Feld-, Wald- und Wiesenbriefmarken

ShortId
94.3216
Id
19943216
Updated
14.11.2025 08:49
Language
de
Title
Feld-, Wald- und Wiesenbriefmarken
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Vor etwas mehr als zwei Jahren hat Bundesrat Adolf Ogi versprochen, grundsätzlich keine der bei den Sammlern nicht sonderlich beliebten Feld-, Wald- und Wiesen-Jubiläumsbriefmarken mehr herauszugeben und sie durch thematisch geschlossene Reihen zu ersetzen. Da Departementschef Bundesrat Adolf Ogi - Recherchen zufolge - persönlich sehr stark auf das Markenausgabeprogramm Einfluss nimmt, trägt er letztlich für diese Marken auch die Verantwortung. Er kann sich also nicht auf die Autonomie der PTT berufen! Statt in sich geschlossene Markenserien werden immer wieder zu einzelnen Ereignissen Marken herausgegeben. Eine thematische Geschlossenheit ist nicht erkennbar, was den Sammlerwert mindert. Dies ist in nationalen und internationalen Philatelistenkreisen ein grosser Wermutstropfen. Unser Land könnte für die Briefmarkensammler mehr tun, insbesondere wenn man bedenkt, dass dies auch ein gutes Geschäft ist.</p>
  • <p>Grundlage der Sondermarkenausgaben bildet die nach wie vor gültige bundesrätliche "Verordnung über die Ausgabe von Sonderpostmarken durch die PTT-Betriebe" (vom 19. Februar 1975, ergänzt 1985). Ungeachtet restriktiver Kriterien schwoll aber die Zahl der Gesuche von Jahr zu Jahr an, nicht zuletzt für Jubiläen aller Art, trotzdem diese auf 50-, 100-, 150-Jahr-Feiern usw. beschränkt worden waren.</p><p>Dies führte je länger, je mehr zu Briefmarken-"Serien" mit Einzelwerten ohne jeglichen inneren Zusammenhang. Die Kritik liess denn auch nicht lange auf sich warten; besonders die Philatelisten empfanden wenig Freude an diesem thematischen Sammelsurium.</p><p>Der Vorsteher des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements hat in der Folge eine Überprüfung der bisherigen Praxis angeordnet. Durch eine restriktivere Auslegung der Verordnung sind seither - ohne Änderung der Bestimmungen - viele der beanstandeten Sondermarkengesuche abgelehnt worden. Damit liess sich Platz für die anvisierten thematisch geschlossenen Serien schaffen: z. B: 1991 "Brücken", 1992 "Comics" und "Zirkus", 1993 "150 Jahre Schweizer Briefmarken" und "Frauenwerke", 1994 "Buch und Presse"; geplant sind für 1995 zudem weitere Serien: "Bedrohte Tiere" sowie "Cinéma". Andererseits gab es in den letzten Jahren immer wieder gewisse Grossereignisse (auch Jubiläen), welche die Herausgabe von Sonderbriefmarken rechtfertigten.</p><p>Ein gänzlicher Verzicht auf Sondermarkenausgaben ist weder angebracht noch erwünscht. Es wird sich auch in Zukunft nicht immer vermeiden lassen, für sogenannte "Mega-Ereignisse" (Uno-Jubiläum) oder die Allgemeinheit besonders betreffende Anliegen (Stop-Aids-Kampagne) einzelne wenige Sondermarken herauszugeben. Dies dürfte bei den Sammlern im In- und Ausland kaum negative Reaktionen auslösen, sind doch auch sie in bestimmten Grenzen erfahrungsgemäss an einer vielfältigen Thematik interessiert. Wie dargelegt, wird - nicht zuletzt aus Rücksicht auf die Philatelisten - den Zielen des Vorstosses bereits Nachachtung verschafft.</p>
  • <p>Der Bundesrat wird gebeten, darauf hinzuwirken, dass vermehrt thematisch geschlossene Briefmarkenserien geschaffen werden.</p>
  • Feld-, Wald- und Wiesenbriefmarken
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Vor etwas mehr als zwei Jahren hat Bundesrat Adolf Ogi versprochen, grundsätzlich keine der bei den Sammlern nicht sonderlich beliebten Feld-, Wald- und Wiesen-Jubiläumsbriefmarken mehr herauszugeben und sie durch thematisch geschlossene Reihen zu ersetzen. Da Departementschef Bundesrat Adolf Ogi - Recherchen zufolge - persönlich sehr stark auf das Markenausgabeprogramm Einfluss nimmt, trägt er letztlich für diese Marken auch die Verantwortung. Er kann sich also nicht auf die Autonomie der PTT berufen! Statt in sich geschlossene Markenserien werden immer wieder zu einzelnen Ereignissen Marken herausgegeben. Eine thematische Geschlossenheit ist nicht erkennbar, was den Sammlerwert mindert. Dies ist in nationalen und internationalen Philatelistenkreisen ein grosser Wermutstropfen. Unser Land könnte für die Briefmarkensammler mehr tun, insbesondere wenn man bedenkt, dass dies auch ein gutes Geschäft ist.</p>
    • <p>Grundlage der Sondermarkenausgaben bildet die nach wie vor gültige bundesrätliche "Verordnung über die Ausgabe von Sonderpostmarken durch die PTT-Betriebe" (vom 19. Februar 1975, ergänzt 1985). Ungeachtet restriktiver Kriterien schwoll aber die Zahl der Gesuche von Jahr zu Jahr an, nicht zuletzt für Jubiläen aller Art, trotzdem diese auf 50-, 100-, 150-Jahr-Feiern usw. beschränkt worden waren.</p><p>Dies führte je länger, je mehr zu Briefmarken-"Serien" mit Einzelwerten ohne jeglichen inneren Zusammenhang. Die Kritik liess denn auch nicht lange auf sich warten; besonders die Philatelisten empfanden wenig Freude an diesem thematischen Sammelsurium.</p><p>Der Vorsteher des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements hat in der Folge eine Überprüfung der bisherigen Praxis angeordnet. Durch eine restriktivere Auslegung der Verordnung sind seither - ohne Änderung der Bestimmungen - viele der beanstandeten Sondermarkengesuche abgelehnt worden. Damit liess sich Platz für die anvisierten thematisch geschlossenen Serien schaffen: z. B: 1991 "Brücken", 1992 "Comics" und "Zirkus", 1993 "150 Jahre Schweizer Briefmarken" und "Frauenwerke", 1994 "Buch und Presse"; geplant sind für 1995 zudem weitere Serien: "Bedrohte Tiere" sowie "Cinéma". Andererseits gab es in den letzten Jahren immer wieder gewisse Grossereignisse (auch Jubiläen), welche die Herausgabe von Sonderbriefmarken rechtfertigten.</p><p>Ein gänzlicher Verzicht auf Sondermarkenausgaben ist weder angebracht noch erwünscht. Es wird sich auch in Zukunft nicht immer vermeiden lassen, für sogenannte "Mega-Ereignisse" (Uno-Jubiläum) oder die Allgemeinheit besonders betreffende Anliegen (Stop-Aids-Kampagne) einzelne wenige Sondermarken herauszugeben. Dies dürfte bei den Sammlern im In- und Ausland kaum negative Reaktionen auslösen, sind doch auch sie in bestimmten Grenzen erfahrungsgemäss an einer vielfältigen Thematik interessiert. Wie dargelegt, wird - nicht zuletzt aus Rücksicht auf die Philatelisten - den Zielen des Vorstosses bereits Nachachtung verschafft.</p>
    • <p>Der Bundesrat wird gebeten, darauf hinzuwirken, dass vermehrt thematisch geschlossene Briefmarkenserien geschaffen werden.</p>
    • Feld-, Wald- und Wiesenbriefmarken

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