﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>20084023</id><updated>2023-07-28T11:13:52Z</updated><additionalIndexing>2841;Geburt;Spitalkosten;Gynäkologie;Bericht;frühe Kindheit;Krankenkasse;Eltern;Hebamme;Kosten-Nutzen-Analyse</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Mo.</abbreviation><id>5</id><name>Motion</name></affairType><author><councillor><code>2455</code><gender>f</gender><id>405</id><name>Fehr Jacqueline</name><officialDenomination>Fehr Jacqueline</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion S</abbreviation><code>S</code><id>2</id><name>Sozialdemokratische Fraktion</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2008-12-19T00:00:00Z</date><legislativePeriod>48</legislativePeriod><session>4806</session></deposit><descriptors><descriptor><key>L06K010703040102</key><name>Geburt</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K01050206</key><name>Gynäkologie</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L03K020206</key><name>Bericht</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L05K0107010203</key><name>frühe Kindheit</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K01050403</key><name>Hebamme</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L06K070302020501</key><name>Kosten-Nutzen-Analyse</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L04K01030301</key><name>Eltern</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L05K0105050102</key><name>Spitalkosten</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L05K0104010902</key><name>Krankenkasse</name><type>2</type></descriptor></descriptors><drafts><draft><consultation><resolutions><resolution><category><id>5</id><name>Adm</name></category><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2010-12-17T00:00:00Z</date><text>Abgeschrieben, weil nicht innert zwei Jahren abschliessend im Rat behandelt</text><type>32</type></resolution></resolutions></consultation><federalCouncilProposal><code>-</code><date>2009-03-06T00:00:00Z</date><text>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</text></federalCouncilProposal><index>0</index><links /><preConsultations /><references /><relatedDepartments><relatedDepartment><abbreviation>EDI</abbreviation><id>4</id><name>Departement des Innern</name><leading>true</leading></relatedDepartment></relatedDepartments><states><state><date>2008-12-19T00:00:00</date><id>24</id><name>Im Rat noch nicht behandelt</name></state><state><date>2010-12-17T00:00:00</date><id>229</id><name>Erledigt</name></state></states><texts /></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>2455</code><gender>f</gender><id>405</id><name>Fehr Jacqueline</name><officialDenomination>Fehr Jacqueline</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion S</abbreviation><code>S</code><id>2</id><name>Sozialdemokratische Fraktion</name></faction><type>author</type></role></roles><shortId>08.4023</shortId><state><id>229</id><name>Erledigt</name><doneKey>0</doneKey><newKey>0</newKey></state><texts><text><type><id>6</id><name>Begründung</name></type><value>&lt;p&gt;Jedes dritte Kind in der Schweiz kommt per Kaiserschnitt auf die Welt. Viele dieser Kaiserschnitte sind nicht medizinisch, sondern ökonomisch begründet. Eine Geburt per Kaiserschnitt ist für die Gesundheit von Mutter und Kind riskanter als eine natürliche Geburt. Das Risiko der Neugeborenen, wegen Atemproblemen auf die Neugeborenenabteilung verlegt zu werden, ist für Kaiserschnitt-Kinder doppelt so hoch wie für Kinder, die vaginal geboren werden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nur gerade zwei Prozent der Frauen wünschen sich eine Geburt per Kaiserschnitt. Die Risiken für die Mutter sind denn auch beträchtlich. Doppelt so viele Frauen, die ihre Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt bringen, leiden an Folgeproblemen wie anhaltenden Schmerzen und Infektionen. Zudem steigt das Risiko auf Komplikationen bei Folgeschwangerschaften beträchtlich an. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Während sie für den Arzt oder die Ärztin ökonomisch lukrativer ist, kommt eine Kaiserschnittgeburt die Krankenversicherung teurer zu stehen als eine vaginale Geburt. Erstaunlich ist vor diesem Hintergrund, dass die Krankenversicherungen der zunehmenden Kaiserschnittrate tatenlos zusehen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Um den Trend zu immer mehr Kaiserschnittgeburten zu brechen, brauchen die Schwangeren bessere Informationen. Diese müssen in erster Linie durch die Hebammen erfolgen, weil diese keinen direkten Nutzen vom Entscheid der Frauen haben. Vor allem braucht es aber klare Richtlinien, nach denen die medizinische Notwendigkeit von Kaiserschnittgeburten beurteilt werden kann. Nach einer Erprobungsphase müssen diese Richtlinien rechtlichen Status erhalten.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>14</id><name>Antwort BR / Büro</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat hat in seiner Antwort auf die Frage Fehr Jacqueline (08.5392) bereits zur Entwicklung der Kaiserschnittraten Stellung genommen. Deren Anstieg ist ein in allen industrialisierten Ländern zu beobachtendes Phänomen, das gesellschaftliche und juristische Ursachen hat. Möglicherweise spielen auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Die Indikation zum Kaiserschnitt wird im Einzelfall durch den Arzt bzw. die Ärztin gemeinsam mit der Gebärenden gestellt. Dabei findet eine Risikoabwägung statt, die sich nach der möglichen Beeinträchtigung des Kindeswohls und des Wohls der Mutter zu richten hat. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Bundesrat hat Verständnis für die Besorgnis der Motionärin, dass die Kaiserschnittraten in den letzten Jahren angestiegen sind und dass in der Praxis die Indikation zu einem Kaiserschnitt vermutlich häufiger als medizinisch notwendig gestellt wird. Er ist der Ansicht, dass ärztliche Leitlinien eine gängige Möglichkeit darstellen, die Qualität der Indikationsstellung zu verbessern und auf diesem Weg die Angemessenheit der Leistungen im Einzelfall sicherzustellen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat deshalb bereits vor zwei Jahren der zuständigen Fachgesellschaft vorgeschlagen, Leitlinien für verschiedene geburtshilfliche Leistungen zu erarbeiten. Es wird diesem Anliegen gegenüber der Fachgesellschaft nochmals Nachdruck verleihen. Zudem wird das Eidgenössische Departement des Innern bzw. das BAG die Frage der Angemessenheit von medizinischen Leistungen im Allgemeinen und von Kaiserschnitten im Besonderen mit den Partnern angehen und gegebenenfalls in der zuständigen Fachkommission aufnehmen. Dem Anliegen der Motion wird damit hinreichend Rechnung getragen. Der Bundesrat sieht keinen weitergehenden Handlungsbedarf und lehnt die Motion daher ab.&lt;/p&gt;  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit dem schweizerischen Hebammenverband, der Gesellschaft für Gynäkologie, den Kantonen und den Krankenversicherungen Richtlinien zu erarbeiten, nach denen die medizinische Notwendigkeit eines Kaiserschnitts beurteilt werden kann.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Richtlinien für Kaiserschnitte</value></text></texts><title>Richtlinien für Kaiserschnitte</title></affair>