Untererfassung berufsbedingter Krebserkrankungen. Ein chronisches Problem?
- ShortId
-
26.4026
- Id
-
20264026
- Updated
-
29.07.2026 07:31
- Language
-
de
- Title
-
Untererfassung berufsbedingter Krebserkrankungen. Ein chronisches Problem?
- AdditionalIndexing
-
44;2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In den letzten Jahren wurden durchschnittlich 150 Krebsfälle pro Jahr als berufsbedingt anerkannt. Schätzungen zufolge sind von den 40 000 neuen Krebsfällen pro Jahr jedoch 2 bis 8 Prozent beruflich bedingt. Das bedeutet, dass jährlich zwischen 800 und 3200 neue Krebsfälle in der Schweiz als Berufskrankheit anerkannt werden müssten.</p><p>Diese Zahlen zeigen, dass eine erhebliche Untererfassung berufsbedingter Krebserkrankungen besteht. Diese Untererfassung führt nicht nur zu einem geringeren sozialen Schutz der Patientinnen und Patienten, sondern verschleiert auch die gesundheitlichen Auswirkungen beruflicher Expositionen und schränkt die Möglichkeiten gezielter kollektiver Präventionsmassnahmen ein, namentlich in den Unternehmen. Die Untererfassung führt zu Kosten für die Krankenversicherung, die eigentlich von der Unfallversicherung zulasten der Arbeitgebenden zu tragen wären.</p><p>Aufgrund unterschiedlicher Hürden werden derzeit nicht mehr Fälle gemeldet: Komplexität und Dauer des Verfahrens, mangelnde Kenntnisse aller Akteure über frühere berufliche Expositionen sowie unzureichende Mittel für epidemiologische Forschung und Überwachung. Es gibt zwar Sensibilisierungskampagnen, aber diese bleiben unzureichend, obwohl die Reduktion der Expositionen (Substitution, kollektive Schutzmassnahmen) entscheidend ist.</p><p>Zur Verbesserung der Situation bestehen jedoch zahlreiche Hebel: fundiertere Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte, Vereinfachung und Begleitung der Verfahren unter Einbezug der Versicherer, mehr Forschung und medizinische Vorsorgeuntersuchungen sowie Einrichtung eines Datenregisters zu Berufen und Expositionen.</p>
- <p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die Fälle berufsbedingter Krebserkrankungen untererfasst sind?</p><p>2. Sind die Voraussetzungen für die Anerkennung einer Krebserkrankung als Berufskrankheit zu streng?</p><p>3. Wie kann dem Druck der Arbeitgebenden begegnet werden, die namentlich aufgrund der finanziellen Folgen wenig geneigt sind, Berufskrankheiten zu melden?</p><p>4. Welche bestehenden Hebel können rasch in Bewegung gesetzt werden, um die Meldung berufsbedingter Krebserkrankungen zu fördern?</p><p>5. Welche Hebel gedenkt der Bundesrat künftig einzurichten und einzusetzen, um eine Meldequote zu erreichen, die der Realität entspricht?</p>
- Untererfassung berufsbedingter Krebserkrankungen. Ein chronisches Problem?
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>In den letzten Jahren wurden durchschnittlich 150 Krebsfälle pro Jahr als berufsbedingt anerkannt. Schätzungen zufolge sind von den 40 000 neuen Krebsfällen pro Jahr jedoch 2 bis 8 Prozent beruflich bedingt. Das bedeutet, dass jährlich zwischen 800 und 3200 neue Krebsfälle in der Schweiz als Berufskrankheit anerkannt werden müssten.</p><p>Diese Zahlen zeigen, dass eine erhebliche Untererfassung berufsbedingter Krebserkrankungen besteht. Diese Untererfassung führt nicht nur zu einem geringeren sozialen Schutz der Patientinnen und Patienten, sondern verschleiert auch die gesundheitlichen Auswirkungen beruflicher Expositionen und schränkt die Möglichkeiten gezielter kollektiver Präventionsmassnahmen ein, namentlich in den Unternehmen. Die Untererfassung führt zu Kosten für die Krankenversicherung, die eigentlich von der Unfallversicherung zulasten der Arbeitgebenden zu tragen wären.</p><p>Aufgrund unterschiedlicher Hürden werden derzeit nicht mehr Fälle gemeldet: Komplexität und Dauer des Verfahrens, mangelnde Kenntnisse aller Akteure über frühere berufliche Expositionen sowie unzureichende Mittel für epidemiologische Forschung und Überwachung. Es gibt zwar Sensibilisierungskampagnen, aber diese bleiben unzureichend, obwohl die Reduktion der Expositionen (Substitution, kollektive Schutzmassnahmen) entscheidend ist.</p><p>Zur Verbesserung der Situation bestehen jedoch zahlreiche Hebel: fundiertere Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte, Vereinfachung und Begleitung der Verfahren unter Einbezug der Versicherer, mehr Forschung und medizinische Vorsorgeuntersuchungen sowie Einrichtung eines Datenregisters zu Berufen und Expositionen.</p>
- <p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die Fälle berufsbedingter Krebserkrankungen untererfasst sind?</p><p>2. Sind die Voraussetzungen für die Anerkennung einer Krebserkrankung als Berufskrankheit zu streng?</p><p>3. Wie kann dem Druck der Arbeitgebenden begegnet werden, die namentlich aufgrund der finanziellen Folgen wenig geneigt sind, Berufskrankheiten zu melden?</p><p>4. Welche bestehenden Hebel können rasch in Bewegung gesetzt werden, um die Meldung berufsbedingter Krebserkrankungen zu fördern?</p><p>5. Welche Hebel gedenkt der Bundesrat künftig einzurichten und einzusetzen, um eine Meldequote zu erreichen, die der Realität entspricht?</p>
- Untererfassung berufsbedingter Krebserkrankungen. Ein chronisches Problem?
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