Transparenz und Ueberwachung der derivativen Finanzgeschäfte
- ShortId
-
94.3511
- Id
-
19943511
- Updated
-
10.04.2024 14:41
- Language
-
de
- Title
-
Transparenz und Ueberwachung der derivativen Finanzgeschäfte
- AdditionalIndexing
-
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die derivaten Finanzgeschäfte (Terminkontrakte, Optionen und dergleichen) haben im Laufe der letzten Jahre ein ungeheures Wachstum quantitativ und bezüglich ihrer Vielfalt erlebt. Zwar können finanzielle Risiken gerade mit Hilfe derartiger Instrumente gesamthaft besser bewirtschaftet werden. Indessen beinhalten solche Geschäfte, sofern sie nicht absolut seriös und professionell gehandhabt werden, auch selbst Risiken mit gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen.</p><p>Während zusätzliche gesetzliche Regulierungen (schon angesichts der internationalen Verflechtung) kaum zweckmässig sein dürften, lassen sich (ähnlich wie in den angelsächsischen Ländern) möglicherweise die Transparenz und die Überwachung solcher Geschäfte verbessern. Dementsprechend wird der Bundesrat darum ersucht, einen Bericht zu erstatten über die qualitativen und quantitativen Merkmale der zu Lasten des Finanz- und Wirtschaftsplatzes Schweiz bestehenden Risiken derivater Finanzgeschäfte und über deren allfällige Auswirkung auf die Geldpolitik der Nationalbank und insbesondere über Art, Umfang und Effizienz der bestehenden Aufsichts- und Transparenzvorschriften sowie über die Möglichkeiten einer diesbezüglichen Verbesserung.</p>
- <p>Am 14. März 1994 erstellte die Eidgenössische Bankenkommission einen "Bericht über derivate Finanzinstrumente" zuhanden der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates (WAK-N). Am 23. November 1994 präsentierte die Schweizerische Nationalbank (SNB) der WAK-N ihre Studie über "Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Finanzderivate". Die SNB-Studie wurde aufgrund eines Fragenkataloges der WAK-N erstellt. Eine überarbeitete Fassung der SNB-Studie wurde inzwischen von der Nationalbank in ihrem Quartalsheft "Geld, Währung und Konjunktur", Nr. 4, Dezember 1994, veröffentlicht. Die SNB-Studie nimmt ausführlich Stellung zu den folgenden drei Bereichen:</p><p>1. der Erfolg der Finanzderivate: Gründe für die Entwicklung der Derivate, deren gesamtwirtschaftlicher Nutzen sowie die Entwicklung der Derivatmärkte;</p><p>2. Risiken und mögliche negative externe Effekte der Derivate: Risiken und Gefahren für die involvierten Parteien und den Zahlungsverkehr; Verstärkung von Preisbewegungen;</p><p>3. der Handlungsbedarf für Behörden und Gesetzgeber: Folgen für das Rechnungswesen, die Bankenaufsicht und die Geldpolitik.</p><p>Im Bericht der EBK und in der SNB-Studie werden die im Postulat aufgeführten Fragenbereiche - qualitative und quantitative Merkmale der Derivate und ihre Märkte, Risiken sowie allfällige Auswirkungen auf die Geldpolitik - ausführlich beschrieben.</p><p>Im Anschluss an die Präsentation wurde der in der SNB-Studie aufgezeigte Handlungsbedarf im Bereich der Rechnungslegungsvorschriften eingehend diskutiert. In der Folge lud die WAK-N den Bundesrat mit einer Kommissionsmotion ein, die Rechnungslegungsvorschriften des OR und des Banken- und Börsenrechts so anzupassen, dass die Risiken der Finanzderivate in der Bilanzierung angemessen zum Ausdruck kommen (Motion WAK-N 94.3485). Die Stellungnahme des Bundesrates auf die Motion wurde dem Parlament bereits überwiesen.</p><p>Wir erachten somit die im Postulat aufgeworfenen Fragen als beantwortet.</p>
- <p>Der Bundesrat wird ersucht, Bericht zu erstatten über die zunehmenden Risiken der derivaten Finanzgeschäfte und deren vorhandene oder mögliche Auswirkungen auf den Finanz- und Wirtschaftsplatz Schweiz sowie auf die Geldpolitik der Nationalbank.</p>
- Transparenz und Ueberwachung der derivativen Finanzgeschäfte
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die derivaten Finanzgeschäfte (Terminkontrakte, Optionen und dergleichen) haben im Laufe der letzten Jahre ein ungeheures Wachstum quantitativ und bezüglich ihrer Vielfalt erlebt. Zwar können finanzielle Risiken gerade mit Hilfe derartiger Instrumente gesamthaft besser bewirtschaftet werden. Indessen beinhalten solche Geschäfte, sofern sie nicht absolut seriös und professionell gehandhabt werden, auch selbst Risiken mit gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen.</p><p>Während zusätzliche gesetzliche Regulierungen (schon angesichts der internationalen Verflechtung) kaum zweckmässig sein dürften, lassen sich (ähnlich wie in den angelsächsischen Ländern) möglicherweise die Transparenz und die Überwachung solcher Geschäfte verbessern. Dementsprechend wird der Bundesrat darum ersucht, einen Bericht zu erstatten über die qualitativen und quantitativen Merkmale der zu Lasten des Finanz- und Wirtschaftsplatzes Schweiz bestehenden Risiken derivater Finanzgeschäfte und über deren allfällige Auswirkung auf die Geldpolitik der Nationalbank und insbesondere über Art, Umfang und Effizienz der bestehenden Aufsichts- und Transparenzvorschriften sowie über die Möglichkeiten einer diesbezüglichen Verbesserung.</p>
- <p>Am 14. März 1994 erstellte die Eidgenössische Bankenkommission einen "Bericht über derivate Finanzinstrumente" zuhanden der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates (WAK-N). Am 23. November 1994 präsentierte die Schweizerische Nationalbank (SNB) der WAK-N ihre Studie über "Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Finanzderivate". Die SNB-Studie wurde aufgrund eines Fragenkataloges der WAK-N erstellt. Eine überarbeitete Fassung der SNB-Studie wurde inzwischen von der Nationalbank in ihrem Quartalsheft "Geld, Währung und Konjunktur", Nr. 4, Dezember 1994, veröffentlicht. Die SNB-Studie nimmt ausführlich Stellung zu den folgenden drei Bereichen:</p><p>1. der Erfolg der Finanzderivate: Gründe für die Entwicklung der Derivate, deren gesamtwirtschaftlicher Nutzen sowie die Entwicklung der Derivatmärkte;</p><p>2. Risiken und mögliche negative externe Effekte der Derivate: Risiken und Gefahren für die involvierten Parteien und den Zahlungsverkehr; Verstärkung von Preisbewegungen;</p><p>3. der Handlungsbedarf für Behörden und Gesetzgeber: Folgen für das Rechnungswesen, die Bankenaufsicht und die Geldpolitik.</p><p>Im Bericht der EBK und in der SNB-Studie werden die im Postulat aufgeführten Fragenbereiche - qualitative und quantitative Merkmale der Derivate und ihre Märkte, Risiken sowie allfällige Auswirkungen auf die Geldpolitik - ausführlich beschrieben.</p><p>Im Anschluss an die Präsentation wurde der in der SNB-Studie aufgezeigte Handlungsbedarf im Bereich der Rechnungslegungsvorschriften eingehend diskutiert. In der Folge lud die WAK-N den Bundesrat mit einer Kommissionsmotion ein, die Rechnungslegungsvorschriften des OR und des Banken- und Börsenrechts so anzupassen, dass die Risiken der Finanzderivate in der Bilanzierung angemessen zum Ausdruck kommen (Motion WAK-N 94.3485). Die Stellungnahme des Bundesrates auf die Motion wurde dem Parlament bereits überwiesen.</p><p>Wir erachten somit die im Postulat aufgeworfenen Fragen als beantwortet.</p>
- <p>Der Bundesrat wird ersucht, Bericht zu erstatten über die zunehmenden Risiken der derivaten Finanzgeschäfte und deren vorhandene oder mögliche Auswirkungen auf den Finanz- und Wirtschaftsplatz Schweiz sowie auf die Geldpolitik der Nationalbank.</p>
- Transparenz und Ueberwachung der derivativen Finanzgeschäfte
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