Praktikantenstellen für junge Arbeitslose

ShortId
94.3410
Id
19943410
Updated
25.06.2025 02:00
Language
de
Title
Praktikantenstellen für junge Arbeitslose
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Das von mir vorgeschlagene Sonderprogramm könnte zum Beispiel die Schaffung von rund 3000 Dauerstellen für Praktika von maximal sechs Monaten vorsehen. Das Programm sollte so flexibel konzipiert werden, dass es den sich wandelnden Bedürfnissen anpasst werden kann - im Geiste der Partnerschaft unter den verschiedenen interessierten Institutionen.</p><p>Das BIGA sollte die Privatwirtschaft dazu drängen, in der gleichen Richtung tätig zu werden, und zwar nach Modalitäten, die die Betriebe unter sich vereinbaren müssen.</p><p>Die laufende Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes sieht zwar vor, dass Programme für die Weiterbildung, Umschulung und vorübergehende Beschäftigung oder Praktika verstärkt gefördert werden sollen.</p><p>In der Theorie erscheint diese Lösung hervorragend. Aber in der Praxis wirft sie zahlreiche Probleme auf, müssen doch solche Möglichkeiten mehr als 100 000 Arbeitslosen angeboten werden können. Die Aufgabe ist nicht zu bewältigen!</p><p>Es ist gewiss einfacher, Weiterbildungs- oder Umschulungsprogramme zu organisieren (obwohl die Abstimmung des Ausbildungsangebots auf die Bedürfnisse der Volkswirtschaft manchmal zu wünschen übrig lässt) als valable Programme für die vorübergehende Beschäftigung auf die Beine zu stellen. Die Kantone und Gemeinden, die sich mit diesen Fragen herumschlagen, wissen sehr gut, wie schwierig dies ist.</p><p>Der Bund, welcher der grösste Arbeitgeber in unserem Land ist und bis zum Jahr 2000 rund 15 000 Beschäftigte entlassen will, sollte deshalb seinen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit leisten, ganz besonders in den Regionen, die von den Entlassungen am meisten betroffen sind.</p><p>Es genügt tatsächlich nicht, Kantone und Gemeinden in diesem Bereich zum Handeln aufzufordern. Sollte der Bund nicht mit dem guten Beispiel vorangehen? Mein Vorstoss möchte dazu beitragen.</p><p>Statt die jungen Leute fürs Nichtstun zu bezahlen, würde das vorgeschlagene Programm den jungen Arbeitslosen eine echte Chance bieten, sich für unser Land nützlich zu machen und gleichzeitig ihren Bildungsstand durch Praktika zu verbessern.</p>
  • <p>Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der Langzeitarbeitslosigkeit ist eines der wichtigsten Ziele des Bundesrates im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in unserem Lande.</p><p>Der Bundesrat hat deshalb seit Beginn 1993 eine Reihe von Massnahmen bewilligt, welche sich speziell an Jugendliche richten, wie beispielsweise die Schaffung einer genügenden Anzahl von Beschäftigungsplätzen in der Öffentlichen Verwaltung, die Ausbildungspraktika und die berufsorientierten Praktika in der Privatwirtschaft, die Übungsfirmen, der Austausch zwischen Sprachregionen, der Informationsdienst für Rekruten usw. Diese Massnahmen haben schon vielen Jugendlichen den Einstieg in das aktive Leben ermöglicht und waren vor allem in der Westschweiz und im Tessin, Regionen, deren Arbeitslosenquote der Jugendlichen fast doppelt so hoch ist als diejenige der deutschsprachigen Schweiz, erfolgreich. Zudem hat das Eidgenössische Personalamt im Verlauf des Jahres 1993 einen ersten Versuch mit der auf maximal ein Jahr befristeten Anstellung von arbeitslosen Lehrabgängern der Bundesverwaltung gestartet.</p><p>Die vom Motionär für die PTT und die SBB entwickelte Idee geht in die gleiche Richtung. Das Eidgenössische Personalamt ist bereit, bei der Ausarbeitung von solchen Massnahmen mitzuwirken. Auch die Regiebetriebe haben viel Verständnis für das Anliegen. Sie haben bereits entsprechende Massnahmen ergriffen (z.B. Weiterbeschäftigung von Lehrabgängern). Der Bundesrat muss aber darauf hinweisen, dass PTT und SBB unter grossem Spar und Rationalisierungsdruck stehen, der ihnen nur noch wenig Spielraum für weitere Massnahmen im Sinne des Motionärs lässt.</p><p>Der Motionär zieht in der Begründung seines Vorstosses die Möglichkeit von 3000 ständigen Praktikantenstellen in Betracht. Dies erscheint uns stark übertrieben. Wir sind der Auffassung, dass die Schaffung von einigen hundert Stellen ein erster wichtiger Schritt in die gewünschte Richtung wäre.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
  • <p>In der Schweiz gibt es zurzeit über 50 000 junge Arbeitslose im Alter von 20 bis 29 Jahren. Ein Land, das seinen jungen Leuten, die die Mühe einer Ausbildung (Lehre oder Studium) auf sich genommen haben, keine Arbeit mehr anbieten kann, ist ein Land ohne Zukunft!</p><p>Der Bund sollte deshalb unbedingt mit ausserordentlichen Massnahmen dazu beitragen, dass den arbeitslosen Jugendlichen beispielsweise Praktikantenstellen für die Dauer von sechs Monaten angeboten werden, namentlich bei den Regiebetrieben des Bundes (PTT und SBB).</p><p>Ich ersuche darum den Bundesrat nachdrücklich, alle zweckdienlichen Massnahmen zu ergreifen und mit den Regiebetrieben des Bundes ein Sonderprogramm zur Schaffung von Praktikantenstellen für junge Arbeitslose zu vereinbaren.</p><p>Die Einzelheiten des Vollzugs sollten im Einvernehmen mit den PTT, den SBB und dem Biga festgelegt werden. Die Finanzierung könnte grösstenteils von der Arbeitslosenversicherungskasse des Bundes übernommen werden; der Restbetrag ginge zu Lasten der Regiebetriebe.</p>
  • Praktikantenstellen für junge Arbeitslose
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Das von mir vorgeschlagene Sonderprogramm könnte zum Beispiel die Schaffung von rund 3000 Dauerstellen für Praktika von maximal sechs Monaten vorsehen. Das Programm sollte so flexibel konzipiert werden, dass es den sich wandelnden Bedürfnissen anpasst werden kann - im Geiste der Partnerschaft unter den verschiedenen interessierten Institutionen.</p><p>Das BIGA sollte die Privatwirtschaft dazu drängen, in der gleichen Richtung tätig zu werden, und zwar nach Modalitäten, die die Betriebe unter sich vereinbaren müssen.</p><p>Die laufende Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes sieht zwar vor, dass Programme für die Weiterbildung, Umschulung und vorübergehende Beschäftigung oder Praktika verstärkt gefördert werden sollen.</p><p>In der Theorie erscheint diese Lösung hervorragend. Aber in der Praxis wirft sie zahlreiche Probleme auf, müssen doch solche Möglichkeiten mehr als 100 000 Arbeitslosen angeboten werden können. Die Aufgabe ist nicht zu bewältigen!</p><p>Es ist gewiss einfacher, Weiterbildungs- oder Umschulungsprogramme zu organisieren (obwohl die Abstimmung des Ausbildungsangebots auf die Bedürfnisse der Volkswirtschaft manchmal zu wünschen übrig lässt) als valable Programme für die vorübergehende Beschäftigung auf die Beine zu stellen. Die Kantone und Gemeinden, die sich mit diesen Fragen herumschlagen, wissen sehr gut, wie schwierig dies ist.</p><p>Der Bund, welcher der grösste Arbeitgeber in unserem Land ist und bis zum Jahr 2000 rund 15 000 Beschäftigte entlassen will, sollte deshalb seinen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit leisten, ganz besonders in den Regionen, die von den Entlassungen am meisten betroffen sind.</p><p>Es genügt tatsächlich nicht, Kantone und Gemeinden in diesem Bereich zum Handeln aufzufordern. Sollte der Bund nicht mit dem guten Beispiel vorangehen? Mein Vorstoss möchte dazu beitragen.</p><p>Statt die jungen Leute fürs Nichtstun zu bezahlen, würde das vorgeschlagene Programm den jungen Arbeitslosen eine echte Chance bieten, sich für unser Land nützlich zu machen und gleichzeitig ihren Bildungsstand durch Praktika zu verbessern.</p>
    • <p>Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der Langzeitarbeitslosigkeit ist eines der wichtigsten Ziele des Bundesrates im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in unserem Lande.</p><p>Der Bundesrat hat deshalb seit Beginn 1993 eine Reihe von Massnahmen bewilligt, welche sich speziell an Jugendliche richten, wie beispielsweise die Schaffung einer genügenden Anzahl von Beschäftigungsplätzen in der Öffentlichen Verwaltung, die Ausbildungspraktika und die berufsorientierten Praktika in der Privatwirtschaft, die Übungsfirmen, der Austausch zwischen Sprachregionen, der Informationsdienst für Rekruten usw. Diese Massnahmen haben schon vielen Jugendlichen den Einstieg in das aktive Leben ermöglicht und waren vor allem in der Westschweiz und im Tessin, Regionen, deren Arbeitslosenquote der Jugendlichen fast doppelt so hoch ist als diejenige der deutschsprachigen Schweiz, erfolgreich. Zudem hat das Eidgenössische Personalamt im Verlauf des Jahres 1993 einen ersten Versuch mit der auf maximal ein Jahr befristeten Anstellung von arbeitslosen Lehrabgängern der Bundesverwaltung gestartet.</p><p>Die vom Motionär für die PTT und die SBB entwickelte Idee geht in die gleiche Richtung. Das Eidgenössische Personalamt ist bereit, bei der Ausarbeitung von solchen Massnahmen mitzuwirken. Auch die Regiebetriebe haben viel Verständnis für das Anliegen. Sie haben bereits entsprechende Massnahmen ergriffen (z.B. Weiterbeschäftigung von Lehrabgängern). Der Bundesrat muss aber darauf hinweisen, dass PTT und SBB unter grossem Spar und Rationalisierungsdruck stehen, der ihnen nur noch wenig Spielraum für weitere Massnahmen im Sinne des Motionärs lässt.</p><p>Der Motionär zieht in der Begründung seines Vorstosses die Möglichkeit von 3000 ständigen Praktikantenstellen in Betracht. Dies erscheint uns stark übertrieben. Wir sind der Auffassung, dass die Schaffung von einigen hundert Stellen ein erster wichtiger Schritt in die gewünschte Richtung wäre.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
    • <p>In der Schweiz gibt es zurzeit über 50 000 junge Arbeitslose im Alter von 20 bis 29 Jahren. Ein Land, das seinen jungen Leuten, die die Mühe einer Ausbildung (Lehre oder Studium) auf sich genommen haben, keine Arbeit mehr anbieten kann, ist ein Land ohne Zukunft!</p><p>Der Bund sollte deshalb unbedingt mit ausserordentlichen Massnahmen dazu beitragen, dass den arbeitslosen Jugendlichen beispielsweise Praktikantenstellen für die Dauer von sechs Monaten angeboten werden, namentlich bei den Regiebetrieben des Bundes (PTT und SBB).</p><p>Ich ersuche darum den Bundesrat nachdrücklich, alle zweckdienlichen Massnahmen zu ergreifen und mit den Regiebetrieben des Bundes ein Sonderprogramm zur Schaffung von Praktikantenstellen für junge Arbeitslose zu vereinbaren.</p><p>Die Einzelheiten des Vollzugs sollten im Einvernehmen mit den PTT, den SBB und dem Biga festgelegt werden. Die Finanzierung könnte grösstenteils von der Arbeitslosenversicherungskasse des Bundes übernommen werden; der Restbetrag ginge zu Lasten der Regiebetriebe.</p>
    • Praktikantenstellen für junge Arbeitslose

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