KI-Modelle und die Cybersicherheit der Schweiz
- ShortId
-
26.3914
- Id
-
20263914
- Updated
-
26.06.2026 07:31
- Language
-
de
- Title
-
KI-Modelle und die Cybersicherheit der Schweiz
- AdditionalIndexing
-
09;34;36
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Im April 2026 lancierte Anthropic das KI-Modell Claude Mythos Preview und das Konsortium Project Glasswing. Das Modell entdeckte in wenigen Wochen über 10'000 schwerwiegende Sicherheitslücken in allen grossen Betriebssystemen und Browsern, darunter Lücken, die seit 27 Jahren unentdeckt geblieben waren. Es kann nicht nur Schwachstellen finden, sondern eigenständig funktionierende Exploits entwickeln. Es ist anzunehmen, dass vergleichbare Fähigkeiten sehr bald auch bei anderen Modellen verfügbar sein werden.</p><p>Die Frage des Zugangs zu solchen Modellen ist nicht mehr hypothetisch: Die US-Regierung hat Mitte Juni 2026 den Zugang zu weiterentwickelten Mythos-Versionen mit Verweis auf Exportkontrolle vorübergehend gesperrt, selbst für grosse US-Technologieunternehmen. Schweizer Behörden und kritische Infrastrukturen stehen damit vor der Frage, ob sie im Ernstfall auf die leistungsfähigsten defensiven KI-Werkzeuge zugreifen können.<br> </p><p>Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Wie schätzt der Bundesrat Chancen und Risiken der neuen KI-Modelle für die Cybersicherheit der Schweiz ein, insbesondere im Hinblick auf agentische Systeme, die Schwachstellen autonom finden und ausnutzen können?</li><li>Wie will die Schweiz sicherstellen, dass Behörden und Wirtschaft rechtzeitig Zugang zu leistungsfähigen KI-Modellen für defensive Zwecke erhalten?</li><li>Welche Massnahmen ergreift der Bundesrat angesichts der Unsicherheit über den US-Exportrahmen für KI-Modelle, um die technologische Handlungsfähigkeit der Schweiz langfristig zu sichern?</li><li>Inwiefern sind KI-Hersteller heute verpflichtet, über Cyberrisiken ihrer Modelle transparent zu informieren, und sieht der Bundesrat Handlungsbedarf?</li></ol><p> </p>
- KI-Modelle und die Cybersicherheit der Schweiz
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Im April 2026 lancierte Anthropic das KI-Modell Claude Mythos Preview und das Konsortium Project Glasswing. Das Modell entdeckte in wenigen Wochen über 10'000 schwerwiegende Sicherheitslücken in allen grossen Betriebssystemen und Browsern, darunter Lücken, die seit 27 Jahren unentdeckt geblieben waren. Es kann nicht nur Schwachstellen finden, sondern eigenständig funktionierende Exploits entwickeln. Es ist anzunehmen, dass vergleichbare Fähigkeiten sehr bald auch bei anderen Modellen verfügbar sein werden.</p><p>Die Frage des Zugangs zu solchen Modellen ist nicht mehr hypothetisch: Die US-Regierung hat Mitte Juni 2026 den Zugang zu weiterentwickelten Mythos-Versionen mit Verweis auf Exportkontrolle vorübergehend gesperrt, selbst für grosse US-Technologieunternehmen. Schweizer Behörden und kritische Infrastrukturen stehen damit vor der Frage, ob sie im Ernstfall auf die leistungsfähigsten defensiven KI-Werkzeuge zugreifen können.<br> </p><p>Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Wie schätzt der Bundesrat Chancen und Risiken der neuen KI-Modelle für die Cybersicherheit der Schweiz ein, insbesondere im Hinblick auf agentische Systeme, die Schwachstellen autonom finden und ausnutzen können?</li><li>Wie will die Schweiz sicherstellen, dass Behörden und Wirtschaft rechtzeitig Zugang zu leistungsfähigen KI-Modellen für defensive Zwecke erhalten?</li><li>Welche Massnahmen ergreift der Bundesrat angesichts der Unsicherheit über den US-Exportrahmen für KI-Modelle, um die technologische Handlungsfähigkeit der Schweiz langfristig zu sichern?</li><li>Inwiefern sind KI-Hersteller heute verpflichtet, über Cyberrisiken ihrer Modelle transparent zu informieren, und sieht der Bundesrat Handlungsbedarf?</li></ol><p> </p>
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