Verwendung der Landessprachen für Durchsagen an Reisende in öffentlichen Verkehrsmitteln von Transportunternehmen, die vom Bund unterstützt werden

ShortId
26.3783
Id
20263783
Updated
17.07.2026 13:28
Language
de
Title
Verwendung der Landessprachen für Durchsagen an Reisende in öffentlichen Verkehrsmitteln von Transportunternehmen, die vom Bund unterstützt werden
AdditionalIndexing
2831;48;04
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Personen, welche die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, sind mit überwiegender Mehrheit in der Schweiz ansässig. Die zweite Sprache, in der sich die Schweizerischen Bundesbahnen an ihre Kundschaft wenden, sollte deswegen logischerweise eine Landessprache sein und nicht Englisch.</p><p>Dennoch zeigt bereits eine Ankunft im Bahnhof Zürich eine andere Realität. Von 50 erfassten Durchsagen sind 42 Prozent ausschliesslich auf Deutsch und Englisch, 23 Prozent sind zuerst auf Englisch und dann auf Französisch und lediglich 25 Prozent sind zuerst Deutsch oder Französisch und dann Italienisch oder Englisch. Italienisch, eine Amtssprache des Bundes, wird so gut wie nie verwendet. Anders gesagt, in fast zwei Dritteln der Fälle verdrängt Englisch faktisch eine der Landessprachen. Diese Situation kann zwar nicht in allen Regionen des Landes beobachtet werden, aber diese Fehlentwicklung darf sich auf keinen Fall verschärfen oder ausweiten.</p><p>Diese Interpellation erfolgt vor dem Hintergrund einer für den sprachlichen Zusammenhalt des Landes heiklen Situation. Die Verteidigung der Mehrsprachigkeit in der Schweiz erfordert auch den täglichen Kontakt der unterschiedlichen Landessprachen, sowohl im öffentlichen Raum als auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln.</p><p>Es ist legitim, von Akteuren, die vom Bund unterstützt werden, zu erwarten, dass sie aktiv zur Verteidigung der Landessprachen beitragen.&nbsp;</p>
  • <p>Für Durchsagen an Reisende verwenden Transportunternehmen, die über eine Personenbeförderungskonzession verfügen, in manchen Fällen vor einer oder mehreren Landessprachen, oder sogar statt diesen, Englisch. Angesichts des öffentlichen Dienstleistungsauftrags dieser Transportunternehmen und der Verantwortung des Bundes für den sprachlichen Zusammenhalt bitte ich den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass an bestimmten Bahnhöfen und in bestimmten Liniennetzen für Durchsagen an Reisende Englisch faktisch häufiger als eine der Landessprachen verwendet wird, während Italienisch oft fehlt?</li><li>Ist es mit dem öffentlichen Dienstleistungsauftrag vereinbar, dass Transportunternehmen, die vom Bund unterstützt werden, für bestimmte Mitteilungen an Reisende, insbesondere für Durchsagen in den Verkehrsmitteln, vor den eigentlichen Landessprachen eine Sprache bevorzugt verwenden, die keine Landessprache ist?</li><li>Ist er bereit, in einer Verordnung oder einem Reglement für konzessionierte Transportunternehmen den Grundsatz festzulegen, dass für Durchsagen an Reisende zuerst mindestens zwei Landessprachen verwendet werden müssen, bevor jede andere Sprache, die keine Landessprache ist, verwendet werden darf?</li></ol>
  • Verwendung der Landessprachen für Durchsagen an Reisende in öffentlichen Verkehrsmitteln von Transportunternehmen, die vom Bund unterstützt werden
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Personen, welche die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, sind mit überwiegender Mehrheit in der Schweiz ansässig. Die zweite Sprache, in der sich die Schweizerischen Bundesbahnen an ihre Kundschaft wenden, sollte deswegen logischerweise eine Landessprache sein und nicht Englisch.</p><p>Dennoch zeigt bereits eine Ankunft im Bahnhof Zürich eine andere Realität. Von 50 erfassten Durchsagen sind 42 Prozent ausschliesslich auf Deutsch und Englisch, 23 Prozent sind zuerst auf Englisch und dann auf Französisch und lediglich 25 Prozent sind zuerst Deutsch oder Französisch und dann Italienisch oder Englisch. Italienisch, eine Amtssprache des Bundes, wird so gut wie nie verwendet. Anders gesagt, in fast zwei Dritteln der Fälle verdrängt Englisch faktisch eine der Landessprachen. Diese Situation kann zwar nicht in allen Regionen des Landes beobachtet werden, aber diese Fehlentwicklung darf sich auf keinen Fall verschärfen oder ausweiten.</p><p>Diese Interpellation erfolgt vor dem Hintergrund einer für den sprachlichen Zusammenhalt des Landes heiklen Situation. Die Verteidigung der Mehrsprachigkeit in der Schweiz erfordert auch den täglichen Kontakt der unterschiedlichen Landessprachen, sowohl im öffentlichen Raum als auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln.</p><p>Es ist legitim, von Akteuren, die vom Bund unterstützt werden, zu erwarten, dass sie aktiv zur Verteidigung der Landessprachen beitragen.&nbsp;</p>
    • <p>Für Durchsagen an Reisende verwenden Transportunternehmen, die über eine Personenbeförderungskonzession verfügen, in manchen Fällen vor einer oder mehreren Landessprachen, oder sogar statt diesen, Englisch. Angesichts des öffentlichen Dienstleistungsauftrags dieser Transportunternehmen und der Verantwortung des Bundes für den sprachlichen Zusammenhalt bitte ich den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass an bestimmten Bahnhöfen und in bestimmten Liniennetzen für Durchsagen an Reisende Englisch faktisch häufiger als eine der Landessprachen verwendet wird, während Italienisch oft fehlt?</li><li>Ist es mit dem öffentlichen Dienstleistungsauftrag vereinbar, dass Transportunternehmen, die vom Bund unterstützt werden, für bestimmte Mitteilungen an Reisende, insbesondere für Durchsagen in den Verkehrsmitteln, vor den eigentlichen Landessprachen eine Sprache bevorzugt verwenden, die keine Landessprache ist?</li><li>Ist er bereit, in einer Verordnung oder einem Reglement für konzessionierte Transportunternehmen den Grundsatz festzulegen, dass für Durchsagen an Reisende zuerst mindestens zwei Landessprachen verwendet werden müssen, bevor jede andere Sprache, die keine Landessprache ist, verwendet werden darf?</li></ol>
    • Verwendung der Landessprachen für Durchsagen an Reisende in öffentlichen Verkehrsmitteln von Transportunternehmen, die vom Bund unterstützt werden

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