Cadmiumbelastung der Schweizer Bevölkerung
- ShortId
-
26.3608
- Id
-
20263608
- Updated
-
16.07.2026 10:27
- Language
-
de
- Title
-
Cadmiumbelastung der Schweizer Bevölkerung
- AdditionalIndexing
-
2841;55;52
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In Frankreich haben die Gesundheitsbehörden kürzlich darüber informiert, dass die Bevölkerung in besorgniserregendem Ausmass Cadmium ausgesetzt ist. In der Schweiz belastet dieses krebserregende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Schwermetall auch Lebensmittel, Wasser und Gebrauchsgegenstände; die Antworten der verschiedenen Bundesämter, die von der Fédération romande des consommateurs (FRC) befragt wurden, bestätigen jedoch, dass es an Daten mangelt, um das Ausmass des Problems sachlich zu bewerten. </p><p> </p><p>In der Schweiz wie auch in anderen Ländern ist der Einsatz von Phosphatdüngern der Hauptgrund für den Eintrag von Cadmium in den Boden. Die Schweiz wendet in dieser Hinsicht einen strengen Grenzwert von 50 mg Cadmium pro Kilogramm Phosphat an, während der französische Grenzwert bei 90 mg liegt und die Europäische Union bis zu 170 mg zulässt. Im Jahr 2021 ergab eine Untersuchung des Berner Kantonallabors jedoch, dass jeder sechste in der Schweiz verkaufte Phosphatdünger den Grenzwert überschritt. </p><p> </p><p>Zudem ist der Cadmiumgehalt in Lebensmitteln in der Schweiz die grosse Unbekannte, wenn es um diese Problematik geht. Es gibt keine aktuellen Studien, in denen die Konzentration dieses Schwermetalls in Lebensmitteln gemessen worden wäre. Hersteller rufen regelmässig Produkte zurück, wenn sie eine Nichtkonformität feststellen; diese punktuellen Rückrufe liefern jedoch keine Informationen über das Risiko einer Mehrfachbelastung der Konsumentinnen und Konsumenten («Cocktail-Effekt»). </p><p> </p><p>Aufgrund des Gesagten frage ich den Bundesrat:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>Beabsichtigt er, Massnahmen zu ergreifen, um angesichts des Mangels an Daten über Cadmium in Lebensmitteln Abhilfe zu schaffen? Falls ja, auf welche Weise?</li><li>Wie überwacht der Bundesrat den Cadmiumgehalt in den auf dem Schweizer Markt erhältlichen Phosphatdüngern? </li><li>Ist der Bundesrat der Ansicht, dass Cadmium ein Gesundheitsrisiko für die Schweizer Bevölkerung darstellt?</li><li>Liegen aktuellere Daten zu einer möglichen Nichtkonformität dieser Düngemittel vor?</li><li><p>Werden strengere Kontrollen als gesetzlich vorgeschrieben durchgeführt oder sind solche geplant, um die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten zu schützen? </p><p> </p></li></ul>
- Cadmiumbelastung der Schweizer Bevölkerung
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>In Frankreich haben die Gesundheitsbehörden kürzlich darüber informiert, dass die Bevölkerung in besorgniserregendem Ausmass Cadmium ausgesetzt ist. In der Schweiz belastet dieses krebserregende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Schwermetall auch Lebensmittel, Wasser und Gebrauchsgegenstände; die Antworten der verschiedenen Bundesämter, die von der Fédération romande des consommateurs (FRC) befragt wurden, bestätigen jedoch, dass es an Daten mangelt, um das Ausmass des Problems sachlich zu bewerten. </p><p> </p><p>In der Schweiz wie auch in anderen Ländern ist der Einsatz von Phosphatdüngern der Hauptgrund für den Eintrag von Cadmium in den Boden. Die Schweiz wendet in dieser Hinsicht einen strengen Grenzwert von 50 mg Cadmium pro Kilogramm Phosphat an, während der französische Grenzwert bei 90 mg liegt und die Europäische Union bis zu 170 mg zulässt. Im Jahr 2021 ergab eine Untersuchung des Berner Kantonallabors jedoch, dass jeder sechste in der Schweiz verkaufte Phosphatdünger den Grenzwert überschritt. </p><p> </p><p>Zudem ist der Cadmiumgehalt in Lebensmitteln in der Schweiz die grosse Unbekannte, wenn es um diese Problematik geht. Es gibt keine aktuellen Studien, in denen die Konzentration dieses Schwermetalls in Lebensmitteln gemessen worden wäre. Hersteller rufen regelmässig Produkte zurück, wenn sie eine Nichtkonformität feststellen; diese punktuellen Rückrufe liefern jedoch keine Informationen über das Risiko einer Mehrfachbelastung der Konsumentinnen und Konsumenten («Cocktail-Effekt»). </p><p> </p><p>Aufgrund des Gesagten frage ich den Bundesrat:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>Beabsichtigt er, Massnahmen zu ergreifen, um angesichts des Mangels an Daten über Cadmium in Lebensmitteln Abhilfe zu schaffen? Falls ja, auf welche Weise?</li><li>Wie überwacht der Bundesrat den Cadmiumgehalt in den auf dem Schweizer Markt erhältlichen Phosphatdüngern? </li><li>Ist der Bundesrat der Ansicht, dass Cadmium ein Gesundheitsrisiko für die Schweizer Bevölkerung darstellt?</li><li>Liegen aktuellere Daten zu einer möglichen Nichtkonformität dieser Düngemittel vor?</li><li><p>Werden strengere Kontrollen als gesetzlich vorgeschrieben durchgeführt oder sind solche geplant, um die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten zu schützen? </p><p> </p></li></ul>
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