Der "Roi du Doubs" muss gerettet werden, bevor es zu spät ist

ShortId
26.3968
Id
20263968
Updated
10.07.2026 13:41
Language
de
Title
Der "Roi du Doubs" muss gerettet werden, bevor es zu spät ist
AdditionalIndexing
52
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Rhone-Streber (<i>Zingel asper</i>), besser bekannt als «Roi du Doubs», gehört zu den am stärksten bedrohten Fischarten der Schweiz. Auf internationaler Ebene trägt die Schweiz eine sehr hohe Verantwortung für diese durch die Berner Konvention streng geschützte Art. Das letzte im Schweizer Doubs nachgewiesene Exemplar wurde 2023 gefangen; anschliessend wurden Massnahmen zur Erhaltungszucht eingeleitet. Die Nachkommen aus der Erhaltungszucht stellen – gemeinsam mit den möglicherweise noch im Doubs lebenden Rhone-Strebern – die letzte Chance dar, zumindest einen Teil des einzigartigen genetischen Erbes der Doubs-Population zu erhalten.</p><p>&nbsp;</p><p>Der Rhone-Streber ist eine Bioindikator-Art, die besonders empfindlich auf Veränderungen der Qualität ihres Lebensraums reagiert. Mit seinem Verschwinden geht eine symbolträchtige Art des Schweizer Naturerbes verloren; zugleich wird der problematische Zustand des Doubs deutlich sichtbar.</p><p>Zehn Jahre nach der Verabschiedung des nationalen Aktionsplans für den Doubs stehen mehrere wichtige Massnahmen zur Verbesserung des Zustands des Doubs noch immer aus, insbesondere in den Bereichen Fischgängigkeit, Sedimenttransport und Wasserqualität.</p><p>&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Die vom Bundesamt für Umwelt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zu einem möglichen Besatzprogramm wurde abgeschlossen. Was sind ihre wichtigsten Schlussfolgerungen?</li><li>Aus welchen Gründen wurde 2025 trotz des dringenden Handlungsbedarfs keine gezielte Suche nach dem Rhone-Streber im Doubs durchgeführt?</li><li>Beabsichtigt der Bundesrat, ab 2026 erneut gezielte Suchaktionen durchzuführen, um die letzten Rhone-Streber im Doubs in die Erhaltungszucht zu überführen?&nbsp;</li><li>Beabsichtigt er, ein Schutzprogramm umzusetzen, das insbesondere die Erhaltungszucht, den Besatz des Doubs und die wissenschaftliche Begleitung der ausgesetzten Bestände umfasst, um deren Überleben, Bewegungen und Fortpflanzung zu untersuchen?&nbsp;</li><li>Ist der Bundesrat angesichts seiner Verpflichtungen aus der Berner Konvention der Auffassung, dass alle denkbaren Mittel ausgeschöpft wurden, um das Aussterben der erwähnten Art in der Schweiz zu verhindern?</li><li>Bis wann sollen die im Aktionsplan vorgesehenen Massnahmen zur Verbesserung der Fischgängigkeit, zur Wiederherstellung des Geschiebehaushalts und zur Verbesserung der Wasserqualität des Doubs umgesetzt werden?</li><li>Welche zusätzlichen Massnahmen plant der Bundesrat, um für den Lebensraum des Rhone-Strebers wieder einen günstigen Erhaltungszustand zu erreichen?</li></ol>
  • Der "Roi du Doubs" muss gerettet werden, bevor es zu spät ist
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Rhone-Streber (<i>Zingel asper</i>), besser bekannt als «Roi du Doubs», gehört zu den am stärksten bedrohten Fischarten der Schweiz. Auf internationaler Ebene trägt die Schweiz eine sehr hohe Verantwortung für diese durch die Berner Konvention streng geschützte Art. Das letzte im Schweizer Doubs nachgewiesene Exemplar wurde 2023 gefangen; anschliessend wurden Massnahmen zur Erhaltungszucht eingeleitet. Die Nachkommen aus der Erhaltungszucht stellen – gemeinsam mit den möglicherweise noch im Doubs lebenden Rhone-Strebern – die letzte Chance dar, zumindest einen Teil des einzigartigen genetischen Erbes der Doubs-Population zu erhalten.</p><p>&nbsp;</p><p>Der Rhone-Streber ist eine Bioindikator-Art, die besonders empfindlich auf Veränderungen der Qualität ihres Lebensraums reagiert. Mit seinem Verschwinden geht eine symbolträchtige Art des Schweizer Naturerbes verloren; zugleich wird der problematische Zustand des Doubs deutlich sichtbar.</p><p>Zehn Jahre nach der Verabschiedung des nationalen Aktionsplans für den Doubs stehen mehrere wichtige Massnahmen zur Verbesserung des Zustands des Doubs noch immer aus, insbesondere in den Bereichen Fischgängigkeit, Sedimenttransport und Wasserqualität.</p><p>&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Die vom Bundesamt für Umwelt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zu einem möglichen Besatzprogramm wurde abgeschlossen. Was sind ihre wichtigsten Schlussfolgerungen?</li><li>Aus welchen Gründen wurde 2025 trotz des dringenden Handlungsbedarfs keine gezielte Suche nach dem Rhone-Streber im Doubs durchgeführt?</li><li>Beabsichtigt der Bundesrat, ab 2026 erneut gezielte Suchaktionen durchzuführen, um die letzten Rhone-Streber im Doubs in die Erhaltungszucht zu überführen?&nbsp;</li><li>Beabsichtigt er, ein Schutzprogramm umzusetzen, das insbesondere die Erhaltungszucht, den Besatz des Doubs und die wissenschaftliche Begleitung der ausgesetzten Bestände umfasst, um deren Überleben, Bewegungen und Fortpflanzung zu untersuchen?&nbsp;</li><li>Ist der Bundesrat angesichts seiner Verpflichtungen aus der Berner Konvention der Auffassung, dass alle denkbaren Mittel ausgeschöpft wurden, um das Aussterben der erwähnten Art in der Schweiz zu verhindern?</li><li>Bis wann sollen die im Aktionsplan vorgesehenen Massnahmen zur Verbesserung der Fischgängigkeit, zur Wiederherstellung des Geschiebehaushalts und zur Verbesserung der Wasserqualität des Doubs umgesetzt werden?</li><li>Welche zusätzlichen Massnahmen plant der Bundesrat, um für den Lebensraum des Rhone-Strebers wieder einen günstigen Erhaltungszustand zu erreichen?</li></ol>
    • Der "Roi du Doubs" muss gerettet werden, bevor es zu spät ist

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