{"id":20083277,"updated":"2023-07-28T11:12:56Z","additionalIndexing":"55;intensive Landwirtschaft;Flächenproduktivität;Handel mit Agrarerzeugnissen;Nord-Süd-Handel;ökologische Ausgleichsfläche;Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche;Nahrungsmittel;Unabhängigkeit in der Nahrungsmittelversorgung;Anbausystem","affairType":{"abbreviation":"Mo.","id":5,"name":"Motion"},"author":{"councillor":{"code":2686,"gender":"f","id":3883,"name":"Glauser-Zufferey Alice","officialDenomination":"Glauser"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion V","code":"V","id":4,"name":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei"},"type":"author"},"deposit":{"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2008-06-04T00:00:00Z","legislativePeriod":48,"session":"4804"},"descriptors":[{"key":"L03K140203","name":"Nahrungsmittel","type":1},{"key":"L04K14010202","name":"Anbausystem","type":1},{"key":"L05K1401020206","name":"intensive Landwirtschaft","type":1},{"key":"L04K10010107","name":"Unabhängigkeit in der Nahrungsmittelversorgung","type":1},{"key":"L03K140102","name":"Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche","type":1},{"key":"L06K140105010201","name":"Flächenproduktivität","type":2},{"key":"L05K1401020110","name":"ökologische Ausgleichsfläche","type":2},{"key":"L05K0701020405","name":"Nord-Süd-Handel","type":2},{"key":"L05K0701020304","name":"Handel mit Agrarerzeugnissen","type":2}],"drafts":[{"consultation":{"resolutions":[{"category":{"id":3,"name":"Normal"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2009-12-03T00:00:00Z","text":"Ablehnung","type":22}]},"federalCouncilProposal":{"code":"-","date":"2008-08-20T00:00:00Z","text":"Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion."},"index":0,"links":[],"preConsultations":[],"references":[],"relatedDepartments":[{"abbreviation":"WBF","id":8,"name":"Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung","leading":true}],"states":[{"date":"\/Date(1212530400000+0200)\/","id":24,"name":"Im Rat noch nicht behandelt"},{"date":"\/Date(1259794800000+0100)\/","id":229,"name":"Erledigt"}],"texts":[]}],"language":"de","priorityCouncils":[{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N","priority":1}],"relatedAffairs":[],"roles":[{"councillor":{"code":2670,"gender":"m","id":3867,"name":"Aebi Andreas","officialDenomination":"Aebi Andreas"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2651,"gender":"m","id":1294,"name":"Füglistaller Lieni","officialDenomination":"Füglistaller"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2673,"gender":"m","id":3870,"name":"Baettig Dominique","officialDenomination":"Baettig"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2621,"gender":"m","id":1108,"name":"Parmelin Guy","officialDenomination":"Parmelin"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2644,"gender":"m","id":1233,"name":"Rutschmann Hans","officialDenomination":"Rutschmann"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2494,"gender":"m","id":470,"name":"Glur Walter","officialDenomination":"Glur"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2681,"gender":"f","id":3878,"name":"Flückiger-Bäni Sylvia","officialDenomination":"Flückiger Sylvia"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2695,"gender":"m","id":3892,"name":"Killer Hans","officialDenomination":"Killer Hans"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2529,"gender":"m","id":506,"name":"Scherer Marcel","officialDenomination":"Scherer"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2626,"gender":"m","id":1115,"name":"Reymond André","officialDenomination":"Reymond"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2713,"gender":"m","id":3910,"name":"von Siebenthal Erich","officialDenomination":"von Siebenthal"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2604,"gender":"f","id":1121,"name":"Hutter-Hutter Jasmin","officialDenomination":"Hutter Jasmin"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2712,"gender":"m","id":3909,"name":"von Rotz Christoph","officialDenomination":"von Rotz"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2503,"gender":"m","id":479,"name":"Kaufmann Hans","officialDenomination":"Kaufmann"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2688,"gender":"m","id":3885,"name":"Grin Jean-Pierre","officialDenomination":"Grin"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2634,"gender":"m","id":1123,"name":"Veillon Pierre-François","officialDenomination":"Veillon"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2572,"gender":"m","id":820,"name":"Schibli Ernst","officialDenomination":"Schibli"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2351,"gender":"m","id":268,"name":"Schenk Simon","officialDenomination":"Schenk Simon"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2683,"gender":"f","id":3880,"name":"Geissbühler Andrea Martina","officialDenomination":"Geissbühler"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2679,"gender":"f","id":3876,"name":"Estermann Yvette","officialDenomination":"Estermann"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2687,"gender":"m","id":3884,"name":"Graber Jean-Pierre","officialDenomination":"Graber Jean-Pierre"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2272,"gender":"m","id":26,"name":"Borer Roland F.","officialDenomination":"Borer"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2704,"gender":"m","id":3901,"name":"Reimann Lukas","officialDenomination":"Reimann Lukas"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2631,"gender":"m","id":1159,"name":"Schwander Pirmin","officialDenomination":"Schwander"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2476,"gender":"m","id":452,"name":"Bigger Elmar","officialDenomination":"Bigger"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2638,"gender":"m","id":1142,"name":"Wobmann Walter","officialDenomination":"Wobmann"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2686,"gender":"f","id":3883,"name":"Glauser-Zufferey Alice","officialDenomination":"Glauser"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion V","code":"V","id":4,"name":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei"},"type":"author"}],"shortId":"08.3277","state":{"id":229,"name":"Erledigt","doneKey":"0","newKey":0},"texts":[{"type":{"id":6,"name":"Begründung"},"value":"<p>Der weltweite Anstieg der Nahrungsmittelpreise hat verschiedene Auswirkungen.<\/p><p>Der Ackerbau findet in den Industrieländern plötzlich wieder mehr Anerkennung, und es scheint auch in den Entwicklungsländern, die ihre Produktion erhöhen könnten, zu einer Aufwertung zu kommen.<\/p><p>Während die Schweiz ihre Nahrung aber immer bezahlen können wird, haben viele Länder schlichtweg keinen Zugang mehr dazu.<\/p><p>Angesichts dieser Tatsache muss die Schweizer Agrarpolitik etwas dafür tun, dass die Schweiz mehr als die gegenwärtigen 60 Prozent Selbstversorgung erreicht. Die Landwirtschaft muss wieder in ihre Ernährerrolle zurückfinden. <\/p><p>Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Nahrungsmittelkrise ist das Anlegen von Brachen ethisch nicht tragbar. Abgesehen davon, dass Buntbrachen sowieso nur ein paar Wochen im Jahr schön anzusehen sind, führt jede einzelne Parzelle, die mit einer Buntbrache belegt ist, zu einer zusätzlichen Lebensmitteleinfuhr, was wiederum heisst, dass irgendwo auf dieser Welt Männer, Frauen und Kinder ihrer lebensnotwendigen Nahrung beraubt werden. So gesehen ist jede Brachparzelle wie ein Schlag ins Gesicht derer, die Hunger leiden. In dieser Hinsicht muss die Zweckmässigkeit aller Umweltmassnahmen, die unsere landwirtschaftlichen Erträge in irgendeiner Form beeinträchtigen, unbedingt noch einmal neu durchdacht werden. Vorab soll die Abschaffung der Brachen aber erst einmal ein Zeichen der Solidarität mit den Entwicklungsländern sein, das sehr rasch umgesetzt werden kann. <\/p><p>Für eine nachhaltige Öko- und Umwelteffizienz muss die Artenvielfalt durch das Anlegen von Ackerschonstreifen und die Optimierung der Standorte (Gebüschränder, Waldränder, extensiv genutzte Wiesen usw.) begünstigt werden. Zudem könnten die für diese Umweltprogramme zugelassenen Flächen begrenzt werden.<\/p><p>Mit den eingesparten Beiträgen könnten die Agrarinvestitionen, die der Ernährung der Bevölkerung dienen (Milch, Obst und Gemüse, Getreide), aufgestockt werden.<\/p>"},{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>Der Bundesrat hat verschiedentlich zu Fragen der Ernährungssicherheit und des Selbstversorgungsgrades Stellung genommen, u. a. im Rahmen der Motion Schibli vom 20. Dezember 2006 (06.3880, Förderung der inländischen Nahrungsmittelproduktion) und der dringlichen Interpellation der grünen Fraktion vom 26. Mai 2008 (08.3243, Ernährungskrise und Lebensmittelsicherheit). Im Wesentlichen wurde festgestellt, dass:<\/p><p>- der Selbstversorgungsgrad (SVG) in den Jahren 2004-2006 59 Prozent betrug. Die Schweiz verfügte 1950 über einen vergleichbaren SVG, wobei die Bevölkerungszahl damals deutlich geringer war. Länder mit einem höheren Selbstversorgungsgrad als die Schweiz verfügen auch über eine grössere landwirtschaftliche Nutzfläche pro Einwohner;<\/p><p>- der intensiven Bodennutzung und damit einem weiteren Wachstum der landwirtschaftlichen Produktion durch das Erfordernis der ökologischen Nachhaltigkeit Grenzen gesetzt sind;<\/p><p>- der Flächenverbrauch für die Biotreibstoffproduktion, die Änderung der Konsumgewohnheiten in Ländern mit hohem Wirtschaftswachstum sowie die Spekulation mit Nahrungsmitteln den Anstieg der Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe gefördert haben.<\/p><p>Im Jahre 2006 wurden 3214 Hektaren Ackerland als Bunt- oder Rotationsbrachen bewirtschaftet. Gemessen an der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Schweiz beträgt der Anteil Bunt- und Rotationsbrachen 0,3 Prozent. Veränderungen beim Selbstversorgungsgrad hängen viel stärker von den Faktoren Wetter, Marktpreis und Fläche pro Kopf der Bevölkerung ab. <\/p><p>Die Anlage von 7 Prozent ökologischer Ausgleichsfläche (öAF) auf jedem Landwirtschaftsbetrieb ist ein wesentlicher Bestandteil des ökologischen Leistungsnachweises. In intensiven Ackerbaugebieten sind viehlose Betriebe auf diese Elemente angewiesen, da sie ihren Anteil an öAF nicht mit extensiv und wenig intensiv genutzten Wiesen erfüllen können. Bunt- und Rotationsbrachen sind hier wichtige Elemente der Vernetzung. Buntbrachen erfüllen wertvolle ökologische Funktionen für Fauna und Flora und sind damit durch die Gewährleistung der funktionalen Biodiversität Grundlage für die langfristige Erhaltung der Versorgungssicherheit. Die spezifischen Funktionen von Buntbrachen sind nicht ersetzbar durch andere ökologische Ausgleichsflächen wie Hecken oder extensive Wiesen. In einer durch die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon durchgeführten Evaluation wurde festgehalten, dass Bunt- und Rotationsbrachen ein wirksames Instrument zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität im Ackerbaugebiet sind.<\/p><p>Bunt- und Rotationsbrachen können bei Versorgungsengpässen wieder in die Produktion genommen werden. Anders verhält es sich mit dem irreversiblen Verlust von fruchtbarem Kulturland durch Versiegelung und Verwaldung.<\/p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion."},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>Der Bundesrat wird beauftragt, zum Zwecke einer grösseren Nahrungsmittelproduktion bestimmte gesetzliche Bestimmungen im Landwirtschaftsbereich zu überarbeiten und Brachen und Buntbrachen abzuschaffen. Zur Förderung der Artenvielfalt müssen Mittel eingesetzt werden, welche die Nahrungsmittelproduktion nicht beeinträchtigen.<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Der Ernährung den Vorrang geben"}],"title":"Der Ernährung den Vorrang geben"}