﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><affair xmlns:i="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><id>20263776</id><updated>2026-08-13T10:55:43Z</updated><additionalIndexing>52;2841;55</additionalIndexing><affairType><abbreviation>Ip.</abbreviation><id>8</id><name>Interpellation</name></affairType><author><councillor><code>11508</code><gender>f</gender><id>11508</id><name>Bally Maya</name><officialDenomination>Bally</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion M-E</abbreviation><code>M-E</code><id>3</id><name>Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.</name></faction><type>author</type></author><deposit><council><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type></council><date>2026-06-18T00:00:00Z</date><legislativePeriod>52</legislativePeriod><session>5214</session></deposit><descriptors /><drafts><draft><consultation><resolutions /></consultation><federalCouncilProposal><date>2026-08-12T00:00:00Z</date></federalCouncilProposal><index>0</index><links /><preConsultations /><references /><relatedDepartments><relatedDepartment><abbreviation>UVEK</abbreviation><id>9</id><name>Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation</name><leading>true</leading></relatedDepartment></relatedDepartments><states><state><date>2026-06-18T00:00:00</date><id>202</id><name>Eingereicht</name></state><state><date>2026-08-12T00:00:00</date><id>203</id><name>Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor</name></state></states><texts /></draft></drafts><language>de</language><priorityCouncils><priorityCouncil><abbreviation>NR</abbreviation><id>1</id><name>Nationalrat</name><type>N</type><priority>1</priority></priorityCouncil></priorityCouncils><relatedAffairs /><roles><role><councillor><code>11508</code><gender>f</gender><id>11508</id><name>Bally Maya</name><officialDenomination>Bally</officialDenomination></councillor><faction><abbreviation>Fraktion M-E</abbreviation><code>M-E</code><id>3</id><name>Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.</name></faction><type>author</type></role></roles><shortId>26.3776</shortId><state><id>203</id><name>Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor</name><doneKey>0</doneKey><newKey>1</newKey></state><texts><text><type><id>14</id><name>Antwort BR / Büro</name></type><value>&lt;p&gt;1) Die im Bericht in Erfüllung des &lt;a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20224585"&gt;&lt;u&gt;22.4585 Postulats Moser&lt;/u&gt;&lt;/a&gt; aufgeführten Zahlen stützen sich auf den Bericht «The Cost of Inaction – A socioeconomic analysis of environmental and health impacts linked to exposure to PFAS» des Nordic Council of Ministers (&lt;a href="http://www.norden.org"&gt;&lt;u&gt;www.norden.org&lt;/u&gt;&lt;/a&gt; &amp;gt; Publications &amp;gt; «The Cost of Inaction – A socioeconomic analysis of environmental and health impacts linked to exposure to PFAS»). In diesem Bericht werden tensidische per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) im Kettenlängenbereich C&lt;sub&gt;4&lt;/sub&gt;–C&lt;sub&gt;14&lt;/sub&gt; betrachtet. Die Trifluoressigsäure (TFA) gehört nicht zu diesen PFAS. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Über die Gesundheitskosten von TFA sind dem Bundesrat keine Schätzungen bekannt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei den Kosten für die Wasseraufbereitung kommt es darauf an, wie hoch der Grenzwert für TFA im Grund- und Trinkwasser wäre. Im Bericht der Europäischen Union (EU) «The cost of PFAS pollution for our society» (&lt;a href="https://op.europa.eu"&gt;&lt;u&gt;https://op.europa.eu&lt;/u&gt;&lt;/a&gt; &amp;gt; EU publications &amp;gt; «The cost of PFAS pollution for our society») wurden die Kosten für die Einhaltung eines Grenzwertes von 500 Nanogramm pro Liter für alle PFAS (inklusive TFA) im Europäischen Wirtschaftsraum geschätzt. Dabei liegen die allein durch TFA verursachten Kosten bei 14–15 Milliarden Euro pro Jahr. Für die Schweiz wären dies umgerechnet jährlich 260 Millionen Franken. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2) Aus dem Entscheid der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ergeben sich keine unmittelbaren Auswirkungen. Sobald die vorgeschlagene Einstufung von TFA in der EU auch auf Verordnungsstufe festgesetzt ist, erfolgen in der EU und auch in der Schweiz diverse Prüfungen, so etwa zur Einführung eines Trinkwasserhöchstwertes für TFA. Mögliche Auswirkungen für die Trinkwasserversorgung ergäben sich aber erst, wenn ein solcher Höchstwert nicht eingehalten werden würde. Ebenso könnte sich die neue Einstufung auf künftige Beschränkungen von Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen, die TFA-Quellen darstellen, sowie auf die laufende Überprüfung bestehender Zulassungen für bestimmte Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe auswirken.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;3) Ob und inwiefern Wasserversorgungen ihr Trinkwasser bezüglich TFA aufzubereiten haben, hängt von einem allfälligen zukünftigen Höchstwert ab. Der Bund verfolgt die laufenden Arbeiten zu TFA in der EU aufmerksam und wird auf Basis der Resultate und in Abstimmung mit allfälligen Rechtsanpassungen der EU prüfen, ob ein TFA-Höchstwert für Trinkwasser in der Schweiz einzuführen ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;4) Der generelle Vorteil der Umkehrosmose liegt darin, dass sämtliche Inhaltsstoffe aus dem Wasser entfernt werden. Nachteilig im Vergleich mit anderen Aufbereitungsverfahren ist unter anderem der hohe Energiebedarf. Zudem muss je nach Betriebsweise das Wasser remineralisiert werden. Ob nach einer allfälligen Einführung eines TFA-Höchstwerts in Trinkwasser eine Aufbereitung mittels Umkehrosmose oder andere Massnahmen erforderlich sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden. Es müsste dann im Einzelfall geprüft werden, welches Verfahren geeignet ist, um rechtskonformes Trinkwasser bereitzustellen. &lt;/p&gt;</value></text><text><type><id>5</id><name>Eingereichter Text</name></type><value>&lt;p&gt;Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat Trifluoressigsäure (TFA) als reproduktionstoxisch eingestuft: Der Stoff könne die Fruchtbarkeit bei Menschen beeinträchtigen und Schäden bei ungeborenen Kindern verursachen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Laut BAFU tritt TFA im Schweizer Grundwasser flächendeckend auf: «&lt;i&gt;Die Hauptquellen von TFA im Grundwasser sind Pflanzenschutzmittel sowie gasförmige Kälte- und Treibmittel. Während TFA aus Pflanzenschutzmitteln direkt vom Boden ins Grundwasser ausgewaschen wird, gelangen TFA-bildende Gase aus Kälte- und Treibmitteln zuerst in die Atmosphäre und TFA von dort mit dem Niederschlag in den Boden und ins Grundwasser. Punktuell können auch industrielle Abwässer eine wesentliche Rolle spielen&lt;/i&gt;.»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da TFA-Moleküle sehr klein, mobil und wassergängig sind, lassen sie sich nicht mit gängigen Verfahren aus dem Wasser filtern. Falls die EU also einen Höchstwert für TFA im Grund- und Trinkwasser einführen sollte, könnte dies die Schweiz teuer zu stehen kommen: Gegenüber SRF gaben die Trinkwasserversorger im Sommer 2025 an, Trinkwasser müsste anschliessend in weiten Teilen der Schweiz speziell aufbereitet werden. Dafür bedürfe es Anlagen zur Umkehrosmose, welche technisch komplex und teuer seien. Kleinere Gemeinden im Ackerbaugebiet dürften sich solche Anlagen kaum leisten können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:&lt;/p&gt;&lt;ol&gt;&lt;li&gt;In seinem Bericht zu einem Aktionsplan PFAS (22.4585) schreibt er, dass PFAS in der Schweiz jährlich bereits 1 bis 1.6 Milliarden Franken an Kosten generieren, alleine im Bereich Gesundheit. Da TFA zu den PFAS zählen, bislang vom Bund aber als «nicht relevant» eingestuft werden: Sind gesundheitsschädigende Auswirkungen von TFA in dieser Kostenschätzung bereits vollständig enthalten? Wenn ja, wie genau? Wenn nein, welche weiteren Kosten kommen auf uns zu?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Was kann der Entscheid der ECHA für die Schweiz generell, unseren Umgang mit Stoffen, die sich zu TFA, bzw. mit TFA abbauen und die Trinkwasserversorgung in den verschiedenen Regionen der Schweiz bedeuten?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Falls die EU bei TFA einen Höchstwert erlassen und die Schweiz den Wert übernehmen sollte: Ist der BR der Meinung, dass Trinkwasser in weiten Teilen der Schweiz speziell aufbereitet werden müsste? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, bedarf es dafür Anlagen zur Umkehrosmose oder sieht er Alternativen?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Welche generellen Vor- und Nachteile bringen Anlagen zur Umkehrosmose mit sich?&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;</value></text><text><type><id>1</id><name>Titel des Geschäftes</name></type><value>Die Europäische Chemikalienagentur (Echa) stuft TFA neu als reproduktionstoxisch ein. Was bedeutet dies für die Schweiz?</value></text></texts><title>Die Europäische Chemikalienagentur (Echa) stuft TFA neu als reproduktionstoxisch ein. Was bedeutet dies für die Schweiz?</title></affair>