{"id":20103591,"updated":"2023-07-27T19:55:55Z","additionalIndexing":"55;multinationales Unternehmen;Futtermittel;Saatgut;Nahrungsmittel;Unabhängigkeit in der Nahrungsmittelversorgung;Konzentration wirtschaftlicher Macht","affairType":{"abbreviation":"Ip.","id":8,"name":"Interpellation"},"author":{"councillor":{"code":2569,"gender":"f","id":806,"name":"Graf Maya","officialDenomination":"Graf Maya"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion G","code":"G","id":6,"name":"Grüne Fraktion"},"type":"author"},"deposit":{"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2010-06-18T00:00:00Z","legislativePeriod":48,"session":"4814"},"descriptors":[{"key":"L04K07030102","name":"Konzentration wirtschaftlicher Macht","type":1},{"key":"L05K1401080205","name":"Saatgut","type":1},{"key":"L03K140203","name":"Nahrungsmittel","type":1},{"key":"L05K1401010401","name":"Futtermittel","type":1},{"key":"L06K070306010701","name":"multinationales Unternehmen","type":1},{"key":"L04K10010107","name":"Unabhängigkeit in der Nahrungsmittelversorgung","type":2}],"drafts":[{"consultation":{"resolutions":[{"category":{"id":2,"name":"Diskussion"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2010-10-01T00:00:00Z","text":"Diskussion verschoben","type":29},{"category":{"id":5,"name":"Adm"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2012-06-15T00:00:00Z","text":"Abgeschrieben, weil nicht innert zwei Jahren abschliessend im Rat behandelt","type":32}]},"federalCouncilProposal":{"date":"2010-08-25T00:00:00Z"},"index":0,"links":[],"preConsultations":[],"references":[],"relatedDepartments":[{"abbreviation":"WBF","id":8,"name":"Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung","leading":true}],"states":[{"date":"\/Date(1276812000000+0200)\/","id":24,"name":"Im Rat noch nicht behandelt"},{"date":"\/Date(1339711200000+0200)\/","id":229,"name":"Erledigt"}],"texts":[]}],"language":"de","priorityCouncils":[{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N","priority":1}],"relatedAffairs":[],"roles":[{"councillor":{"code":2670,"gender":"m","id":3867,"name":"Aebi Andreas","officialDenomination":"Aebi Andreas"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2745,"gender":"m","id":4032,"name":"Jans Beat","officialDenomination":"Jans"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2496,"gender":"f","id":472,"name":"Haller Vannini Ursula","officialDenomination":"Haller"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2692,"gender":"m","id":3889,"name":"Hodgers Antonio","officialDenomination":"Hodgers"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2354,"gender":"f","id":273,"name":"Gadient Brigitta M.","officialDenomination":"Gadient"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2685,"gender":"m","id":3882,"name":"Girod Bastien","officialDenomination":"Girod"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2727,"gender":"m","id":3924,"name":"van Singer Christian","officialDenomination":"van Singer"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2333,"gender":"m","id":241,"name":"Zisyadis Josef","officialDenomination":"Zisyadis"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2710,"gender":"f","id":3907,"name":"Thorens Goumaz Adèle","officialDenomination":"Thorens Goumaz"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2023,"gender":"m","id":724,"name":"Brélaz Daniel","officialDenomination":"Brélaz"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2743,"gender":"f","id":4030,"name":"Birrer-Heimo Prisca","officialDenomination":"Birrer-Heimo"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2700,"gender":"f","id":3897,"name":"Moser Tiana Angelina","officialDenomination":"Moser"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2611,"gender":"m","id":1158,"name":"Lang Josef","officialDenomination":"Lang"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2716,"gender":"f","id":3913,"name":"Wyss Brigit","officialDenomination":"Wyss Brigit"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2672,"gender":"f","id":3869,"name":"Bänziger Marlies","officialDenomination":"Bänziger"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2689,"gender":"m","id":3886,"name":"Grunder Hans","officialDenomination":"Grunder"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2497,"gender":"m","id":473,"name":"Hassler Hansjörg","officialDenomination":"Hassler"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2569,"gender":"f","id":806,"name":"Graf Maya","officialDenomination":"Graf Maya"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion G","code":"G","id":6,"name":"Grüne Fraktion"},"type":"author"}],"shortId":"10.3591","state":{"id":229,"name":"Erledigt","doneKey":"0","newKey":0},"texts":[{"type":{"id":6,"name":"Begründung"},"value":"<p>In der Saatgutbranche ist seit Jahren ein massiver horizontaler Konzentrationsprozess zu beobachten. Immer weniger, dafür umso grösser werdende Konzerne dominieren den Markt. Während die zehn grössten Konzerne 1985 zusammen noch einen Anteil von unter 20 Prozent des Saatgutmarktes besassen, waren es im Jahr 2007 bereits 67 Prozent. Massiv ist auch die Zunahme der drei grössten Konzerne. Beim Maissaatgut betrug im Jahr 2006 der Marktanteil der drei grössten Produzenten 57 Prozent, bei den Sojabohnen 55 Prozent und 54 Prozent bei der Baumwolle (Seedquest 2007). <\/p><p>Ein weiteres Problem, welches der Weltlandwirtschaftsrat anspricht, ist der negative Einfluss auf die Saatgutpreise. So sind die Preise für Baumwollsaatgut seit der Einführung von gentechnisch veränderter Baumwolle in den USA um das Drei- bis Vierfache angestiegen, und auch in den Entwicklungsländern ist es beim Baumwollsaatgut zu einer substanziellen Preiserhöhung gekommen (Iowa State University 2007, zitiert nach IAASTD 2008).<\/p><p>Die Schweiz wird von diesem globalen Prozess miterfasst. Es gibt nur Schätzungen, aber keine gesicherten Zahlen. Die Konzentration des Saatgutmarktes auf ein paar wenige Anbieter hat langfristig grosse Auswirkungen auf die Situation der Produzenten, der Konsumentinnen und auf die Biodiversität. Eine Erhebung der aktuellen Situation ist deshalb dringend notwendig.<\/p>"},{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>Zur \"Saatgutbranche\" werden sowohl Züchtungsfirmen als auch Saatgut-Produktionsfirmen gezählt, weshalb bei der Antwort zwischen Züchtung und Saatgutproduktion unterschieden wird.<\/p><p>Die Züchtung von landwirtschaftlichen Pflanzensorten findet in Europa (EU-27, CH) noch überwiegend in KMU-Unternehmen statt. Die Pflanzenzüchtung wird aber fachlich und methodisch immer anspruchsvoller, was den Druck zu Konzentration und Kooperation erhöht (EU-Kommission, Evaluation of seed legislation, 2009). Entsprechend beteiligen sich zunehmend auch grössere Konzerne an der Aufgabe.<\/p><p>Die Saatgutproduktion erfolgt für \"grosse\" Kulturen (Getreide, Kartoffeln und Futterpflanzen) in Europa in der Regel durch regionale, genossenschaftlich organisierte Vermehrungsorganisationen, die sich in bäuerlicher Hand befinden. Bei weiteren wichtigen Kulturen wie Raps, Zuckerrüben und den Gemüsesorten erfolgt die Saatgutproduktion mehrheitlich durch die Züchter selbst.<\/p><p>Schweizer Lebens- und Futtermittel für den Grundbedarf entstammen annähernd zu 100 Prozent aus in Europa gezüchteten Sorten. Der Selbstversorgungsgrad hinsichtlich Sorten und Saatgut liegt in der Schweiz zwischen 0 Prozent (Raps, Zuckerrüben) und 100 Prozent (Dinkel). Beim Weizen stammen etwa 80 Prozent der Sorten und etwa 95 Prozent des Saatguts aus der Schweiz. Gerste, Roggen und Hafer werden in der Schweiz nicht gezüchtet. Für Lebens- und Futtermittel ausländischer Herkunft kann der Bundesrat nicht feststellen, in welchen Strukturen die Sorten gezüchtet und das Saatgut produziert wurde.<\/p><p>Durch seine Forschungsanstalten Agroscope züchtet der Bund Sorten von Weizen, Triticale, Soja, Gräsern, Klee, Rebe, Apfel, Aprikose und Medizinalpflanzen. Die Züchtung von Mais und Dinkel findet in kleinen Züchtungsunternehmen in der Schweiz (DSP Delley AG, Getreidezüchtung Peter Kunz) statt. Bei den genannten Arten ist damit sichergestellt, dass der schweizerischen Lebensmittel- und Futtermittelkette optimal angepasste, d. h. umweltschonend anbaubare und ertragreiche Sorten zur Verfügung stehen. Seit 2009 betreibt die Schweiz zusammen mit der EU einen gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Arten. Damit steht den Schweizer Produzenten ein grosser Sortenpool zur Verfügung, aus welchem sie die für ihre Anforderungen am besten geeigneten Sorten auswählen.<\/p><p>Derzeit sieht der Bundesrat keine Gefahr einer für die Schweizer Landwirtschaft und die Konsumentinnen und Konsumenten nachteiligen Konzentration der Saatgutbranche in Europa. Er verfolgt die Entwicklung und leistet durch die Züchtungsprojekte bei Agroscope einen aktiven Beitrag zu einem standortangepassten Sortenangebot.<\/p><p>Die angesprochene Verteuerung des Saatguts trifft für die Schweiz, zumindest für die wichtigsten landwirtschaftlichen Arten, nicht zu. Die Saatgutpreise sind parallel zu den Produzentenpreisen für Brot- und Futtergetreide sowie Speisekartoffeln in den vergangenen Jahren gesunken.<\/p>  Antwort des Bundesrates."},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>Diverse Studien weisen auf einen zunehmenden und rasanten Konzentrationsprozess in der Saatgutbranche auf internationaler Ebene hin. Unsere Lebensmittelproduktion wird je länger, je mehr von wenigen Saatgutunternehmen kontrolliert. Genaue Zahlen und mögliche Auswirkungen für die Schweiz sind nicht bekannt. <\/p><p>Ich bitte deshalb den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten: <\/p><p>1. Weiss er, wie stark der Konzentrationsprozess der Saatgutbranche bereits fortgeschritten ist<\/p><p>- bei Lebens- und Futtermitteln, die in der Schweiz konsumiert werden (Getreide, Gemüse, Früchte usw.)?<\/p><p>- bei Lebens- und Futtermitteln, die in der Schweiz produziert werden?<\/p><p>2. Falls diese Zahlen unbekannt sind: Ist er bereit, diese Zahlen zu erheben?<\/p><p>3. Welche Gefahren sieht er bei einer zunehmenden Konzentration des Saatgutmarktes?<\/p><p>4. Welche Möglichkeiten sieht er, um Massnahmen gegen mögliche negative Auswirkungen der Konzentration des Saatgutmarktes zu ergreifen?<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Konzentration in der Saatgutbranche"}],"title":"Konzentration in der Saatgutbranche"}