﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>20073890</id><updated>2023-07-28T07:59:43Z</updated><additionalIndexing>2841;Einzelverkauf;Impfstoff;Infektionskrankheit;Impfung</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Mo.</abbreviation><id>5</id><name>Motion</name></affairType><author><councillor><code>2615</code><gender>m</gender><id>1112</id><name>Müller Geri</name><officialDenomination>Müller Geri</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion G</abbreviation><code>G</code><id>6</id><name>Grüne Fraktion</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2007-12-21T00:00:00Z</date><legislativePeriod>48</legislativePeriod><session>4801</session></deposit><descriptors><descriptor><key>L05K0105030104</key><name>Impfstoff</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L06K070101020104</key><name>Einzelverkauf</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K01050109</key><name>Infektionskrankheit</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L06K010505070101</key><name>Impfung</name><type>1</type></descriptor></descriptors><drafts><draft><consultation><resolutions><resolution><category><id>3</id><name>Normal</name></category><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2008-06-13T00:00:00Z</date><text>Ablehnung</text><type>22</type></resolution></resolutions></consultation><federalCouncilProposal><code>-</code><date>2008-03-07T00:00:00Z</date><text>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</text></federalCouncilProposal><index>0</index><links /><preConsultations /><references /><relatedDepartments><relatedDepartment><abbreviation>EDI</abbreviation><id>4</id><name>Departement des Innern</name><leading>true</leading></relatedDepartment></relatedDepartments><states><state><date>2007-12-21T00:00:00</date><id>24</id><name>Im Rat noch nicht behandelt</name></state><state><date>2008-06-13T00:00:00</date><id>229</id><name>Erledigt</name></state></states><texts /></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>2615</code><gender>m</gender><id>1112</id><name>Müller Geri</name><officialDenomination>Müller Geri</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion G</abbreviation><code>G</code><id>6</id><name>Grüne Fraktion</name></faction><type>author</type></role></roles><shortId>07.3890</shortId><state><id>229</id><name>Erledigt</name><doneKey>0</doneKey><newKey>0</newKey></state><texts><text><type><id>6</id><name>Begründung</name></type><value>&lt;p&gt;In den letzten Jahren wurden Einzelimpfstoffe immer mehr zugunsten von Mehrkomponenten-lmpfungen vom Markt genommen. Als Begründung dafür wird vom BAG die möglichst vollständige Durchimpfung der Bevölkerung gegen möglichst viele Krankheiten angegeben. Der Verzicht auf Einzelimpfstoffe führt derzeit jedoch zu schwerwiegenden Problemen: &lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. Sicherstellung des Schutzes gegen Tetanus (Starrkrampf)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Impfung gegen Tetanus (Starrkrampf) ist eine gut wirksame Impfung gegen eine äusserst schwere Krankheit und geniesst in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dennoch sind in der Schweiz derzeit 10 Prozent der Schulabgänger nicht ausreichend gegen Tetanus geimpft. Ein Hauptgrund liegt in der mangelhaften Verfügbarkeit von Kinderimpfstoffen nur gegen Tetanus (Te). &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Viele Eltern wollen ihre Kinder nicht gegen Keuchhusten impfen lassen und verzichten dementsprechend mangels Einzelimpfstoffen auch auf die Impfung gegen Tetanus. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;2. Sicherstellung des Schutzes gegen Röteln&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die kombinierte Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) ist seit ihrer Einführung 1987 umstritten. Im Gegensatz zu Starrkrampf handelt es sich bei den Kinderkrankheiten um Erkrankungen, deren Gefährlichkeit verschieden beurteilt wird. Entsprechend bleibt die Durchimpfung in der Bevölkerung seit 20 Jahren unter der für eine Krankheitselimination geforderten Quote von 90-95 Prozent.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unbestritten ist jedoch die Notwendigkeit eines Immunschutzes der Schulabgänger-Mädchen gegen Röteln, weil die Röteln bei Schwangeren zu schwersten Schädigungen des Fötus führen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;3. Erhaltung der Wahlfreiheit&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Sistierung von Einzelimpfstoffen bedeutet eine Einschränkung der Wahlfreiheit, welche bei einer Minderheit der Bevölkerung als einschneidend empfunden wird. Viele Eltern möchten nicht nur bei Röteln, sondern auch bei Masern und Mumps gezielt impfen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Solange nur Kombinationsimpfstoffe erhältlich sind, verzichten sie dann häufig auf die Impfung überhaupt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;4. Vermeidung gesetzlicher Kollisionen &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jede Impfung bedeutet juristisch gesehen einen Eingriff in die körperliche Integrität des Impflings, welche im Einzelfall nur durch die ausdrückliche Einwilligung legitimiert wird. Bei der Starrkrampf-Auffrischimpfung im Verletzungsfalle ist es in der Schweiz üblich geworden, mindestens Diphtherie, bei Kleinkindern häufig auch Keuchhusten gleich mitzuimpfen. Ein Einzelimpfstoff gegen Tetanus wird zwar derzeit noch geliefert, was jedoch nur den wenigsten Ärzten und Spitälern bekannt ist. In der Hektik des Spitalalltags werden die Eltern jedoch kaum je über diese Zusatzimpfungen informiert, welche demnach eigentlich illegal sind.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>14</id><name>Antwort BR / Büro</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat stellt sicher, dass die Schweizer Bevölkerung über einen optimalen Impfschutz nach dem neuesten Stand der Wissenschaft verfügt. Die Impfempfehlungen werden regelmässig in einem nationalen Impfplan aktualisiert, den das Bundesamt für Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Kommission für Impffragen erstellt. Seit mehreren Jahren wird die Verwendung von Kombinationsimpfstoffen empfohlen. Diese Impfstoffe sind ebenso gut verträglich wie die monovalenten Formen und beanspruchen das Immunsystem nicht übermässig. Mit der Verabreichung dieser kombinierten Formen lassen sich die Zahl der Injektionen, die Menge der Zusatzstoffe und die Zahl der Arztbesuche erheblich verringern und zugleich die Impfempfehlungen einhalten, die im schweizerischen Impfplan aufgeführt sind.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Verfügbarkeit der Impfstoffe unterliegt den Gesetzen der Marktwirtschaft. Da mehrere monovalente Impfstoffe immer weniger verwendet werden, sind sie für die Produzenten im In- und Ausland kaum noch rentabel.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine Reihe von Einzelimpfstoffen ist auf dem Schweizer Markt weiterhin erhältlich. Insbesondere ist ein monovalenter Tetanusimpfstoff verfügbar, der zur Primärprävention und postexpositionell für jedes Alter ab zwei Monaten eingesetzt werden kann. Bis vor Kurzem war auch ein monovalenter Masernimpfstoff erhältlich. Er wird schon sehr bald wieder verfügbar sein. Zudem ist es für Medizinalpersonen möglich, in der Schweiz nicht zugelassene verwendungsfertige Heilmittel in die Schweiz einzuführen; die entsprechenden Gesetzesbestimmungen werden in der Verordnung über die Bewilligungen im Arzneimittelbereich (Art. 32 und 36 AMBV; SR 812.212.1) genauer ausgeführt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach Artikel 6 des Epidemiengesetzes vom 18. Dezember 1970 (SR 818.101) "sorgt der Bundesrat für die hinreichende Versorgung der Bevölkerung mit den wichtigsten zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten geeigneten Heilmitteln". Diese Zuständigkeit des Bundesrates ist im Interesse der Bevölkerungsgesundheit gerechtfertigt und hat nicht zum Ziel, in jedem Fall die individuelle Wahlfreiheit zu gewährleisten. Gegenwärtig liegen keine Daten vor, die darauf hinweisen würden, dass sich durch die Verfügbarkeit von Monoimpfstoffen eine höhere Durchimpfungsrate erzielen oder die Schweizer Bevölkerung wirksamer schützen liesse. Angesichts der obigen Ausführungen können die monovalenten Impfstoffe somit zurzeit nicht den "wichtigsten Heilmitteln" zugerechnet werden, die es rechtfertigen würden, dass der Bundesrat deren Versorgung speziell sicherstellt.&lt;/p&gt;  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat möge sicherstellen, dass auch in Zukunft die Impfstoffe gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis wie auch gegen Masern, Mumpfs und Röteln einzeln verfügbar sind.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Einzelimpfstoffe gegen Starrkrampf und Kinderkrankheiten</value></text></texts><title>Einzelimpfstoffe gegen Starrkrampf und Kinderkrankheiten</title></affair>