Freiwilliger Direktabzug der Einkommenssteuer vom Lohn

ShortId
22.439
Id
20220439
Updated
11.04.2025 14:35
Language
de
Title
Freiwilliger Direktabzug der Einkommenssteuer vom Lohn
AdditionalIndexing
2446;04;44
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Laut der vom Bundesamt für Statistik (BFS) im Jahr 2020 durchgeführten Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC) haben fast 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung Steuerrückstände.</p><p>Steuerschulden haben ganz offensichtlich sehr erhebliche finanzielle Auswirkungen auf Gemeinden, Kantone und Bund. Jedes Jahr müssen die öffentlichen Verwaltungen Hunderte Millionen Franken an Steuerschulden als Debitorenverluste abschreiben.</p><p>Eine von der FehrAdvice &amp; Partners AG 2016 publizierte Studie führte aus, dass Steuerschulden auch auf der individuellen Ebene Folgen zeitigen: "Auf individueller Ebene führen sie unter anderem zu sozialer Isolation und langfristigen Gesundheitsproblemen aufgrund der psychischen Belastung. Die Folgen auf Seiten der Wirtschaft sind häufigere Absenzen und tiefere Produktivität."</p><p>Eine einfache und effiziente Lösung besteht darin, einen freiwilligen Direktabzug der Einkommenssteuer vom Lohn zu ermöglichen: Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber würde einen Teil des monatlichen Bruttolohns direkt den jeweiligen Steuerbehörden überweisen. Da der überwiesene Betrag als freiwillige Vorauszahlung der Steuer gelten würde, trüge er Zinsen ein. Dieses Verfahren des direkten Steuerabzugs müsste von den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, nicht aber von den Angestellten zwingend angewendet werden. Letztere könnten entscheiden, ob sie diese Möglichkeit nutzen wollen oder nicht. Um deren Nutzung zu erleichtern, könnte ein sogenanntes "Opt-out"-Verfahren vorgesehen werden, wonach der Direktabzug angewendet wird, wenn sich die angestellte Person nicht ausdrücklich dagegen entscheidet.</p><p>Würde zudem das System in der ganzen Schweiz angewendet, so würde dies erlauben, seine Effizienz zu steigern. Denn tatsächlich arbeiten viele Erwerbstätige nicht in ihrem Wohnkanton.</p><p>Für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber entstünden ein zusätzlicher Aufwand und eine zusätzliche Verantwortung, besonders für die kleinen Betriebe, die nicht über eine angemessene Informatik-Infrastruktur verfügen. Deshalb sollten auch eine Entschädigung und/oder eine Unterstützung durch den Staat geprüft werden.</p><p>Der Direktabzug der Steuer ist als eine Investition zu betrachten, die dazu führt, dass deutlich geringere Verluste durch Steuerschuldnerinnen und -schuldner entstehen, die Einziehungskosten sinken und mit der Zeit weniger Sozialleistungen zu zahlen sind.</p>
  • <p>Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind so zu ändern, dass ein freiwilliger Direktabzug der Einkommenssteuer vom Lohn möglich ist.</p>
  • Freiwilliger Direktabzug der Einkommenssteuer vom Lohn
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Laut der vom Bundesamt für Statistik (BFS) im Jahr 2020 durchgeführten Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC) haben fast 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung Steuerrückstände.</p><p>Steuerschulden haben ganz offensichtlich sehr erhebliche finanzielle Auswirkungen auf Gemeinden, Kantone und Bund. Jedes Jahr müssen die öffentlichen Verwaltungen Hunderte Millionen Franken an Steuerschulden als Debitorenverluste abschreiben.</p><p>Eine von der FehrAdvice &amp; Partners AG 2016 publizierte Studie führte aus, dass Steuerschulden auch auf der individuellen Ebene Folgen zeitigen: "Auf individueller Ebene führen sie unter anderem zu sozialer Isolation und langfristigen Gesundheitsproblemen aufgrund der psychischen Belastung. Die Folgen auf Seiten der Wirtschaft sind häufigere Absenzen und tiefere Produktivität."</p><p>Eine einfache und effiziente Lösung besteht darin, einen freiwilligen Direktabzug der Einkommenssteuer vom Lohn zu ermöglichen: Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber würde einen Teil des monatlichen Bruttolohns direkt den jeweiligen Steuerbehörden überweisen. Da der überwiesene Betrag als freiwillige Vorauszahlung der Steuer gelten würde, trüge er Zinsen ein. Dieses Verfahren des direkten Steuerabzugs müsste von den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, nicht aber von den Angestellten zwingend angewendet werden. Letztere könnten entscheiden, ob sie diese Möglichkeit nutzen wollen oder nicht. Um deren Nutzung zu erleichtern, könnte ein sogenanntes "Opt-out"-Verfahren vorgesehen werden, wonach der Direktabzug angewendet wird, wenn sich die angestellte Person nicht ausdrücklich dagegen entscheidet.</p><p>Würde zudem das System in der ganzen Schweiz angewendet, so würde dies erlauben, seine Effizienz zu steigern. Denn tatsächlich arbeiten viele Erwerbstätige nicht in ihrem Wohnkanton.</p><p>Für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber entstünden ein zusätzlicher Aufwand und eine zusätzliche Verantwortung, besonders für die kleinen Betriebe, die nicht über eine angemessene Informatik-Infrastruktur verfügen. Deshalb sollten auch eine Entschädigung und/oder eine Unterstützung durch den Staat geprüft werden.</p><p>Der Direktabzug der Steuer ist als eine Investition zu betrachten, die dazu führt, dass deutlich geringere Verluste durch Steuerschuldnerinnen und -schuldner entstehen, die Einziehungskosten sinken und mit der Zeit weniger Sozialleistungen zu zahlen sind.</p>
    • <p>Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind so zu ändern, dass ein freiwilliger Direktabzug der Einkommenssteuer vom Lohn möglich ist.</p>
    • Freiwilliger Direktabzug der Einkommenssteuer vom Lohn

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