Arbeitsproduktivität: Wann endlich kommt die Statistik?

ShortId
95.1127
Id
19951127
Updated
14.11.2025 08:00
Language
de
Title
Arbeitsproduktivität: Wann endlich kommt die Statistik?
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Seit der Beantwortung der Motion Strahm Rudolf (93.3286, "Statistik über die Arbeitsproduktivität") haben sich die Informationsgrundlagen zur Berechnung der Arbeitsproduktivität deutlich verbessert. In der Zwischenzeit wurden die statistischen Arbeiten insbesondere in den Bereichen "Arbeitsvolumen", "Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR)", "Produzentenpreisindex" und "Lohnstatistik" vorangetrieben und damit die Voraussetzungen für neue wirtschaftsstatistische Synthesen geschaffen.</p><p>Produktivitätsstatistik</p><p>Aufgrund der erwähnten Verbesserung der statistischen Grundlagen wird das Bundesamt für Statistik (BFS), nach Abschluss einer ersten Phase der Revision der VGR im Jahre 1996, eine Produktivitätsstatistik nach Wirtschaftsabteilungen für die Jahre 1991 bis 1994 veröffentlichen, die jährlich fortgeführt werden soll.</p><p>Dies wird möglich, nachdem deflationierte Daten zur Branchenwertschöpfung vorliegen werden. Die ersten Resultate der Arbeitsvolumenstatistik wurden bereits im Sommer 1995 vom BFS publiziert.</p><p>Lohnstückkosten</p><p>Für die Berechnung der Lohnstückkosten liegen im Moment noch keine verbindlichen internationalen Konzepte vor. Dies vor allem deshalb, weil das Europäische System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung 1995 ("ESVG 95") - das auf dem "System of National Accounts 1993" ("SNA 93") der Uno/OECD basiert - noch nicht definitiv verabschiedet ist. Die internationalen Prioritäten liegen im Moment eindeutig bei der Erarbeitung der definitiven Fassung sowie bei der möglichst zügigen Implementierung dieser Systeme.</p><p>Eine Berechnung der Lohnstückkosten aufgrund der Arbeitskosten ist in absehbarer Zeit nicht möglich, da die dazu notwendigen Basisstatistiken nicht vorhanden sind.</p><p>Hingegen kann 1997, nach Abschluss der Revision der VGR, welche namentlich für die Deflationierung unerlässlich ist, eine Schätzung der Entwicklung der Lohnstückkosten konzipiert werden. Wichtige Elemente wie "Lohnsätze pro Stunde", "Wertschöpfung nach Branche" werden dann vorhanden und auch deutliche Fortschritte bei der Lösung von Deflationierungsproblemen erzielt worden sein.</p><p>Prioritätsverschiebungen im BFS</p><p>Das BFS erarbeitet zurzeit in Zusammenarbeit mit den interessierten und betroffenen Kreisen eine umfassende Planung der statistischen Aktivitäten des Bundes. Diese Zusammenstellung erfolgt in Form eines Mehrjahresprogramms, das im Jahre 1996 vorliegen wird und die Ziele und Prioritäten der Statistikpolitik des Bundes für die Legislaturperiode 1995-1999 enthält.</p>
  • <p>In allen Lagern der Wirtschaftspolitik wird die Verfügbarkeit von besseren Statistiken über die Arbeitsproduktivität der schweizerischen Wirtschaft und in einzelnen Branchen als wichtig und dringlich betrachtet. Der Vergleich der Entwicklung der Arbeitseffizienz mit dem Ausland und mit den Vorjahren ist eines der wichtigsten Beurteilungskriterien der Wirtschaft. Auch der Vergleich der Lohnstückkosten mit den wichtigsten Industrieländern wäre von grosser Bedeutung.</p><p>In seiner Antwort vom 15. September 1993 zur Motion Strahm Rudolf (93.3286, "Statistik über die Arbeitsproduktivität") stellt der Bundesrat in Aussicht, die Statistik über die Arbeitsproduktivität zu verbessern. Zwei Jahre nach dieser Antwort sind noch keine Resultate verfügbar gemacht und veröffentlicht worden.</p><p>Wir bitten den Bundesrat um Beantwortung und Klärung folgender Fragen:</p><p>1. Wo stehen die Arbeiten an einer verbesserten Produktivitätsstatistik, und wann endlich ist mit der Veröffentlichung zu rechnen?</p><p>2. Was wird der Bundesrat unternehmen, um einen offiziellen Vergleich der schweizerischen Lohnstückkosten mit dem Ausland zu ermöglichen?</p><p>3. Wäre es nicht angezeigt, beim Bundesamt für Statistik endlich Prioritätsverschiebungen vorzunehmen und überdimensionierte traditionelle Branchenstatistikbereiche (z. B. Obstbaumstatistiken, Holzverarbeitungsstatistiken, Nutztierzählungen, Übernachtungsstatistiken, Motorfahrzeugzulassungen usw.) abzubauen, damit Kapazitäten für eine bessere Wirtschafts- und Produktivitätsstatistik frei werden?</p>
  • Arbeitsproduktivität: Wann endlich kommt die Statistik?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Seit der Beantwortung der Motion Strahm Rudolf (93.3286, "Statistik über die Arbeitsproduktivität") haben sich die Informationsgrundlagen zur Berechnung der Arbeitsproduktivität deutlich verbessert. In der Zwischenzeit wurden die statistischen Arbeiten insbesondere in den Bereichen "Arbeitsvolumen", "Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR)", "Produzentenpreisindex" und "Lohnstatistik" vorangetrieben und damit die Voraussetzungen für neue wirtschaftsstatistische Synthesen geschaffen.</p><p>Produktivitätsstatistik</p><p>Aufgrund der erwähnten Verbesserung der statistischen Grundlagen wird das Bundesamt für Statistik (BFS), nach Abschluss einer ersten Phase der Revision der VGR im Jahre 1996, eine Produktivitätsstatistik nach Wirtschaftsabteilungen für die Jahre 1991 bis 1994 veröffentlichen, die jährlich fortgeführt werden soll.</p><p>Dies wird möglich, nachdem deflationierte Daten zur Branchenwertschöpfung vorliegen werden. Die ersten Resultate der Arbeitsvolumenstatistik wurden bereits im Sommer 1995 vom BFS publiziert.</p><p>Lohnstückkosten</p><p>Für die Berechnung der Lohnstückkosten liegen im Moment noch keine verbindlichen internationalen Konzepte vor. Dies vor allem deshalb, weil das Europäische System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung 1995 ("ESVG 95") - das auf dem "System of National Accounts 1993" ("SNA 93") der Uno/OECD basiert - noch nicht definitiv verabschiedet ist. Die internationalen Prioritäten liegen im Moment eindeutig bei der Erarbeitung der definitiven Fassung sowie bei der möglichst zügigen Implementierung dieser Systeme.</p><p>Eine Berechnung der Lohnstückkosten aufgrund der Arbeitskosten ist in absehbarer Zeit nicht möglich, da die dazu notwendigen Basisstatistiken nicht vorhanden sind.</p><p>Hingegen kann 1997, nach Abschluss der Revision der VGR, welche namentlich für die Deflationierung unerlässlich ist, eine Schätzung der Entwicklung der Lohnstückkosten konzipiert werden. Wichtige Elemente wie "Lohnsätze pro Stunde", "Wertschöpfung nach Branche" werden dann vorhanden und auch deutliche Fortschritte bei der Lösung von Deflationierungsproblemen erzielt worden sein.</p><p>Prioritätsverschiebungen im BFS</p><p>Das BFS erarbeitet zurzeit in Zusammenarbeit mit den interessierten und betroffenen Kreisen eine umfassende Planung der statistischen Aktivitäten des Bundes. Diese Zusammenstellung erfolgt in Form eines Mehrjahresprogramms, das im Jahre 1996 vorliegen wird und die Ziele und Prioritäten der Statistikpolitik des Bundes für die Legislaturperiode 1995-1999 enthält.</p>
    • <p>In allen Lagern der Wirtschaftspolitik wird die Verfügbarkeit von besseren Statistiken über die Arbeitsproduktivität der schweizerischen Wirtschaft und in einzelnen Branchen als wichtig und dringlich betrachtet. Der Vergleich der Entwicklung der Arbeitseffizienz mit dem Ausland und mit den Vorjahren ist eines der wichtigsten Beurteilungskriterien der Wirtschaft. Auch der Vergleich der Lohnstückkosten mit den wichtigsten Industrieländern wäre von grosser Bedeutung.</p><p>In seiner Antwort vom 15. September 1993 zur Motion Strahm Rudolf (93.3286, "Statistik über die Arbeitsproduktivität") stellt der Bundesrat in Aussicht, die Statistik über die Arbeitsproduktivität zu verbessern. Zwei Jahre nach dieser Antwort sind noch keine Resultate verfügbar gemacht und veröffentlicht worden.</p><p>Wir bitten den Bundesrat um Beantwortung und Klärung folgender Fragen:</p><p>1. Wo stehen die Arbeiten an einer verbesserten Produktivitätsstatistik, und wann endlich ist mit der Veröffentlichung zu rechnen?</p><p>2. Was wird der Bundesrat unternehmen, um einen offiziellen Vergleich der schweizerischen Lohnstückkosten mit dem Ausland zu ermöglichen?</p><p>3. Wäre es nicht angezeigt, beim Bundesamt für Statistik endlich Prioritätsverschiebungen vorzunehmen und überdimensionierte traditionelle Branchenstatistikbereiche (z. B. Obstbaumstatistiken, Holzverarbeitungsstatistiken, Nutztierzählungen, Übernachtungsstatistiken, Motorfahrzeugzulassungen usw.) abzubauen, damit Kapazitäten für eine bessere Wirtschafts- und Produktivitätsstatistik frei werden?</p>
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