Umsetzung der gesamten schweizerischen Holzproduktion
- ShortId
-
94.3505
- Id
-
19943505
- Updated
-
14.11.2025 07:39
- Language
-
de
- Title
-
Umsetzung der gesamten schweizerischen Holzproduktion
- AdditionalIndexing
-
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Ein beträchtlicher, sich immer wieder erneuernder Reichtum steht unserer Industrie, speziell dem Baugewerbe, zur Verfügung: Zwischen 3 und 4 Millionen m3 verwertbares Holz bleiben jährlich in unseren Wäldern zurück, sammeln sich an und verlieren an Wert. Der Bund muss seine Anstrengungen zur besseren Nutzung dieses Reichtums noch verstärken.</p><p>In der Antwort auf eine Interpellation Aguet vom 10. Juni 1993, hat der Bundesrat den Verantwortungsbereich sowie die Zusammensetzung des Forums für Holz dargelegt. Er verweist ferner auf die jüngsten Forschungsprogramme sowie das Fehlen von Kompetenzen des Bundes zur Unterstützung der Holzindustrie bei ihren Anstrengungen, sich auf dem Markt durchzusetzen. Der Bundesrat ist ausserdem auf die Arbeit der Kommission zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (KWF) und verschiedener anderer Institute, die von ihm unterstützt werden, eingegangen. Er hofft, dass er aufgrund der Aenderung des Umweltschutzgesetzes in der Lage sein wird, die Entwicklung von neuen Technologien zu fördern. Das Forum für Holz arbeitet an dieser Förderung. Sind seine Zielsetzungen ehrgeizig genug?</p><p>Diese Politik ist unzureichend. Sie richtet sich zu stark ausschliesslich am Waldschutz und an der Entwicklung neuer Techniken aus und vernachlässigt die Förderung der Verwendung von inländischem Holz im Bauwesen. Eine Organisation der Forstwirtschaft sollte die Anstrengungen im kommerziellen Bereich koordinieren und so die Umsetzung der aus der wissenschaftlichen Forschung der letzten Jahre hevorgegangenen neuen Techniken fördern.</p><p>Die Anstrengungen sollen auf folgende Bereiche gerichtet sein: Menge der verwertbaren Kubikmeter, Gestehungskosten und Konkurrenzfähigkeit des im Inland verwerteten Holzes, direkte Unterstützung von Musterbetrieben der Holzverwertung, Festsetzen von gemeinsamen und einhellig unterstützten Zielen der Beteiligten in diesem Sektor, die nicht immer kohärent vorgehen und zu oft ausländisches Holz fördern.</p><p>Als Beispiel lege ich eine Informationsschrift über den Bau der Genossenschaft von Gilamont-Village in Vevey bei; dort werden 60 Stadtwohnungen in Holz mit einer Holz-Beton-Verbundkonstruktion gebaut. Für jede Wohnung werden im Schnitt 30 Kubikmeter Fichte der 2. und 3. Güteklasse verwendet. 40 000 Schweizer Wohnungen pro Jahr mal 30 Kubikmeter würden 1 200 000 Kubikmetern entsprechen. Man kann davon nur träumen. Eine andere Zahl: der schweizerische Wald erzeugt so viel Holz, dass damit alle 2 Minuten eine Wohnung gebaut werden könnte.</p>
- <p>Das Waldgesetz schafft die Voraussetzungen, dass der Schweizer Wald als naturnahe Lebensgemeinschaft seine Schutz, Wohlfahrts und Nutzfunktionen erfüllen kann. Die Bewirtschaftung des Schweizer Waldes ist konform mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit, im Sinne des Erdgipfels in Rio de Janeiro (1992) und der Ministerkonferenz über den Schutz des Waldes in Europa (Helsinki, 1993). Allerdings weist der Schweizer Wald eher zu hohe Holzvorräte auf. Gewisse Mehrnutzungen sind vertretbar, insbesondere um langfristig die Waldverjüngung sicherzustellen. Es dürfte indes schwierig sein, die jährlichen Holznutzungen von gegenwärtig rund 4,3 Millionen m3 auf 7 bis 8 Millionen m3 zu erhöhen;, 5,5 bis 6 Millionen m3 dürften ein realistisches Nutzungsziel sein.</p><p></p><p>Die Verwertung des Schweizer Holzes passt ebenfalls sehr gut ins Konzept der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen. Zur Förderung der Holzverwendung hat der Bund in den letzten Jahren verschiedene Anstösse gegeben. Dazu zählen das Nationale Forschungsprogramm 12 "Holz erneuerbarer Rohstoff und Energieträger", das Impulsprogramm Holz und die von der LIGNUM im Auftrag des BUWAL durchgeführte Informationskampagne "Schweizer Holz".</p><p></p><p>1994 hat das Forum für Holz, zusammen mit den Verbänden und Organisationen der Wald und Holzwirtschaft, "Ziele und Strategien der Holzförderung" erarbeitet Eines dieser Ziele ist, bis ins Jahr 2000 eine Verdoppelung des Holzverbrauches in der Bauwirtschaft anzustreben. Erschwerend wirkt sich in der Praxis aber der grosse Konkurrenzdruck seitens der Substitutions und Importprodukte aus: Es ist ungewiss, ob die Wald und Holzwirtschaft aus eigener Kraft dieses Ziel erreichen kann.</p><p></p><p>Der Bundesrat ist daher bereit, die Möglichkeit eines neuen Aktionsprogrammes zur Umsetzung der Ziele und Strategien des Forums für Holz zu prüfen. Dies hätte sich jedoch im Rahmen des bestehenden Budgets zu bewegen, zusätzliche finanzielle Mittel sind nicht vorgesehen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Ich ersuche den Bundesrat, das Forum für Holz zu beauftragen, einen Aktionsplan für den Wald und die Verwertung von Holz aus der Schweiz zu erarbeiten. Das Forum soll diesen Aktionsplan in Zusammenarbeit mit der Dachorganisation der Wald- und Holzwirtschaft umsetzen. Ziel dieses Aktionsplans soll sein, das Nutzungspotential des schweizerischen Waldes (7 bis 8 Millionen Kubikmeter pro Jahr) so bald wie möglich vollständig auszuschöpfen, dies im Einklang mit der hervorragenden Wald- und Umweltschutzpolitik dieser Organisation. Zur Erreichung dieses Ziels sollen dieser Organisation zumindest in der ersten Zeit die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden.</p>
- Umsetzung der gesamten schweizerischen Holzproduktion
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Ein beträchtlicher, sich immer wieder erneuernder Reichtum steht unserer Industrie, speziell dem Baugewerbe, zur Verfügung: Zwischen 3 und 4 Millionen m3 verwertbares Holz bleiben jährlich in unseren Wäldern zurück, sammeln sich an und verlieren an Wert. Der Bund muss seine Anstrengungen zur besseren Nutzung dieses Reichtums noch verstärken.</p><p>In der Antwort auf eine Interpellation Aguet vom 10. Juni 1993, hat der Bundesrat den Verantwortungsbereich sowie die Zusammensetzung des Forums für Holz dargelegt. Er verweist ferner auf die jüngsten Forschungsprogramme sowie das Fehlen von Kompetenzen des Bundes zur Unterstützung der Holzindustrie bei ihren Anstrengungen, sich auf dem Markt durchzusetzen. Der Bundesrat ist ausserdem auf die Arbeit der Kommission zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (KWF) und verschiedener anderer Institute, die von ihm unterstützt werden, eingegangen. Er hofft, dass er aufgrund der Aenderung des Umweltschutzgesetzes in der Lage sein wird, die Entwicklung von neuen Technologien zu fördern. Das Forum für Holz arbeitet an dieser Förderung. Sind seine Zielsetzungen ehrgeizig genug?</p><p>Diese Politik ist unzureichend. Sie richtet sich zu stark ausschliesslich am Waldschutz und an der Entwicklung neuer Techniken aus und vernachlässigt die Förderung der Verwendung von inländischem Holz im Bauwesen. Eine Organisation der Forstwirtschaft sollte die Anstrengungen im kommerziellen Bereich koordinieren und so die Umsetzung der aus der wissenschaftlichen Forschung der letzten Jahre hevorgegangenen neuen Techniken fördern.</p><p>Die Anstrengungen sollen auf folgende Bereiche gerichtet sein: Menge der verwertbaren Kubikmeter, Gestehungskosten und Konkurrenzfähigkeit des im Inland verwerteten Holzes, direkte Unterstützung von Musterbetrieben der Holzverwertung, Festsetzen von gemeinsamen und einhellig unterstützten Zielen der Beteiligten in diesem Sektor, die nicht immer kohärent vorgehen und zu oft ausländisches Holz fördern.</p><p>Als Beispiel lege ich eine Informationsschrift über den Bau der Genossenschaft von Gilamont-Village in Vevey bei; dort werden 60 Stadtwohnungen in Holz mit einer Holz-Beton-Verbundkonstruktion gebaut. Für jede Wohnung werden im Schnitt 30 Kubikmeter Fichte der 2. und 3. Güteklasse verwendet. 40 000 Schweizer Wohnungen pro Jahr mal 30 Kubikmeter würden 1 200 000 Kubikmetern entsprechen. Man kann davon nur träumen. Eine andere Zahl: der schweizerische Wald erzeugt so viel Holz, dass damit alle 2 Minuten eine Wohnung gebaut werden könnte.</p>
- <p>Das Waldgesetz schafft die Voraussetzungen, dass der Schweizer Wald als naturnahe Lebensgemeinschaft seine Schutz, Wohlfahrts und Nutzfunktionen erfüllen kann. Die Bewirtschaftung des Schweizer Waldes ist konform mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit, im Sinne des Erdgipfels in Rio de Janeiro (1992) und der Ministerkonferenz über den Schutz des Waldes in Europa (Helsinki, 1993). Allerdings weist der Schweizer Wald eher zu hohe Holzvorräte auf. Gewisse Mehrnutzungen sind vertretbar, insbesondere um langfristig die Waldverjüngung sicherzustellen. Es dürfte indes schwierig sein, die jährlichen Holznutzungen von gegenwärtig rund 4,3 Millionen m3 auf 7 bis 8 Millionen m3 zu erhöhen;, 5,5 bis 6 Millionen m3 dürften ein realistisches Nutzungsziel sein.</p><p></p><p>Die Verwertung des Schweizer Holzes passt ebenfalls sehr gut ins Konzept der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen. Zur Förderung der Holzverwendung hat der Bund in den letzten Jahren verschiedene Anstösse gegeben. Dazu zählen das Nationale Forschungsprogramm 12 "Holz erneuerbarer Rohstoff und Energieträger", das Impulsprogramm Holz und die von der LIGNUM im Auftrag des BUWAL durchgeführte Informationskampagne "Schweizer Holz".</p><p></p><p>1994 hat das Forum für Holz, zusammen mit den Verbänden und Organisationen der Wald und Holzwirtschaft, "Ziele und Strategien der Holzförderung" erarbeitet Eines dieser Ziele ist, bis ins Jahr 2000 eine Verdoppelung des Holzverbrauches in der Bauwirtschaft anzustreben. Erschwerend wirkt sich in der Praxis aber der grosse Konkurrenzdruck seitens der Substitutions und Importprodukte aus: Es ist ungewiss, ob die Wald und Holzwirtschaft aus eigener Kraft dieses Ziel erreichen kann.</p><p></p><p>Der Bundesrat ist daher bereit, die Möglichkeit eines neuen Aktionsprogrammes zur Umsetzung der Ziele und Strategien des Forums für Holz zu prüfen. Dies hätte sich jedoch im Rahmen des bestehenden Budgets zu bewegen, zusätzliche finanzielle Mittel sind nicht vorgesehen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Ich ersuche den Bundesrat, das Forum für Holz zu beauftragen, einen Aktionsplan für den Wald und die Verwertung von Holz aus der Schweiz zu erarbeiten. Das Forum soll diesen Aktionsplan in Zusammenarbeit mit der Dachorganisation der Wald- und Holzwirtschaft umsetzen. Ziel dieses Aktionsplans soll sein, das Nutzungspotential des schweizerischen Waldes (7 bis 8 Millionen Kubikmeter pro Jahr) so bald wie möglich vollständig auszuschöpfen, dies im Einklang mit der hervorragenden Wald- und Umweltschutzpolitik dieser Organisation. Zur Erreichung dieses Ziels sollen dieser Organisation zumindest in der ersten Zeit die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden.</p>
- Umsetzung der gesamten schweizerischen Holzproduktion
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