{"id":20173146,"updated":"2023-07-28T04:36:09Z","additionalIndexing":"04;08;09","affairType":{"abbreviation":"Ip.","id":8,"name":"Interpellation"},"author":{"councillor":{"code":3007,"gender":"m","id":4113,"name":"Tornare Manuel","officialDenomination":"Tornare"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion S","code":"S","id":2,"name":"Sozialdemokratische Fraktion"},"type":"author"},"deposit":{"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2017-03-16T00:00:00Z","legislativePeriod":50,"session":"5007"},"descriptors":[],"drafts":[{"consultation":{"resolutions":[{"category":{"id":2,"name":"Diskussion"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2017-06-16T00:00:00Z","text":"Diskussion verschoben","type":29},{"category":{"id":5,"name":"Adm"},"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2019-03-22T00:00:00Z","text":"Abgeschrieben, weil nicht innert zwei Jahren abschliessend im Rat behandelt","type":32}]},"federalCouncilProposal":{"date":"2017-05-17T00:00:00Z"},"index":0,"links":[],"preConsultations":[],"references":[],"relatedDepartments":[{"abbreviation":"EDA","id":3,"name":"Departement für auswärtige Angelegenheiten","leading":true}],"states":[{"date":"\/Date(1489618800000+0100)\/","id":24,"name":"Im Rat noch nicht behandelt"},{"date":"\/Date(1553209200000+0100)\/","id":229,"name":"Erledigt"}],"texts":[]}],"language":"de","priorityCouncils":[{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N","priority":1}],"relatedAffairs":[],"roles":[{"councillor":{"code":3007,"gender":"m","id":4113,"name":"Tornare Manuel","officialDenomination":"Tornare"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion S","code":"S","id":2,"name":"Sozialdemokratische Fraktion"},"type":"author"}],"shortId":"17.3146","state":{"id":229,"name":"Erledigt","doneKey":"0","newKey":0},"texts":[{"type":{"id":6,"name":"Begründung"},"value":"<p>Im Kontext der gewaltsamen Unterdrückung der türkischen Gesellschaft seit letztem Sommer plant der türkische Präsident eine Verfassungsreform, durch die seine Machtbefugnisse deutlich erweitert werden sollen. So ist vorgesehen, die Exekutivgewalt, die zurzeit beim Ministerpräsidenten liegt, auf Staatspräsident Erdogan zu übertragen und diesem zu ermöglichen, zwei weitere Male zu kandidieren. Ausserdem würde die Reform das Justizsystem grundlegend verändern, da der Präsident künftig direkt darauf Einfluss nehmen könnte.<\/p><p>Beim diesbezüglichen Referendum werden die Stimmen der im Ausland lebenden Türkinnen und Türken eine entscheidende Rolle spielen. Daher unternehmen die Führungskräfte in Ankara grosse Anstrengungen, um die türkische Diaspora in Europa und somit auch die türkische Gemeinschaft in der Schweiz zu mobilisieren. Zu diesem Zweck war ein Besuch des türkischen Aussenministers im März 2017 in Zürich geplant gewesen. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) weigerte sich, der Forderung des Kantons nachzukommen und den Besuch zu untersagen. Laut EDA hatte die Veranstaltung \"keine besonders erhöhte Bedrohung der inneren Sicherheit\" dargestellt. <\/p><p>Die Bedenken anlässlich dieses Besuchs sind jedoch nicht in erster Linie sicherheitspolitischer Natur. Vielmehr ist es so, dass das Abgleiten der Türkei in den Autoritarismus im klaren Widerspruch zu den in unserer Bundesverfassung festgehaltenen Werten steht, wie etwa die Menschenwürde, der Schutz vor Willkür, die Meinungs- und die Medienfreiheit sowie die Gewaltenteilung. Aus diesem Grund ist es angezeigt, Auftritte von offiziellen Vertreterinnen und Vertretern der Türkei zur Verteidigung der antidemokratischen Politik Erdogans - einschliesslich seiner Verfassungsreform - in der Schweiz zu untersagen.<\/p>"},{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>Die Schweiz misst der Meinungsäusserungs- und Informationsfreiheit generell grosse Bedeutung bei, solange die Schweizer Rechtsordnung respektiert und der Sicherheit Rechnung getragen wird.<\/p><p>Grundsätzlich obliegt es den Kantonen bzw., wo das kantonale Recht dies vorsieht, den Gemeinden, auf der Grundlage einer Einschätzung namentlich der Sicherheitslage politische Veranstaltungen zu bewilligen bzw. zu verbieten. Auch der Bund kann gestützt auf Artikel 7e des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes (RVOG, SR 172.010) eine Veranstaltung verbieten, wenn die Wahrung der Interessen des Landes es erfordert oder um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Dies wäre innen- wie aussenpolitisch eine sehr starke Massnahme, die nur in einer Ausnahmesituation angewendet werden kann. Von einer solchen wurde seit Inkraftsetzung von Artikel 7e RVOG am 1. Mai 2011 noch nie Gebrauch gemacht. Die rechtlichen Grundlagen sind nach Auffassung des Bundesrates damit gegeben, um bei Bedarf einem ausländischen Redner einen Auftritt an einer politischen Veranstaltung zu verbieten (vgl. hierzu die Stellungnahme des Bundesrates auf die Motion Fässler Daniel 16.3864, \"Bewilligungspflicht für ausländische Redner an politischen Veranstaltungen\").<\/p><p>In der Praxis respektieren die Bundesbehörden die Meinungsäusserungsfreiheit von ausländischen Regierungsvertretern und Politikern, solange sie die schweizerische Rechtsordnung vollumfänglich einhalten. Die Behörden stellen dabei angemessene Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen des öffentlichen Interesses und der Verhältnismässigkeit sicher.<\/p><p>Vorgängig des am 12. März 2017 geplanten Besuchs des türkischen Aussenministers im Raum Zürich hat der Sicherheitsausschuss des Bundesrates (EDA\/EJPD\/VBS), veranlasst durch ein Schreiben des Kantons Zürich, eine Zusatzanalyse durchgeführt. Er kam dabei zum Schluss, dass es keinen Anlass gebe, die Veranstaltung aufgrund besonderer Gefahr abzusagen. Die Notwendigkeit und Verhältnismässigkeit einer solchen Massnahme war nach Auffassung des Bundesrates nicht gegeben. Da sich die Lage jedoch jederzeit ändern konnte, beobachteten die Bundesbehörden die Entwicklungen gemeinsam mit den Behörden des Kantons Zürich weiter. Auf Basis der Feststellungen des Sicherheitsausschusses des Bundesrates hat das EDA das Schreiben des Regierungspräsidenten des Kantons Zürich in diesem Sinne beantwortet.<\/p><p>Die Schweiz legt Wert darauf, die Meinungsäusserungsfreiheit sowohl in unserem Land als auch international zu fördern und zu schützen. Sie unterstützt die relevanten Uno-Resolutionen und die Mechanismen des Uno-Menschenrechtsrates zu diesem Thema und setzt sich auch im Rahmen regionaler Gremien wie der OSZE und des Europarates für die Achtung des Rechts auf freie Meinungsäusserung ein. Gegenüber der Türkei hat die Schweiz mehrfach sowohl an bilateralen Treffen auf höchster Stufe als auch in den erwähnten multilateralen Foren ihrer Besorgnis über die Menschenrechtslage in der Türkei, insbesondere in Bezug auf die Grundfreiheiten, Ausdruck verliehen.<\/p>  Antwort des Bundesrates."},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>Wird der Bundesrat weiterhin die Einreise von offiziellen Vertreterinnen und Vertretern anderer Staaten - insbesondere der Türkei - erlauben, obwohl sie in der Schweiz öffentlich für Werte einstehen, die mit jenen einer liberalen Demokratie nur schlecht vereinbar sind?<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Türkische Propaganda in der Schweiz"}],"title":"Türkische Propaganda in der Schweiz"}