﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>20143215</id><updated>2023-07-28T06:49:09Z</updated><additionalIndexing>34;Dokumentenerwerb;Buchindustrie;Sozialwissenschaften;Verlag;Buch;Internet;Hochschulforschung</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Ip.</abbreviation><id>8</id><name>Interpellation</name></affairType><author><councillor><code>2629</code><gender>f</gender><id>1148</id><name>Savary Géraldine</name><officialDenomination>Savary</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion S</abbreviation><code>S</code><id>2</id><name>Sozialdemokratische Fraktion</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>SR</abbreviation><id>2</id><name>Ständerat</name><type>S</type></council><date>2014-03-20T00:00:00Z</date><legislativePeriod>49</legislativePeriod><session>4912</session></deposit><descriptors><descriptor><key>L03K160301</key><name>Sozialwissenschaften</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L05K1202031001</key><name>Verlag</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L05K1202030301</key><name>Buch</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K16020105</key><name>Hochschulforschung</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L05K1202020105</key><name>Internet</name><type>1</type></descriptor><descriptor><key>L04K12020303</key><name>Buchindustrie</name><type>2</type></descriptor><descriptor><key>L04K12040201</key><name>Dokumentenerwerb</name><type>2</type></descriptor></descriptors><drafts><draft><consultation><resolutions><resolution><category><id>3</id><name>Normal</name></category><council><abbreviation>SR</abbreviation><id>2</id><name>Ständerat</name><type>S</type></council><date>2014-06-16T00:00:00Z</date><text>Erledigt</text><type>30</type></resolution></resolutions></consultation><federalCouncilProposal><date>2014-05-21T00:00:00Z</date></federalCouncilProposal><index>0</index><links /><preConsultations /><references /><relatedDepartments><relatedDepartment><abbreviation>WBF</abbreviation><id>8</id><name>Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung</name><leading>true</leading></relatedDepartment></relatedDepartments><states><state><date>2014-03-20T00:00:00</date><id>24</id><name>Im Rat noch nicht behandelt</name></state><state><date>2014-06-16T00:00:00</date><id>229</id><name>Erledigt</name></state></states><texts /></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>SR</abbreviation><id>2</id><name>Ständerat</name><type>S</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>2721</code><gender>m</gender><id>3918</id><name>Luginbühl Werner</name><officialDenomination>Luginbühl</officialDenomination></councillor><type>cosign</type></role><role><councillor><code>2629</code><gender>f</gender><id>1148</id><name>Savary Géraldine</name><officialDenomination>Savary</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion S</abbreviation><code>S</code><id>2</id><name>Sozialdemokratische Fraktion</name></faction><type>author</type></role></roles><shortId>14.3215</shortId><state><id>229</id><name>Erledigt</name><doneKey>0</doneKey><newKey>0</newKey></state><texts><text><type><id>6</id><name>Begründung</name></type><value>&lt;p&gt;Verlage, die sich auf die Veröffentlichung von sozialwissenschaftlichen Werken spezialisiert haben, bringen die Arbeiten unserer Universitätsangehörigen und unserer Forscherinnen und Forscher in Umlauf. Ausserdem machen sie die Arbeiten anderen Forschenden, aber auch den Bürgerinnen und Bürgern in der Schweiz und im Ausland bekannt. Die Verlage beteiligen sich damit an der Information, die die Wissenschaft der Zivilgesellschaft zur Verfügung stellen soll, und tragen so zur demokratischen Debatte über die Herausforderungen der Gesellschaft bei.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Veröffentlichung der sozialwissenschaftlichen Bücher muss finanziell unterstützt werden, da im Vorfeld nicht abgeschätzt werden kann, wie rentabel sie sein werden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Schweizerische Nationalfonds, eine der traditionellen Stützen für diese Art der Veröffentlichung, ändert gegenwärtig seine Politik zugunsten einer ausschliesslich digitalen Veröffentlichung und einer sehr raschen Bereitstellung von digitalen Büchern in Open Access, also ohne Kosten für die Leserinnen und Leser.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diese plötzliche Änderung der Politik beunruhigt die Verlage. Obschon sie das Aufkommen des elektronischen Buches nicht ablehnen, halten sie es für unerlässlich, dass die gedruckte Version weiterhin zugänglich bleibt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zudem muss der Übergang zur digitalen Version ihrer Meinung nach mit der nötigen Vorsicht geschehen, und der finanzielle Rückfluss ihrer Arbeit muss angemessen sein. Sonst besteht das Risiko, dass Verlage, die seit Jahrzehnten bestehen, von der Bildfläche verschwinden.&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>14</id><name>Antwort BR / Büro</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat hat sich in seinen Antworten auf die Interpellation "Zugänglichkeit öffentlicher Forschungsarbeiten. Open Access" (07.3340) und auf die Motion "Forschungsergebnisse sichern und zugänglich machen" (08.3199) eingehend mit der Thematik des Open Access (OA) befasst.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gemäss Leistungsvereinbarung für die Jahre 2013-2016 mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft ist der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) verpflichtet, durch ihn geförderte wissenschaftliche Publikationen möglichst ohne Zeitverzug weltweit und kostenlos zugänglich zu machen. OA erfährt sowohl bei den Hochschulen als auch bei den Forschungsförderorganisationen weltweit zunehmende Unterstützung. Lag der Fokus bisher auf OA-Zeitschriftenartikeln, so rücken vermehrt auch E-Books in den Vordergrund. Darüber hinaus verstärkt sich die Entwicklung hin zu Open Science, bei welcher OA sowie auch Open Data wichtige Bestandteile sind.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In Einklang mit den internationalen Entwicklungen und in Absprache mit den Hochschulen hat der SNF per 1. Oktober 2013 eine vorerst bis Ende 2016 begrenzte OA-Förderungsmassnahme eingeführt. Vom SNF finanzierte Forscherinnen und Forscher können Kosten für Publikationen in reinen OA-Zeitschriften im Rahmen der bewilligten Projektbudgets geltend machen. Zudem präzisierte der SNF seine OA-Politik bezüglich des "grünen Wegs" (Selbstarchivierung in einem institutionellen oder fachlichen Repositorium oder auf der persönlichen Webseite zusätzlich zur erfolgten Publikation in einer Zeitschrift) dahingehend, dass er neu eine maximale Sperrfrist - Zeitraum zwischen Publikation und offenem Zugang - von sechs Monaten als angemessen erachtet. Parallel dazu konzipierte der SNF die Publikationsförderung für Monografien und Editionen, die namentlich in den Geisteswissenschaften von Bedeutung sind, neu, um ebenfalls den internationalen Entwicklungen hinsichtlich Digitalisierung und OA Rechnung zu tragen:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- Ausweitung der OA-Politik des SNF auf Monografien und Editionen mit einer Sperrfrist von längstens 24 Monaten;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- Finanzierung von ausschliesslich digitalen Buchveröffentlichungen;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- zwei Arten der Publikationsförderung: (i) Buchpublikationen, die im Rahmen eines SNF-Forschungsprojekts entstehen, werden als anrechenbare Kosten bei den Projektbeiträgen integriert. (ii) Das Förderungsinstrument der Publikationsbeiträge wird dementsprechend auf unabhängige Buchpublikationen (Forschung ist nicht vom SNF finanziert) begrenzt. Bei beiden Arten werden ausschliesslich Qualifikationsschriften, Monografien und Editionen unterstützt, die digital und - nach Ablauf der Sperrfrist - Open Access erscheinen;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- Abgeltung der verlegerischen Leistungen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vor diesem Hintergrund kann der Bundesrat, gestützt auf die Analysen des SNF, die einzelnen Fragen wie folgt beantworten:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. Das gedruckte Buch gilt insbesondere in den Geisteswissenschaften als zentrale Publikationsform und ist für die Reputation und die Karriereentwicklung von Forschenden in geisteswissenschaftlichen Disziplinen von grosser Bedeutung. Auf internationaler und europäischer Ebene herrscht zwischen den Forschungsförderungsorganisationen, vereinigt im Global Research Council, Einigkeit, dass die digitale Publikationsform sowie der weltweite und kostenlose offene Zugang der Wissenschaftsgemeinschaft und weiteren Akteuren eine Reihe von Vorteilen bringen und zu besserer Forschung führen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Scientific Committee von Science Europe ermuntert speziell die Geisteswissenschaften, davon zu profitieren. Zahlreiche Verlagshäuser sind daran, ihre bisherigen Geschäftsmodelle zu überprüfen und den sich ändernden Bedürfnissen der Wissenschaft anzupassen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2./3. Die Grundlagen und Standards der OA-Politik werden auf internationaler und europäischer Ebene in den entsprechenden Gremien der Organisationen der Forschungsförderung, wie Global Research Council und Science Europe (Vereinigung der europäischen Forschungsförderungsorganisationen), erarbeitet und approbiert. So wurde im Mai 2013 der "Global Research Council Action Plan to Open Access" verabschiedet. Der SNF verfolgt die Entwicklungen seit der Lancierung der Berliner Erklärung&lt;b&gt;&lt;/b&gt;über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen vom 22. Oktober 2003 sehr genau. Sein Beitragsreglement und die Leistungsvereinbarungen mit dem Bund verpflichten den SNF, den offenen Zugang zu von ihm finanzierten Forschungsergebnissen zu gewährleisten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;4. Die Neuerungen, die der SNF per 1. Juli 2014 einführt, stützen sich namentlich auf die im Rahmen von Science Europe erarbeiteten Grundlagen und Standards. Zudem fanden auf Schweizer Ebene gemäss Information des SNF Treffen mit Verlagsvertretern und -vertreterinnen statt. Der SNF ist dabei den Anliegen der Verlage entgegengekommen, soweit sich dies mit seinen Förderungszielen vereinbaren liess. So wird namentlich die Sperrfrist für digitale Buchpublikationen, deren Herstellung vom SNF mitfinanziert wurde, auf 24 Monate festgelegt. Der Fonds zur wissenschaftlichen Forschung (FWF) in Österreich verlangt eine zeitgleiche frei zugängliche Veröffentlichung von FWF-finanzierten Publikationen in der eigenen E-Book-Library, ansonsten kürzt er die Beiträge, und auch die holländische Förderorganisation (NWO) unterstützt ausschliesslich aus NWO-Forschungsprojekten resultierende Publikationen, die zeitgleich Open Access geschaltet werden.&lt;/p&gt;  Antwort des Bundesrates.</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Der Bundesrat wird aufgefordert, zu folgenden Fragen Auskunft zu geben: &lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. Ist der Bundesrat der Meinung, dass sozialwissenschaftliche Fachverlage im sozialen und politischen Leben unseres Landes eine wichtige Rolle spielen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2. Ist der Bundesrat der Meinung, dass der Übergang zur digitalen Veröffentlichung von Büchern ausreichend durchdacht war? Ist er nicht der Meinung, dass mit dem Übergang das Überleben von Verlagen gefährdet ist und damit viele Arbeitsplätze verschwinden könnten?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;3. Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass eine ganzheitlichere Betrachtung, die beispielsweise die in Frankreich gemachten Erfahrungen stärker einbeziehen würde, nötig wäre, bevor eine neue Politik zur Unterstützung des Verlagswesens in den Sozialwissenschaften in die Praxis umgesetzt wird?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;4. Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass der Schweizerische Nationalfonds vor irgendeinem Entscheid mit den Verlegerinnen und Verlegern eine offene Diskussion über die verschiedenen in anderen Ländern geltenden Modelle führen müsste?&lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Open Access. Eine Bedrohung für das Verlagswesen?</value></text></texts><title>Open Access. Eine Bedrohung für das Verlagswesen?</title></affair>