Buprenorphin-Engpass in der Schweiz. Welche Massnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten?
- ShortId
-
26.1014
- Id
-
20261014
- Updated
-
27.04.2026 14:51
- Language
-
de
- Title
-
Buprenorphin-Engpass in der Schweiz. Welche Massnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten?
- AdditionalIndexing
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15;2841
- 1
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- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Seit Ende 2025 herrscht in der Schweiz ein akuter Engpass bei Buprenorphin, einem Opioid, das insbesondere zur Behandlung chronischer Schmerzen sowie für Substitutionstherapien bei Opioidabhängigkeit eingesetzt wird. Grund für den Engpass ist der Rückzug des Originalpräparats «Subutex» vom Markt. Der Hersteller Indivior stellte die Vermarktung ein, nachdem die Zulassung am 12. Januar 2026 ausgelaufen war.</p><p>Laut den verfügbaren Informationen machen in der Schweiz rund 18 000 Patientinnen und Patienten eine Substitutionstherapie und knapp 10 Prozent von ihnen werden mit Buprenorphin behandelt. Für solche Personen kann es gravierende Folgen haben, wenn ein Medikament plötzlich nicht mehr verfügbar ist: stärkere Schmerzen, erhebliche Nebenwirkungen bei der Umstellung der Behandlung oder Spitaleinweisung.</p><p>Der Buprenorphin-Engpass wurde dadurch verschärft, dass die Zulassung des Arzneimittels abgelaufen ist, bevor ausreichend Lagerbestände angelegt oder Alternativen entwickelt werden konnten.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wurde der Bundesrat vor Januar 2026 über den Marktrückzug des Medikaments «Subutex» und das Auslaufen der Zulassung informiert?</li><li>Warum wurden keine Übergangsmassnahmen getroffen, um für die betroffenen Patientinnen und Patienten ausreichend Lagerbestände zu bilden?</li><li>Erwägt der Bundesrat, die Einfuhr von Buprenorphin aus Nachbarländern wie Frankreich, in denen das Medikament nach wie vor verfügbar ist, vorübergehend zu erleichtern?</li><li>Mit welchen Massnahmen gedenken Swissmedic und die Bundesbehörden zu verhindern, dass die Behandlungsmöglichkeiten wegfallen für Patientinnen und Patienten, die chronische Schmerzen haben oder eine Substitutionstherapie machen?</li><li>Erwägt der Bundesrat eine Anpassung der Zulassungs- oder Einfuhrverfahren für als Betäubungsmittel eingestufte Arzneimittel, so dass derartige Engpässe künftig vermieden werden können?</li></ol>
- Buprenorphin-Engpass in der Schweiz. Welche Massnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten?
- State
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Eingereicht
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Seit Ende 2025 herrscht in der Schweiz ein akuter Engpass bei Buprenorphin, einem Opioid, das insbesondere zur Behandlung chronischer Schmerzen sowie für Substitutionstherapien bei Opioidabhängigkeit eingesetzt wird. Grund für den Engpass ist der Rückzug des Originalpräparats «Subutex» vom Markt. Der Hersteller Indivior stellte die Vermarktung ein, nachdem die Zulassung am 12. Januar 2026 ausgelaufen war.</p><p>Laut den verfügbaren Informationen machen in der Schweiz rund 18 000 Patientinnen und Patienten eine Substitutionstherapie und knapp 10 Prozent von ihnen werden mit Buprenorphin behandelt. Für solche Personen kann es gravierende Folgen haben, wenn ein Medikament plötzlich nicht mehr verfügbar ist: stärkere Schmerzen, erhebliche Nebenwirkungen bei der Umstellung der Behandlung oder Spitaleinweisung.</p><p>Der Buprenorphin-Engpass wurde dadurch verschärft, dass die Zulassung des Arzneimittels abgelaufen ist, bevor ausreichend Lagerbestände angelegt oder Alternativen entwickelt werden konnten.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wurde der Bundesrat vor Januar 2026 über den Marktrückzug des Medikaments «Subutex» und das Auslaufen der Zulassung informiert?</li><li>Warum wurden keine Übergangsmassnahmen getroffen, um für die betroffenen Patientinnen und Patienten ausreichend Lagerbestände zu bilden?</li><li>Erwägt der Bundesrat, die Einfuhr von Buprenorphin aus Nachbarländern wie Frankreich, in denen das Medikament nach wie vor verfügbar ist, vorübergehend zu erleichtern?</li><li>Mit welchen Massnahmen gedenken Swissmedic und die Bundesbehörden zu verhindern, dass die Behandlungsmöglichkeiten wegfallen für Patientinnen und Patienten, die chronische Schmerzen haben oder eine Substitutionstherapie machen?</li><li>Erwägt der Bundesrat eine Anpassung der Zulassungs- oder Einfuhrverfahren für als Betäubungsmittel eingestufte Arzneimittel, so dass derartige Engpässe künftig vermieden werden können?</li></ol>
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