Universität im Kanton Tessin
- ShortId
-
94.3566
- Id
-
19943566
- Updated
-
10.04.2024 14:58
- Language
-
de
- Title
-
Universität im Kanton Tessin
- AdditionalIndexing
-
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die italienischsprachige Schweiz steht im Begriffe, die rechtliche Grundlage für die Gründung einer eigenen Universität im Jahre 1996 zu schaffen. Die Botschaft des Tessiner Regierungsrates wird gegenwärtig vom Kantonsparlament geprüft. Das Projekt sieht drei Fakultäten vor: Architektur, Wirtschaftswissenschaften und Kommunikationswissenschaften.</p><p>Der Kanton Tessin zählt allein schon 4000 Hochschulstudentinnen und -studenten in der Schweiz und 1000 im Ausland. Angesichts dieser Zahl und einer Bevölkerung von 300'000 Einwohnern sind die Voraussetzungen für die Verwirklichung eines Hochschulprojektes im Tessin mit Sicherheit erfüllt. Man denke zum Beispiel daran, dass die sechs Kantone der Westschweiz mit einer Gesamtbevölkerung von 1,7 Millionen Einwohnern über vier Universitäten (Genf, Lausanne, Neuenburg, Freiburg) und eine Eidgenössische Technische Hochschule in Lausanne verfügen.</p><p>Anderseits zeigen einige statistische Daten, die das Bundesamt für Statistik in einer der letzten Nummern der Zeitschrift Vision (I/94, S. 64) publiziert hat, dass die Zahl der erfolgreichen Studienabschlüsse in der Schweiz weit unter dem europäischen Durchschnitt liegt. Auch aus diesem Grund ist die Anstrengung des Kantons Tessin, in der schweizerischen Universitätslandschaft mit vertreten zu sein, ganz klar gerechtfertigt.</p><p>Ein solches Projekt darf von den Bundesbehörden nicht ignoriert werden. Es verdient grundsätzliche Anerkennung und finanzielle Unterstützung, und zwar im Rahmen der Kredite, die der Bundesrat in seiner - im Vorbereitungsstadium befindlichen - Botschaft für die Beitragsperiode 1996 - 1999 zugunsten der Hochschulen beantragen will. Es ist wichtig, dass der Bundesrat dem Kanton Tessin zusichert, dass dessen Projekt bei der Verteilung der Bundesbeiträge schon von Anfang an mitberücksichtigt wird. In einer Zeit, in der Randregionen wie das Tessin - auch als Folge von Entscheiden auf Bundesebene - mit wachsenden Schwierigkeiten kämpfen, muss eine Initiative von so hoher kultureller, wissenschaftlicher und politischer Bedeutung wie das Hochschulprojekt von den Bundesbehörden mit Ueberzeugung unterstützt werden.</p>
- <p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Anerkennt er das grundlegende Recht der italienischsprachigen Schweiz, eine eigene Universität zu gründen, um zusammen mit den anderen Universitäten über die Lehrtätigkeit an der Forschung und an deren Verbreitung teilzunehmen?</p><p>2. Für die Jahre 1996-1999 sollen zur Unterstützung der Universitäten und zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung Kredite in der Höhe von 3910 Millionen Franken bereitgestellt werden. Ist der Bundesrat grundsätzlich bereit, aus diesen Krediten auch Beiträge an das Hochschulprojekt der italienischsprachigen Schweiz, das zurzeit vom Kantonsparlament geprüft wird, zu gewähren?</p>
- Universität im Kanton Tessin
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die italienischsprachige Schweiz steht im Begriffe, die rechtliche Grundlage für die Gründung einer eigenen Universität im Jahre 1996 zu schaffen. Die Botschaft des Tessiner Regierungsrates wird gegenwärtig vom Kantonsparlament geprüft. Das Projekt sieht drei Fakultäten vor: Architektur, Wirtschaftswissenschaften und Kommunikationswissenschaften.</p><p>Der Kanton Tessin zählt allein schon 4000 Hochschulstudentinnen und -studenten in der Schweiz und 1000 im Ausland. Angesichts dieser Zahl und einer Bevölkerung von 300'000 Einwohnern sind die Voraussetzungen für die Verwirklichung eines Hochschulprojektes im Tessin mit Sicherheit erfüllt. Man denke zum Beispiel daran, dass die sechs Kantone der Westschweiz mit einer Gesamtbevölkerung von 1,7 Millionen Einwohnern über vier Universitäten (Genf, Lausanne, Neuenburg, Freiburg) und eine Eidgenössische Technische Hochschule in Lausanne verfügen.</p><p>Anderseits zeigen einige statistische Daten, die das Bundesamt für Statistik in einer der letzten Nummern der Zeitschrift Vision (I/94, S. 64) publiziert hat, dass die Zahl der erfolgreichen Studienabschlüsse in der Schweiz weit unter dem europäischen Durchschnitt liegt. Auch aus diesem Grund ist die Anstrengung des Kantons Tessin, in der schweizerischen Universitätslandschaft mit vertreten zu sein, ganz klar gerechtfertigt.</p><p>Ein solches Projekt darf von den Bundesbehörden nicht ignoriert werden. Es verdient grundsätzliche Anerkennung und finanzielle Unterstützung, und zwar im Rahmen der Kredite, die der Bundesrat in seiner - im Vorbereitungsstadium befindlichen - Botschaft für die Beitragsperiode 1996 - 1999 zugunsten der Hochschulen beantragen will. Es ist wichtig, dass der Bundesrat dem Kanton Tessin zusichert, dass dessen Projekt bei der Verteilung der Bundesbeiträge schon von Anfang an mitberücksichtigt wird. In einer Zeit, in der Randregionen wie das Tessin - auch als Folge von Entscheiden auf Bundesebene - mit wachsenden Schwierigkeiten kämpfen, muss eine Initiative von so hoher kultureller, wissenschaftlicher und politischer Bedeutung wie das Hochschulprojekt von den Bundesbehörden mit Ueberzeugung unterstützt werden.</p>
- <p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Anerkennt er das grundlegende Recht der italienischsprachigen Schweiz, eine eigene Universität zu gründen, um zusammen mit den anderen Universitäten über die Lehrtätigkeit an der Forschung und an deren Verbreitung teilzunehmen?</p><p>2. Für die Jahre 1996-1999 sollen zur Unterstützung der Universitäten und zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung Kredite in der Höhe von 3910 Millionen Franken bereitgestellt werden. Ist der Bundesrat grundsätzlich bereit, aus diesen Krediten auch Beiträge an das Hochschulprojekt der italienischsprachigen Schweiz, das zurzeit vom Kantonsparlament geprüft wird, zu gewähren?</p>
- Universität im Kanton Tessin
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