Demografische Tragweite von über 250 000 Abtreibungen seit Einführung der Fristenlösung
- ShortId
-
25.3840
- Id
-
20253840
- Updated
-
14.11.2025 02:36
- Language
-
de
- Title
-
Demografische Tragweite von über 250 000 Abtreibungen seit Einführung der Fristenlösung
- AdditionalIndexing
-
2841;28
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1.- 3. Wie der Bundesrat bereits in seiner Antwort auf die Ip. 06.3347 Wäfler «Demographieproblem in der Schweiz und Schutz der ungeborenen Generation» festgehalten hat, ist es aus seiner Sicht grundsätzlich problematisch, Schwangerschaftsabbrüche mit demografischen Überlegungen zu verknüpfen. Dabei drohen sozioökonomische Argumente die menschliche und ethische Dimension zu überlagern. Die 2022 veröffentlichte Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) «Schwangerschaften und Geburten unter schwierigen Bedingungen» zeigt (abrufbar unter www.bfs.admin.ch > Statistiken > Gesundheit > Gesundheitszustand > Reproduktive Gesundheit > Schwangerschaftsabbrüche), dass die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch vielfältig und individuell sind. Jeder Schwangerschaftsabbruch spiegelt eine komplexe persönliche Situation und schwierige Entscheidungen wider, die wesentliche ethische und rechtliche Werte betreffen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. und 5. Seit den 1970er Jahren ist in der Schweiz wie in fast allen vergleichbaren Ländern ein kontinuierlicher Rückgang der Geburtenrate zu beobachten – bedingt durch gesellschaftliche Entwicklungen wie zum Beispiel veränderte Rollenbilder oder die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen.</span></p><p><span>Der Bundesrat sieht daher keinen Widerspruch darin, dass die Schweiz in Politikfeldern wie Klimaschutz, Digitalisierung oder Gleichstellung gezielt für kommende Generationen vorsorgt, während gleichzeitig das Recht auf Schwangerschaftsabbruch gewahrt bleibt. Der Zugang zu einem sicheren und legalen Abbruch ist Teil einer modernen Gesundheitsversorgung und Voraussetzung für die Selbstbestimmung von Frauen.</span></p></span>
- <p>Seit Einführung der Fristenlösung im Jahr 2002 wurden in der Schweiz insgesamt 250’294 Abtreibungen registriert (Quelle: BFS).</p><p>Bereits 2006 stellte Nationalrat Markus Wäfler in der Interpellation 06.3347 die Frage, welche Bedeutung der Bundesrat dem Umstand beimisst, dass jährlich Tausende ungeborene Kinder nicht zur Welt kommen. Seither sind fast zwei Jahrzehnte vergangen – doch die Zahlen sind nicht gesunken, sondern weiter gestiegen: Heute werden jährlich zwischen 11’000 und 12’000 Schwangerschaftsabbrüche verzeichnet – demografisch entspricht das dem Verschwinden einer Kleinstadt pro Jahr.</p><p>Gleichzeitig steht die Schweiz vor grossen Herausforderungen wie der Alterung der Bevölkerung, dem Fachkräftemangel und der langfristigen Sicherung des Generationenvertrags. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob und wie der Bundesrat die konstant hohe Zahl an Schwangerschaftsabbrüchen auch unter demografischen Gesichtspunkten einordnet – und ob er darin einen Handlungsbedarf sieht, um auf politischer Ebene gegenzusteuern.</p><p> </p><ol><li>Welche kurz- und mittelfristigen Auswirkungen sieht der Bundesrat in der kumulierten Zahl von über 250’000 Schwangerschaftsabbrüchen seit 2002 – insbesondere im Hinblick auf Altersaufbau, Fachkräftesicherung und Innovationsfähigkeit der Schweiz?</li><li>Welche längerfristigen demografischen Entwicklungen erwartet der Bundesrat im Zusammenhang mit dieser Entwicklung?</li><li>Welche neuen Erkenntnisse, Datensätze oder Studien hat der Bundesrat seit der Beantwortung der Interpellation 06.3347 (Wäfler) ausgewertet, um den Zusammenhang zwischen Abbruchzahlen, Geburtenrate und gesellschaftlichen Auswirkungen besser zu verstehen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat den Widerspruch, dass die Schweiz in zahlreichen Politikfeldern (z. B. Klima, Digitalisierung, Gleichstellung) gezielt für kommende Generationen vorsorgt, zugleich aber jährlich tausende potenzielle künftige Bürgerinnen und Bürger durch Schwangerschaftsabbrüche verliert?</li><li>Welche Vision von Generationengerechtigkeit verfolgt der Bundesrat – und inwiefern schliesst diese auch den Schutz ungeborenen Lebens mit ein?</li></ol>
- Demografische Tragweite von über 250 000 Abtreibungen seit Einführung der Fristenlösung
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1.- 3. Wie der Bundesrat bereits in seiner Antwort auf die Ip. 06.3347 Wäfler «Demographieproblem in der Schweiz und Schutz der ungeborenen Generation» festgehalten hat, ist es aus seiner Sicht grundsätzlich problematisch, Schwangerschaftsabbrüche mit demografischen Überlegungen zu verknüpfen. Dabei drohen sozioökonomische Argumente die menschliche und ethische Dimension zu überlagern. Die 2022 veröffentlichte Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) «Schwangerschaften und Geburten unter schwierigen Bedingungen» zeigt (abrufbar unter www.bfs.admin.ch > Statistiken > Gesundheit > Gesundheitszustand > Reproduktive Gesundheit > Schwangerschaftsabbrüche), dass die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch vielfältig und individuell sind. Jeder Schwangerschaftsabbruch spiegelt eine komplexe persönliche Situation und schwierige Entscheidungen wider, die wesentliche ethische und rechtliche Werte betreffen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. und 5. Seit den 1970er Jahren ist in der Schweiz wie in fast allen vergleichbaren Ländern ein kontinuierlicher Rückgang der Geburtenrate zu beobachten – bedingt durch gesellschaftliche Entwicklungen wie zum Beispiel veränderte Rollenbilder oder die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen.</span></p><p><span>Der Bundesrat sieht daher keinen Widerspruch darin, dass die Schweiz in Politikfeldern wie Klimaschutz, Digitalisierung oder Gleichstellung gezielt für kommende Generationen vorsorgt, während gleichzeitig das Recht auf Schwangerschaftsabbruch gewahrt bleibt. Der Zugang zu einem sicheren und legalen Abbruch ist Teil einer modernen Gesundheitsversorgung und Voraussetzung für die Selbstbestimmung von Frauen.</span></p></span>
- <p>Seit Einführung der Fristenlösung im Jahr 2002 wurden in der Schweiz insgesamt 250’294 Abtreibungen registriert (Quelle: BFS).</p><p>Bereits 2006 stellte Nationalrat Markus Wäfler in der Interpellation 06.3347 die Frage, welche Bedeutung der Bundesrat dem Umstand beimisst, dass jährlich Tausende ungeborene Kinder nicht zur Welt kommen. Seither sind fast zwei Jahrzehnte vergangen – doch die Zahlen sind nicht gesunken, sondern weiter gestiegen: Heute werden jährlich zwischen 11’000 und 12’000 Schwangerschaftsabbrüche verzeichnet – demografisch entspricht das dem Verschwinden einer Kleinstadt pro Jahr.</p><p>Gleichzeitig steht die Schweiz vor grossen Herausforderungen wie der Alterung der Bevölkerung, dem Fachkräftemangel und der langfristigen Sicherung des Generationenvertrags. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob und wie der Bundesrat die konstant hohe Zahl an Schwangerschaftsabbrüchen auch unter demografischen Gesichtspunkten einordnet – und ob er darin einen Handlungsbedarf sieht, um auf politischer Ebene gegenzusteuern.</p><p> </p><ol><li>Welche kurz- und mittelfristigen Auswirkungen sieht der Bundesrat in der kumulierten Zahl von über 250’000 Schwangerschaftsabbrüchen seit 2002 – insbesondere im Hinblick auf Altersaufbau, Fachkräftesicherung und Innovationsfähigkeit der Schweiz?</li><li>Welche längerfristigen demografischen Entwicklungen erwartet der Bundesrat im Zusammenhang mit dieser Entwicklung?</li><li>Welche neuen Erkenntnisse, Datensätze oder Studien hat der Bundesrat seit der Beantwortung der Interpellation 06.3347 (Wäfler) ausgewertet, um den Zusammenhang zwischen Abbruchzahlen, Geburtenrate und gesellschaftlichen Auswirkungen besser zu verstehen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat den Widerspruch, dass die Schweiz in zahlreichen Politikfeldern (z. B. Klima, Digitalisierung, Gleichstellung) gezielt für kommende Generationen vorsorgt, zugleich aber jährlich tausende potenzielle künftige Bürgerinnen und Bürger durch Schwangerschaftsabbrüche verliert?</li><li>Welche Vision von Generationengerechtigkeit verfolgt der Bundesrat – und inwiefern schliesst diese auch den Schutz ungeborenen Lebens mit ein?</li></ol>
- Demografische Tragweite von über 250 000 Abtreibungen seit Einführung der Fristenlösung
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