Kompensation von Absatzrückgängen im Agrarbereich

ShortId
26.3525
Id
20263525
Updated
26.05.2026 11:21
Language
de
Title
Kompensation von Absatzrückgängen im Agrarbereich
AdditionalIndexing
08;55;15
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Seit der Jahrtausendwende haben sich die Exporte der Schweiz von 242 Milliarden Franken auf heute 677 Milliarden fast verdreifacht. Der Anteil am BIP ist im selben Zeitraum von rund 50 Prozent auf heute fast 80 Prozent gestiegen. Die Schweiz ist als kleine, exportorientierte Volkswirtschaft massgeblich auf Freihandelsabkommen (FHA) angewiesen: Das Land verdient jeden zweiten Franken im Ausland. Die Land- und Ernährungswirtschaft profitieren wie die übrigen Wirtschaftsbereiche von verbessertem Marktzugang im Rahmen von Freihandelsabkommen (FHA). 2024 exportierte die Schweiz landwirtschaftliche Produkte im Wert von 10,7 Milliarden Franken (vgl. Agrarbericht 2025). Aber auch die Importe nahmen im Jahr 2024 zu.</p><p>&nbsp;</p><p>Steigende Produktionskosten, strengere Umweltauflagen und geplante Zollsenkungen setzen die inländische Agrarproduktion unter Druck. Die Branche reagiert darauf mit politischen Vorstössen. Derzeit läuft beispielsweise eine Vernehmlassung zur Stützung der inländischen Produktion angesichts des rückläufigen Weinkonsums (vgl. Vernehmlassung Änderung der Verordnung über den Rebbau und die Einfuhr von Wein; Verteilung des Zollkontingents Wein). Punktuelle Eingriffe in die Agrarwirtschaft bergen aber die Gefahr, dass entweder zu viel, zu wenig oder am falschen Ort reguliert und unterstützt wird. Es braucht daher eine Gesamtsicht, in der sichergestellt werden kann, dass die Herausforderungen für die inländische Agrarproduktion konkret und zielgerichtet angegangen werden können. Dabei gilt es auch zu evaluieren, wie stark diese Herausforderungen durch Freihandelsabkommen verstärkt werden. Weil Agrarprodukte zu den Hauptexportinteressen vieler Länder gehören, mit denen die Schweiz FHA-Verhandlungen führt, muss die Schweizer Diplomatie hier auch künftig gewisse Zugeständnisse machen können. Es soll daher eine separate Vorlage unabhängig von einem einzelnen Freihandelsabkommen ausgearbeitet werden.&nbsp;</p>
  • <span><p>Die Schweiz verfolgt seit Jahren eine aktive Handelspolitik. In den Verhandlungen zu Freihandelsabkommen gehören Konzessionen im Agrarbereich oft dazu. Die Schweizer Landwirtschaft muss ihre Produktion daher an sich ändernde Marktverhältnisse anpassen, um nachhaltig und wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Bundesrat ist deshalb bereit, die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft im Hinblick auf kommende Freihandelsabkommen mit gezielten Begleitmassnahmen zu stärken. Dafür sollen befristet zusätzliche Mittel im Rahmen der bestehenden Agrarpolitik bereitgestellt werden. Dazu wird bis Ende Oktober 2027 eine Verordnungsänderung zur Versteigerung der Importkontingente vorbereitet.</p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Vorschlag zu Kompensationsmöglichkeiten zu unterbreiten, welcher materielle Einbussen im Agrarsektor aufgrund von steigenden Importen und Produktionskosten ausgleichen soll.</p><p>&nbsp;</p><p>Eine Minderheit der Kommission (Fehlmann Rielle, Bullakaj, Gredig, Molina, Pult, Rumy) beantragt, die Motion abzulehnen.&nbsp;</p>
  • Kompensation von Absatzrückgängen im Agrarbereich
State
In Nationalrat geplant
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Seit der Jahrtausendwende haben sich die Exporte der Schweiz von 242 Milliarden Franken auf heute 677 Milliarden fast verdreifacht. Der Anteil am BIP ist im selben Zeitraum von rund 50 Prozent auf heute fast 80 Prozent gestiegen. Die Schweiz ist als kleine, exportorientierte Volkswirtschaft massgeblich auf Freihandelsabkommen (FHA) angewiesen: Das Land verdient jeden zweiten Franken im Ausland. Die Land- und Ernährungswirtschaft profitieren wie die übrigen Wirtschaftsbereiche von verbessertem Marktzugang im Rahmen von Freihandelsabkommen (FHA). 2024 exportierte die Schweiz landwirtschaftliche Produkte im Wert von 10,7 Milliarden Franken (vgl. Agrarbericht 2025). Aber auch die Importe nahmen im Jahr 2024 zu.</p><p>&nbsp;</p><p>Steigende Produktionskosten, strengere Umweltauflagen und geplante Zollsenkungen setzen die inländische Agrarproduktion unter Druck. Die Branche reagiert darauf mit politischen Vorstössen. Derzeit läuft beispielsweise eine Vernehmlassung zur Stützung der inländischen Produktion angesichts des rückläufigen Weinkonsums (vgl. Vernehmlassung Änderung der Verordnung über den Rebbau und die Einfuhr von Wein; Verteilung des Zollkontingents Wein). Punktuelle Eingriffe in die Agrarwirtschaft bergen aber die Gefahr, dass entweder zu viel, zu wenig oder am falschen Ort reguliert und unterstützt wird. Es braucht daher eine Gesamtsicht, in der sichergestellt werden kann, dass die Herausforderungen für die inländische Agrarproduktion konkret und zielgerichtet angegangen werden können. Dabei gilt es auch zu evaluieren, wie stark diese Herausforderungen durch Freihandelsabkommen verstärkt werden. Weil Agrarprodukte zu den Hauptexportinteressen vieler Länder gehören, mit denen die Schweiz FHA-Verhandlungen führt, muss die Schweizer Diplomatie hier auch künftig gewisse Zugeständnisse machen können. Es soll daher eine separate Vorlage unabhängig von einem einzelnen Freihandelsabkommen ausgearbeitet werden.&nbsp;</p>
    • <span><p>Die Schweiz verfolgt seit Jahren eine aktive Handelspolitik. In den Verhandlungen zu Freihandelsabkommen gehören Konzessionen im Agrarbereich oft dazu. Die Schweizer Landwirtschaft muss ihre Produktion daher an sich ändernde Marktverhältnisse anpassen, um nachhaltig und wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Bundesrat ist deshalb bereit, die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft im Hinblick auf kommende Freihandelsabkommen mit gezielten Begleitmassnahmen zu stärken. Dafür sollen befristet zusätzliche Mittel im Rahmen der bestehenden Agrarpolitik bereitgestellt werden. Dazu wird bis Ende Oktober 2027 eine Verordnungsänderung zur Versteigerung der Importkontingente vorbereitet.</p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Vorschlag zu Kompensationsmöglichkeiten zu unterbreiten, welcher materielle Einbussen im Agrarsektor aufgrund von steigenden Importen und Produktionskosten ausgleichen soll.</p><p>&nbsp;</p><p>Eine Minderheit der Kommission (Fehlmann Rielle, Bullakaj, Gredig, Molina, Pult, Rumy) beantragt, die Motion abzulehnen.&nbsp;</p>
    • Kompensation von Absatzrückgängen im Agrarbereich

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