Tessiner Modell. Steuerliche Abzüge für Einzelpersonen und Paare, die eine AHV- oder eine IV-Rente beziehen

ShortId
22.3996
Id
20223996
Updated
27.07.2023 22:52
Language
de
Title
Tessiner Modell. Steuerliche Abzüge für Einzelpersonen und Paare, die eine AHV- oder eine IV-Rente beziehen
AdditionalIndexing
2446;28;2836
1
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Der Kanton Tessin sieht für Steuerpflichtige, die auf einer AHV- oder IV-Rente besteuert werden, steuerliche Abzüge vor. Dieses System ist degressiv und kommt vor allem Personen mit tiefem Einkommen zugute, denjenigen also, die am schwersten über die Runden kommen.</p><p>Artikel 34 des entsprechenden Tessiner Gesetzes legt fest:</p><p>Steuerpflichtige, die auf einer AHV- oder IV-Rente besteuert werden (Art. 21 Abs. 1), können nach den Abzügen nach Absatz 1 und unter Berücksichtigung der Einkünfte, die anderswo besteuert werden, zudem abziehen:</p><p>a. Steuerpflichtige, für die der Steuersatz nach Artikel 35 Absatz 1 gilt: 8000 Franken bei Einkünften bis zu 21 000 Franken; bei höheren Einkünften reduziert sich der Abzug um 1000 Franken je 3000 Franken Mehreinkünfte;</p><p>b. Steuerpflichtige, für die der Steuersatz nach Artikel 35 Absatz 2 gilt: 8000 Franken bei Einkünften bis zu 27 000 Franken; bei höheren Einkünften reduziert sich der Abzug um 1000 Franken je 3000 Franken Mehreinkünfte. </p><p>Das Tessiner Modell mit neuen Schwellenwerten und Beträgen sollte auch auf nationaler Ebene zur Anwendung kommen. Jeder Schritt in die richtige Richtung lohnt sich.</p>
  • <p>Bereits heute profitieren tiefe Einkommen bei der direkten Bundessteuer von geringen Steuersätzen und einer flachen Progression. Damit schont die direkte Bundessteuer tiefe Einkommen in rechtsgleicher Weise.</p><p>Dies im Gegensatz zur Forderung der Motion, bei der nicht alle Personen mit tiefen Einkommen profitieren sollen, sondern nur diejenigen, die eine AHV- oder IV-Rente beziehen. Alle übrigen Personen mit tiefen Einkommen gehen leer aus, was vor dem verfassungsmässigen Gleichbehandlungsgebot problematisch erscheint.</p><p>Würde wie von der Motion gefordert eine Bestimmung analog Art. 34 des Tessiner Steuergesetzes bei der direkten Bundessteuer eingeführt, ergäbe sich folgendes Bild:</p><table width="461.9pt"><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p></p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>Alleinstehende Person ohne Kinder</p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>Alleinstehende Person ohne Kinder</p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>Ehepaar mit zwei Kindern</p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>Ehepaar mit zwei Kindern</p></td></tr><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p>Steuerbares Einkommen ohne Zusatzabzug</p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>CHF 21 000 </p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>CHF 39 000 </p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF 27 000 </p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF 45 000 </p></td></tr><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p>Steuerlast direkte Bundessteuer ohne Zusatzabzug</p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>CHF <b>50 </b></p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>CHF <b>197 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td></tr><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p></p><p>Zusatzabzug</p><p></p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>CHF 8 000 </p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>CHF 2 000 </p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF 8 000 </p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF 2 000 </p></td></tr><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p>Steuerlast direkte Bundessteuer mit Zusatzabzug</p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>CHF <b>179 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td></tr><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p>Steuerersparnis aus Sicht der steuerpflichtigen Person, Total</p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>CHF <b>50 </b></p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>CHF <b>18 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td></tr></table><p>Jeder neue Steuerabzug führt zu Mindereinnahmen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Gesetzesentwurf zu erarbeiten, wonach nach Tessiner Vorbild Einzelpersonen oder Paare, die eine AHV- oder eine IV-Rente beziehen, steuerliche Abzüge tätigen können.</p>
  • Tessiner Modell. Steuerliche Abzüge für Einzelpersonen und Paare, die eine AHV- oder eine IV-Rente beziehen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Kanton Tessin sieht für Steuerpflichtige, die auf einer AHV- oder IV-Rente besteuert werden, steuerliche Abzüge vor. Dieses System ist degressiv und kommt vor allem Personen mit tiefem Einkommen zugute, denjenigen also, die am schwersten über die Runden kommen.</p><p>Artikel 34 des entsprechenden Tessiner Gesetzes legt fest:</p><p>Steuerpflichtige, die auf einer AHV- oder IV-Rente besteuert werden (Art. 21 Abs. 1), können nach den Abzügen nach Absatz 1 und unter Berücksichtigung der Einkünfte, die anderswo besteuert werden, zudem abziehen:</p><p>a. Steuerpflichtige, für die der Steuersatz nach Artikel 35 Absatz 1 gilt: 8000 Franken bei Einkünften bis zu 21 000 Franken; bei höheren Einkünften reduziert sich der Abzug um 1000 Franken je 3000 Franken Mehreinkünfte;</p><p>b. Steuerpflichtige, für die der Steuersatz nach Artikel 35 Absatz 2 gilt: 8000 Franken bei Einkünften bis zu 27 000 Franken; bei höheren Einkünften reduziert sich der Abzug um 1000 Franken je 3000 Franken Mehreinkünfte. </p><p>Das Tessiner Modell mit neuen Schwellenwerten und Beträgen sollte auch auf nationaler Ebene zur Anwendung kommen. Jeder Schritt in die richtige Richtung lohnt sich.</p>
    • <p>Bereits heute profitieren tiefe Einkommen bei der direkten Bundessteuer von geringen Steuersätzen und einer flachen Progression. Damit schont die direkte Bundessteuer tiefe Einkommen in rechtsgleicher Weise.</p><p>Dies im Gegensatz zur Forderung der Motion, bei der nicht alle Personen mit tiefen Einkommen profitieren sollen, sondern nur diejenigen, die eine AHV- oder IV-Rente beziehen. Alle übrigen Personen mit tiefen Einkommen gehen leer aus, was vor dem verfassungsmässigen Gleichbehandlungsgebot problematisch erscheint.</p><p>Würde wie von der Motion gefordert eine Bestimmung analog Art. 34 des Tessiner Steuergesetzes bei der direkten Bundessteuer eingeführt, ergäbe sich folgendes Bild:</p><table width="461.9pt"><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p></p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>Alleinstehende Person ohne Kinder</p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>Alleinstehende Person ohne Kinder</p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>Ehepaar mit zwei Kindern</p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>Ehepaar mit zwei Kindern</p></td></tr><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p>Steuerbares Einkommen ohne Zusatzabzug</p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>CHF 21 000 </p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>CHF 39 000 </p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF 27 000 </p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF 45 000 </p></td></tr><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p>Steuerlast direkte Bundessteuer ohne Zusatzabzug</p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>CHF <b>50 </b></p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>CHF <b>197 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td></tr><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p></p><p>Zusatzabzug</p><p></p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>CHF 8 000 </p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>CHF 2 000 </p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF 8 000 </p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF 2 000 </p></td></tr><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p>Steuerlast direkte Bundessteuer mit Zusatzabzug</p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>CHF <b>179 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td></tr><tr><td width="95.6pt" valign="center"><p>Steuerersparnis aus Sicht der steuerpflichtigen Person, Total</p></td><td width="87.75pt" valign="center"><p>CHF <b>50 </b></p></td><td width="87.85pt" valign="center"><p>CHF <b>18 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td><td width="86.35pt" valign="center"><p>CHF <b>0 </b></p></td></tr></table><p>Jeder neue Steuerabzug führt zu Mindereinnahmen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Gesetzesentwurf zu erarbeiten, wonach nach Tessiner Vorbild Einzelpersonen oder Paare, die eine AHV- oder eine IV-Rente beziehen, steuerliche Abzüge tätigen können.</p>
    • Tessiner Modell. Steuerliche Abzüge für Einzelpersonen und Paare, die eine AHV- oder eine IV-Rente beziehen

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