{"id":20103923,"updated":"2023-07-28T07:51:16Z","additionalIndexing":"2841;Weichmacher;Gesundheitsrisiko;Giftstoff;organisches chemisches Erzeugnis;Kohlenwasserstoff;Getränkeverpackung;Kindernahrung;Lebensmittelsicherheit;Nahrungsmittel","affairType":{"abbreviation":"Ip.","id":8,"name":"Interpellation"},"author":{"councillor":{"code":2477,"gender":"m","id":453,"name":"Bugnon André","officialDenomination":"Bugnon"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion V","code":"V","id":4,"name":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei"},"type":"author"},"deposit":{"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2010-12-07T00:00:00Z","legislativePeriod":48,"session":"4816"},"descriptors":[{"key":"L03K170402","name":"Kohlenwasserstoff","type":1},{"key":"L05K0105060602","name":"Lebensmittelsicherheit","type":1},{"key":"L03K140203","name":"Nahrungsmittel","type":1},{"key":"L04K01050510","name":"Gesundheitsrisiko","type":1},{"key":"L05K0602010402","name":"Giftstoff","type":2},{"key":"L05K0705010110","name":"Weichmacher","type":2},{"key":"L05K0705010208","name":"organisches chemisches Erzeugnis","type":2},{"key":"L06K070101010202","name":"Getränkeverpackung","type":2},{"key":"L05K1402030308","name":"Kindernahrung","type":2}],"drafts":[{"consultation":{"resolutions":[{"category":{"id":3,"name":"Normal"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2011-03-18T00:00:00Z","text":"Erledigt","type":30}]},"federalCouncilProposal":{"date":"2011-02-23T00:00:00Z"},"index":0,"links":[],"preConsultations":[],"references":[],"relatedDepartments":[{"abbreviation":"EDI","id":4,"name":"Departement des Innern","leading":true}],"states":[{"date":"\/Date(1291676400000+0100)\/","id":24,"name":"Im Rat noch nicht behandelt"},{"date":"\/Date(1300402800000+0100)\/","id":229,"name":"Erledigt"}],"texts":[]}],"language":"de","priorityCouncils":[{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N","priority":1}],"relatedAffairs":[],"roles":[{"councillor":{"code":2673,"gender":"m","id":3870,"name":"Baettig Dominique","officialDenomination":"Baettig"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2710,"gender":"f","id":3907,"name":"Thorens Goumaz Adèle","officialDenomination":"Thorens Goumaz"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2650,"gender":"f","id":1293,"name":"John-Calame Francine","officialDenomination":"John-Calame"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2714,"gender":"m","id":3911,"name":"Voruz Eric","officialDenomination":"Voruz"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2700,"gender":"f","id":3897,"name":"Moser Tiana Angelina","officialDenomination":"Moser"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2622,"gender":"m","id":1145,"name":"Perrin Yvan","officialDenomination":"Perrin"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2487,"gender":"m","id":463,"name":"Favre Charles","officialDenomination":"Favre Charles"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2587,"gender":"f","id":1144,"name":"Brunschwig Graf Martine","officialDenomination":"Brunschwig Graf"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2477,"gender":"m","id":453,"name":"Bugnon André","officialDenomination":"Bugnon"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion V","code":"V","id":4,"name":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei"},"type":"author"}],"shortId":"10.3923","state":{"id":229,"name":"Erledigt","doneKey":"0","newKey":0},"texts":[{"type":{"id":6,"name":"Begründung"},"value":"<p>BPA ist eine synthetische Substanz und wird für die Herstellung von verschiedenen Kunststoffen verwendet, welche auch für den Kontakt mit Lebensmitteln vorgesehen sind. Es ist ein Bestandteil des Epoxidharzes, welches zur Auskleidung der Innenseite von Konserven- und Getränkedosen verwendet wird. BPA ist auch Bestandteil von Polycarbonat, das u. a. zur Herstellung eines Typs von Schoppenflaschen verwendet wird. Zahlreiche Kunststoffverpackungen enthalten BPA.<\/p><p>Somit ist BPA Bestandteil bestimmter Schoppenflaschen. Durch chemische Abläufe können sich geringe Mengen von BPA mit den Lebensmitteln vermischen und in den menschlichen Körper eindringen. Das BPA vermischt sich mit dem flüssigen Inhalt der Schoppenflaschen, besonders wenn die Flüssigkeit zu heiss ist.<\/p><p>Laut wissenschaftlichen Experten und dem BAG beträgt die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge 50 Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht. Einige in der Schweiz ausgeführte Tests legen dar, dass die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge nicht durch einen unsachgemässen Gebrauch von Schoppenflaschen erreicht wird.<\/p><p>Dennoch könnte laut neuesten Studien BPA auch unterhalb der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge negative reale Auswirkungen haben. Ausserdem besteht das Risiko, dass BPA durch die Haut in den Organismus gelangt. Ein Forscherteam aus Toulouse hat eine Studie durchgeführt, die zeigt, dass BPA auch durch die Haut in den menschlichen Körper gelangen kann. BPA befindet sich auch in hohen Dosen auf Kassenzetteln. Es wird beim Drucken der Kassenzettel als Farbentwickler verwendet.<\/p><p>Aufgrund dieser Studien hat die Europäische Kommission die Verwendung von BPA für Schoppenflaschen ab dem 1. Juni 2011 verboten. Ebenso gedenkt die Kommission, das Verbot auf andere Produkte auszuweiten, falls es neue wissenschaftliche Erkenntnisse geben sollte.<\/p>"},{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>1. Der Bundesrat stützt sich bei seinem Risikomanagement auf die jüngsten wissenschaftlichen Gutachten von anerkannten nationalen und internationalen Agenturen für Lebensmittel- und Chemikaliensicherheit.<\/p><p>Seit 2002 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) das Risiko einer Exposition gegenüber Bisphenol A (BPA) viermal abschliessend beurteilt. In ihrer letzten Beurteilung vom September 2010 kommt die Efsa zum Schluss, dass dieser Stoff für die Gesundheit der Bevölkerung, einschliesslich Neugeborener und Säuglinge, kein Risiko darstellt. Die Weltgesundheitsorganisation kommt in einer unabhängigen Evaluation vom 15. November 2010 zum gleichen Schluss. Sie ist der Ansicht, dass der Kausalzusammenhang zwischen bestimmten Gesundheitsproblemen und einer BPA-Exposition nicht nachgewiesen sei und es verfrüht wäre, Massnahmen der öffentlichen Gesundheit zu ergreifen.<\/p><p>Für den Bundesrat bestätigen diese Gutachten, dass erstens die experimentell festgelegte zulässige Tagesdosis (ADI) für BPA weiterhin gültig ist und dass zweitens die Exposition der Bevölkerung gegenüber BPA heute deutlich unter dem ADI-Wert liegt.<\/p><p>Der Bundesrat ist daher der Ansicht, dass dieser Stoff kein Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung darstellt. Dieser Standpunkt wird auch von den Behörden geteilt, die die BPA-haltigen Schoppenflaschen verboten haben (z. B. Kanada).<\/p><p>2. Zahlreiche Studien über die Toxizität von BPA sind zurzeit noch in Bearbeitung, darunter auch eine Studie über andere Expositionsquellen als Lebensmittel. Die Exposition der Haut wird als weniger bedeutsam eingestuft als die orale Exposition. Um die bis heute vorgenommenen Evaluationen zu überprüfen, hat das Bundesamt für Gesundheit neue Versuche in Auftrag gegeben, die noch im Gange sind. Erste Ergebnisse sind in 18 Monaten zu erwarten.<\/p><p>3. Das Vorsorgeprinzip ist in der schweizerischen Lebensmittelgesetzgebung nicht verankert; es sollte jedoch in das Bundesgesetz über Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände aufgenommen werden, das zurzeit revidiert wird (SR 817.0). In Anbetracht der einstimmigen Meinung der Expertinnen und Experten, dass BPA kein Risiko für Konsumentinnen und Konsumenten darstellt, ist der Bundesrat der Ansicht, dass das Vorsorgeprinzip in diesem Fall klar nicht anwendbar ist.<\/p><p>4. Nach Meinung des Bundesrates basiert der Entscheid der Europäischen Union, Schoppenflaschen aus Polycarbonat zu verbieten, auf dem Vorsorgeprinzip, trägt den wissenschaftlichen Schlüssen der Expertinnen und Experten nicht Rechnung und wirkt sich nur beschränkt auf die Exposition aus. Der Bundesrat hat diesen Standpunkt bereits in seiner Antwort auf die Motionen Zisyadis 08.3303, \"Verbot von Babyflaschen mit Bisphenol A\", und Moser 10.3338, \"Ersatz von Bisphenol A\", sowie in den Fragestunden vom 3. März 2010 (Frage 10.5069) und vom 6. Dezember 2010 (Frage 10.5483) vertreten. Er verfolgt die Entwicklungen in diesem Bereich aufmerksam und ist der Meinung, dass zum jetzigen Zeitpunkt kein Anlass besteht, Massnahmen zum Schutz der Gesundheit oder der Umwelt zu treffen.<\/p>  Antwort des Bundesrates."},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>1. Ist sich der Bundesrat angesichts der vor Kurzem durchgeführten Tests der Gefahr von Bisphenol A (BPA) bewusst?<\/p><p>2. Sind neue Tests über das Eindringen von BPA durch die Haut vorgesehen?<\/p><p>3. Sollten nicht Vorsichtsmassnahmen getroffen und sollte nicht die Verwendung von BPA in Bereichen verboten werden, in denen es in Kontakt mit Menschen kommt?<\/p><p>4. Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat infolge des europäischen Verbotes von BPA in der Schoppenflaschenproduktion zu treffen?<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Ist Bisphenol A wirklich so ungefährlich, wie uns das BAG glauben machen will?"}],"title":"Ist Bisphenol A wirklich so ungefährlich, wie uns das BAG glauben machen will?"}