NEAT-Tunnelschlacht

ShortId
95.3166
Id
19953166
Updated
10.04.2024 08:32
Language
de
Title
NEAT-Tunnelschlacht
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Zum Bau der NEAT (Neue Eisenbahn-Alpentransversalen) ist folgendes in Erinnerung zu rufen:</p><p>- Der Lötschberg-Basistunnel (42 km) ist viel kürzer als derjenige des Gotthards (57 km)</p><p>- Er kostet folglich weniger.</p><p>- Die heftigste Opposition betrifft den Gotthard und dessen Zufahrten.</p><p>- Mit der Realisierung des Lötschbergs kommt die Schweiz den Verpflichtungen nach, die sie in Brüssel eingegangen ist (Europäische Union).</p><p>- Die Zufahrten zu den Basistunnel sind am Gotthard (68 km) viel länger und kostspieliger als am Lötschberg (12 km).</p><p>Es stimmt zwar, dass der Lötschbergtunnel nicht die gleichen Kapazitäten bietet wie der Gotthardtunnel. Doch können diese Kapazitäten nach zahlreichen Experten auf den bestehenden Strecken durch einfache technische Anpassungen mehr als verdoppelt werden.</p><p>Einen Basistunnel am Lötschberg zu bauen, ist zwar schön, doch setzt dies voraus, dass auf beiden Zufahrten die Engpässe beseitigt werden. Die Befürworter des Gotthards weisen immer wieder auf das Problem hin, das der Simplon darstellt. Iselle liegt auf 620 Meter über Meer Höhe und Domodossola auf 270 Meter über Meer. Dies ergibt eine Höchstgefälle von 25 Promille gegenüber 12 Promille am Gotthard. Die Züge brauchen 16 Minuten für die 18,8 Kilometer dieses Teilstücks!</p><p>Der Vorschlag des Kreisverkehrs ist so einleuchtend, dass man erstaunt ist, dass die denkenden (?) Köpfe der SBB und der Verwaltung nicht daran gedacht haben. Diese Lösung hat folgende Vorteile:</p><p>- Das so oft erwähnte Hindernis der Simplon-Südrampe wird zum Trumpf: Es kann Energie gespart werden.</p><p>- Die Beeinträchtigung der Umwelt ist bedeutend geringer als am Gotthard.</p><p>- Die in den internationalen Verträgen vorgesehenen Fristen können eingehalten werden.</p><p>- Da die Arbeiten am Gotthard nur um einige Jahre zurückgestellt werden, bleibt der Volkswille gewahrt.</p>
  • Antwort des Bundesrates.
  • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, dem Umstand, dass sich die beiden Tunnel ergänzen, im Hinblick auf eine Etappierung besser Rechnung zu tragen.</p><p>Die Situation der NEAT ist nicht hoffnungslos, weit davon entfernt: Der VCS (Verkehrs-Club der Schweiz) hat bei der Durchsicht der SBB-Statistiken festgestellt, dass von vier Tonnen, die auf der Schiene im Transitverkehr durch die Schweiz befördert werden, drei den Weg von Norden nach Süden nehmen und nur eine in der entgegengesetzten Richtung (Italien - Deutschland) transportiert wird. Diese Feststellung führte zur einfachen und einleuchtenden Idee des Kreisverkehrs:</p><p>- Die - schwereren - Güterzüge, die von Norden nach Süden verkehren, fahren durch den Lötschberg nach Italien.</p><p>- Die in umgekehrter Richtung verkehrenden Züge benutzen die Gotthardlinie.</p><p></p><p>Sehen wir uns nicht vor, so wird - angeblich aus finanziellen Gründen - prioritär der Gotthardtunnel gebaut werden, wenn die Kreise der Politik und der Finanzwelt von Zürich ihr ganzes Gewicht in die Waagschale werfen. Man hat es letzte Woche gesehen: Selbst auf demokratische Weise wird der Lötschberg den kürzeren ziehen. </p><p>Und trotzdem - immer davon ausgegangen, dass unser Land nicht gleichzeitig zwei Tunnel bezahlen kann - : Es gibt Lösungen, die - bei ein bisschen Phantasie und praktischem Sinn - hätten öffentlich zur Diskussion gestellt werden müssen. </p><p>Meint der Bundesrat nicht, die in dieser Interpellation angeführten Argumente seien in die gegenwärtigen Erörterungen einzubeziehen, mit dem Ziel, eine der Logik entsprechende Prioritätenordnung festzulegen und die Realisierung der NEAT entsprechend zu etappieren?</p>
  • NEAT-Tunnelschlacht
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Zum Bau der NEAT (Neue Eisenbahn-Alpentransversalen) ist folgendes in Erinnerung zu rufen:</p><p>- Der Lötschberg-Basistunnel (42 km) ist viel kürzer als derjenige des Gotthards (57 km)</p><p>- Er kostet folglich weniger.</p><p>- Die heftigste Opposition betrifft den Gotthard und dessen Zufahrten.</p><p>- Mit der Realisierung des Lötschbergs kommt die Schweiz den Verpflichtungen nach, die sie in Brüssel eingegangen ist (Europäische Union).</p><p>- Die Zufahrten zu den Basistunnel sind am Gotthard (68 km) viel länger und kostspieliger als am Lötschberg (12 km).</p><p>Es stimmt zwar, dass der Lötschbergtunnel nicht die gleichen Kapazitäten bietet wie der Gotthardtunnel. Doch können diese Kapazitäten nach zahlreichen Experten auf den bestehenden Strecken durch einfache technische Anpassungen mehr als verdoppelt werden.</p><p>Einen Basistunnel am Lötschberg zu bauen, ist zwar schön, doch setzt dies voraus, dass auf beiden Zufahrten die Engpässe beseitigt werden. Die Befürworter des Gotthards weisen immer wieder auf das Problem hin, das der Simplon darstellt. Iselle liegt auf 620 Meter über Meer Höhe und Domodossola auf 270 Meter über Meer. Dies ergibt eine Höchstgefälle von 25 Promille gegenüber 12 Promille am Gotthard. Die Züge brauchen 16 Minuten für die 18,8 Kilometer dieses Teilstücks!</p><p>Der Vorschlag des Kreisverkehrs ist so einleuchtend, dass man erstaunt ist, dass die denkenden (?) Köpfe der SBB und der Verwaltung nicht daran gedacht haben. Diese Lösung hat folgende Vorteile:</p><p>- Das so oft erwähnte Hindernis der Simplon-Südrampe wird zum Trumpf: Es kann Energie gespart werden.</p><p>- Die Beeinträchtigung der Umwelt ist bedeutend geringer als am Gotthard.</p><p>- Die in den internationalen Verträgen vorgesehenen Fristen können eingehalten werden.</p><p>- Da die Arbeiten am Gotthard nur um einige Jahre zurückgestellt werden, bleibt der Volkswille gewahrt.</p>
    • Antwort des Bundesrates.
    • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, dem Umstand, dass sich die beiden Tunnel ergänzen, im Hinblick auf eine Etappierung besser Rechnung zu tragen.</p><p>Die Situation der NEAT ist nicht hoffnungslos, weit davon entfernt: Der VCS (Verkehrs-Club der Schweiz) hat bei der Durchsicht der SBB-Statistiken festgestellt, dass von vier Tonnen, die auf der Schiene im Transitverkehr durch die Schweiz befördert werden, drei den Weg von Norden nach Süden nehmen und nur eine in der entgegengesetzten Richtung (Italien - Deutschland) transportiert wird. Diese Feststellung führte zur einfachen und einleuchtenden Idee des Kreisverkehrs:</p><p>- Die - schwereren - Güterzüge, die von Norden nach Süden verkehren, fahren durch den Lötschberg nach Italien.</p><p>- Die in umgekehrter Richtung verkehrenden Züge benutzen die Gotthardlinie.</p><p></p><p>Sehen wir uns nicht vor, so wird - angeblich aus finanziellen Gründen - prioritär der Gotthardtunnel gebaut werden, wenn die Kreise der Politik und der Finanzwelt von Zürich ihr ganzes Gewicht in die Waagschale werfen. Man hat es letzte Woche gesehen: Selbst auf demokratische Weise wird der Lötschberg den kürzeren ziehen. </p><p>Und trotzdem - immer davon ausgegangen, dass unser Land nicht gleichzeitig zwei Tunnel bezahlen kann - : Es gibt Lösungen, die - bei ein bisschen Phantasie und praktischem Sinn - hätten öffentlich zur Diskussion gestellt werden müssen. </p><p>Meint der Bundesrat nicht, die in dieser Interpellation angeführten Argumente seien in die gegenwärtigen Erörterungen einzubeziehen, mit dem Ziel, eine der Logik entsprechende Prioritätenordnung festzulegen und die Realisierung der NEAT entsprechend zu etappieren?</p>
    • NEAT-Tunnelschlacht

Back to List