{"id":20153146,"updated":"2023-07-28T06:07:43Z","additionalIndexing":"28;2841","affairType":{"abbreviation":"Mo.","id":5,"name":"Motion"},"author":{"councillor":{"code":2679,"gender":"f","id":3876,"name":"Estermann Yvette","officialDenomination":"Estermann"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion V","code":"V","id":4,"name":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei"},"type":"author"},"deposit":{"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2015-03-17T00:00:00Z","legislativePeriod":49,"session":"4917"},"descriptors":[],"drafts":[{"consultation":{"resolutions":[{"category":{"id":5,"name":"Adm"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2017-03-17T00:00:00Z","text":"Abgeschrieben, weil nicht innert zwei Jahren abschliessend im Rat behandelt","type":32}]},"federalCouncilProposal":{"code":"-","date":"2015-05-08T00:00:00Z","text":"Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion."},"index":0,"links":[],"preConsultations":[],"references":[],"relatedDepartments":[{"abbreviation":"EDI","id":4,"name":"Departement des Innern","leading":true}],"states":[{"date":"\/Date(1426546800000+0100)\/","id":24,"name":"Im Rat noch nicht behandelt"},{"date":"\/Date(1489705200000+0100)\/","id":229,"name":"Erledigt"}],"texts":[]}],"language":"de","priorityCouncils":[{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N","priority":1}],"relatedAffairs":[],"roles":[{"councillor":{"code":2274,"gender":"m","id":28,"name":"Bortoluzzi Toni","officialDenomination":"Bortoluzzi"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2631,"gender":"m","id":1159,"name":"Schwander Pirmin","officialDenomination":"Schwander"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2713,"gender":"m","id":3910,"name":"von Siebenthal Erich","officialDenomination":"von Siebenthal"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2652,"gender":"f","id":1295,"name":"Graf-Litscher Edith","officialDenomination":"Graf-Litscher"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2588,"gender":"m","id":1104,"name":"Büchler Jakob","officialDenomination":"Büchler Jakob"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2683,"gender":"f","id":3880,"name":"Geissbühler Andrea Martina","officialDenomination":"Geissbühler"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2704,"gender":"m","id":3901,"name":"Reimann Lukas","officialDenomination":"Reimann Lukas"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2664,"gender":"m","id":3828,"name":"Cassis Ignazio","officialDenomination":"Cassis"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2782,"gender":"f","id":4081,"name":"Kessler Margrit","officialDenomination":"Kessler"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":3033,"gender":"f","id":4129,"name":"Herzog Verena","officialDenomination":"Herzog Verena"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2572,"gender":"m","id":820,"name":"Schibli Ernst","officialDenomination":"Schibli"},"type":"cosign"},{"councillor":{"code":2679,"gender":"f","id":3876,"name":"Estermann Yvette","officialDenomination":"Estermann"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion V","code":"V","id":4,"name":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei"},"type":"author"}],"shortId":"15.3146","state":{"id":229,"name":"Erledigt","doneKey":"0","newKey":0},"texts":[{"type":{"id":6,"name":"Begründung"},"value":"<p>Die Uno stellt fest, dass in der Schweiz bei Kindern viel zu häufig die Diagnose des Aufmerksamkeitsdefizits gestellt wird. Damit verbunden ist der übermässige Konsum von Medikamenten wie Ritalin, obwohl es immer mehr Berichte über die Schädlichkeit solcher Drogen gibt. Nach dem Uno-Beauftragten Pascal Rudin werden in der Schweiz nur 5 Prozent der Kinder mit Ritalin richtig behandelt. Die grosse Mehrheit der Therapierten, also die restlichen 95 Prozent, erhält die \"Droge\" Ritalin. Dieser unnötige Konsum von Ritalin muss gestoppt werden.<\/p><p>Die Gesundheitsbehörden sollen vor allem die Ursachen der Unaufmerksamkeit im Unterricht erforschen und sich mehr mit nichtmedikamentösen Therapieansätzen befassen. Denn diese Möglichkeiten sind leider in unserem Land noch ungenügend ausgeschöpft. Denn Familien sind sich einig: Kinder sollen möglichst ohne Medikamente und Drogen aufwachsen!<\/p><p>Interessant ist die Tatsache, dass im Kanton Tessin wesentlich weniger Ritalin verordnet wird als in den deutschsprachigen Kantonen. Also ist es möglich, den Ritalinkonsum gesamtschweizerisch markant zu senken!<\/p><p>Die Schweiz glänzte in der Vergangenheit oft mit einer raschen Umsetzung bei verschiedenen Belangen internationaler Organisationen wie der Uno. Warum sich die Politik gerade in der Angelegenheit Ritalin - trotz Uno-Rüge - weigert zu handeln, ist mir persönlich unverständlich, geht es doch um die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen!<\/p>"},{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>Der Bundesrat erachtet die in der Motion Estermann 15.3146 und in der Anfrage Freysinger 15.1009 formulierten Fragestellungen als einander ergänzend und teilweise gleichlautend und beantwortet diese gemeinsam.<\/p><p>In seinem Bericht \"Leistungssteigernde Arzneimittel\" in Erfüllung der Postulate Fehr Jacqueline 09.3665 vom 12. Juni 2009, der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates 13.3012 vom 15. Februar 2013 und Ingold 13.3157 vom 20. März 2013 kommt der Bundesrat zum Schluss, dass Kinder und Jugendliche mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) in der Schweiz eine angemessene medizinische Betreuung erhalten. Gemäss den verfügbaren Daten werden einem Viertel der Kinder und Jugendlichen mit ADHS methylphenidathaltige Arzneimittel verschrieben. Das entspricht den Behandlungsempfehlungen, nach denen eine medikamentöse Behandlung nur bei einem Teil der Patientinnen und Patienten angezeigt ist. Medikation und psychosoziale Behandlungen werden dabei nicht als konkurrierende, sondern als einander ergänzende Behandlungen eingesetzt. Der Bundesrat stellt des Weiteren fest, dass die Zunahme der Verschreibungen von methylphenidathaltigen Arzneimitteln mit einer gestiegenen Bekanntheit und Akzeptanz der Behandlung in der Ärzteschaft sowie mit der vor wenigen Jahren erfolgten Zulassung für die Behandlung Erwachsener erklärt werden kann. Zudem war gemäss neuesten Verkaufszahlen in den vergangenen zwei Jahren keine Zunahme mehr zu verzeichnen. Die von Swissmedic genehmigten Fachinformationen für Ärztinnen und Ärzte geben den Rahmen der Abklärung und Behandlung der Patientinnen und Patienten vor und klären über mögliche unerwünschte Nebenwirkungen und Risiken, welche gut erforscht sind, auf. Zudem helfen die gesetzlichen Bestimmungen des Heilmittelrechts und des Betäubungsmittelrechts sowie Instrumente der Marktüberwachung, die Qualitätssicherung der Behandlung und der Arzneimittel zu gewährleisten. In einem föderalistischen System sind kantonale und regionale Unterschiede indes unumgänglich. Das Tessin scheint in dieser Frage stark von Italien geprägt zu sein, das aus unbekannten Gründen weniger Verschreibungen von Methylphenidat aufweist.<\/p><p>Dessen ungeachtet hat der Bundesrat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) beauftragt, die Entwicklung der Anzahl Verschreibungen methylphenidathaltiger Arzneimittel weiter zu beobachten. Ausserdem sollen Massnahmen zur Verbesserung der Behandlungsqualität geprüft werden.<\/p><p>Einige der vom \"UN Committee on the Rights of the Child\" im Jahr 2015 formulierten unten aufgeführten Empfehlungen entsprechen Massnahmen, die der Bundesrat in Erfüllung der eingangs erwähnten parlamentarischen Vorstösse beschlossen hat. Andere befanden sich bereits zuvor in Umsetzung, weitere liegen nicht im Zuständigkeitsbereich des Bundes:<\/p><p>- Forschung zu nichtmedikamentösen Behandlungsansätzen: Im Rahmen des vom BAG beauftragten Forschungsprojektes \"Interventionsstudie bei Aufmerksamkeits- und Verhaltensproblemen in der Unterstufe\" werden Interventionsmöglichkeiten bei auftretenden Aufmerksamkeits- und Verhaltensproblemen in der Einschulungsphase (erste und zweite Klasse) entwickelt.<\/p><p>- Verbesserung der Diagnosestellung: Die vom BAG eingesetzte Arbeitsgruppe Ritalin prüft Möglichkeiten der Verbesserung der Behandlungsqualität, des Monitorings und der Information.<\/p><p>- Verbesserung der Unterstützung Angehöriger: Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige werden in der aktuell in Erarbeitung befindlichen Strategie psychische Gesundheit geprüft. Konkrete Unterstützungsangebote fallen in die Zuständigkeit der Kantone.<\/p><p>- Verhinderung von Schulausschlüssen: Die Frage eines Schulausschlusses fällt in die kantonale Zuständigkeit. Aktuell hat der Bundesrat keine Kenntnis von konkreten Fällen von entsprechenden Ausschlüssen, wenn Eltern sich weigern, ihr Kind mit Ritalin behandeln zu lassen.<\/p><p>Die Verschreibung von Methylphenidat zur Behandlung von ADHS löst in der Öffentlichkeit und in der Fachwelt kontroverse Diskussionen aus, weil damit auch tiefgreifende gesellschaftspolitische Fragestellungen zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen verbunden sind. Diverse Aussagen, auch von der in der Begründung der Motion Estermann 15.3146 genannten Fachperson, markieren sehr radikale Positionen. Der Expertenbericht, auf welchen der Bundesrat sich bei seiner Einschätzung der Problematik stützt, berücksichtigt hingegen die ganze Bandbreite der Positionen. Er kommt dabei zum Schluss, dass methylphenidathaltige Arzneimittel einen wichtigen Beitrag zu einer wirksamen Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms leisten können, sofern die Verschreibung im Rahmen eines umfassenden sozialmedizinischen und sozialtherapeutischen Behandlungssettings nach den anerkannten Regeln der Medizin, unter Berücksichtigung der Fachinformationen von Swissmedic, gesetzlicher Bestimmungen sowie der internationalen Behandlungsempfehlungen erfolgt.<\/p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion."},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>Der Bundesrat wird gebeten, Massnahmen zu ergreifen, um die Empfehlungen der Uno betreffend Ritalinkonsum bei Kindern und Jugendlichen in der Schweiz umzusetzen und dessen Konsum einzuschränken.<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Ritalinkonsum in der Schweiz. Die Rüge der Uno ernst nehmen!"}],"title":"Ritalinkonsum in der Schweiz. Die Rüge der Uno ernst nehmen!"}