{"id":20263609,"updated":"2026-08-13T10:54:36Z","additionalIndexing":"48;2846;04;24","affairType":{"abbreviation":"Ip.","id":8,"name":"Interpellation"},"author":{"councillor":{"code":3198,"gender":"f","id":4243,"name":"Z'graggen Heidi","officialDenomination":"Z'graggen"},"type":"author"},"deposit":{"council":{"abbreviation":"SR","id":2,"name":"Ständerat","type":"S"},"date":"2026-06-10T00:00:00Z","legislativePeriod":52,"session":"5214"},"descriptors":[],"drafts":[{"consultation":{"resolutions":[]},"federalCouncilProposal":{"date":"2026-08-12T00:00:00Z"},"index":0,"links":[],"preConsultations":[],"references":[],"relatedDepartments":[{"abbreviation":"UVEK","id":9,"name":"Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","leading":true}],"states":[{"date":"\/Date(1781042400000+0200)\/","id":202,"name":"Eingereicht"},{"date":"\/Date(1786485600000+0200)\/","id":203,"name":"Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor"}],"texts":[]}],"language":"de","priorityCouncils":[{"abbreviation":"SR","id":2,"name":"Ständerat","type":"S","priority":1}],"relatedAffairs":[],"roles":[{"councillor":{"code":3198,"gender":"f","id":4243,"name":"Z'graggen Heidi","officialDenomination":"Z'graggen"},"type":"author"}],"shortId":"26.3609","state":{"id":203,"name":"Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor","doneKey":"0","newKey":1},"texts":[{"type":{"id":14,"name":"Antwort BR \/ Büro"},"value":"<p>Zu 1. Der Bund setzt sich dafür ein, die Immissionen und die Auswirkungen seiner Verkehrsinfrastrukturen auf Umwelt, Raum und Kulturgüter möglichst gering zu halten. Dazu arbeitet er eng mit den kantonalen Fachstellen zusammen. Er finanziert Kompensationsmassnahmen, um die Auswirkungen seiner Infrastrukturvorhaben zu mindern. Im Zusammenhang mit der zweiten Röhre des Gotthardstrassentunnels sind in Zusammenarbeit mit dem Kanton Projekte zur Landschaftsentwicklung Göscheneralptal, zur Bündelung von Infrastrukturen, zur Renaturierung des Urnersees und zum Fernwärmenetz Göschenen durchgeführt worden.<\/p><p>Die Optimierung des Anschlusses Göschenen hat Auswirkungen auf den Raum. Eine neue Linienführung mit einem Brückenbauwerk wird die Verkehrsströme kanalisieren und klarer trennen. Die sich behindernden Verkehrsflüsse werden entflochten und der Verkehrsfluss optimiert. Das Projekt wird demnächst aufgelegt. Mit der Verkehrsdrehscheibe Göschenen prüft der Kanton Uri, wie sich die Umsteigeinfrastrukturen zwischen Individualverkehr sowie der Bahn und einer möglichen Seilbahn bündeln, optimieren und besser ins Dorf integrieren lassen.<\/p><p>Die ganzheitliche Betrachtung des Verkehrs- und Siedlungsraums sowie die Weiterentwicklung der Wohn- und Siedlungsqualität im Dorf sind Aufgaben der Kantone und Gemeinden. Mit seiner Richtplanung trägt der Kanton die Verantwortung für Massnahmen im Siedlungsbereich. Auch die Regionen sind gefordert, ihre spezifischen Qualitäten zu stärken und entsprechende Projekte zu definieren. Der Bund kann Projekte zur Weiterentwicklung beispielsweise des «Erlebnisraums Schöllenen» finanziell unterstützen, etwa über die Neue Regionalpolitik (NRP) mit dem Programm San Gottardo – aber nur, wenn dadurch wirtschaftlicher Nutzen entsteht.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p>Zu 2. und 3. Testplanungen sind ein bewährtes Instrument, um komplexe Fragen der Siedlungsentwicklung und Verkehrsinfrastruktur systematisch und unter Einbezug aller beteiligten Stellen anzugehen. Die Federführung für Planungen im Bereich der Siedlungs- und Regionalentwicklung liegt in der Regel beim Kanton oder den Gemeinden – so auch bei Testplanungen. <\/p><p>Es ist daher in erster Linie Sache des Kantons zu beurteilen, ob für den Raum Göschenen–Schöllenen eine Testplanung zweckmässig ist. Sollte Uri eine Testplanung unter Einbezug des Bundes anstreben, ist der Bund bereit Verantwortung zu übernehmen und wird ein entsprechendes Anliegen im Rahmen seiner Zuständigkeiten prüfen. Vorgängig müssten zwischen Kanton und Bund die genauen Rahmenbedingungen und das Vorgehen festgelegt werden. Dabei ist sicherzustellen, dass eine allfällige Testplanung den Fortschritt der laufenden Infrastrukturprojekte nicht beeinträchtigt. Insbesondere sollen keine auflagerelevanten Änderungen an den Projekten ausgelöst werden; entsprechende Fragestellungen sind daher von der Testplanung auszuklammern.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p>Zu 4. Die historischen Verkehrswege im Raum Göschenen–Schöllenen sind als Objekte von nationaler Bedeutung mit Substanz im Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (IVS) verzeichnet. Ihr Erhalt sowie ihr Schutz werden durch das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) und die Verordnung über das Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (VIVS), gewährleistet.<\/p><p>Für Erhaltungsmassnahmen an Objekten, die im IVS aufgeführt sind, kann der Bund gestützt auf Artikel 13 NHG Finanzhilfen ausrichten. Über die damit verbundenen Bedingungen und Auflagen nimmt der Bund Einfluss auf die konkrete Ausgestaltung des Erhalts dieser Objekte. Die Aufwertung, Sichtbarmachung und das Erlebbarmachen sowie die Weiterentwicklung des Verkehrs- und Kulturlandschaftsraums Göschenen–Schöllenen stellen hingegen keine Bundesaufgabe dar, sondern fallen in die Zuständigkeit der Gemeinde und des Kantons. <\/p><p>Das IVS wird unter der Federführung des ASTRA bis zum Jahr 2035 einer Überprüfung und Bereinigung unterzogen. Im Rahmen dieses Nachführungsprozesses wird geprüft, ob weitere Objekte von verkehrshistorischer oder kulturlandschaftlicher Bedeutung in das Inventar aufgenommen werden. Über die Aufnahme, Änderung oder Streichung von Objekten entscheidet generell der Bundesrat nach Anhörung der betroffenen Kantone.<\/p>"},{"type":{"id":5,"name":"Eingereichter Text"},"value":"<p>Mit der Erschliessung der Schöllenen im Mittelalter, durch den Bau der Teufelsbrücke, wurde der Gotthardpass erstmals durchgehend begeh- und befahrbar. Göschenen entwickelte sich dadurch zu einem strategisch bedeutenden Zugangsort und Umschlagplatz am nördlichen Eingang dieser zentralen Transitachse. Über Jahrhunderte hinweg prägten Saumverkehr, später Postkutschenverbindungen und schliesslich die grossen Infrastrukturwerke der Moderne – Gotthardbahn, Nationalstrasse und Strassentunnel – Göschenen und seine Umgebung nachhaltig.<\/p><p>Heute wird dieses einzigartige Zusammenspiel von Geschichte, Landschaft und Verkehr im Strassen- und Siedlungsraum jedoch gestalterisch nur ungenügend in Wert gesetzt. Den Eingangsportalen fehlt erkennbarer gestalterischer Wille, der sagenhafte Teufelsstein wirkt verloren, und die Übergänge zwischen Infrastruktur und Siedlungsraum erscheinen teilweise zufällig und fragmentiert. Der Raum präsentiert sich dadurch eher als Restfläche des Verkehrs denn als bewusst gestalteter Ort.<\/p><p>Kaum ein anderer Ort in der Schweiz verdichtet die Epochen der Verkehrsentwicklung so eindrücklich auf engstem Raum: von historischen Weganlagen über ingenieurtechnische Meisterwerke bis hin zu heutigen Transitachsen von nationaler und internationaler Bedeutung. Die Schöllenen mit ihren markanten Felswänden und der dramatischen Linienführung ist dabei nicht nur Verkehrsweg, sondern auch ein Kultur- und Landschaftsraum von aussergewöhnlicher Prägung.<\/p><p>Diese besondere Qualität betrifft nicht nur den Zugang ins Urserntal, sondern ebenso das Dorf Göschenen selbst. Es ist über Generationen hinweg vom Transit geprägt worden und zugleich mit dessen räumlichen und funktionalen Auswirkungen umgegangen – und hat sich dabei stets als eigenständiger Ort behauptet.<\/p><p>Gerade hier liegt eine Chance: Mit einer sorgfältigen Planung kann dieser Raum nicht nur funktional weiterentwickelt, sondern als identitätsstiftender Verkehrs- und Kulturlandschaftsraum sichtbar gemacht werden – als Ausdruck einer bewussten und qualitätsvollen Planung des Bundes.<\/p><p>Die besondere Situation Göschenens als Tor zum Urserntal und als Scharnier zwischen Alpenraum und Unterland soll dabei umfassend berücksichtigt werden. Sie eröffnet auch Potenziale für ergänzende Nutzungen im Bereich Tourismus und Hotellerie und kann von der weiteren Entwicklung des Urserntals sowie der Verkehrsdrehscheibe profitieren.<\/p><p>Die neue Verkehrsdrehscheibe mit dem bestehenden Bahnhofareal liegt zudem abseits des Dorfkerns. Dies erfordert besondere Anstrengungen, um funktionale und räumliche Verbindungen zwischen Bahnhof und Dorf zu stärken und die verschiedenen Raumteile besser miteinander zu verknüpfen.<\/p><p>Die Stärkung der Identität des Ortes durch gezielte, sorgfältige und zurückhaltende Interventionen ist dabei zentral. Insbesondere den Eingangssituationen der Dörfer sowie den Siedlungsrändern ist besondere Beachtung zu schenken.<\/p><p>Mit den aktuellen und geplanten Infrastrukturvorhaben des Bundes – insbesondere im Zusammenhang mit der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels sowie weiteren Anpassungen im Strassenraum – werden wichtige Voraussetzungen für die zukünftige Verkehrsentwicklung geschaffen. Diese Projekte sind von grosser Bedeutung und sollen nicht verzögert werden. Gleichzeitig eröffnet sich die Chance, sowohl Göschenen als auch den Übergang in die Schöllenen und ins Urserntal als zusammenhängenden Raum mit hoher gestalterischer Qualität und klarer Identität weiterzuentwickeln.<\/p><p><br>&nbsp;<\/p><p>Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:<\/p><p>1. Ganzheitliche Betrachtung von Verkehrs- und Siedlungsraum<br>Wie stellt der Bundesrat sicher, dass bei der Umsetzung der laufenden Infrastrukturprojekte im Raum Göschenen sowohl die Qualität des Dorfes als Lebensraum als auch die landschaftliche und historische Bedeutung des Verkehrsraums angemessen berücksichtigt werden?<\/p><p>2. Testplanung als ergänzendes Instrument<br>Ist der Bundesrat bereit zu prüfen, ob eine ergebnisoffene Testplanung (gemeinsam mit dem Kanton Uri und der Gemeinde Göschenen) für den Raum Göschenen–Schöllenen inklusive der Tunnelportale als ergänzendes Instrument eingesetzt werden kann, ohne den Fortschritt der laufenden Projekte zu behindern?<\/p><p>3. Mitwirkung und Mitfinanzierung des Bundes<br>Ist der Bundesrat bereit, sich im Rahmen seiner Zuständigkeit als Eigentümer der Nationalstrassen an weiterführenden planerischen und gestalterischen Prozessen zu beteiligen und diese auch finanziell zu unterstützen?<\/p><p>4. Verkehrlicher Kulturraum im Zuständigkeitsbereich des Bundes<br>Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, im Rahmen seiner Zuständigkeit als Eigentümer der Nationalstrassen und im Zusammenspiel mit den laufenden Infrastrukturprojekten, den Raum Göschenen–Schöllenen als bedeutenden Verkehrs- und Kulturlandschaftsraum aufzuwerten und insbesondere die Schweizer Verkehrsgeschichte – insbesondere im Kontext von Gotthardstrasse, Gotthardbahn und den weiteren historischen Infrastrukturen – stärker räumlich sichtbar und erlebbar zu machen und damit die historische Bedeutung dieses Verkehrsraums weiterzuentwickeln?<\/p>"},{"type":{"id":1,"name":"Titel des Geschäftes"},"value":"Göschenen als Verkehrs- und Kulturlandschaftsraum. Verantwortung des Bundes für eine Gestaltung mit Weitsicht"}],"title":"Göschenen als Verkehrs- und Kulturlandschaftsraum. Verantwortung des Bundes für eine Gestaltung mit Weitsicht"}