﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>20123283</id><updated>2023-07-27T21:39:01Z</updated><additionalIndexing>66;Lagerung radioaktiver Abfälle;Evaluation;Standort des Betriebes;Nidwalden;radioaktiver Abfall;Geologie</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Mo.</abbreviation><id>5</id><name>Motion</name></affairType><author><councillor><code>2787</code><gender>m</gender><id>4085</id><name>Vogler Karl</name><officialDenomination>Vogler</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion CE</abbreviation><code>M-E</code><id>3</id><name>Fraktion CVP-EVP</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2012-03-16T00:00:00Z</date><legislativePeriod>49</legislativePeriod><session>4902</session></deposit><descriptors><descriptor><key>L05K0601020302</key><name>Lagerung radioaktiver Abfälle</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K08020302</key><name>Evaluation</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L05K0703040302</key><name>Standort des Betriebes</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K06010109</key><name>radioaktiver Abfall</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K16010402</key><name>Geologie</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L06K030101011201</key><name>Nidwalden</name><type>2</type></descriptor></descriptors><drafts><draft><consultation><resolutions><resolution><category><id>5</id><name>Adm</name></category><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2013-09-26T00:00:00Z</date><text>Zurückgezogen</text><type>17</type></resolution></resolutions></consultation><federalCouncilProposal><code>-</code><date>2012-05-09T00:00:00Z</date><text>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</text></federalCouncilProposal><index>0</index><links /><preConsultations /><references /><relatedDepartments><relatedDepartment><abbreviation>UVEK</abbreviation><id>9</id><name>Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation</name><leading>true</leading></relatedDepartment></relatedDepartments><states><state><date>2012-03-16T00:00:00</date><id>24</id><name>Im Rat noch nicht behandelt</name></state><state><date>2013-09-26T00:00:00</date><id>229</id><name>Erledigt</name></state></states><texts /></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>2787</code><gender>m</gender><id>4085</id><name>Vogler Karl</name><officialDenomination>Vogler</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion CE</abbreviation><code>M-E</code><id>3</id><name>Fraktion CVP-EVP</name></faction><type>author</type></role></roles><shortId>12.3283</shortId><state><id>229</id><name>Erledigt</name><doneKey>0</doneKey><newKey>0</newKey></state><texts><text><type><id>6</id><name>Begründung</name></type><value>&lt;p&gt;Im Sachplan geologische Tiefenlager (SGT) ist der Wellenberg als möglicher Standort für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (SMA) aufgeführt. Zu den geologisch-sicherheitstechnischen Aspekten des Standortgebiets Wellenberg hat der Kanton Nidwalden im November 2010 eine umfassende Stellungnahme abgegeben. Die Stellungnahme des Kantons Nidwalden stützt sich u. a. auf ein Gutachten von Dr. Jon Mosar, Universität Freiburg, betreffend die Tektonik des Standortgebiets Wellenberg. Aufgrund der festgestellten geologischen Komplexität des Untergrundes, der ungünstigen Explorationsverhältnisse und der Schwierigkeit künftiger Prozesse kommt der Gutachter zusammengefasst zum Fazit, dass, entgegen der Nagra, die Eignung des Standortgebiets Wellenberg nicht "als rundum günstig" eingeschätzt wird. Basierend auf den Studien der Nagra und der eigenen Beurteilung, schätzt der Gutachter "den Standort Wellenberg aus der Sicht der Tektonik als einen ungünstigen Standort für die Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen ein". Dies habe zur Folge, so der Gutachter weiter, dass bei einer Gesamtbewertung der Standort Wellenberg wahrscheinlich "als ungeeignet eingestuft werden müsse".&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Allein aufgrund der örtlichen Tektonik kann der Standort Wellenberg nicht als Tiefenlager für radioaktive Abfälle infrage kommen. Eine berechenbare und stabile Tektonik ist für ein sicheres geologisches Tiefenlager zentrale Voraussetzung. Liegt eine solche nicht vor, so kann und darf ein Tiefenlager nicht gebaut werden. Es macht daher keinen Sinn, dass der Standort Wellenberg im laufenden Sachplanverfahren weiter verfolgt wird. Dies umso mehr, als mit dem Verfahren ein sehr hoher Aufwand, verbunden mit hohen Kosten, verbunden ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Weiteren ist bekannt, dass sich die Bevölkerung des Kantons Nidwalden bereits mehrmals gegen ein geologisches Tiefenlager Wellenberg ausgesprochen hat. Ebenfalls bekannt ist, dass die Gemeinde Engelberg fast ausschliesslich vom Tourismus abhängig ist. Ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle ist aber nicht tourismuskompatibel.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>14</id><name>Antwort BR / Büro</name></type><value>&lt;p&gt;In der Vergangenheit sind mehrere ähnlich lautende Anliegen an den Bundesrat herangetragen worden, so z. B. die Frage von Rotz 08.5382, "Meinungswandel im BFE betreffend Wellenberg", und die Anfrage Lang 08.1135, "Atommülllager am Wellenberg". Letztmals äusserte sich der Bundesrat bei der Beantwortung der Frage Keller Peter 12.5094, "Staatspolitisch fragwürdiges Vorgehen bei der Standortfrage eines Atommüll-Tiefenlagers", vom 12. März 2012 zum Wellenberg. Die Zuständigkeiten für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle sind im Kernenergiegesetz vom 21. März 2003 (KEG; SR 732.1) geregelt. Im Rahmen der Beratung dieses Gesetzes haben die eidgenössischen Räte bewusst auf ein Vetorecht der Kantone verzichtet. Die Entsorgung wurde damit zur nationalen Aufgabe erklärt. Das Auswahlverfahren für geologische Standortgebiete richtet sich nach dem Sachplan geologische Tiefenlager (SGT). Der Einbezug und die Mitwirkung der Standortkantone sind im KEG sowie im SGT geregelt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ziel des Auswahlverfahrens ist es, in drei Etappen je einen Standort für ein Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) und für hochaktive Abfälle (HAA) festzulegen. Am 30. November 2011 nahm der Bundesrat die von der Nagra vorgeschlagenen sowie vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi), von der Eidgenössischen Kommission für nukleare Sicherheit (KNS), der Kommission Nukleare Entsorgung (KNE) sowie Swisstopo geprüften und bestätigten sechs Standortgebiete Jura Ost, Jura-Südfuss, Nördlich Lägern, Südranden, Wellenberg und Zürich Nordost in den SGT auf. Der Wellenberg hat wie die anderen fünf Standortgebiete die sicherheitstechnischen Anforderungen der ersten Etappe erfüllt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei der sicherheitstechnischen Überprüfung wurde auch der Expertenbericht Mosar durch das Ensi geprüft und gewürdigt. Während im Expertenbericht Mosar das Standortgebiet ausschliesslich aus Sicht der Tektonik und Seismizität beurteilt worden ist, hat das Ensi bei seiner Gesamtbeurteilung die dem Sachplan zugrunde gelegten 13 sicherheitstechnischen Kriterien berücksichtigt. Die in den Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse (altes Porenwasser, Unterdruckzone im Wellenberg) belegen, dass Erdbeben und tektonische Aktivität die geringe hydraulische Durchlässigkeit des Wellenbergs über geologisch lange Zeiträume nicht beeinträchtigt haben und deshalb seine grundsätzliche Eignung nicht infrage stellen. Das Ensi gelangte zur Ansicht, dass die im Expertenbericht genannten Aspekte und deren Beurteilung fachlich richtig, aber in ihrer Auswirkung auf ein geologisches Tiefenlager einseitig beurteilt worden sind.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Bundesrat nimmt die Anliegen und Befürchtungen der Regionen, die im SGT als mögliche Standorte genannt werden, ernst. Der SGT schreibt deshalb vor, dass in der zweiten Etappe sozioökonomisch-ökologische Studien durchgeführt werden und die Standortregionen eine Strategie, Massnahmen und Projekte für eine nachhaltige Entwicklung erarbeiten. In der dritten Etappe folgen weitere Abklärungen im Hinblick auf ein Monitoring und allfällige Kompensationsmassnahmen. Die Auswirkungen auf den Tourismus sind Teil dieser Abklärungen. Dabei gilt es zu beachten, dass geologische Tiefenlager sowohl positive wie auch negative Auswirkungen auf eine Standortregion haben können. Aufgrund einer Studie (Nukleare Entsorgung in der Schweiz - Untersuchungen der sozio-ökonomischen Auswirkungen von Entsorgungsanlagen, Rütter und Partner, Mai 2006) kam der Bundesrat zum Schluss, dass Entsorgungsanlagen umweltverträglich gebaut und betrieben werden können und insgesamt positive Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft haben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Den Standort Wellenberg aufgrund politischer Überlegungen aus dem jetzt laufenden und breit akzeptierten Verfahren zu nehmen würde eine Verletzung des vom Bundesrat festgelegten Sachplanverfahrens bedeuten. Zudem würde eine unabdingbare Voraussetzung des Föderalismus verletzt: die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung aller Kantone. Mit demselben Recht, wie der Kanton Nidwalden auf seine kantonalen Abstimmungen verweist, könnten sich andere Kantone auf ihre Verfassungs- oder Gesetzesbestimmungen im Zusammenhang mit Atomanlagen berufen und ein Ausscheiden von Standortgebieten verlangen.&lt;/p&gt;  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit das Gebiet Wellenberg (NW/OW) im Rahmen des Sachplans geologische Tiefenlager nicht als möglicher Standort für radioaktive Abfälle weiterverfolgt und auch definitiv als Standort für radioaktive Abfälle ausgeschlossen wird.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Kein Tiefenlager Wellenberg</value></text></texts><title>Kein Tiefenlager Wellenberg</title></affair>