Cadmiumbelastung. Kann der Bundesrat die Bevölkerung beruhigen?
- ShortId
-
26.3706
- Id
-
20263706
- Updated
-
27.07.2026 16:01
- Language
-
de
- Title
-
Cadmiumbelastung. Kann der Bundesrat die Bevölkerung beruhigen?
- AdditionalIndexing
-
55;2841;52
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die jüngsten Debatten in Frankreich über die Kontamination von landwirtschaftlichen Böden und der Nahrungskette durch Cadmium haben die Bedenken hinsichtlich dieses giftigen Schwermetalls erneut geschürt; Cadmium ist für seine schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit bekannt, insbesondere auf die Nieren, die Knochen und bestimmte Krebsarten (Bauchspeicheldrüse). Im Juni 2026 verabschiedete die französische Nationalversammlung einen Gesetzentwurf, der darauf abzielt, die Senkung des zulässigen Cadmiumgehalts in Phosphatdüngern zu beschleunigen, nachdem die französischen Gesundheitsbehörden wiederholt vor einer Belastung der Bevölkerung gewarnt hatten. </p><p> </p><p>Die Schweiz wendet einen strengeren Grenzwert für Phosphatdünger an als Frankreich (50 mg Cadmium pro kg Phosphat gegenüber bisher 90 mg/kg in Frankreich). Studien haben gezeigt, dass Phosphatdünger eine wichtige Quelle für den Eintrag von Cadmium in landwirtschaftliche Böden darstellen, und eine im Jahr 2021 in der Schweiz durchgeführte Kontrollkampagne ergab, dass etwa jeder sechste Phosphatdünger den zulässigen Grenzwert überschritt. </p><p> </p><p>Mehrere europäische Länder haben strengere Grenzwerte als den europäischen Standard von 60 mg Cd/kg P₂O₅ eingeführt, wobei einige diese auf 20 mg/kg P₂O₅ festgesetzt haben. Mehrere Gesundheitsbehörden, darunter die ANSES in Frankreich, sind der Ansicht, dass ein Grenzwert von 20 mg/kg P₂O₅ einen besseren Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Böden bieten würde.</p>
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Wie schätzt er derzeit die Cadmiumbelastung der Schweizer Bevölkerung, die über die Nahrung erfolgt, ein?</li><li>Verfügt er über aktuelle Daten zur Entwicklung der Cadmiumkonzentrationen in landwirtschaftlichen Böden, Lebensmitteln und der Schweizer Bevölkerung?</li><li>Ist er der Ansicht, dass die derzeit geltenden Grenzwerte für Phosphatdünger langfristig einen ausreichenden Schutz bieten?</li><li>Beabsichtigt er, die zulässigen Höchstgehalte an Cadmium in Düngemitteln weiter zu senken, wie dies in mehreren europäischen Ländern empfohlen wird?</li><li>Welche Kontroll- und Überwachungsmassnahmen werden ergriffen, um sicherzustellen, dass die in der Schweiz erhältlichen Düngemittel die gesetzlichen Anforderungen tatsächlich erfüllen?</li><li>Ist der Bundesrat nach seinem Dafürhalten in der Lage, der Bevölkerung zu versichern, dass kein Risiko besteht, das mit dem derzeit in Frankreich angeprangerten vergleichbar ist, und auf welche wissenschaftlichen Erkenntnisse stützt er diese Einschätzung?</li></ol>
- Cadmiumbelastung. Kann der Bundesrat die Bevölkerung beruhigen?
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die jüngsten Debatten in Frankreich über die Kontamination von landwirtschaftlichen Böden und der Nahrungskette durch Cadmium haben die Bedenken hinsichtlich dieses giftigen Schwermetalls erneut geschürt; Cadmium ist für seine schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit bekannt, insbesondere auf die Nieren, die Knochen und bestimmte Krebsarten (Bauchspeicheldrüse). Im Juni 2026 verabschiedete die französische Nationalversammlung einen Gesetzentwurf, der darauf abzielt, die Senkung des zulässigen Cadmiumgehalts in Phosphatdüngern zu beschleunigen, nachdem die französischen Gesundheitsbehörden wiederholt vor einer Belastung der Bevölkerung gewarnt hatten. </p><p> </p><p>Die Schweiz wendet einen strengeren Grenzwert für Phosphatdünger an als Frankreich (50 mg Cadmium pro kg Phosphat gegenüber bisher 90 mg/kg in Frankreich). Studien haben gezeigt, dass Phosphatdünger eine wichtige Quelle für den Eintrag von Cadmium in landwirtschaftliche Böden darstellen, und eine im Jahr 2021 in der Schweiz durchgeführte Kontrollkampagne ergab, dass etwa jeder sechste Phosphatdünger den zulässigen Grenzwert überschritt. </p><p> </p><p>Mehrere europäische Länder haben strengere Grenzwerte als den europäischen Standard von 60 mg Cd/kg P₂O₅ eingeführt, wobei einige diese auf 20 mg/kg P₂O₅ festgesetzt haben. Mehrere Gesundheitsbehörden, darunter die ANSES in Frankreich, sind der Ansicht, dass ein Grenzwert von 20 mg/kg P₂O₅ einen besseren Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Böden bieten würde.</p>
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Wie schätzt er derzeit die Cadmiumbelastung der Schweizer Bevölkerung, die über die Nahrung erfolgt, ein?</li><li>Verfügt er über aktuelle Daten zur Entwicklung der Cadmiumkonzentrationen in landwirtschaftlichen Böden, Lebensmitteln und der Schweizer Bevölkerung?</li><li>Ist er der Ansicht, dass die derzeit geltenden Grenzwerte für Phosphatdünger langfristig einen ausreichenden Schutz bieten?</li><li>Beabsichtigt er, die zulässigen Höchstgehalte an Cadmium in Düngemitteln weiter zu senken, wie dies in mehreren europäischen Ländern empfohlen wird?</li><li>Welche Kontroll- und Überwachungsmassnahmen werden ergriffen, um sicherzustellen, dass die in der Schweiz erhältlichen Düngemittel die gesetzlichen Anforderungen tatsächlich erfüllen?</li><li>Ist der Bundesrat nach seinem Dafürhalten in der Lage, der Bevölkerung zu versichern, dass kein Risiko besteht, das mit dem derzeit in Frankreich angeprangerten vergleichbar ist, und auf welche wissenschaftlichen Erkenntnisse stützt er diese Einschätzung?</li></ol>
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