Information zu Nord-Süd-Fragen

ShortId
94.3231
Id
19943231
Updated
10.04.2024 13:00
Language
de
Title
Information zu Nord-Süd-Fragen
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1994 ist erneut eine repräsentative Meinungsumfrage zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung gegenüber Entwicklungsfragen im Auftrag der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (DEH) und der Arbeitsgemeinschaft der privaten Hilfswerke durchgeführt worden. Wie den Publikationen entnommen werden kann, weisen die Resultate unmissverständlich auf einen grossen Nachholbedarf in der Information über die Beziehungen der Schweiz zu Afrika, Asien und Lateinamerika hin. In der Oeffentlichkeit dominiert ein einseitiges Bild des Südens, das von Krieg, Katastrophen, Hunger und Armut geprägt ist. Solche Bilder führen zu Barmherzigkeit oder Ablehnung, verstellen aber den Weg zu partnerschaftlichem Handeln.</p><p>Bei der Ueberprüfung der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit im letzten Jahr durch die OECD haben die anderen Mitgliedsländer ihrer Ueberzeugung Ausdruck gegeben, dass die Schweiz in Sachen Information der Oeffentlichkeit und entwicklungsbezogener Bildung ihre Bemühungen dringend verstärken sollte. Angesichts des Bedarfs, aber auch im internationalen Vergleich, sind die Informationsbemühungen der Schweiz bisher bescheiden geblieben.</p><p>Eine Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung auf globale Nord-Süd-Zusammenhänge ist von grosser Bedeutung. Angesichts der intensiven weltwirtschaftlichen Verflochtenheit der Schweiz haben wir ein langfristiges Eigeninteresse am Abbau von Vorurteilen gegenüber den Entwicklungsländern. Namentlich unsere Jugend sollte neben den Schwächen auch die positiven Seiten fremder Kulturen schätzen lernen. Damit wird längerfristig auch rassistischen Tendenzen der Nährboden entzogen. Umfragen schaffen sowohl bei den Befragten als auch bei den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern die Erwartung, dass die Ergebnisse in konkrete Massnahmen umgesetzt werden.</p>
  • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
  • <p>Der Bundesrat wird eingeladen,</p><p>- die Information zu Nord-Süd-Fragen allgemein und die Rolle der Schweiz in all ihren sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und politischen Aspekten zu verstärken und</p><p>- die Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern zu Nord-Süd-Fragen, ihre Toleranz gegenüber anderen Werten und Kulturen und ihre Fähigkeit zu globalem Lernen zu fördern.</p>
  • Information zu Nord-Süd-Fragen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1994 ist erneut eine repräsentative Meinungsumfrage zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung gegenüber Entwicklungsfragen im Auftrag der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (DEH) und der Arbeitsgemeinschaft der privaten Hilfswerke durchgeführt worden. Wie den Publikationen entnommen werden kann, weisen die Resultate unmissverständlich auf einen grossen Nachholbedarf in der Information über die Beziehungen der Schweiz zu Afrika, Asien und Lateinamerika hin. In der Oeffentlichkeit dominiert ein einseitiges Bild des Südens, das von Krieg, Katastrophen, Hunger und Armut geprägt ist. Solche Bilder führen zu Barmherzigkeit oder Ablehnung, verstellen aber den Weg zu partnerschaftlichem Handeln.</p><p>Bei der Ueberprüfung der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit im letzten Jahr durch die OECD haben die anderen Mitgliedsländer ihrer Ueberzeugung Ausdruck gegeben, dass die Schweiz in Sachen Information der Oeffentlichkeit und entwicklungsbezogener Bildung ihre Bemühungen dringend verstärken sollte. Angesichts des Bedarfs, aber auch im internationalen Vergleich, sind die Informationsbemühungen der Schweiz bisher bescheiden geblieben.</p><p>Eine Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung auf globale Nord-Süd-Zusammenhänge ist von grosser Bedeutung. Angesichts der intensiven weltwirtschaftlichen Verflochtenheit der Schweiz haben wir ein langfristiges Eigeninteresse am Abbau von Vorurteilen gegenüber den Entwicklungsländern. Namentlich unsere Jugend sollte neben den Schwächen auch die positiven Seiten fremder Kulturen schätzen lernen. Damit wird längerfristig auch rassistischen Tendenzen der Nährboden entzogen. Umfragen schaffen sowohl bei den Befragten als auch bei den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern die Erwartung, dass die Ergebnisse in konkrete Massnahmen umgesetzt werden.</p>
    • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
    • <p>Der Bundesrat wird eingeladen,</p><p>- die Information zu Nord-Süd-Fragen allgemein und die Rolle der Schweiz in all ihren sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und politischen Aspekten zu verstärken und</p><p>- die Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern zu Nord-Süd-Fragen, ihre Toleranz gegenüber anderen Werten und Kulturen und ihre Fähigkeit zu globalem Lernen zu fördern.</p>
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