch viel mehr als diejenigen in den EU-Mitgliedstaaten. Die Preise sind in der Schweiz durchschnittlich um 40 Prozent höher als in der EU (50 Prozent bei den Lebensmitteln, 90 Prozent bei den Wohnungsmieten).<\/p><p>- Es ist an der Zeit, dass die Schweiz das Stadium der Verträge im Wirtschafts-, Finanz- und Sicherheitsbereich hinter sich lässt und auch die EU-Sozialgesetzgebung (Kündigungsschutz, Arbeitsdauer usw.) übernimmt.<\/p><p>- Die bisherigen bilateralen Abkommen wurden mit einer EU ausgehandelt, die aus 15 Mitgliedstaaten bestand. Der EU gehören heute aber 25 Mitgliedstaaten an, und deshalb wird es künftig fast unmöglich sein, massgeschneiderte Lösungen für die Schweiz zu erzielen. Angesichts der EU-Erweiterung, die noch lange nicht abgeschlossen ist, kann es den Interessen unseres Landes nur schaden, wenn mit der Reaktivierung des EU-Beitrittsgesuches weiter zugewartet wird.<\/p>"},{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>Der Bundesrat hat seine europapolitische Strategie im Aussenpolitischen Bericht 2000 (BBl 2001 316-320) definiert. Darin sind auch die Bedingungen festgelegt, die erfüllt sein müssen, um Beitrittsverhandlungen eröffnen zu können:<\/p><p>1. Die bilateralen Abkommen müssen umgesetzt und erste Erfahrungen ausgewertet werden.<\/p><p>2. Die Auswirkungen eines EU-Beitrittes in gewissen zentralen politischen Bereichen (Föderalismus, Volksrechte, Staatsführung, Staatshaushalt, Wirtschafts- und Währungspolitik, Ausländer- und Migrationspolitik, Landwirtschaft sowie Aussen- und Sicherheitspolitik) müssen geprüft werden. Falls nötig, müssen geeignete Reformen eingeleitet werden.<\/p><p>3. Der Beitritt der Schweiz zur EU muss innenpolitisch breit abgestützt sein.<\/p><p>Diese Voraussetzungen werden im Bericht des Bundesrates über die Legislaturplanung bestätigt (BBl 2004 1181).<\/p><p>In der Zwischenzeit wahrt die Schweiz ihre Interessen durch bilaterale Verhandlungen mit der EU. In Anbetracht der intensiven Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU sind beide Partner immer wieder aufs Neue gefordert, sich ihnen unausweichlich stellende Fragen zu regeln. So hat die EU bereits Verhandlungsbegehren gestellt (beispielsweise in den Bereichen Elektrizitätsmarkt oder Nahrungsmittelschutz), während die Schweiz beispielsweise Interesse an einer Anerkennung geschützter Herkunftsbezeichnungen für Käse hätte. Unabhängig davon, welchen europapolitischen Kurs die Schweiz in Zukunft einschlagen wird, muss der vertragliche Rahmen unserer Beziehungen mit der EU laufend angepasst werden.<\/p><p>Der Bundesrat beabsichtigt, vor Ende der laufenden Legislaturperiode einen Bericht über die Auswirkungen eines EU-Beitrittes der Schweiz vorzulegen. Unter anderem wird dieser Bericht auch eine Studie über die Auswirkungen eines Beitrittes auf die politischen Institutionen der Schweiz (Föderalismus, direkte Demokratie) und auf die wichtigsten betroffenen Bereiche enthalten, und er wird die diesbezüglich notwendigen Reformen aufführen. Der Bericht wird auch den Entwicklungen innerhalb der EU Rechnung tragen. Der Europabericht wird dem Bundesrat als Entscheidungsgrundlage für den zu verfolgenden europapolitischen Kurs dienen.<\/p>  Antwort des Bundesrates."},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>Nachdem die parlamentarische Beratung der bilateralen Abkommen II, des Abkommens über die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf die neuen EU-Mitgliedstaaten und der flankierenden Massnahmen abgeschlossen ist, stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:<\/p><p>1. Ist er nicht der Auffassung, dass nach der - sehr wahrscheinlich 2005 stattfindenden - Volksabstimmung über Schengen\/Dublin und über das Abkommen über die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit das EU-Beitrittsgesuch rasch reaktiviert werden sollte?<\/p><p>2. Ist er nicht auch der Auffassung, dass der Weg bilateraler Verhandlungen an ein Ende gekommen ist und dass man, ausser aus zwingenden technischen Gründen, künftig darauf verzichten muss?<\/p><p>3. Ist er nicht der Meinung, dass es im Hinblick auf die Reaktivierung des EU-Beitrittsgesuches notwendig wäre, bereits heute die erforderlichen internen Reformen vorzubereiten (Anpassung der schweizerischen Gesetzgebung im Hinblick auf die Übernahme des Acquis communautaire, namentlich im Sozialversicherungs- und im Arbeitsrecht; Integration der Schweiz in die Euro-Zone; Aushandlung langer Übergangsfristen für die Übernahme der EU-Mehrwertsteuersätze 15 Prozent für den ordentlichen Satz und Ausnützung des Hauptanteiles des Unterschieds zwischen den geltenden schweizerischen und den europäischen Sätzen zur Finanzierung der Sozialversicherungen, jedoch unter Beibehaltung der direkten Bundessteuer) und gleichzeitig auf die Wahrung des überwiegenden Teiles unserer Errungenschaften im Bereich der Volksrechte, des Föderalismus und des Service public zu achten?<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Reaktivierung des EU-Beitrittsgesuches"}],"title":"Reaktivierung des EU-Beitrittsgesuches"}