{"id":20261023,"updated":"2026-08-13T10:50:30Z","additionalIndexing":"48","affairType":{"abbreviation":"A","id":18,"name":"Anfrage"},"author":{"councillor":{"code":10807,"gender":"m","id":10807,"name":"Gianini Simone","officialDenomination":"Gianini"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion RL","code":"RL","id":1,"name":"FDP-Liberale Fraktion"},"type":"author"},"deposit":{"council":{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N"},"date":"2026-06-01T00:00:00Z","legislativePeriod":52,"session":"5214"},"descriptors":[],"drafts":[{"consultation":{"resolutions":[]},"federalCouncilProposal":{"date":"2026-08-12T00:00:00Z"},"index":0,"links":[],"preConsultations":[],"references":[],"relatedDepartments":[{"abbreviation":"UVEK","id":9,"name":"Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","leading":true}],"states":[{"date":"\/Date(1780264800000+0200)\/","id":202,"name":"Eingereicht"},{"date":"\/Date(1786485600000+0200)\/","id":229,"name":"Erledigt"}],"texts":[]}],"language":"de","priorityCouncils":[{"abbreviation":"NR","id":1,"name":"Nationalrat","type":"N","priority":1}],"relatedAffairs":[],"roles":[{"councillor":{"code":10807,"gender":"m","id":10807,"name":"Gianini Simone","officialDenomination":"Gianini"},"faction":{"abbreviation":"Fraktion RL","code":"RL","id":1,"name":"FDP-Liberale Fraktion"},"type":"author"}],"shortId":"26.1023","state":{"id":229,"name":"Erledigt","doneKey":"0","newKey":1},"texts":[{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>1. Der Bundesrat ist an der angesprochenen strafrechtlichen Untersuchung nicht beteiligt und kennt daher die Inhalte des genannten Gutachtens von Anfang 2025 nur soweit sie in den Medien wiedergegeben wurden. Massgebend für den Bund ist der Schlussbericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (SUST) vom Juni 2025. Bezüglich den in diesem Schlussbericht erwähnten Achszählerstörungen gibt die SUST keinerlei Empfehlungen für Änderungen ab.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p>2. Unmittelbar nach dem Ereignis haben die SBB anhand einer Risikoanalyse festgestellt, dass die grössten Risiken bei den Tunnelportalen des Gotthard-Basistunnels bestehen. Als Massnahme zur Risikoreduktion wurden Entgleisungsdetektoren eingebaut und Mitte Mai 2026 in Betrieb genommen. Aktuell untersuchen die SBB weitere Massnahmen, die nicht nur im Portalbereich wirksam wären. Der Bundesrat unterstützt dieses Vorgehen.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p>3. Die Ursache des Ereignisses vom 10. August 2023 ist eindeutig technischer Natur und liegt in einem Radbruch. Allenfalls können infrastrukturseitige Massnahmen identifiziert werden, die bei künftigen Radbrüchen zur Reduktion des Schadensausmasses beitragen, indem der betroffene Zug angehalten wird. Dafür wird auf die unter Punkt 2 genannten Untersuchungen verwiesen.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p>4. Auf Basis der dem Bundesrat zur Verfügung stehenden Informationen (u.a. Angaben aus dem Bericht der SUST) kann auch ohne Kenntnis des Gutachtens eine grundsätzliche Aussage zu dieser Frage gegeben werden: Die zuständige Person (Fahrdienstleiter) hatte aufgrund der angezeigten Unregelmässigkeiten der Sicherungsanlage keine Möglichkeit, eine Massnahme zu ergreifen, die das Schadensausmass hätte mindern können. Die Anzeige in der Betriebszentrale ermöglichte keine Interpretation, was das zugrunde liegende Ereignis war. Die knappe zur Verfügung stehende Zeit ermöglichte es nicht, Vermutungen und mögliche Interpretationen abzuklären und einzugreifen. Der Bund überwacht risikoorientiert und stichprobenweise, ob und wie die Eisenbahnunternehmen ihre Sicherheitsverantwortung wahrnehmen. Die Definition und Entwicklung der Funktionalitäten von Systemen der Betriebsführung liegt in der Verantwortung der Eisenbahnunternehmen. <\/p>"},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>Im August 2023 hat die Entgleisung eines Güterzugs im Gotthard-Basistunnel enorme Schäden an der Eisenbahninfrastruktur verursacht. Dies hatte monatelang erhebliche Auswirkungen auf den Nord-Süd-Bahnverkehr. Die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) hat als Ursache den Bruch eines Rades an einem Güterwagen eines ausländischen Betreibers ermittelt. Aufgrund der bisher vorliegenden Erkenntnisse hat sich der Bundesrat bereits mehrfach zu den Ursachen des Unfalls und zu den Massnahmen geäussert, die erforderlich sind, um eine Wiederholung zu verhindern; dies unter anderem in Beantwortung meiner parlamentarischen Vorstösse 23.7870, 24.1034, 25.7431, 25.7432 und 25.7434, auf die ich hier verweise.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p>Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat nun aber im Rahmen des noch laufenden Strafverfahrens ein Gutachten in Auftrag gegeben. Daraus ergeben sich offenbar neue Aspekte, die zur Beurteilung beitragen. So sollen in den Minuten vor der Entgleisung in der Betriebszentrale von Pollegio Anzeichen für eine Störung aufgetreten sein, die sofortige operative Überprüfungen gerechtfertigt hätten.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p>Angesichts der strategischen Bedeutung der Gotthard-Alpentransversale und, um eine Wiederholung eines solchen Unfalls sowie die damit verbundenen schwerwiegenden Folgen insbesondere für den Kanton Tessin zu verhindern, frage ich den Bundesrat:<\/p><p>&nbsp;<\/p><ol style=\"list-style-type:decimal;\"><li><p>Ist er informiert über die neuen Erkenntnisse aus den laufenden strafrechtlichen Ermittlungen, und wie beurteilt er die Tatsache, dass bereits vor der Entgleisung Anzeichen für Unregelmässigkeiten aufgetreten sein sollen, ohne dass dies zu sofortigen operativen Überprüfungen geführt hat?<\/p><p>&nbsp;<\/p><\/li><li><p>Ist er angesichts dieser Informationen nicht auch der Ansicht, dass die Entgleisung in den ersten offiziellen Bewertungen möglicherweise zu voreilig als technisches Ereignis eingestuft wurde und dass eventuelle betriebliche Aspekte – gegebenenfalls auch systemische – nicht ausreichend untersucht wurden?<\/p><p>&nbsp;<\/p><\/li><li><p>Den vorliegenden Informationen zufolge scheinen diese Anomalien auch auf Situationen zurückzuführen zu sein, die kein konkretes Risiko für den Bahnbetrieb darstellten. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass dies zu einer Unterschätzung dieser Faktoren beigetragen haben könnte?<\/p><p>&nbsp;<\/p><\/li><li>Hält es der Bundesrat angesichts der neuen Informationen – zusätzlich zu den bereits ergriffenen Massnahmen, die auch als Reaktion auf die oben genannten parlamentarischen Vorstösse ergriffen wurden – für angebracht zu prüfen, ob die derzeitigen Überwachungs- und Betriebsmanagementsysteme es ermöglichen, Gefahren für den Bahnbetrieb ausreichend schnell und wirksam zu erkennen?<\/li><\/ol>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Entgleisung im Gotthard-Basistunnel. Erfordern die neuen Erkenntnisse eine Neubewertung der ersten Schlussfolgerungen?"}],"title":"Entgleisung im Gotthard-Basistunnel. Erfordern die neuen Erkenntnisse eine Neubewertung der ersten Schlussfolgerungen?"}