Angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wird der Ausstieg aus HFO-Gasen beschleunigt?
- ShortId
-
26.3985
- Id
-
20263985
- Updated
-
13.08.2026 11:03
- Language
-
de
- Title
-
Angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wird der Ausstieg aus HFO-Gasen beschleunigt?
- AdditionalIndexing
-
52;2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>1) Gemäss einer kürzlich veröffentlichten Studie der Empa (<a href="http://www.atmospheric-chemistry-and-physics.net"><u>www.atmospheric-chemistry-and-physics.net</u></a> > Articles and Preprints > Research Articles > «Trifluoroacetate (TFA) in precipitation and surface waters in Switzerland: trends, source attribution, and budget») verursachen atmosphärische Quellen (vor allem fluorierte Gase, davon mehrheitlich HFO) gesamtschweizerisch einen jährlichen Eintrag in Grundwasser und Oberflächengewässer von etwa 24.5 Tonnen Trifluoressigsäure (TFA). Es ist anzunehmen, dass der atmosphärische TFA-Eintrag mit steigender Nutzung von HFO in den nächsten Jahren ansteigt. Daneben stammen jährlich 2.9 bis 11.8 Tonnen aus den Abbauprodukten von Pflanzenschutzmitteln. Für die erhöhten Konzentrationen in Regionen mit viel Ackerland ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mitverantwortlich. Die Konzentrationen sind an diesen Grundwassermessstellen im Durchschnitt etwa doppelt so hoch wie im Niederschlag der letzten Jahre. Für weitere mögliche Quellen (z. B. Industriechemikalien, Biozide, Arzneimittel oder Abbau anderer per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen [PFAS]) liegen keine gesicherten quantitativen Beiträge vor.</p><p> </p><p>2) und 3) Es kann davon ausgegangen werden, dass der Beitrag aus HFO-Anwendungen, für welche der Bundesrat künftige Beschränkungen bereits beschlossen hat, im Vergleich zu allen HFO-Quellen eher gering ist. In der Europäischen Union (EU) ist eine umfassende Beschränkung von PFAS in Diskussion, diese betrifft auch HFO. Der Bundesrat wird nach einem allfälligen Beschluss in der EU eine Übernahme prüfen. </p><p> </p><p>4) Der Bundesrat verweist auf seine Stellungnahmen zur <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253835"><u>Motion 25.3835 Silberschmidt</u></a> und zur <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253855"><u>Motion 25.3855 Mühlemann</u>.</a></p>
- <p>Trifluoressigsäure (TFA) ist eine mobile, chemische-synthetische Verbindung. Sie gehört zur Gruppe der PFAS (Ewigkeitschemikalien), die besonders lange in der Umwelt bleibt.TFA ist laut Bundesrat die «am weitesten verbreitete künstliche Chemikalie im Grundwasser».</p><p> </p><p>Eine Haupteintragsquelle in die Umwelt sind HFO-Gase in Kühl- und Klimaanlagen, weshalb der Bund ein schrittweises Verbot verschiedener Anwendungen einführen möchte. In der Antwort auf meine Frage <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Fde%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20267506&data=05%7C02%7Csimona.brizzi%40parl.ch%7C9005539330104f2593df08decd0926be%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C639173636332542872%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=dg9%2F%2FRvkh5PxJ62T%2B6spZaen87ZFtm%2F7qlInxO0F10o%3D&reserved=0"><u>26.7506</u></a> beschreibt er die geplanten Verbote, welche zwischen 2027 und 2035 in Kraft treten sollen.</p><p> </p><p>Anfang Juni 2026 hat die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) TFA als vermutlich reproduktionstoxisch beim Menschen eingestuft. Der Stoff kann nicht nur die Fruchtbarkeit des Menschen beeinträchtigen, sondern auch gesundheitliche Schäden bei ungeborenen Kindern verursachen.</p><p> </p><p>Im Magazin <i>Beobachter</i> weist der Toxikologe Lothar Aicher darauf hin, dass TFA ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Als Grund nennt er die dauerhafte, hohe Belastung, der Menschen schon heute ausgesetzt sind. Das Risiko könne nur verringert werden, indem der Eintrag der entsprechenden Chemikalien an der Quelle verhindert wird, TFA also weder in die Umwelt noch in den menschlichen Körper gelangen kann.</p><p> </p><p>Basierend auf diesen neuesten Entwicklungen bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welchen Anteil haben HFO-Gase an der Gesamtbelastung der Umwelt durch TFA, welchen Anteil haben andere Quellen?</li><li>Welchen Anteil haben HFO-Gase, deren Ausstoss bis 2035 schrittweise verboten werden sollen am Gesamtausstoss von HFO-Gasen in der Schweiz. Anders gefragt, welcher Anteil an HFO-Gasen am Gesamtausstoss soll laut seinen aktuellen Plänen ab 2035 nicht verboten sein?</li><li>Aufgrund der neuen Einstufung der ECHA, gedenkt er, den angekündigten Fahrplan und die Reduktionsziele anzupassen? Falls ja, wie genau? Falls nein: Will er den Ausstoss von TFA tatsächlich noch viele Jahre lang erlauben, angesichts der horrenden Kosten, welche Kantonen, Gemeinden und Steuerzahlenden im Bereich PFAS bereits heute drohen?</li><li>Was tut er, abgesehen von geplanten Verboten, um Anreize für die Entwicklung und rasche Anwendung von Alternativen zu TFA zu setzen?</li></ol>
- Angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wird der Ausstieg aus HFO-Gasen beschleunigt?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>1) Gemäss einer kürzlich veröffentlichten Studie der Empa (<a href="http://www.atmospheric-chemistry-and-physics.net"><u>www.atmospheric-chemistry-and-physics.net</u></a> > Articles and Preprints > Research Articles > «Trifluoroacetate (TFA) in precipitation and surface waters in Switzerland: trends, source attribution, and budget») verursachen atmosphärische Quellen (vor allem fluorierte Gase, davon mehrheitlich HFO) gesamtschweizerisch einen jährlichen Eintrag in Grundwasser und Oberflächengewässer von etwa 24.5 Tonnen Trifluoressigsäure (TFA). Es ist anzunehmen, dass der atmosphärische TFA-Eintrag mit steigender Nutzung von HFO in den nächsten Jahren ansteigt. Daneben stammen jährlich 2.9 bis 11.8 Tonnen aus den Abbauprodukten von Pflanzenschutzmitteln. Für die erhöhten Konzentrationen in Regionen mit viel Ackerland ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mitverantwortlich. Die Konzentrationen sind an diesen Grundwassermessstellen im Durchschnitt etwa doppelt so hoch wie im Niederschlag der letzten Jahre. Für weitere mögliche Quellen (z. B. Industriechemikalien, Biozide, Arzneimittel oder Abbau anderer per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen [PFAS]) liegen keine gesicherten quantitativen Beiträge vor.</p><p> </p><p>2) und 3) Es kann davon ausgegangen werden, dass der Beitrag aus HFO-Anwendungen, für welche der Bundesrat künftige Beschränkungen bereits beschlossen hat, im Vergleich zu allen HFO-Quellen eher gering ist. In der Europäischen Union (EU) ist eine umfassende Beschränkung von PFAS in Diskussion, diese betrifft auch HFO. Der Bundesrat wird nach einem allfälligen Beschluss in der EU eine Übernahme prüfen. </p><p> </p><p>4) Der Bundesrat verweist auf seine Stellungnahmen zur <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253835"><u>Motion 25.3835 Silberschmidt</u></a> und zur <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253855"><u>Motion 25.3855 Mühlemann</u>.</a></p>
- <p>Trifluoressigsäure (TFA) ist eine mobile, chemische-synthetische Verbindung. Sie gehört zur Gruppe der PFAS (Ewigkeitschemikalien), die besonders lange in der Umwelt bleibt.TFA ist laut Bundesrat die «am weitesten verbreitete künstliche Chemikalie im Grundwasser».</p><p> </p><p>Eine Haupteintragsquelle in die Umwelt sind HFO-Gase in Kühl- und Klimaanlagen, weshalb der Bund ein schrittweises Verbot verschiedener Anwendungen einführen möchte. In der Antwort auf meine Frage <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Fde%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20267506&data=05%7C02%7Csimona.brizzi%40parl.ch%7C9005539330104f2593df08decd0926be%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C639173636332542872%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=dg9%2F%2FRvkh5PxJ62T%2B6spZaen87ZFtm%2F7qlInxO0F10o%3D&reserved=0"><u>26.7506</u></a> beschreibt er die geplanten Verbote, welche zwischen 2027 und 2035 in Kraft treten sollen.</p><p> </p><p>Anfang Juni 2026 hat die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) TFA als vermutlich reproduktionstoxisch beim Menschen eingestuft. Der Stoff kann nicht nur die Fruchtbarkeit des Menschen beeinträchtigen, sondern auch gesundheitliche Schäden bei ungeborenen Kindern verursachen.</p><p> </p><p>Im Magazin <i>Beobachter</i> weist der Toxikologe Lothar Aicher darauf hin, dass TFA ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Als Grund nennt er die dauerhafte, hohe Belastung, der Menschen schon heute ausgesetzt sind. Das Risiko könne nur verringert werden, indem der Eintrag der entsprechenden Chemikalien an der Quelle verhindert wird, TFA also weder in die Umwelt noch in den menschlichen Körper gelangen kann.</p><p> </p><p>Basierend auf diesen neuesten Entwicklungen bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welchen Anteil haben HFO-Gase an der Gesamtbelastung der Umwelt durch TFA, welchen Anteil haben andere Quellen?</li><li>Welchen Anteil haben HFO-Gase, deren Ausstoss bis 2035 schrittweise verboten werden sollen am Gesamtausstoss von HFO-Gasen in der Schweiz. Anders gefragt, welcher Anteil an HFO-Gasen am Gesamtausstoss soll laut seinen aktuellen Plänen ab 2035 nicht verboten sein?</li><li>Aufgrund der neuen Einstufung der ECHA, gedenkt er, den angekündigten Fahrplan und die Reduktionsziele anzupassen? Falls ja, wie genau? Falls nein: Will er den Ausstoss von TFA tatsächlich noch viele Jahre lang erlauben, angesichts der horrenden Kosten, welche Kantonen, Gemeinden und Steuerzahlenden im Bereich PFAS bereits heute drohen?</li><li>Was tut er, abgesehen von geplanten Verboten, um Anreize für die Entwicklung und rasche Anwendung von Alternativen zu TFA zu setzen?</li></ol>
- Angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wird der Ausstieg aus HFO-Gasen beschleunigt?
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