Förderung Seniorensport
- ShortId
-
94.3463
- Id
-
19943463
- Updated
-
14.11.2025 06:29
- Language
-
de
- Title
-
Förderung Seniorensport
- AdditionalIndexing
-
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Täglich werden in der Schweiz rund 70 Millionen Franken für die Wiederherstellung der Gesundheit aufgewendet, grösstenteils für das sogenannte dritte Alter. Der Anteil der über 65jährigen nimmt zu. Heute sind es bereits 1 Million, im Jahre 2010 werden 20 Prozent der Bevölkerung im Rentenalter sein.</p><p>Gemäss der kanadischen Studie "Physical Activity and Aging" (Roy Shepard) können mit Sport und gesunder Lebensweise die altersbedingten Gebrechen und damit die Pflegebedürftigkeit um neun Jahre hinausgeschoben werden - ein in jeder Beziehung lohnendes Ziel!</p><p>Gesünder älter werden - Prävention statt Therapie! Nach diesem Grundsatz treiben in der Schweiz bereits 500 000 Senioren Sport. Gemäss einer Umfrage wären weitere 160 000 ältere Mitmenschen interessiert, Seniorensport zu treiben, wenn sie:</p><p>1. die freie Wahl der Sportart haben;</p><p>2. Sport in Gemeinschaft (aber ohne Vereinszwang); und</p><p>3. Sport unter kundiger Führung betreiben könnten.</p><p>Das Bedürfnis ist vorhanden. Mit der neuen Aktion "aktiv 50 plus" des Schweizerischen Interverbandes für Seniorensport (SISS) wird die Basis in der ganzen Schweiz weiter verbreitert.</p><p>Den grossen Stellenwert des Seniorensports hat der Bundesrat in der Beantwortung des Postulates Hänggi (89.622; Seniorensport) betont. Bundesrat Cotti hat in seinem Brief (6. Dezember 1991) an die Präsidentin der Eidgenössischen Sportkommission (ESK) den Seniorensport als eine Aufgabe von erstrangiger gesellschaftspolitischer Bedeutung bezeichnet. Diese Aufgabe kann nur erfüllt werden, wenn genügend gut ausgebildete Leiter und Leiterinnen verfügbar sind. Gemäss Heinz Keller, Direktor der Eidgenössischen Sportschule Magglingen, brauchen wir in der Schweiz langfristig 50 000 zusätzliche Seniorensportleiter und -leiterinnen.</p><p>Ein grosses Potential von geeigneten Leitern ist vorhanden, liegt aber brach! Wir verfügen über 100 000 bestausgebildete J+S-Leiter. 50 000 davon sind aktiv, 50 000 aus verschiedenen Gründen inaktiv (Hauptgrund: über 40jährig). Dieses Potential sollte reaktiviert werden. Mit verlängerten Wochenendkursen könnte rasch eine grosse Zahl von Jugend+Sport- zu Seniorensportleitern und -leiterinnen umgeschult werden. Das wäre die wirtschaftlichste und effizienteste Lösung.</p><p>Obwohl an der Basis der Seniorensport weiterhin privatrechtlich organisiert werden soll, müsste sich aber der Bund zusammen mit den Kantonen (Sportämter) in der Ausbildner- und Leiterausbildung analog zum J+S-Modell stark engagieren.</p>
- <p>Die zukünftige demographische Entwicklung wird von Familie, Gesellschaft und Staat in vielen Bereichen neue Verhaltensweisen und Lösungen verlangen. Es wird unter anderem darum gehen, die alternden Menschen möglichst lange selbständig zu erhalten und die Pflegebedürftigkeit zu reduzieren. Genügend Bewegung und angepasster Sport können dazu beitragen.</p><p>Der Bundesrat hat sich bereits in der Beantwortung des Postulates Hänggi (89.622) sehr positiv zum Seniorensport geäussert. Darauf basierend wurden zu den damaligen Förderungsmassnahmen, die einen kleinen Beitrag an den Interverband für Seniorensport und entsprechende Mittel über Pro Senectute umfassten, weitere Unterstützungen realisiert: Die nationalen Sportverbände konnten erstmals ab 1993 für die Leiterausbildung in Seniorensportprojekten subsidiär gefördert werden. Zudem übernahm die Eidgenössische Sportschule Magglingen im Rahmen ihrer personellen und räumlichen Möglichkeiten die nationalen Kaderausbildungskurse.</p><p>Der Bundesrat ist den privatrechtlichen Sportorganisationen für die sinnvollen Aktivitäten, insbesondere auch zugunsten der älteren Bevölkerungsgruppe, dankbar. Er ist grundsätzlich der Ansicht, dass Seniorensport an der Basis privat organisiert und getragen werden soll. Die Unterstützung der öffentlichen Hand wird sich weitgehend auf das personelle und räumliche Umfeld konzentrieren müssen. In diesem Sinne sind Bund, Kantone und Gemeinden gefordert, dem Seniorensport im Rahmen der Möglichkeiten die entsprechende Sportinfrastruktur möglichst kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Für die Leiterausbildung ist durch die Eidgenössische Sportschule Magglingen in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Sportkommission ein Konzept auszuarbeiten, das die vorhandene Reserve von inaktiven Leiterinnen und Leitern nutzt. Ein Aufbau einer zu "Jugend+Sport" adäquaten Organisation für Senioren ist jedoch auszuschliessen. Es ist eine Lösung vorzulegen, die unter Einbezug der Kantone, des Interverbandes für Seniorensport und der Pro Senectute möglichst kostengünstig, im Rahmen der heutigen gesetzlichen Grundlagen, erfolgen kann. Das Eidgenössische Departement des Innern wird im Rahmen seiner Kompetenzen und Finanzierungsmöglichkeiten darüber entscheiden.</p>
- <p>Der Bundesrat wird ersucht, Lösungen zu entwickeln, die möglichst rasch und kostengünstig eine grosse Zahl von zusätzlichen Seniorensportleitern und -leiterinnen ermöglicht. Prioritär soll die Umschulung/Zusatzausbildung jener rund 50 000 Jugend+Sport-Leitern und -Leiterinnen angestrebt werden, die zwar über eine gute Ausbildung und grosse methodisch-didaktische Erfahrung verfügen, aber aus Alters- oder anderen Gründen inaktiv sind.</p>
- Förderung Seniorensport
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Täglich werden in der Schweiz rund 70 Millionen Franken für die Wiederherstellung der Gesundheit aufgewendet, grösstenteils für das sogenannte dritte Alter. Der Anteil der über 65jährigen nimmt zu. Heute sind es bereits 1 Million, im Jahre 2010 werden 20 Prozent der Bevölkerung im Rentenalter sein.</p><p>Gemäss der kanadischen Studie "Physical Activity and Aging" (Roy Shepard) können mit Sport und gesunder Lebensweise die altersbedingten Gebrechen und damit die Pflegebedürftigkeit um neun Jahre hinausgeschoben werden - ein in jeder Beziehung lohnendes Ziel!</p><p>Gesünder älter werden - Prävention statt Therapie! Nach diesem Grundsatz treiben in der Schweiz bereits 500 000 Senioren Sport. Gemäss einer Umfrage wären weitere 160 000 ältere Mitmenschen interessiert, Seniorensport zu treiben, wenn sie:</p><p>1. die freie Wahl der Sportart haben;</p><p>2. Sport in Gemeinschaft (aber ohne Vereinszwang); und</p><p>3. Sport unter kundiger Führung betreiben könnten.</p><p>Das Bedürfnis ist vorhanden. Mit der neuen Aktion "aktiv 50 plus" des Schweizerischen Interverbandes für Seniorensport (SISS) wird die Basis in der ganzen Schweiz weiter verbreitert.</p><p>Den grossen Stellenwert des Seniorensports hat der Bundesrat in der Beantwortung des Postulates Hänggi (89.622; Seniorensport) betont. Bundesrat Cotti hat in seinem Brief (6. Dezember 1991) an die Präsidentin der Eidgenössischen Sportkommission (ESK) den Seniorensport als eine Aufgabe von erstrangiger gesellschaftspolitischer Bedeutung bezeichnet. Diese Aufgabe kann nur erfüllt werden, wenn genügend gut ausgebildete Leiter und Leiterinnen verfügbar sind. Gemäss Heinz Keller, Direktor der Eidgenössischen Sportschule Magglingen, brauchen wir in der Schweiz langfristig 50 000 zusätzliche Seniorensportleiter und -leiterinnen.</p><p>Ein grosses Potential von geeigneten Leitern ist vorhanden, liegt aber brach! Wir verfügen über 100 000 bestausgebildete J+S-Leiter. 50 000 davon sind aktiv, 50 000 aus verschiedenen Gründen inaktiv (Hauptgrund: über 40jährig). Dieses Potential sollte reaktiviert werden. Mit verlängerten Wochenendkursen könnte rasch eine grosse Zahl von Jugend+Sport- zu Seniorensportleitern und -leiterinnen umgeschult werden. Das wäre die wirtschaftlichste und effizienteste Lösung.</p><p>Obwohl an der Basis der Seniorensport weiterhin privatrechtlich organisiert werden soll, müsste sich aber der Bund zusammen mit den Kantonen (Sportämter) in der Ausbildner- und Leiterausbildung analog zum J+S-Modell stark engagieren.</p>
- <p>Die zukünftige demographische Entwicklung wird von Familie, Gesellschaft und Staat in vielen Bereichen neue Verhaltensweisen und Lösungen verlangen. Es wird unter anderem darum gehen, die alternden Menschen möglichst lange selbständig zu erhalten und die Pflegebedürftigkeit zu reduzieren. Genügend Bewegung und angepasster Sport können dazu beitragen.</p><p>Der Bundesrat hat sich bereits in der Beantwortung des Postulates Hänggi (89.622) sehr positiv zum Seniorensport geäussert. Darauf basierend wurden zu den damaligen Förderungsmassnahmen, die einen kleinen Beitrag an den Interverband für Seniorensport und entsprechende Mittel über Pro Senectute umfassten, weitere Unterstützungen realisiert: Die nationalen Sportverbände konnten erstmals ab 1993 für die Leiterausbildung in Seniorensportprojekten subsidiär gefördert werden. Zudem übernahm die Eidgenössische Sportschule Magglingen im Rahmen ihrer personellen und räumlichen Möglichkeiten die nationalen Kaderausbildungskurse.</p><p>Der Bundesrat ist den privatrechtlichen Sportorganisationen für die sinnvollen Aktivitäten, insbesondere auch zugunsten der älteren Bevölkerungsgruppe, dankbar. Er ist grundsätzlich der Ansicht, dass Seniorensport an der Basis privat organisiert und getragen werden soll. Die Unterstützung der öffentlichen Hand wird sich weitgehend auf das personelle und räumliche Umfeld konzentrieren müssen. In diesem Sinne sind Bund, Kantone und Gemeinden gefordert, dem Seniorensport im Rahmen der Möglichkeiten die entsprechende Sportinfrastruktur möglichst kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Für die Leiterausbildung ist durch die Eidgenössische Sportschule Magglingen in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Sportkommission ein Konzept auszuarbeiten, das die vorhandene Reserve von inaktiven Leiterinnen und Leitern nutzt. Ein Aufbau einer zu "Jugend+Sport" adäquaten Organisation für Senioren ist jedoch auszuschliessen. Es ist eine Lösung vorzulegen, die unter Einbezug der Kantone, des Interverbandes für Seniorensport und der Pro Senectute möglichst kostengünstig, im Rahmen der heutigen gesetzlichen Grundlagen, erfolgen kann. Das Eidgenössische Departement des Innern wird im Rahmen seiner Kompetenzen und Finanzierungsmöglichkeiten darüber entscheiden.</p>
- <p>Der Bundesrat wird ersucht, Lösungen zu entwickeln, die möglichst rasch und kostengünstig eine grosse Zahl von zusätzlichen Seniorensportleitern und -leiterinnen ermöglicht. Prioritär soll die Umschulung/Zusatzausbildung jener rund 50 000 Jugend+Sport-Leitern und -Leiterinnen angestrebt werden, die zwar über eine gute Ausbildung und grosse methodisch-didaktische Erfahrung verfügen, aber aus Alters- oder anderen Gründen inaktiv sind.</p>
- Förderung Seniorensport
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