GATT und Entschuldung der Landwirtschaft

ShortId
94.3264
Id
19943264
Updated
10.04.2024 10:21
Language
de
Title
GATT und Entschuldung der Landwirtschaft
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Das Einkommen der Landwirte und Landwirtinnen unseres Landes verschlechtert sich langsam, aber sicher. Die Produktionskosten, namentlich die Lohnkosten und die Preise der in der Landwirtschaft verwendeten Produktionsmittel, steigen ständig an.</p><p>Gleichzeitig werden die Preise und die Produktionsmengen nicht erhöht. In manchen Bereichen gehen sie gar zurück. Ein weiterer Faktor trägt zur Verschlechterung der Situation in der Schweizer Landwirtschaft bei: die Verschuldung oder gar die Ueberschuldung.</p><p>Die kritische Situation, in der sich die Schweizer Landwirtschaft befindet, schränkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtinnen und Landwirte auf dem grossen europäischen Markt ein. Die GATT-Verträge sind zwar für ein Land wie die Schweiz, das hauptsächlich vom freien Handel lebt, unerlässlich. Sie könnten sich aber für unsere Landwirtschaft fatal auswirken, wenn nicht minimale Schutz- und Hilfemassnahmen ergriffen werden, um den für unsere Wirtschaft und die Umwelt unseres Landes lebenswichtigen Sektor zu erhalten. Die Direktzahlungen sind eine willkommene Unterstützung; sie reichen aber für Spezialkulturen (Obst-, Gemüse- und Weinbau) nicht aus. Um die Wirksamkeit der Direktzahlungen zu erhöhen, sind zusätzliche Begleitmassnahmen notwendig.</p><p>In dieser sehr kritischen Lage wird die Einführung des neuen bäuerlichen Bodenrechts unausweichlich auf die Landpreise in der Landwirtschaft drücken - dies vor allem in Kantonen wie dem Wallis - und angesichts der schweren Verschuldung der Landwirtschaft neue Ungleichgewichte hervorrufen.</p><p>Der Zeitraum, der uns bis zum Inkrafttreten der GATT-Verträge bleibt, muss dazu genutzt werden, Massnahmen zu finden, durch die die landwirtschaftlichen Familienbetriebe, welche überleben können und wollen, wirksam unterstützt werden können. Dabei sind die Regeln des Marktes einzuhalten.</p>
  • Antwort des Bundesrates.
  • <p>Was hält der Bundesrat von den folgenden beiden Vorschlägen?</p><p>1. Auf dem unbeweglichen Vermögen der Landwirtschaftsbetriebe, ob diese nun im Haupt- oder im Nebenerwerb bewirtschaftet werden, ist eine systematische Amortisation von 3 bis 10 Prozent einzuführen. Es würde sich um eine buchtechnische Amortisation handeln, die sich steuerlich auf die landwirtschaftlichen Familienbetriebe vorteilhaft auswirkt. Diese konkrete Massnahme fördert die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Landwirtschaft, indem dem einzelnen mehr Verantwortung übertragen wird. Sie sollte sich auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene auswirken.</p><p>2. Um den Fortbestand der Landwirtschaft zu sichern, sollten junge Landwirtinnen und Landwirte aktiver gefördert werden.</p><p>Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat zudem zu treffen, um nach und nach die schweren Probleme der Schweizer Landwirtschaft, die immer stärker internationaler Konkurrenz ausgesetzt ist, zu lösen?</p>
  • GATT und Entschuldung der Landwirtschaft
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Das Einkommen der Landwirte und Landwirtinnen unseres Landes verschlechtert sich langsam, aber sicher. Die Produktionskosten, namentlich die Lohnkosten und die Preise der in der Landwirtschaft verwendeten Produktionsmittel, steigen ständig an.</p><p>Gleichzeitig werden die Preise und die Produktionsmengen nicht erhöht. In manchen Bereichen gehen sie gar zurück. Ein weiterer Faktor trägt zur Verschlechterung der Situation in der Schweizer Landwirtschaft bei: die Verschuldung oder gar die Ueberschuldung.</p><p>Die kritische Situation, in der sich die Schweizer Landwirtschaft befindet, schränkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtinnen und Landwirte auf dem grossen europäischen Markt ein. Die GATT-Verträge sind zwar für ein Land wie die Schweiz, das hauptsächlich vom freien Handel lebt, unerlässlich. Sie könnten sich aber für unsere Landwirtschaft fatal auswirken, wenn nicht minimale Schutz- und Hilfemassnahmen ergriffen werden, um den für unsere Wirtschaft und die Umwelt unseres Landes lebenswichtigen Sektor zu erhalten. Die Direktzahlungen sind eine willkommene Unterstützung; sie reichen aber für Spezialkulturen (Obst-, Gemüse- und Weinbau) nicht aus. Um die Wirksamkeit der Direktzahlungen zu erhöhen, sind zusätzliche Begleitmassnahmen notwendig.</p><p>In dieser sehr kritischen Lage wird die Einführung des neuen bäuerlichen Bodenrechts unausweichlich auf die Landpreise in der Landwirtschaft drücken - dies vor allem in Kantonen wie dem Wallis - und angesichts der schweren Verschuldung der Landwirtschaft neue Ungleichgewichte hervorrufen.</p><p>Der Zeitraum, der uns bis zum Inkrafttreten der GATT-Verträge bleibt, muss dazu genutzt werden, Massnahmen zu finden, durch die die landwirtschaftlichen Familienbetriebe, welche überleben können und wollen, wirksam unterstützt werden können. Dabei sind die Regeln des Marktes einzuhalten.</p>
    • Antwort des Bundesrates.
    • <p>Was hält der Bundesrat von den folgenden beiden Vorschlägen?</p><p>1. Auf dem unbeweglichen Vermögen der Landwirtschaftsbetriebe, ob diese nun im Haupt- oder im Nebenerwerb bewirtschaftet werden, ist eine systematische Amortisation von 3 bis 10 Prozent einzuführen. Es würde sich um eine buchtechnische Amortisation handeln, die sich steuerlich auf die landwirtschaftlichen Familienbetriebe vorteilhaft auswirkt. Diese konkrete Massnahme fördert die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Landwirtschaft, indem dem einzelnen mehr Verantwortung übertragen wird. Sie sollte sich auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene auswirken.</p><p>2. Um den Fortbestand der Landwirtschaft zu sichern, sollten junge Landwirtinnen und Landwirte aktiver gefördert werden.</p><p>Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat zudem zu treffen, um nach und nach die schweren Probleme der Schweizer Landwirtschaft, die immer stärker internationaler Konkurrenz ausgesetzt ist, zu lösen?</p>
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