Abschaffung der Parahotellerie-Statistik

ShortId
94.3151
Id
19943151
Updated
25.06.2025 02:00
Language
de
Title
Abschaffung der Parahotellerie-Statistik
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Tourismus ist der drittwichtigste Exportzweig unserer Wirtschaft, generiert mit Gesamteinnahmen von 22 Milliarden Franken über 6 Prozent des Bruttosozialproduktes und ist mit einer Beschäftigtenzahl von rund 300 000 Personen ein wichtiger - im Berggebiet weitaus der bedeutendste - Arbeitgeber. Er leistet als wichtiger Dienstleistungszweig auch seinen finanziellen Beitrag. Demgegenüber profitiert er im Gegensatz zu anderen Branchen nur in sehr bescheidenem Masse von fördernden Bundesleistungen (Verkehrszentrale, Hotelkredit, IHG, Ausbildung: rund 100 Millionen Franken pro Jahr). Er kennt weder Exportrisikogarantie noch Bundeshilfe für Forschung und Entwicklung.</p><p>Von den insgesamt 77 Millionen Übernachtungen entfielen 1992 in der Schweiz rund 41 Millionen oder 53 Prozent auf die Parahotellerie (24,3 Mio. auf Chalets und Ferienwohnungen, 8,3 Mio. auf Zelt- und Wohnwagenplätze, 7,3 Mio. auf Gruppenunterkünfte und 0,9 Mio. auf die Jugendherbergen). Der bundesrätliche Abbaubeschluss hat somit zur Folge, dass der übernachtende Tourismus bezüglich mehr als der Hälfte seiner mengenmässigen Produktion über keine statistischen Angaben mehr verfügt. Damit wird ein zielgerichtetes Marketing auf allen Ebenen verunmöglicht.</p><p>Die Tourismuswirtschaft hat aus eigener Kraft ein europaweit einzigartiges, nationales System zur Klassifizierung der Ferienwohnungen geschaffen und damit einen wichtigen Schritt zur Qualitätsverbesserung in diesem Bereich getan. Die Abschaffung der Statistik verunmöglicht die Erfolgskontrolle der Klassifikation weitgehend.</p><p>In Europa werden grosse Anstrengungen für einen harmonisierten Ausbau der Tourismusstatistiken unternommen. Der Bund hat kürzlich in Slowenien beim Aufbau einer Parahotellerie-Statistik mitgewirkt. Aus diesen Gründen ist eine Abschaffung der Schweizer Parahotellerie-Statistik widersinnig.</p>
  • <p>Das Bundesamt für Statistik hat am 9. Februar 1994 ohne Konsultation der betroffenen Kreise bekanntgegeben, dass die Parahotellerie-Statistik der Schweiz ersatzlos abgeschafft wird. Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob dieser für die Tourismuswirtschaft der Schweiz sehr folgenschwere Entscheid rückgängig gemacht werden kann. Insbesondere ist zu prüfen, ob die Parahotellerie-Statistik mit anderen Mitteln weitergeführt werden kann.</p>
  • Abschaffung der Parahotellerie-Statistik
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Tourismus ist der drittwichtigste Exportzweig unserer Wirtschaft, generiert mit Gesamteinnahmen von 22 Milliarden Franken über 6 Prozent des Bruttosozialproduktes und ist mit einer Beschäftigtenzahl von rund 300 000 Personen ein wichtiger - im Berggebiet weitaus der bedeutendste - Arbeitgeber. Er leistet als wichtiger Dienstleistungszweig auch seinen finanziellen Beitrag. Demgegenüber profitiert er im Gegensatz zu anderen Branchen nur in sehr bescheidenem Masse von fördernden Bundesleistungen (Verkehrszentrale, Hotelkredit, IHG, Ausbildung: rund 100 Millionen Franken pro Jahr). Er kennt weder Exportrisikogarantie noch Bundeshilfe für Forschung und Entwicklung.</p><p>Von den insgesamt 77 Millionen Übernachtungen entfielen 1992 in der Schweiz rund 41 Millionen oder 53 Prozent auf die Parahotellerie (24,3 Mio. auf Chalets und Ferienwohnungen, 8,3 Mio. auf Zelt- und Wohnwagenplätze, 7,3 Mio. auf Gruppenunterkünfte und 0,9 Mio. auf die Jugendherbergen). Der bundesrätliche Abbaubeschluss hat somit zur Folge, dass der übernachtende Tourismus bezüglich mehr als der Hälfte seiner mengenmässigen Produktion über keine statistischen Angaben mehr verfügt. Damit wird ein zielgerichtetes Marketing auf allen Ebenen verunmöglicht.</p><p>Die Tourismuswirtschaft hat aus eigener Kraft ein europaweit einzigartiges, nationales System zur Klassifizierung der Ferienwohnungen geschaffen und damit einen wichtigen Schritt zur Qualitätsverbesserung in diesem Bereich getan. Die Abschaffung der Statistik verunmöglicht die Erfolgskontrolle der Klassifikation weitgehend.</p><p>In Europa werden grosse Anstrengungen für einen harmonisierten Ausbau der Tourismusstatistiken unternommen. Der Bund hat kürzlich in Slowenien beim Aufbau einer Parahotellerie-Statistik mitgewirkt. Aus diesen Gründen ist eine Abschaffung der Schweizer Parahotellerie-Statistik widersinnig.</p>
    • <p>Das Bundesamt für Statistik hat am 9. Februar 1994 ohne Konsultation der betroffenen Kreise bekanntgegeben, dass die Parahotellerie-Statistik der Schweiz ersatzlos abgeschafft wird. Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob dieser für die Tourismuswirtschaft der Schweiz sehr folgenschwere Entscheid rückgängig gemacht werden kann. Insbesondere ist zu prüfen, ob die Parahotellerie-Statistik mit anderen Mitteln weitergeführt werden kann.</p>
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