{"id":20053411,"updated":"2023-07-28T13:22:47Z","additionalIndexing":"66;nukleare Sicherheit;Unternehmensführung;Management;Reaktorkühlung;Kernkraftwerk","affairType":{"abbreviation":"Po.","id":6,"name":"Postulat"},"author":{"councillor":{"code":2412,"gender":"m","id":348,"name":"Rechsteiner Rudolf","officialDenomination":"Rechsteiner-Basel"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion S","code":"S","id":2,"name":"Sozialdemokratische Fraktion"},"type":"author"},"deposit":{"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2005-06-17T00:00:00Z","legislativePeriod":47,"session":"4708"},"descriptors":[{"key":"L04K17030106","name":"nukleare Sicherheit","type":1},{"key":"L04K17030201","name":"Kernkraftwerk","type":1},{"key":"L04K07030501","name":"Management","type":1},{"key":"L05K0703050103","name":"Unternehmensführung","type":1},{"key":"L05K1703010305","name":"Reaktorkühlung","type":1}],"drafts":[{"consultation":{"resolutions":[{"category":{"id":3,"name":"Normal"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2007-03-21T00:00:00Z","text":"Ablehnung","type":22}]},"federalCouncilProposal":{"code":"-","date":"2005-09-30T00:00:00Z","text":"Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates."},"index":0,"links":[],"preConsultations":[],"references":[],"relatedDepartments":[{"abbreviation":"UVEK","id":9,"name":"Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","leading":true}],"states":[{"date":"\/Date(1118959200000+0200)\/","id":24,"name":"Im Rat noch nicht behandelt"},{"date":"\/Date(1174431600000+0100)\/","id":229,"name":"Erledigt"}],"texts":[]}],"language":"de","priorityCouncils":[{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N","priority":1}],"relatedAffairs":[],"roles":[{"councillor":{"code":2648,"gender":"m","id":1279,"name":"Nordmann Roger","officialDenomination":"Nordmann"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2647,"gender":"m","id":1267,"name":"Stöckli Hans","officialDenomination":"Stöckli"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2527,"gender":"m","id":504,"name":"Rossini Stéphane","officialDenomination":"Rossini"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2500,"gender":"m","id":476,"name":"Hofmann Urs","officialDenomination":"Hofmann Urs"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2488,"gender":"m","id":464,"name":"Fehr Hans-Jürg","officialDenomination":"Fehr Hans-Jürg"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2394,"gender":"f","id":331,"name":"Hubmann Vreni","officialDenomination":"Hubmann"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2608,"gender":"f","id":1147,"name":"Kiener Nellen Margret","officialDenomination":"Kiener Nellen"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2254,"gender":"f","id":101,"name":"Haering Barbara","officialDenomination":"Haering"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2296,"gender":"m","id":97,"name":"Gross Andreas","officialDenomination":"Gross Andreas"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2630,"gender":"f","id":1129,"name":"Schenker Silvia","officialDenomination":"Schenker Silvia"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2407,"gender":"f","id":343,"name":"Müller-Hemmi Vreni","officialDenomination":"Müller-Hemmi"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2491,"gender":"f","id":524,"name":"Garbani Valérie","officialDenomination":"Garbani Valérie"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2625,"gender":"m","id":1132,"name":"Rey Jean-Noël","officialDenomination":"Rey Jean-Noël"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2405,"gender":"f","id":341,"name":"Maury Pasquier Liliane","officialDenomination":"Maury Pasquier"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2412,"gender":"m","id":348,"name":"Rechsteiner Rudolf","officialDenomination":"Rechsteiner-Basel"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion S","code":"S","id":2,"name":"Sozialdemokratische Fraktion"},"type":"author"}],"shortId":"05.3411","state":{"id":229,"name":"Erledigt","doneKey":"0","newKey":0},"texts":[{"type":{"id":6,"name":"Begründung"},"value":"<p>Generatorschaden ist ein Managementfehler<\/p><p>Laut \"Beobachter\" vom 10. Juni 2005 unterliess es das Management der Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL AG), ein sogenanntes \"Generator Condition Monitoring\"-System einbauen zu lassen. Diese besondere Art Rauchmelder kann einen sich anbahnenden Generatorschaden frühzeitig erkennen und dank vorsorglicher Entlastung des Generators dessen Auswachsen zum Grossschaden verhindern. Im AKW Gösgen ist ein solches System seit vielen Jahren installiert.<\/p><p>Da Stromausfälle in AKW wegen des Notkühlbedarfes immer auch die nukleare Sicherheit betreffen, hat das Management der KKL AG also nicht nur die nötige Kompetenz bei der Wahrung des eigenen Interesses an einer unterbruchsfreien Stromproduktion vermissen lassen, sondern gleichzeitig auch die Pflicht zur Wahrung der Sicherheit verletzt. Solche Managementfehler, die im schlimmsten Fall zu einer Reaktorkatastrophe führen können, dürfen nicht weiterhin geduldet werden.<\/p><p>Häufung von sicherheitsrelevanten Vorkommnissen<\/p><p>Während dem unfreiwilligen Stillstand kam es am 23. April 2005 beim Beladen des Reaktorkerns zu einer gravierenden Fehlhandlung. Ein frisches Brennelement, das zusätzliche positive Reaktivität in den Kern einbrachte, wurde geladen, obwohl zwei Steuerstäbe, welche die nötige negative Reaktivität garantieren müssen, noch nicht in den Reaktorkern zurückgefahren worden waren. \"Der neueste Vorfall ist schwer verständlich, denn es sind elementare Grundregeln verletzt worden\", bewertet KSA-Präsident Walter Wildi den Vorfall und fügt an: \"Die Aufsichtsbehörden sind alarmiert\" (\"SonntagsZeitung\" vom 1. Mai 2005). Durch diesen Fehler hatte man die Kritikalität des Reaktors nicht mehr umfassend unter Kontrolle. Im schlimmsten Fall hätte bei offenem Reaktor eine spontane Kettenreaktion einsetzen können.<\/p><p>\"Mehr schockiert hat mich ein Zwischenfall vor einem Jahr\", sagt HSK-Direktor Ulrich Schmocker. Am 28.\/29. Mai 2004 begingen die Reaktoroperatoren beim Wiederanfahren nach einer Ventilreparatur gleich drei Fehler. Zuerst vergassen sie, im innersten Bereich beim Reaktor Lüftungsklappen zu schliessen. Dann überschritten sie beim Anfahren des Reaktors die maximal zulässige Aufheizrate, was das kalte Reaktordruckgefäss stärker als in erlaubtem Mass gestresst hat. Und schliesslich unterliessen sie es, die nach einem solchen Fehler vorgeschriebene Überprüfung und Nachberechnung der Festigkeit des Reaktordruckgefässes durchzuführen. Kam hinzu, dass ein vorgeschädigtes Brennstabhüllrohr bedingt durch die Wechselbelastung beim Ab- und Anfahren des Reaktors aufgeplatzt war. Deswegen wurde, wie die Behörde erst auf Anfrage von Greenpeace bestätigte, innert weniger Stunden viermal so viel radioaktives Jod-131 in die Umwelt abgegeben wie im Betriebsjahr 2003 während einer ganzen Woche.<\/p>"},{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>Beim Generatorschaden im Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) war die nukleare Sicherheit nicht geschwächt. Ein Schaden oder Ausfall des Generators hat keinen Einfluss auf die Notkühlung des Reaktors. Zur Sicherstellung der Notkühlung sind im KKL zwei externe Stromversorgungsnetze (220-kV- und 50-kV-Netz) und bei deren Ausfall 5 Dieselgeneratoren für die Notstromversorgung vorhanden. Die Notkühlsysteme sind als Sicherheitssysteme eingestuft und daher ständig einem strengen Prüfverfahren unterworfen.<\/p><p>Das KKL hatte innerhalb eines Jahres drei Ereignisse der Stufe 1 (\"Anomalie\") auf der achtstufigen (0 bis 7) internationalen Störfallbewertungsskala Ines zu verzeichnen. Die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) hat diese Vorkommnisse gemäss den Vorgaben der HSK-Richtlinie R-15 der Stufe B zugeordnet (\"Vorkommnisse mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung\"). Beim jüngsten Ines-1-Ereignis handelte es sich um einen Fehler beim Beladen des Reaktors. Die technischen Spezifikationen des KKL verbieten das Einsetzen von Brennelementen in den Reaktorkern, wenn nicht alle Steuerstäbe eingefahren sind. Im vorliegenden Fall handelte es sich somit um eine klare Verletzung der technischen Spezifikationen. Beim Beladen bestand dennoch zu keiner Zeit die Gefahr der Kritikalität (spontane Kettenreaktion).<\/p><p>Aus Sicht der Organisation und des Personalverhaltens ist Folgendes zu bemerken: Das KKL hat den Fehler beim Beladen des Reaktorkernes aufgrund von routinemässigen Nachprüfungen entdeckt und der HSK sofort gemeldet. Zudem hat das KKL eine vertiefte Analyse des Vorkommnisses zur Abklärung der Ursachen veranlasst und entsprechende Gegenmassnahmen definiert und umgesetzt. Das Qualitätssicherungskonzept der Anlage hat somit einwandfrei funktioniert. Die beiden anderen Ines-1-Ereignisse im KKL hat die HSK bereits in ihrem Aufsichtsbericht 2004 ausführlich behandelt.<\/p><p>Zu den geforderten Massnahmen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:<\/p><p>1. Das KKL hat die beiden Vorkommnisse aus dem Jahre 2004 sorgfältig analysiert. Das Werk verwendet zur Vorkommnisanalyse eine anerkannte Methode (SOL, Sicherheit durch Organisationales Lernen), welche am Lehrstuhl für Psychologie und Arbeitswissenschaft an der Technischen Universität Berlin unter aktiver Mitwirkung des KKL entwickelt wurde und heute in allen schweizerischen und vielen deutschen Kernkraftwerken angewandt wird. Aus dieser vertieften Analyse hat das KKL mehrere Massnahmen abgeleitet und die meisten davon bereits umgesetzt. Gewisse Massnahmen sind Daueraufgaben, welche systematisch verfolgt werden. Die HSK hat sowohl die Analyse der Vorkommnisse als auch die Umsetzung von Massnahmen in Fachgesprächen und Inspektionen intensiv verfolgt und ist der Auffassung, dass sich zurzeit keine weiteren Massnahmen aufdrängen.<\/p><p>2. Die Sicherheitskultur kann nur durch durchdachte Vorgehensweisen weiterentwickelt werden. Der Weiterentwicklungsprozess ist langwierig und kann durch personelle Umbesetzungen, insbesondere im Management, gestört werden. Die mit dem Postulat geforderten Konsequenzen in der personellen Zusammensetzung könnten negative Auswirkungen auf die Organisations- und Sicherheitskultur des KKL haben und sind deshalb in dieser Form abzulehnen.<\/p><p>Damit Massnahmen zur Förderung der Sicherheitskultur auch tatsächlich einen positiven Effekt zeigen, ist es von grosser Bedeutung, dass sie von der Organisation selber - also vom KKL - entwickelt und getragen werden. Das KKL hat vor mehreren Jahren ein Programm zur Förderung der Sicherheitskultur festgelegt. Seit rund einem Jahr hat sich im KKL eine Reihe von Vorkommnissen ereignet, deren Ursachen namentlich in den Bereichen Arbeitsvorbereitung, Ergonomie (u. a. die Ursache der Schnellabschaltung vom 1. September 2005) und Umgang mit Vorschriften liegen. Die HSK ist aufgrund dieser Häufung zum Schluss gekommen, dass das obengenannte Programm zu wenig wirksam war. Sie hat deshalb vom KKL u. a. gefordert, die personellen Ressourcen zur systematischen Überprüfung der nuklearen Sicherheit zu erhöhen.<\/p><p>Die Organisation des KKL und die Struktur des Managements sind der HSK bekannt. Sie verfolgt deren Entwicklung laufend in periodischen Sitzungen, in Fachgesprächen, Inspektionen und anhand der Berichte des Werkes. Die HSK ist sich bewusst, dass die Situation mit langem Stillstand, aufwendiger Reparatur, zusätzlichen Reparaturaktivitäten und ungewohnter Arbeitsweise für das Personal und das Management eine grosse Herausforderung darstellt. Sie hat deshalb ihre Aufsicht auf diesem Gebiet intensiviert. Nachdem sich die HSK vergewissert hat, dass das KKL die Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb für den kommenden Zyklus erfüllt, hat sie die Freigabe zum Wiederanfahren erteilt.<\/p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates."},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>Der Bundesrat wird aufgefordert, der Sicherheitsbehörde HSK dringend nahe zu legen, die Freigabe für das Wiederanfahren des Pannenatomkraftwerkes Leibstadt einstweilen zu verweigern, bis:<\/p><p>1. alle nötigen Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheitskultur der Kernkraftwerk Leibstadt AG, der verantwortlichen Betreiberin dieses gefährlichen Atomreaktors, definiert, von der Sicherheitsbehörde überprüft und genehmigt sowie effektiv umgesetzt worden sind;<\/p><p>2. alle nötigen Massnahmen zur Verbesserung der Organisation und der Struktur des Managements der Kernkraftwerk Leibstadt AG definiert, von der Sicherheitsbehörde überprüft und - einschliesslich eventuell nötiger Konsequenzen in der personellen Zusammensetzung der Unternehmensleitung - effektiv umgesetzt worden sind.<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Durchsetzung der Sicherheitskultur in Leibstadt"}],"title":"Durchsetzung der Sicherheitskultur in Leibstadt"}