﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>20133536</id><updated>2025-11-14T07:10:04Z</updated><additionalIndexing>2841;junger Mensch;Gesundheitsrisiko;Betäubungsmittel;Kind;Therapeutik;Medikament;Statistik</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Mo.</abbreviation><id>5</id><name>Motion</name></affairType><author><councillor><code>2713</code><gender>m</gender><id>3910</id><name>von Siebenthal Erich</name><officialDenomination>von Siebenthal</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion V</abbreviation><code>V</code><id>4</id><name>Fraktion der Schweizerischen Volkspartei</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2013-06-20T00:00:00Z</date><legislativePeriod>49</legislativePeriod><session>4909</session></deposit><descriptors><descriptor><key>L05K0105030102</key><name>Medikament</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L06K010102010201</key><name>Betäubungsmittel</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L05K0107010205</key><name>Kind</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L05K0107010204</key><name>junger Mensch</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K01050214</key><name>Therapeutik</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L03K020218</key><name>Statistik</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L04K01050510</key><name>Gesundheitsrisiko</name><type>2</type></descriptor></descriptors><drafts><draft><consultation><resolutions><resolution><category><id>3</id><name>Normal</name></category><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2015-06-04T00:00:00Z</date><text>Ablehnung</text><type>22</type></resolution></resolutions></consultation><federalCouncilProposal><code>-</code><date>2013-08-28T00:00:00Z</date><text>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</text></federalCouncilProposal><index>0</index><links /><preConsultations /><references /><relatedDepartments><relatedDepartment><abbreviation>EDI</abbreviation><id>4</id><name>Departement des Innern</name><leading>true</leading></relatedDepartment></relatedDepartments><states><state><date>2013-06-20T00:00:00</date><id>24</id><name>Im Rat noch nicht behandelt</name></state><state><date>2015-06-04T00:00:00</date><id>229</id><name>Erledigt</name></state></states><texts /></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>2679</code><gender>f</gender><id>3876</id><name>Estermann Yvette</name><officialDenomination>Estermann</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2740</code><gender>m</gender><id>4025</id><name>Büchel Roland Rino</name><officialDenomination>Büchel Roland</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2683</code><gender>f</gender><id>3880</id><name>Geissbühler Andrea Martina</name><officialDenomination>Geissbühler</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2595</code><gender>m</gender><id>1127</id><name>Freysinger Oskar</name><officialDenomination>Freysinger</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2713</code><gender>m</gender><id>3910</id><name>von Siebenthal Erich</name><officialDenomination>von Siebenthal</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion V</abbreviation><code>V</code><id>4</id><name>Fraktion der Schweizerischen Volkspartei</name></faction><type>author</type></role></roles><shortId>13.3536</shortId><state><id>229</id><name>Erledigt</name><doneKey>0</doneKey><newKey>0</newKey></state><texts><text><type><id>6</id><name>Begründung</name></type><value>&lt;p&gt;Ritalin und Concerta sind nicht nur Arzneimittel, sondern auch als Betäubungsmittel eingestuft. Deshalb sind laut Bundesamt für Gesundheit (gemäss Schreiben von B. Schulte, Leiterin Facheinheit Biomedizin, vom 3. September 2004) die Anwendenden, die Verschreibenden und die Abgebenden (Ärzte und Apotheker) zur Buchführung verpflichtet, und der Weg dieser Medikamente kann genau verfolgt werden. Hersteller und Vertreiber müssen Swissmedic Abzüge der Lieferscheine abgeben sowie über den Verkehr mit Betäubungsmitteln berichten. Daher kann ermittelt werden, welche Mengen an wen verschrieben wurden. Da für diese Erhebung keine Patientendaten offengelegt werden müssen, wird das Patientenrecht (Geheimhaltung) nicht verletzt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Anhand dieser konkreten Zahlen wird es möglich, allfällige weitere Massnahmen zu bestimmen. Ritalin und Concerta sind als Betäubungsmittel klassifiziert, und gemäss Studie der Vereinten Nationen wird diesen Psychopharmaka ein erhöhtes Suchtpotenzial attestiert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Obwohl Methylphenidat unter gewissen Umständen beruhigend wirkt, ist es gleichzeitig ein potentes Stimulans, welches auch als Strassendroge unter dem Namen Kiddie-Koks gehandelt wird.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei der Einnahme von Ritalin und Concerta können ernste Nebenwirkungen auftreten. Man kann, wie der Hersteller einräumt, davon abhängig werden. Im Juni 2005 veröffentlichte die US Food and Drug Administration eine Reihe von Warnungen, wonach Ritalin und ihm verwandte Substanzen visuelle Halluzinationen, Selbstmordgedanken, psychotisches Verhalten sowie Aggressionen oder gewalttätiges Verhalten auslösen können. Seit 2011 warnt auch Swissmedic auf ihrer Website: "Auch zu psychiatrischen Störungen kann es kommen, wie Angst und Schlaflosigkeit, oder zu Gedanken von Lebensüberdruss und Todeswünschen (Suizidgedanken). Suizidales Verhalten kann verstärkt oder auch ausgelöst werden." Eltern müssen über dieses Gefahrenpotenzial informiert werden.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>14</id><name>Antwort BR / Büro</name></type><value>&lt;p&gt;Die zunehmende Verschreibung von methylphenidathaltigen Arzneimitteln wie Ritalin, Concerta oder ähnlichen Psychopharmaka zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) führt zu kontroversen Diskussionen in Gesellschaft und Politik. Im Vordergrund steht dabei die grundsätzliche Frage, ob die Verschreibung von Psychopharmaka an Kinder und Jugendliche mit ADHS angemessen ist. In der Fachschaft dreht sich die Auseinandersetzung weniger um die Wirksamkeit und Angemessenheit der Behandlung an sich als um die Frage, wie und unter welchen Umständen ein methylphenidathaltiges Arzneimittel ein wirksames Therapeutikum darstellt. Dabei besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass eine Verschreibung von methylphenidathaltigen Arzneimitteln in der Regel in eine psychotherapeutische Behandlung eingebettet sein sollte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Methylphenidat ist die am weitesten verbreitete Substanz für die medikamentöse Behandlung von ADHS. Die Wirksamkeit dieser Behandlung konnte in mehreren klinischen Studien nachgewiesen werden. Zur Überprüfung der Verschreibungspraxis beauftragte das Bundesamt für Gesundheit die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), eine Analyse der Verschreibung auf der Grundlage der Daten der Kosten-Leistung-Statistik der sozialen Krankenversicherung durchzuführen. Dabei wurden Daten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung von drei Schweizer Krankenversicherungen über die Jahre 2005 bis 2008 ausgewertet.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Analyse der ZHAW aus dem Jahr 2012 ergibt folgendes Bild: Der Anteil an Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren, denen methylphenidathaltige Arzneimittel verschrieben wurden, ist in der Schweiz zwischen 2005 und 2008 von 0,61 Prozent auf 0,85 Prozent gestiegen. Der Anteil der Zwölfjährigen ist am höchsten, mit steigendem Alter nehmen die Verschreibungen ab. Knaben werden bedeutend häufiger als Mädchen mit methylphenidathaltigen Arzneimitteln behandelt. Bei drei Vierteln aller Bezügerinnen und Bezüger liegt die geschätzte Einnahmedauer unter einem Jahr. Konkrete Hinweise, dass methylphenidathaltige Arzneimittel nicht gemäss den Fachinformationen der Swissmedic verschrieben werden, liegen nicht vor.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie der Motionär ausführt, ist es im Grundsatz möglich, den Weg dieser Arzneimittel zu verfolgen. In der Praxis würde jedoch das Anliegen der Motion, "verbindliche" Zahlen zu beschaffen, eine in personeller und finanzieller Hinsicht ausgesprochen aufwendige und zeitintensive Untersuchung bei der Ärzteschaft, den Krankenversicherern und den Apotheken in der Schweiz bedingen. Ob die dafür notwendige Kooperationsbereitschaft aller involvierten Stellen angesichts des immensen Aufwandes vorhanden wäre, muss bezweifelt werden. Zudem sind die Zuständigkeiten und Kontrollprozesse in den Kantonen unterschiedlich geregelt. Aus Gründen der Verhältnismässigkeit zwischen Ressourceneinsatz und möglichem Erkenntnisgewinn hält der Bundesrat eine solche Untersuchung für nicht zielführend und beantragt die Ablehnung der Motion.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Bundesrat verweist in diesem Zusammenhang auf seine Bereitschaft, bis Ende 2014 einen Bericht in Erfüllung der Postulate Fehr Jacqueline 09.3665, "Studie zur Medikamentenabhängigkeit und zur Bedeutung der Medikamente als 'smart drugs'", Ingold 13.3157, "Human Enhancement. Hirndoping", und SGK-N 13.3012, "Verschreibung und Anwendung von leistungssteigernden Substanzen", zu erstellen. Dieser Bericht wird unter anderem die Verschreibung von methylphenidathaltigen Arzneimitteln zum Gegenstand haben. Dabei wird auch geprüft werden, welche Voraussetzungen geschaffen werden könnten, um die Verschreibungspraxis systematisch und langfristig sowie mit einem verhältnismässigen Ressourcenaufwand zu verfolgen.&lt;/p&gt;  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat wird beauftragt, verbindliche Zahlen zu erheben, wie viele Kinder und Jugendliche mit Ritalin, Concerta und ähnlichen Psychopharmaka behandelt werden, um ein gewünschtes Verhalten zu erzielen. Weiter ist die Öffentlichkeit über die schädlichen Nebenwirkungen dieser Präparate in objektiver Weise zu informieren und auch auf andere Möglichkeiten hinzuweisen.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Ritalin-Abgabe</value></text></texts><title>Ritalin-Abgabe</title></affair>