Rationelle Waldbewirtschaftung und Holztransport

ShortId
94.3430
Id
19943430
Updated
10.04.2024 15:28
Language
de
Title
Rationelle Waldbewirtschaftung und Holztransport
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Waldeigentümer (zu zwei Drittel öffentlich-rechtliche Körperschaften) können die Produktionskosten mit dem Holzverkauf nicht mehr decken. Das daraus entstehende Betriebsdefizit erlaubt keine rationelle Bewirtschaftung des Waldes mehr, was zur Ueberalterung dieses wichtigen Naturkapitals führt und zudem dessen Anfälligkeit für Krankheiten stark erhöht.</p><p>Der Transport ist ein gewichtiger Faktor des Holzpreises. In unserem Land liegt die Gesamtgewichtslimite für Nutzfahrzeuge bei 28 Tonnen, was die einheimischen Hölzer benachteiligt und den Verkauf eines grossen Teiles der Schweizer Produktion an unsere traditionellen ausländischen Kunden nicht mehr erlaubt. In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass das Leergewicht der Fahrzeuge, die für diese Transporte benutzt werden, in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Die Rationalisierung der Transporte und die Verwendung von Lade- und Entladevorrichtungen, die auf den Fahrzeugen fest installiert sind, zwingt sozusagen die Transportunternehmer, dreiachsige und somit schwerere Lastwagen einzusetzen, wodurch die Nutzlast entsprechend vermindert wird.</p><p>Ein Lastenzug, der zum Verladen von Rundholz ausgestattet ist, wiegt ohne Ladung ungefähr 18 Tonnen. Somit beträgt die Nutzlast noch etwa 10 Tonnen. Da Italien ein wichtiger Absatzmarkt für Schweizer Holz ist, müssen unsere Transportunternehmer das Holz auf drei Lastenzüge laden, um es an der Grenze wieder umzuladen. Ab der italienischen Grenze werden die Stämme nur noch mit einem Lastenzug weitertransportiert. Die Kosten für den Transport in der Schweiz und den Umschlag erhöhen für die Waldeigentümer die Gestehungskosten von Schweizer Holz entsprechend. Aufgrund der gegenwärtigen Marktpreise ist es jedoch nicht möglich, die zusätzlichen Kosten auf die Abnehmer zu überwälzen. </p><p>Andererseits könnten mit einer Erhöhung des Gesamtgewichts auf 40 Tonnen (nur für Fahrzeuge, die für den Transport von Rundholz bestimmt sind) nicht nur die Waldeigentümer unterstützt werden, ohne dass Bund und die Kantone neue Subventionen ausrichten müssten. Ausserdem wäre die Erhöhung ein Beitrag zum Umweltschutz. Untersuchungen, die vor kurzem durchgeführt wurden, kommen übereinstimmend zum Schluss, dass mit dieser Massnahme pro Jahr etwa vier Millionen Liter Treibstoff gespart werden könnten. Es wäre somit möglich, die Luftverschmutzung erheblich zu vermindern. Durch eine bessere Nutzung der Kapazitäten würde ausserdem die Belastung des Strassenverkehrs durch Nutzfahrzeuge reduziert.</p><p>Diese Einsparungen kämen einer indirekten Unterstützung des Bundes für den Schweizer Wald gleich, die bei den gegenwärtigen Preisen für Dieseltreibstoff etwa 4 800 000 Franken ausmachen würde (Mindereinnahmen des Bundes aus dem Treibstoffzoll 3 200 000 Franken). Neben diesen Einsparungen ist auch die Verminderung der Transportkosten zu berücksichtigen, die mit Fug und Recht auf 20 000 000 Franken veranschlagt werden dürfen.</p><p>Ohne oder mit nur wenig zusätzlichen Mitteln könnte der Bund der Forstindustrie und den Abnehmern des Schweizer Holzes ermöglichen, sich unter besseren Voraussetzungen der Herausforderung der GATT-Verträge zu stellen. Die Erfahrung, die man nach den schweren Unwettern im Kanton Waadt gemacht hat, zeigt, dass mit einer solchen Massnahme die Wälder wirtschaftlicher genutzt werden können, was letztlich auch der Gesundheit unseres Waldes zugute kommt.</p>
  • <p>Verabschiedet, aber hier noch nicht erfasst</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.
  • <p>Damit die Gestehungskosten für Holz gesenkt, dessen Nutzung gefördert und der Umweltschutz verbessert werden kann, ersuche ich den Bundesrat, eine Änderung des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) vorzulegen. Diese Änderung soll für Spezialfahrzeuge, die Rundholz transportieren, auf dem ganzen Gebiet der Schweiz eine Ausnahme von der Gesamtgewichtslimite von 28 Tonnen vorsehen.</p>
  • Rationelle Waldbewirtschaftung und Holztransport
State
Erledigt
Related Affairs
  • 19943406
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Waldeigentümer (zu zwei Drittel öffentlich-rechtliche Körperschaften) können die Produktionskosten mit dem Holzverkauf nicht mehr decken. Das daraus entstehende Betriebsdefizit erlaubt keine rationelle Bewirtschaftung des Waldes mehr, was zur Ueberalterung dieses wichtigen Naturkapitals führt und zudem dessen Anfälligkeit für Krankheiten stark erhöht.</p><p>Der Transport ist ein gewichtiger Faktor des Holzpreises. In unserem Land liegt die Gesamtgewichtslimite für Nutzfahrzeuge bei 28 Tonnen, was die einheimischen Hölzer benachteiligt und den Verkauf eines grossen Teiles der Schweizer Produktion an unsere traditionellen ausländischen Kunden nicht mehr erlaubt. In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass das Leergewicht der Fahrzeuge, die für diese Transporte benutzt werden, in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Die Rationalisierung der Transporte und die Verwendung von Lade- und Entladevorrichtungen, die auf den Fahrzeugen fest installiert sind, zwingt sozusagen die Transportunternehmer, dreiachsige und somit schwerere Lastwagen einzusetzen, wodurch die Nutzlast entsprechend vermindert wird.</p><p>Ein Lastenzug, der zum Verladen von Rundholz ausgestattet ist, wiegt ohne Ladung ungefähr 18 Tonnen. Somit beträgt die Nutzlast noch etwa 10 Tonnen. Da Italien ein wichtiger Absatzmarkt für Schweizer Holz ist, müssen unsere Transportunternehmer das Holz auf drei Lastenzüge laden, um es an der Grenze wieder umzuladen. Ab der italienischen Grenze werden die Stämme nur noch mit einem Lastenzug weitertransportiert. Die Kosten für den Transport in der Schweiz und den Umschlag erhöhen für die Waldeigentümer die Gestehungskosten von Schweizer Holz entsprechend. Aufgrund der gegenwärtigen Marktpreise ist es jedoch nicht möglich, die zusätzlichen Kosten auf die Abnehmer zu überwälzen. </p><p>Andererseits könnten mit einer Erhöhung des Gesamtgewichts auf 40 Tonnen (nur für Fahrzeuge, die für den Transport von Rundholz bestimmt sind) nicht nur die Waldeigentümer unterstützt werden, ohne dass Bund und die Kantone neue Subventionen ausrichten müssten. Ausserdem wäre die Erhöhung ein Beitrag zum Umweltschutz. Untersuchungen, die vor kurzem durchgeführt wurden, kommen übereinstimmend zum Schluss, dass mit dieser Massnahme pro Jahr etwa vier Millionen Liter Treibstoff gespart werden könnten. Es wäre somit möglich, die Luftverschmutzung erheblich zu vermindern. Durch eine bessere Nutzung der Kapazitäten würde ausserdem die Belastung des Strassenverkehrs durch Nutzfahrzeuge reduziert.</p><p>Diese Einsparungen kämen einer indirekten Unterstützung des Bundes für den Schweizer Wald gleich, die bei den gegenwärtigen Preisen für Dieseltreibstoff etwa 4 800 000 Franken ausmachen würde (Mindereinnahmen des Bundes aus dem Treibstoffzoll 3 200 000 Franken). Neben diesen Einsparungen ist auch die Verminderung der Transportkosten zu berücksichtigen, die mit Fug und Recht auf 20 000 000 Franken veranschlagt werden dürfen.</p><p>Ohne oder mit nur wenig zusätzlichen Mitteln könnte der Bund der Forstindustrie und den Abnehmern des Schweizer Holzes ermöglichen, sich unter besseren Voraussetzungen der Herausforderung der GATT-Verträge zu stellen. Die Erfahrung, die man nach den schweren Unwettern im Kanton Waadt gemacht hat, zeigt, dass mit einer solchen Massnahme die Wälder wirtschaftlicher genutzt werden können, was letztlich auch der Gesundheit unseres Waldes zugute kommt.</p>
    • <p>Verabschiedet, aber hier noch nicht erfasst</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.
    • <p>Damit die Gestehungskosten für Holz gesenkt, dessen Nutzung gefördert und der Umweltschutz verbessert werden kann, ersuche ich den Bundesrat, eine Änderung des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) vorzulegen. Diese Änderung soll für Spezialfahrzeuge, die Rundholz transportieren, auf dem ganzen Gebiet der Schweiz eine Ausnahme von der Gesamtgewichtslimite von 28 Tonnen vorsehen.</p>
    • Rationelle Waldbewirtschaftung und Holztransport

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