Kosteneffekte von medizinischem Cannabis nutzen?
- ShortId
-
26.3958
- Id
-
20263958
- Updated
-
02.07.2026 07:31
- Language
-
de
- Title
-
Kosteneffekte von medizinischem Cannabis nutzen?
- AdditionalIndexing
-
2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Seit der Anpassung des Betäubungsmittelgesetzes dürfen Ärztinnen und Ärzte Cannabis-Arzneimittel ohne Spezialbewilligung zu medizinischen Zwecken verschreiben. Erste Erfahrungsberichte zeigen, dass Cannabis-Patientinnen und -Patienten auf verschiedene Weise medizinische Kosten senken bzw. ihre wirtschaftliche Leistung steigern konnten. Der Verein «Medical Cannabis Schweiz» (<a href="https://medcan.ch/ueber-uns/unsere-geschichten"><u>Medical Cannabis Verein Schweiz, o.J.</u></a>) berichtet beispielsweise von Personen, die diverse kostenintensive Arzneimittel reduzieren oder absetzen konnten oder mit Hilfe von Cannabis-Arzneimitteln einen Weg (zurück) in die Arbeitswelt gefunden haben.</p><p> </p><p>Gemäss dem BAG erhalten derzeit rund 70 Einzelpersonen Cannabis-Produkte von der Krankenkasse vergütet, während schätzungsweise 10'000 Betroffene regelmässig darauf angewiesen sind (<a href="https://www.saldo.ch/artikel/artikeldetail/cannabis-oel-je-nach-apotheke-zahlt-man-bis-zu-34-mal-mehr"><u>Breitinger, 2026</u></a>). Laut Expertenaussagen (<a href="https://gesundheit-heute.ch/2025/12/27/cannabis-als-heilmittel/"><u>Gesundheit Heute, 2025</u></a>) werden derzeit bei rund 90 % der Verschreibungen die Kosten für Cannabis-Arzneimittel von den Patientinnen und Patienten selbst getragen. Dies kann für viele Betroffene eine Hürde darstellen und dazu führen, dass sie zur Selbstmedikation mit «Strassencannabis» oder zu kostenintensiven Präparaten mit teils schweren Nebenwirkungen greifen, weil diese von der OKP vergütet werden.</p><p> </p><p>Auch die Kosten variieren stark: <a href="https://www.saldo.ch/artikel/artikeldetail/cannabis-oel-je-nach-apotheke-zahlt-man-bis-zu-34-mal-mehr"><u>Breitinger (2026)</u></a> berichtet, dass dasselbe Produkt je nach Bezugsstelle bis zu 34-mal teurer sein kann, während die Patientinnen und Patienten den Preis erst erfahren, nachdem sie ihr Rezept vorgelegt haben. Diese Intransparenz bei der Preisgestaltung führt zu Ineffizienzen.</p><p> </p><p>Der Bericht soll aufzeigen, ob eine breitere Anwendung von Cannabis-Arzneimitteln kostensenkend wirken kann und mit welchen Massnahmen (z. B. durch eine Aufnahme in die Spezialitätenliste) diese Kostensenkung erreicht werden könnte.</p>
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und Bericht zu erstatten, ob ein breiterer Einsatz von Cannabis-Arzneimitteln positive Kosteneffekte im Arzneimittelbereich bewirken kann. In Form einer umfassenden Kostenschätzung soll er dabei namentlich realistische Produktivitätssteigerungen von Patientinnen und Patienten, Einsparungen durch die Reduktion oder Absetzung kostenintensiver Medikation, aber auch Kostenrisiken berücksichtigen. Der Bericht soll zudem prüfen, wie sich Massnahmen wie die Aufnahme von Cannabis-Arzneimitteln in die Spezialitätenliste des BAG auf deren Verwendung auswirken.</p>
- Kosteneffekte von medizinischem Cannabis nutzen?
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Seit der Anpassung des Betäubungsmittelgesetzes dürfen Ärztinnen und Ärzte Cannabis-Arzneimittel ohne Spezialbewilligung zu medizinischen Zwecken verschreiben. Erste Erfahrungsberichte zeigen, dass Cannabis-Patientinnen und -Patienten auf verschiedene Weise medizinische Kosten senken bzw. ihre wirtschaftliche Leistung steigern konnten. Der Verein «Medical Cannabis Schweiz» (<a href="https://medcan.ch/ueber-uns/unsere-geschichten"><u>Medical Cannabis Verein Schweiz, o.J.</u></a>) berichtet beispielsweise von Personen, die diverse kostenintensive Arzneimittel reduzieren oder absetzen konnten oder mit Hilfe von Cannabis-Arzneimitteln einen Weg (zurück) in die Arbeitswelt gefunden haben.</p><p> </p><p>Gemäss dem BAG erhalten derzeit rund 70 Einzelpersonen Cannabis-Produkte von der Krankenkasse vergütet, während schätzungsweise 10'000 Betroffene regelmässig darauf angewiesen sind (<a href="https://www.saldo.ch/artikel/artikeldetail/cannabis-oel-je-nach-apotheke-zahlt-man-bis-zu-34-mal-mehr"><u>Breitinger, 2026</u></a>). Laut Expertenaussagen (<a href="https://gesundheit-heute.ch/2025/12/27/cannabis-als-heilmittel/"><u>Gesundheit Heute, 2025</u></a>) werden derzeit bei rund 90 % der Verschreibungen die Kosten für Cannabis-Arzneimittel von den Patientinnen und Patienten selbst getragen. Dies kann für viele Betroffene eine Hürde darstellen und dazu führen, dass sie zur Selbstmedikation mit «Strassencannabis» oder zu kostenintensiven Präparaten mit teils schweren Nebenwirkungen greifen, weil diese von der OKP vergütet werden.</p><p> </p><p>Auch die Kosten variieren stark: <a href="https://www.saldo.ch/artikel/artikeldetail/cannabis-oel-je-nach-apotheke-zahlt-man-bis-zu-34-mal-mehr"><u>Breitinger (2026)</u></a> berichtet, dass dasselbe Produkt je nach Bezugsstelle bis zu 34-mal teurer sein kann, während die Patientinnen und Patienten den Preis erst erfahren, nachdem sie ihr Rezept vorgelegt haben. Diese Intransparenz bei der Preisgestaltung führt zu Ineffizienzen.</p><p> </p><p>Der Bericht soll aufzeigen, ob eine breitere Anwendung von Cannabis-Arzneimitteln kostensenkend wirken kann und mit welchen Massnahmen (z. B. durch eine Aufnahme in die Spezialitätenliste) diese Kostensenkung erreicht werden könnte.</p>
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und Bericht zu erstatten, ob ein breiterer Einsatz von Cannabis-Arzneimitteln positive Kosteneffekte im Arzneimittelbereich bewirken kann. In Form einer umfassenden Kostenschätzung soll er dabei namentlich realistische Produktivitätssteigerungen von Patientinnen und Patienten, Einsparungen durch die Reduktion oder Absetzung kostenintensiver Medikation, aber auch Kostenrisiken berücksichtigen. Der Bericht soll zudem prüfen, wie sich Massnahmen wie die Aufnahme von Cannabis-Arzneimitteln in die Spezialitätenliste des BAG auf deren Verwendung auswirken.</p>
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