Nationalstrassenbedingter Anschluss der Vispertäler

ShortId
95.3160
Id
19953160
Updated
10.04.2024 07:49
Language
de
Title
Nationalstrassenbedingter Anschluss der Vispertäler
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1. Ausgangslage</p><p>Mit durchschnittlich 12 000 - 15 000 Fahrzeugen pro Tag und Spitzen von täglich 20 000 Fahrzeugen ist die Strasse nach Zermatt und Saas-Fee durch das Dorf Stalden ohne Zweifel eine der meistfrequentierten Seitentalstrassen unseres Landes. Wenn man weiss, dass die Fahrzeuge, von denen Lastwagen und Cars einen erheblichen Teil beanspruchen, durch das Dorf Stalden Spitzkehren und eine Höhendifferenz von 170 Meter auf einer Distanz von 2,7 Kilometer zu überwinden haben, dann ist es unschwer zu erkennen, dass die Abgas- und Lärmbelastung im Dorf Stalden Werte erreichen, die weit über der zulässigen Toleranzgrenze liegen. Berücksichtigt man auch noch die infolge Ueberlagerung der verschiedenen Verkehrsarten und intensiven Fussgängerbeziehungen über die Strasse völlig ungenügende Sicherheit, dann muss man sagen, dass die heutige Verkehrssituation von Stalden unverantwortlich ist.</p><p>Gestützt auf diese bedenkliche Sachlage fordern der Gemeinderat von Stalden und Vertreter der Vispertäler seit längerer Zeit Massnahmen. Neben einer zugesagten Signalisationsanlage und der durchgeführten Machbarkeitsstudie für eine Umfahrung des Dorfes Stalden wurden bisher alle Begehren mit dem Hinweis auf ungenügende Finanzen abgelehnt. Wir wissen, dass es um die Bundes- und Kantonsfinanzen nicht zum Besten steht. Trotzdem kann man es aus Gründen der Sicherheit und Gesundheit nicht verantworten, den heutigen Zustand tatenlos zu akzeptieren. Dabei weiss man, dass eine Lösung des Problems nur möglich ist, wenn eine neue Finanzierungsart gefunden wird. Nachdem die seit langem in Aussicht gestellte Umklassierung der Strassen in die Vispertäler als Hauptstrassen im Alpengebiet immer weiter in die Ferne rückt, müssen wir nach einer anderen Möglichkeit Ausschau halten. Wir sind der Meinung, dass eine Ausweitung des nationalstrassenbedingten Anschlussperimeters N 9 - Vispertäler vom Raum Sefinot in den Raum Illas (Teilung Nikolai- und Saastal) notwendig ist. Durch diese Ausweitung sollte es möglich sein, die von Gemeinderat und Verkehrskommission bereits genehmigte Umfahrungsvariante für das Dorf Stalden in den nächsten Jahren zu realisieren.</p><p>Gestützt auf diese Feststellungen ersuchen wir den Bundesrat, dass der nationalstrassenbedingte Anschlussperimeter N 9 - Vispertäler vom Sefinot in südlicher Richtung bis in den Raum Illas ausgedehnt wird. Dieses Begehren ist gerechtfertigt; einerseits wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen Lärm- und Abgasbelastung sowie der völlig ungenügenden Sicherheit, und andererseits mit dem Hinauszögern der Umklassierung von Strassen, die die Voraussetzungskriterien im Sinne des Treibstoffzollgesetzes schon längst erfüllen.</p><p>2. Bundesratsbeschluss 19. Oktober 1988</p><p>Am 19. Oktober 1988 hat der Bundesrat betreffend den Anschluss der Strasse nach Zermatt und Saas-Fee folgenden Beschluss gefasst:</p><p>"An die Verbindung nach den Vispertälern, ab Schnittpunkt der Kantonsstrasse T 9 in südlicher Richtung, wird aus Nationalstrassenmitteln eine Beteiligung in der Höhe des Beitrages an Hauptstrassen im Alpengebiet, d.h. 84 Prozent, zugesichert."</p><p>Mit diesem Beschluss hat der Bundesrat einen zweispurigen Anschlusstunnel von 3,2 Kilometer Länge und einen Kostenaufwand von 150 Millionen Franken als nationalstrassenbedingte Umfahrung von Visp freigegeben. Betreffend Plangenehmigung, Ausführung und Subventionierung wurde das Verfahren einer schweizerisch klassierten Hauptstrasse im Alpengebiet festgehalten, obwohl die Talstrasse in die Vispertäler heute noch nicht definitiv ins Hauptstrassennetz aufgenommen ist.</p><p>3. N 9 Umfahrung Visp Variante Gamsen-Grosshüs, und Ausweitung des nationalstrassenbedingten Perimeters bei Illas (Verzweigung Strasse nach Zermatt und Saas-Fee)</p><p>Am 19. Oktober 1988 hat der Bundesrat das generelle Projekt 1:5000 (März 1986) der N9, Teilstrecke Durchfahrt Visp, genehmigt. Diese Linienführung taucht bei Gamsen unter die Kantonsstrasse, unter die doppelspurige SBB-Linie und BVZ-Linie und führt anschliessend linksufrig der Rhone entlang mitten durch das Lonzaareal bis zum Autobahnanschluss Visp West. Die Totalkosten wurden damals mit 370 Millionen Franken angegeben. Seither, d.h. nach etwa 7 Jahren, hat man für 15 Millionen Franken Planungsarbeiten ausgeführt. Spätestens bei der öffentlichen Auflage der allerschlechtesten Variante Nord A wird man einsehen, dass nur eine Südvariante direkt bei Gamsen-Grosshüs kostenmässig, umweltrelevant und etappiert zum Ziel führt. Bei dieser Lösung kann der Vispertunnel auf 2/3 seiner Länge als erste Röhre für die vierspurige Autobahn-Umfahrung von Visp verwendet werden. Unter der Annahme, dass die zukünftige Autobahn im Süden von Visp das Vispertal quert, kann der Bundesrat analog dem seinerzeitigen Beschluss vom 19. Oktober 1988 die gemeinsame Anschlussstrecke der Strassen nach Zermatt und Saas-Fee rund um Stalden als nationalstrassenbedingte Massnahme erklären und eben auch auf der Basis einer schweizerischen Hauptstrasse realisieren lassen.</p><p>4. Kostenfolge</p><p>Im Juni 1992 hat das Eidgenössische Finanzdepartement schriftlich bestätigt, dass die Variante Nord A grob mit einem Betrag von 700 bis 900 Millionen Franken geschätzt wurde und hat damit nach Ansicht von Bundes- und Kantonsstellen diesen Rahmenkredit freigegeben. Eine detaillierte Kostenberechnung Oktober 1992 ergab für die Variante Nord A 900 Millionen Franken (Kostenstand 1991). Anlässlich einer Finanzkommissionssitzung Sommer 1994 wurde ein Kostenaufwand rund um eine Milliarde Franken angegeben. Die Südvariante Gamsen-Grosshüs wurde inzwischen detailliert nachgerechnet und wir erhalten 605 Millionen Franken für die vierspurige Umfahrung von Visp (erste Etappe zweispurig 271 Millionen Franken). Eine nationalstrassenbedingte Weiterführung des Autobahnanschlusses von Sefinot bis Illas erfordert grob geschätzt etwa 100 Millionen Franken, so dass von der Kostenfrage her gesehen diese Lösung immer noch etwa 300 Millionen Franken billiger zu stehen kommt und die leidigen Verkehrsprobleme rund um Visp und die Vispertäler damit besser und schneller gelöst sind.</p>
  • <p>Der Bundesrat wird gebeten, auf der Basis eines neuen generellen Projektes 1:5000 N 9 Umfahrung Visp Variante Süd Gamsen-Grosshüs, den Anschluss der Vispertäler nach Zermatt und Saas-Fee bis zur Verzweigung in die Vispertäler am Orte Illas als nationalstrassenbedingtes Bauwerk zu erklären und die Finanzierung aus Nationalstrassenmitteln in der Höhe des Beitrages an Hauptstrassen im Alpengebiet zuzusichern.</p>
  • Nationalstrassenbedingter Anschluss der Vispertäler
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1. Ausgangslage</p><p>Mit durchschnittlich 12 000 - 15 000 Fahrzeugen pro Tag und Spitzen von täglich 20 000 Fahrzeugen ist die Strasse nach Zermatt und Saas-Fee durch das Dorf Stalden ohne Zweifel eine der meistfrequentierten Seitentalstrassen unseres Landes. Wenn man weiss, dass die Fahrzeuge, von denen Lastwagen und Cars einen erheblichen Teil beanspruchen, durch das Dorf Stalden Spitzkehren und eine Höhendifferenz von 170 Meter auf einer Distanz von 2,7 Kilometer zu überwinden haben, dann ist es unschwer zu erkennen, dass die Abgas- und Lärmbelastung im Dorf Stalden Werte erreichen, die weit über der zulässigen Toleranzgrenze liegen. Berücksichtigt man auch noch die infolge Ueberlagerung der verschiedenen Verkehrsarten und intensiven Fussgängerbeziehungen über die Strasse völlig ungenügende Sicherheit, dann muss man sagen, dass die heutige Verkehrssituation von Stalden unverantwortlich ist.</p><p>Gestützt auf diese bedenkliche Sachlage fordern der Gemeinderat von Stalden und Vertreter der Vispertäler seit längerer Zeit Massnahmen. Neben einer zugesagten Signalisationsanlage und der durchgeführten Machbarkeitsstudie für eine Umfahrung des Dorfes Stalden wurden bisher alle Begehren mit dem Hinweis auf ungenügende Finanzen abgelehnt. Wir wissen, dass es um die Bundes- und Kantonsfinanzen nicht zum Besten steht. Trotzdem kann man es aus Gründen der Sicherheit und Gesundheit nicht verantworten, den heutigen Zustand tatenlos zu akzeptieren. Dabei weiss man, dass eine Lösung des Problems nur möglich ist, wenn eine neue Finanzierungsart gefunden wird. Nachdem die seit langem in Aussicht gestellte Umklassierung der Strassen in die Vispertäler als Hauptstrassen im Alpengebiet immer weiter in die Ferne rückt, müssen wir nach einer anderen Möglichkeit Ausschau halten. Wir sind der Meinung, dass eine Ausweitung des nationalstrassenbedingten Anschlussperimeters N 9 - Vispertäler vom Raum Sefinot in den Raum Illas (Teilung Nikolai- und Saastal) notwendig ist. Durch diese Ausweitung sollte es möglich sein, die von Gemeinderat und Verkehrskommission bereits genehmigte Umfahrungsvariante für das Dorf Stalden in den nächsten Jahren zu realisieren.</p><p>Gestützt auf diese Feststellungen ersuchen wir den Bundesrat, dass der nationalstrassenbedingte Anschlussperimeter N 9 - Vispertäler vom Sefinot in südlicher Richtung bis in den Raum Illas ausgedehnt wird. Dieses Begehren ist gerechtfertigt; einerseits wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen Lärm- und Abgasbelastung sowie der völlig ungenügenden Sicherheit, und andererseits mit dem Hinauszögern der Umklassierung von Strassen, die die Voraussetzungskriterien im Sinne des Treibstoffzollgesetzes schon längst erfüllen.</p><p>2. Bundesratsbeschluss 19. Oktober 1988</p><p>Am 19. Oktober 1988 hat der Bundesrat betreffend den Anschluss der Strasse nach Zermatt und Saas-Fee folgenden Beschluss gefasst:</p><p>"An die Verbindung nach den Vispertälern, ab Schnittpunkt der Kantonsstrasse T 9 in südlicher Richtung, wird aus Nationalstrassenmitteln eine Beteiligung in der Höhe des Beitrages an Hauptstrassen im Alpengebiet, d.h. 84 Prozent, zugesichert."</p><p>Mit diesem Beschluss hat der Bundesrat einen zweispurigen Anschlusstunnel von 3,2 Kilometer Länge und einen Kostenaufwand von 150 Millionen Franken als nationalstrassenbedingte Umfahrung von Visp freigegeben. Betreffend Plangenehmigung, Ausführung und Subventionierung wurde das Verfahren einer schweizerisch klassierten Hauptstrasse im Alpengebiet festgehalten, obwohl die Talstrasse in die Vispertäler heute noch nicht definitiv ins Hauptstrassennetz aufgenommen ist.</p><p>3. N 9 Umfahrung Visp Variante Gamsen-Grosshüs, und Ausweitung des nationalstrassenbedingten Perimeters bei Illas (Verzweigung Strasse nach Zermatt und Saas-Fee)</p><p>Am 19. Oktober 1988 hat der Bundesrat das generelle Projekt 1:5000 (März 1986) der N9, Teilstrecke Durchfahrt Visp, genehmigt. Diese Linienführung taucht bei Gamsen unter die Kantonsstrasse, unter die doppelspurige SBB-Linie und BVZ-Linie und führt anschliessend linksufrig der Rhone entlang mitten durch das Lonzaareal bis zum Autobahnanschluss Visp West. Die Totalkosten wurden damals mit 370 Millionen Franken angegeben. Seither, d.h. nach etwa 7 Jahren, hat man für 15 Millionen Franken Planungsarbeiten ausgeführt. Spätestens bei der öffentlichen Auflage der allerschlechtesten Variante Nord A wird man einsehen, dass nur eine Südvariante direkt bei Gamsen-Grosshüs kostenmässig, umweltrelevant und etappiert zum Ziel führt. Bei dieser Lösung kann der Vispertunnel auf 2/3 seiner Länge als erste Röhre für die vierspurige Autobahn-Umfahrung von Visp verwendet werden. Unter der Annahme, dass die zukünftige Autobahn im Süden von Visp das Vispertal quert, kann der Bundesrat analog dem seinerzeitigen Beschluss vom 19. Oktober 1988 die gemeinsame Anschlussstrecke der Strassen nach Zermatt und Saas-Fee rund um Stalden als nationalstrassenbedingte Massnahme erklären und eben auch auf der Basis einer schweizerischen Hauptstrasse realisieren lassen.</p><p>4. Kostenfolge</p><p>Im Juni 1992 hat das Eidgenössische Finanzdepartement schriftlich bestätigt, dass die Variante Nord A grob mit einem Betrag von 700 bis 900 Millionen Franken geschätzt wurde und hat damit nach Ansicht von Bundes- und Kantonsstellen diesen Rahmenkredit freigegeben. Eine detaillierte Kostenberechnung Oktober 1992 ergab für die Variante Nord A 900 Millionen Franken (Kostenstand 1991). Anlässlich einer Finanzkommissionssitzung Sommer 1994 wurde ein Kostenaufwand rund um eine Milliarde Franken angegeben. Die Südvariante Gamsen-Grosshüs wurde inzwischen detailliert nachgerechnet und wir erhalten 605 Millionen Franken für die vierspurige Umfahrung von Visp (erste Etappe zweispurig 271 Millionen Franken). Eine nationalstrassenbedingte Weiterführung des Autobahnanschlusses von Sefinot bis Illas erfordert grob geschätzt etwa 100 Millionen Franken, so dass von der Kostenfrage her gesehen diese Lösung immer noch etwa 300 Millionen Franken billiger zu stehen kommt und die leidigen Verkehrsprobleme rund um Visp und die Vispertäler damit besser und schneller gelöst sind.</p>
    • <p>Der Bundesrat wird gebeten, auf der Basis eines neuen generellen Projektes 1:5000 N 9 Umfahrung Visp Variante Süd Gamsen-Grosshüs, den Anschluss der Vispertäler nach Zermatt und Saas-Fee bis zur Verzweigung in die Vispertäler am Orte Illas als nationalstrassenbedingtes Bauwerk zu erklären und die Finanzierung aus Nationalstrassenmitteln in der Höhe des Beitrages an Hauptstrassen im Alpengebiet zuzusichern.</p>
    • Nationalstrassenbedingter Anschluss der Vispertäler

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