Frauen sind in Führungsgremien untervertreten. Angesichts der Grenzen von Anreizen: Wie sieht ein nationaler Aktionsplan aus?
- ShortId
-
26.3957
- Id
-
20263957
- Updated
-
27.07.2026 17:45
- Language
-
de
- Title
-
Frauen sind in Führungsgremien untervertreten. Angesichts der Grenzen von Anreizen: Wie sieht ein nationaler Aktionsplan aus?
- AdditionalIndexing
-
15;28
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><ol><li>In leitenden Funktionen schreitet die Durchmischung langsam voran und stagniert bei den kommunalen Exekutiven (27 %). Sind die derzeitigen Massnahmen ausreichend, um die Ziele der <strong>Gleichstellungsstrategie 2030</strong> zu erreichen?</li><li>Ist der Bundesrat vor dem Hintergrund der für die Verwaltungsräte festgelegten Frist bis 2026 bereit, strengere Massnahmen in Betracht zu ziehen, wenn die Zahlen bestätigen, dass das Prinzip «comply or explain» nicht ausreicht?</li><li>Welche konkreten Massnahmen will der Bundesrat in seiner Funktion als Aufsichtsbehörde ergreifen, um von den bundesnahen Betrieben (SBB, Post, Swissmedic) zu fordern, dass sie eine Vorbildrolle einnehmen und schneller Frauen in ihre Führungsgreminen aufnehmen?</li></ol><p>Beim Zugang für Frauen zu Führungspositionen zeigt sich ein eklatanter historischer Rückstand. Wie swissinfo.ch berichtet, hat die späte Einführung des Frauenstimmrechts (1971) die systematische gläserne Decke verankert. Auch wenn die rechtlichen Hindernisse abgebaut wurden, bestätigen die Daten des Bundes, dass die Gleichstellung dort, wo Entscheidungen getroffen werden, nach wie vor fehlt:</p><ul><li>In politischen Entscheidungsgremien: Während der Anteil auf kantonaler Ebene durchschnittlich 34 Prozent beträgt, stagniert er auf kommunaler Ebene. Frauen machen nur 27 Prozent der Führungskräfte auf kommunaler Ebene und gerade einmal 19 Prozent der Vorsitzenden aus. Diese Blockierung auf der ersten Ebene unseres föderalistischen Systems lässt die Quelle für den nationalen politischen Nachwuchses austrocknen.</li><li>Im Bundesparlament: Nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2019 (42 % Frauen), kam es in der Legislaturperiode ab dem Jahr 2023 zu einem besorgniserregenden Rückschlag und der Frauenanteil sank auf 38,5 Prozent (77 Sitze).</li><li>In der Verwaltung und im halböffentlichen Sektor: Trotz der Bundesrichtlinien für bundesnahe Betriebe (SBB, Post, Swissmedic) tun sich die Führungskräfte schwer mit der Durchmischung. Der Wandel verläuft dort zu langsam.</li></ul><p>Diese Asymmetrie schadet der Demokratie. Eine offizielle Umfrage (RTS) hat gezeigt, dass Frauen Institutionen weniger Vertrauen entgegenbringen als Männer: Weniger als die Hälfte meint, dass das Parlament die Bevölkerung angemessen repräsentiert. Mit der Revision des Aktienrechts (2021) wurden Richtwerte eingeführt (30 % Frauen in Verwaltungsräten, 20 % in Führungsgremien von grossen börsenkotiert Unternehmen). Allerdings sieht das Prinzip «comply or explain» keine Sanktionen vor. Die Entscheidungsgremien der Schweiz sind nach wie vor eine sich selbst erhaltende Männerbastion.</p>
- Frauen sind in Führungsgremien untervertreten. Angesichts der Grenzen von Anreizen: Wie sieht ein nationaler Aktionsplan aus?
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><ol><li>In leitenden Funktionen schreitet die Durchmischung langsam voran und stagniert bei den kommunalen Exekutiven (27 %). Sind die derzeitigen Massnahmen ausreichend, um die Ziele der <strong>Gleichstellungsstrategie 2030</strong> zu erreichen?</li><li>Ist der Bundesrat vor dem Hintergrund der für die Verwaltungsräte festgelegten Frist bis 2026 bereit, strengere Massnahmen in Betracht zu ziehen, wenn die Zahlen bestätigen, dass das Prinzip «comply or explain» nicht ausreicht?</li><li>Welche konkreten Massnahmen will der Bundesrat in seiner Funktion als Aufsichtsbehörde ergreifen, um von den bundesnahen Betrieben (SBB, Post, Swissmedic) zu fordern, dass sie eine Vorbildrolle einnehmen und schneller Frauen in ihre Führungsgreminen aufnehmen?</li></ol><p>Beim Zugang für Frauen zu Führungspositionen zeigt sich ein eklatanter historischer Rückstand. Wie swissinfo.ch berichtet, hat die späte Einführung des Frauenstimmrechts (1971) die systematische gläserne Decke verankert. Auch wenn die rechtlichen Hindernisse abgebaut wurden, bestätigen die Daten des Bundes, dass die Gleichstellung dort, wo Entscheidungen getroffen werden, nach wie vor fehlt:</p><ul><li>In politischen Entscheidungsgremien: Während der Anteil auf kantonaler Ebene durchschnittlich 34 Prozent beträgt, stagniert er auf kommunaler Ebene. Frauen machen nur 27 Prozent der Führungskräfte auf kommunaler Ebene und gerade einmal 19 Prozent der Vorsitzenden aus. Diese Blockierung auf der ersten Ebene unseres föderalistischen Systems lässt die Quelle für den nationalen politischen Nachwuchses austrocknen.</li><li>Im Bundesparlament: Nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2019 (42 % Frauen), kam es in der Legislaturperiode ab dem Jahr 2023 zu einem besorgniserregenden Rückschlag und der Frauenanteil sank auf 38,5 Prozent (77 Sitze).</li><li>In der Verwaltung und im halböffentlichen Sektor: Trotz der Bundesrichtlinien für bundesnahe Betriebe (SBB, Post, Swissmedic) tun sich die Führungskräfte schwer mit der Durchmischung. Der Wandel verläuft dort zu langsam.</li></ul><p>Diese Asymmetrie schadet der Demokratie. Eine offizielle Umfrage (RTS) hat gezeigt, dass Frauen Institutionen weniger Vertrauen entgegenbringen als Männer: Weniger als die Hälfte meint, dass das Parlament die Bevölkerung angemessen repräsentiert. Mit der Revision des Aktienrechts (2021) wurden Richtwerte eingeführt (30 % Frauen in Verwaltungsräten, 20 % in Führungsgremien von grossen börsenkotiert Unternehmen). Allerdings sieht das Prinzip «comply or explain» keine Sanktionen vor. Die Entscheidungsgremien der Schweiz sind nach wie vor eine sich selbst erhaltende Männerbastion.</p>
- Frauen sind in Führungsgremien untervertreten. Angesichts der Grenzen von Anreizen: Wie sieht ein nationaler Aktionsplan aus?
Back to List